Bemerkenswert

Japan – Tokyo – die japanischen Alpen und gibt es auch die japanische Südsee? (14.2-17.3.2026)

Geneigte Leserschaft, ist es nicht irgendwie langweilig, immer dasselbe Land zu bereisen und dazu auch noch mit der Lufthansa denselben Carrier zu benutzen? Nun, ich will es einmal so formulieren, Luxus kann niemals langweilig werden, wenn er in Dosen angewandt wird – und Krethi mit seinem Plethi müssen sich diesen Luxus schließlich täglich erarbeiten. Das ist zwar ein wenig geflunkert, aber lassen wir es einmal dabei. Freuen wir uns lieber, auf die letzte absehbare 1st. Class Flugreise und hoffentlich einen tollen Aufenthalt im Staate Nippon. Diesmal reisen wir mit einem befreundeten Ehepaar, nennen wir sie mal „S“ und „D“. Unsere gemeinsame Reise führt uns von DUS über FRA nach Tokyo HND. Wir werden 4 Tage Tokio erkunden und dann in der Grand Class eines Shinkansen weiterreisen nach Nagano. Hier am Tor zu den japanischen Alpen, machen wir einen kurzen Abstecher in den „Affenpark“ bevor wir dann in der Green Class eines Shinkansen nach Toyama weiterreisen. Ich bin schon sehr gespannt auf die Grand Class und ob diesmal die Getränke und das Essen inkludiert sind. In Toyama, das liegt an der Nordküste gegenüber von Tokio, erleben wir hoffentlich etwas raues Seeklima und können dann umso mehr die Meeresfrüchte genießen, wofür diese Region bekannt ist. Hier trennen sich dann auch unsere Wege. S&D fahren weiter nach Osaka und verbringen den Rest Ihrer 14 Tage Reise in dieser Region. Für uns geht es dann erst richtig los. Wir fahren zurück nach Tokio und dann geht es per Flugzeug in den äußersten Süden des Landes. Weit über Okinawa hinweg auf die Insel Ishigaki-Jima. Wer mal auf die Landkarte schauen mag, Ishigaki liegt nur „wenige“ Kilometer vor der Küste Taiwans. Ich hoffe die Chinesen machen nicht just in dieser Zeit etwas Dummes!
Ishigaki – in der japanischen Südsee – soll ein Traum sein. Weiße Strände, hervorragende Tauchspots und eine Bevölkerung, die so ganz anders sein soll, als der Durchschnittsjapaner auf Honshu.
Dazu ein anderes Essensangebot. Selbstverständlich wird es auch hier Ramen und Co geben, aber zusätzlich ist die Insel (es ist ein Archipel) bekannt für seine ausgezeichneten Rind- und Schweinefleischgerichte. Ich bin schon sehr gespannt, liebe Leserschaft.
Wenn wir dann genügend Sonne und Salzluft getankt haben, geht es zurück nach Tokio und dann richtig in die Alpen. Wir wollen dann noch etwas den berühmten „japan powder“ genießen und eine Woche Skifahren, ehe es dann für den Abschluß zurück nach Tokio geht. Den Heimflug beginnen wir diesmal in Tokio Narita und fliegen mit der SWISS über Zürich nach Frankfurt. Leider „nur“ business, aber halt in der sehr guten Swiss. Der Rest wird dann wahrscheinlich Chaos mit der Bahn sein und so hoffen wir mal, zumindest in Köln zu stranden, da wir dort sicherheitshalber noch eine Übernachtung gebucht haben. Sollte alles planmäßig verlaufen, werden wir tags darauf, im geliebte Aachener Revier ankommen.

Werte Leserschaft, konnte ich etwas Ihre Neugierige anregen? Es würde mich freuen, wenn Sie uns zahlreich begleiten würden. Los geht es – bald. Ihr Krethi!

14.2.
Geneigte Leserschaft, kann die Zeit schneller vergehen, als in Gesellschaft guter Freunde? Ich meine nein und so fällt es mir schwer, nun endlich die bereits vergangenen Tage hier zu „Papier“ zu bringen. Fangen wir somit langsam mit dem 14.2. an. Die Anreise von mir und Plethi verlief erstaunlich gut. Mit dem Bus zur Ersatzhaltestelle der Bahn und dann weiter mit dem Schienenersatzverkehr zum Hauptbahnhof nach Aix la Chapelle. Mir ist heute ganz französisch zumute. Dort dann mit der Bimmelbahn, ganz pünktlich, zum Flughafen Düsseldorf. Ich erzähle hier nun nicht die Episode einer unwilligen Verkaufskraft, die mir ein Wurstbrötchen am Morgen verkaufte und bei Bezahlung mit einem 20er ein Rückgeld von einem 10er, 2 x 5er und einer 2er Münze zurückgab und dann bei meiner freundlichen Reklamation erstmal behauptete, er hätte alles korrekt gewechselt. Nun ja, Mathematik und frühes Aufstehen, vertragen sich nicht immer. Was soll’s, wir konnten es letztlich klären. Aber wo war ich? Ach ja, wir düsten also in einem karnevalistisch versiften Zugabteil Richtung Flughafen und kamen dort überaus pünktlich an. Das Maritimhotel war diesmal unsere erste Wahl.

Maritim Hotel

Nachdem wir kurz eingecheckt hatten, machten wir uns auf zum TuS-Treff. Näheres zu dieser Lokation findet sich in unseren älteren Reiseberichten. Dort machten wir dann einen Tisch für den Abend klar. Zurück im Hotel warteten wir dann auf ein Lebenszeichen von S&D. Die Beiden hatten sich für das Sheraton entschieden. Zur vereinbarten Zeit, trafen wir uns dann am Vorabend Check in Schalter der „Lusthansa“ und jeder checkte nach seinem Stand ein. Wir in die First und unser „Gefolge“ in die Business Class. Klar egalisierten wir diesen Standesunterschied bei einem nachfolgend leckeren Schnitzelchen, etwas Grünfutter und reichlich kühlem Pils im TuS-Treff.

Die darauf folgende Nacht schliefen wir alle gut, jeder an seinem Platz und der nächste Tag hielt dann ein erstes Highlight für uns und unsere Gäste bereit.

15.2.
Unser Flug ging recht früh und so trafen wir uns zeitig und durchliefen gemeinsam den Sicherheitscheck am Düsseldorfer Flughafen. Hier hatte man dann für alle Fluggäste eine kleine Überraschung parat. Die durchweg freundlich und hochmotivierte ex anatolische Belegschaft hatte für uns alle ein Spezialprogramm hinterlegt. Jede zweite Tasche wurde zum Drogentest ausgesondert. Dazu kam dann noch das Gepäck von den „Schlümpfen“ die immer noch nicht wissen, dass Nagelfeilen, Flüssigkeiten oder fast noch lebender Proviant nicht ins Handgepäck gehören. Was soll ich sagen, wir und besonders D waren nach dieser Tortur schon recht genervt. Wie gut, dass es eine Senator Lounge gab und dort ein leckeres Frühstück auf uns wartete.

Der Rest, hiermit meine ich den Kurzflug nach Frankfurt verlief unspektakulär. In FRA angekommen verließen wir dann das Terminal und machten uns mit unseren Gästen auf zum First Class Terminal der Lufthansa. Hier wurden wir dann endlich standesgemäß abgefertigt und wenig später genossen wir Ruhe, leckeres a la Card Essen und den ersten Schampus.

Zusammen brausten wir dann noch in einem Büschen direkt zu unserer 747 wo wir uns dann separieren mußten.

Die einen auf das Oberdeck in ihre Business und wir ganz in die Spitze, wo unser Thron (hiermit ist der Doppelsitz in der Mitte gemeint) in der First auf uns wartete. Was folgte, war für beide Parteien ein überaus leckerer, entspannter und mit einem gesegneten Schlaf verlaufender Flug. Tokio, wir kommen.

16.2
Nach einem guten Frühstück an Bord unserer alten Dame war Tokio Haneda bereits in Sicht und so dauerte es nicht lange, bis wir vor der Einreise standen. Dank unserer vorab Registrierung war dann die Emigration und der Zoll schnell und einfach erledigt und so trafen wie S&D völlig entspannt. Was soll ich sagen, geneigte Leser, wir waren so entspannt, dass wir anfangs zu blöd waren, um unsere vorab bestellten Shinkansen Tickets am Automaten abzurufen. Merket auf, will ich hier rufen, es war nicht das wir, ich war zu blöd. Was war geschehen? Anstatt den tatsächlichen QR-Code zu scannen, benutze ich den Code aus einem beliebigen Beispiel. Es dauerte zwei Minuten bis mein Groschen endlich fiel. Danach ging es dann easy weiter. S&D besorgten wir eine Suica Karte am Automaten und luden sie auch sogleich auf. Mittels dieser aufladbaren „Geldkarten“ konnten wir dann den regionalen Zugverkehr Richtung Innenstadt besuchen. Leider war ich bei der Streckenauswahl etwas – sagen wir lieber partiell – unaufmerksam. So kam es dann, dass wir nicht rechtzeitig den Zug wechselten und wir dadurch etwas länger unterwegs waren, als geplant. Aber jede Extratour endet dann irgendwann und so erreichten wir dann Tokyo Station (Hauptbahnhof)

Tokio Station (Hauptbahnhof)

und gönnten uns in den Außenarkaden erstmal 2 Runden Bier. So gestärkt erreichten wir dann nach einem kurzen Fußmarsch unser Hotel in Nihombashi (Sotetsu Fresa Inn Nihombashi). Hier mußten wir dann erstmal warten. Merket auf liebe Leserschaft. Wenn ein Hotel in Japan um 15:00 Uhr bezugsfertig sein soll, dann ist es das nicht bereits um 14:00 Uhr. Es ist es ganz genau um 15 und keine Minute davor. Habt ihr das verstanden?
Dem Krethi war das schon lange klar, dem eingefleischten Protestanten aber nicht. So kam es dann, dass wir erst einmal abgewiesen wurde, irgendwo in der Nähe unserer Unterkunft ein leckeres Süppchen zu uns nehmen durften, auf Shopping Tour gingen und danach endlich unsere wirklich kleinen Zimmer aufsuchen konnten. Apropos Shopping Tour, entgegen meiner Erwartungen war der Kosmetik Teil dieser Tour ratz fatz erledigt, die Damen unserer Gesellschaft wußten ganz genau was sie wollten und High Quality ist hier in Japan recht günstig. Unser Messer „D“ war da schon etwas unsicherer. In einer Einkaufsstraße (35.71147,139.78810) wo wir zig Haushaltswaren bzw. Messer Läden vorfanden, war er anfangs recht erschlagen. Aber letztendlich konnte auch dieser Einkaufswunsch zur völligen Zufriedenheit abgeschlossen werden.


Zum Abschluß dieses Tages waren wir dann noch in einer kleinen Izakaja (Kneipe) und genossen das ein oder andere Bier vom Fass. Dazu gab es Kleinigkeiten zum Knabbern. Verstehe man mich bitte nicht falsch. Wir waren in einer Hühnchen Izakaja. Hier gab es somit lauter Leckereien vom Federvieh und D mußte manchmal kapitulieren. Es ist nun mal nicht jedermanns Sache was der feuchtfröhliche Japaner so bei seinen Trinkeinlagen zu sich nimmt!

17.2.
Morgens (8:00) machten wir uns auf zum Tsukiji Fishmarket und genossen verschiedene Qualitätsstufen beim Thunfisch. Mir schmeckt sehr gut die teuerste Variante, das fette Fleisch der Unterlippe oder vom Schwanz des Fisches. Unseren Mitreisenden mundete dies überhaupt nicht. S präferierte hier ganz klar die europäische Version, so mager wie möglich. Den Japanern wird es gefallen, so bleibt mehr für sie.

Nach dem Fishmarkt schlenderten wir noch etwas durch den Stadtteil von Shinjuku. S&D verabschiedeten sich zu einem Schlummerstündchen und wir besuchten noch Godzilla und die 3-D CAT (35.69518,139.70192 und 35.69283,139.70080).


Gegen 17:00 waren wir dann wieder vereint und machten uns zum 2ten Highlight des Tages auf, eine Yakatabune Dinnerfahrt auf den Kanälen Tokios (Yakatabune Funasei via get your Guide, 35.62411,139.74396). Lecker Essen und endlos trinken war nun für 2 1/2 Stunden angesagt und so beendeten wir diesen Tag gut abgefüllt gegen 23:00 Uhr.

18.2.
Manchmal kommt es anders als man denkt! Wir mußten den heutigen Tag etwas umgestalten. Ursprünglich wollten wir nochmals früh zum Fischmarkt. Leider war ein Teil unserer Reisegruppe nicht ganz fit durch die Nacht gekommen, so blieben 50% etwas länger im Bett und der Rest erkundete die hervorragende und kostenlose Aussicht vom Metropolitan Gov. Building (35.68965,139.69166). Gegen 13:00 trafen wir uns dann und es ging mit der Metro Richtung Sky Tree. Was für eine schöne Aussicht. Gestern Abend konnten wir von Bord die Aussicht auf den Turm genießen, heute stehen wir nun selber auf 450 Meter über dem Meeresspiegel.

Danach gönnten wir uns das ein oder andere Bierchen und abends besuchten wir dann Shibuya Sky. Eine Aussichtsplattform im 45 Stockwerk mit Außenrolltreppe. Einfach mal bei Facebook oder Google nachschauen.

19.2.
Liebe Leserschaft, wer Hologramme und Lichtspiele mag, der sollte einmal bei Team Lab in Tokio vorbeischauen. Wir machten dies an diesem Tag und da die Anreise etwas kompliziert ist, nutzen wir erstmals das japanische Gegenstück zu UBER. Ich buchte uns über die GO-App ratz fatz ein Taxi und so erreichten wir für kleines Geld pünktlich gegen 9:00 die Location.


Danach besuchten wir den Toyosun Fischmarkt (weltgrößter Fischmarkt), schauten in eine leere Halle wo morgens eigentlich eine Thunfischauktion auf der Tagesordnung stand, aßen lecker Sushi in den angrenzenden Lokalen und bummelten weiter nach Asakusa um in der dortigen Brauerei ein kühles Blondes zu genießen (35.71015,139.80036).

Das Wahrzeichen der Brauerei ist „gelb“. Was soll das sein?


Gegen 20:00 hatten wir dann ein Abendessen gebucht in einer wirklich eleganten und lohnenswerten Sushibar.
(Sushi Kenshin Ebisa, 35.64603,139.71724)
Wir verbrachten dort sehr angenehme 2 1/2 Stunden.

20.2.
Tokio adieu, um 10:22 ging es ab Tokio Station mit einen Shinkansen in der exklusiven Grand Class in weniger als 1 1/2 Stunden und mit lecker Essen und Trinken (inkl.) nach Nagano.


Dort angekommen besorgten wir uns im Bahnoffice (Touristenschalter) alle nötigen zukünftigen Shinkansentickets. Merket auf liebe Leserschaft. Bahntickets sollte man sich immer einige Tage vor dem eigentlichen Reisetermin besorgen, sonst kann es passieren, dass der Zug ausgebucht ist und/oder die begehrte Green Class (oberhalb der ersten Klasse in D) nicht mehr buchbar ist. Kleiner Tip, Shinkansen Tickets ab Tokio besorgt man sich bereits zuhause via klook.com und druckt diese später am Flughafen in Haneda oder Narita aus. Den Rest besorgt man sich dann in jeder beliebigen kleinen Bahnstation. Wenn sprachliche Probleme auftauchen, bedient man sich des google translators (App) und bereits zuhause erkundet man die gewünschten Verbindungen, mittels der NAVITIME App.
Nach diesen kleinen Tipps kommen wir nun zurück zum Tagesverlauf. Nachdem wir uns die Tickets (S&D zu 100%) (Krethi und Plethi zu 50%) besorgt hatten, verließen wir den Bahnhof und wir verbrachten einen kalten aber sonnigen Tag auf dem Gelände des Zenko-ji Tempels bevor wir dann abends mein Lieblingsrestaurant im Bahnhofsgebäude aufsuchten. Hierbei handelt es sich um ein Steakrestaurant im Obergeschoß, direkt neben der Rolltreppe. Nachmachen ist dringend empfohlen.

21.2.
Das Metropolitan Hotel in Nagano ist meine erst Wahl. Große Zimmer, gute Betten, ein leckeres Frühstück (zumindest für Menschen die japanisches Essen zu schätzen wissen) ein geräumiges Bad und vor allen Dingen direkt ans Bahnhofgebäude angeschlossen. Ab 7:30 frühstückten wir und um 8:50 waren wir bereits „check out“ und auf dem Weg zur nahen Autovermietung. Hier hatte ich uns für 2 Tage einen Nissan für 6 Personen reserviert und in diesem brausten wir um 8:30 dann vom Hof der Autovermietung. Krethi war der einzige Fahrer und in aller Bescheidenheit kann ich schon vorausgreifend sagen, dass ich meine Fahrgäste gut ans Ziel und wieder zurück brachte. Ich hatte tolle Fahrgäste, meistens waren Sie mein zweites oder drittes Navigationsgerät. Öfters hatte ich auch einen Fahrlehrer an Bord und vereinzelt wollte mir jemand die Vorzüge einer analogen ADAC-Karte schmackhaft machen. Unter dem Strich aber, war es eine vergnügliche Autofahrt.


Wo wollte ich nun hin – ach ja, wir fuhren somit von Nagano nach Yudanaka Onsen um den berühmten Affenpark zu besuchen und abends einmalig, zumindest für S&D in einer original japanischen Herberge, genannt Ryokan, zu nächtigen.
Was soll ich sagen, die Damen waren im Affen- und Fotofieber und alle Erwartungen wurden erfüllt.

Den Nachmittag verbrachten wir bei bestem Wetter im Dorf (Yudanaka Onsen) bei so mancher Büchse Bier und abends besuchten wir dann noch eine mir bekannte Izakaya. Hier erlebten wir, alle total ausgehungert, einen Schock. Pünktlich gegen 18:00 bei der Eröffnung, standen wir vor der Tür und als D hineinstürmen wollte bekam er die Ansage vom Wirt, „sorry only drinking-no Restaurant“. Ich habe selten einen so geknickten „D“ gesehen. Aber was soll ich sagen, der Krethi, kurze Verhandlung und es war klar, wir können doch „Kleinigkeiten“ bestellen. Diese Kleinigkeiten waren dann etliche Spieße mit Hühnerfleisch, Leberspieße, Kartoffelsalat, eingelegtes Gemüse, Sushi und Ramensuppen. Dazu dann etliche Bierchen und natürlich Wein für „S“. Ein schöner Abend.


Die Nacht war es dann nicht für uns alle. Ein Ryokan hat i.d.R nur einen Schlafraum ohne Bett, man schläft
landestypisch auf einer Matte direkt auf dem Boden – Fachleute sagen Futton. Ich sage herrlich, für andere ist dies eine Tortur. Wenn dann auch noch das WC/Bad auf dem Flur liegt und wir versuchten unseren Gästen die Vorzüge eines privaten Onsen schmackhaft zu machen, dann kann dies schon einmal Alpträume und weitere Beschwerden auslösen. Geneigte Leserschaft ich habe hier natürlich nur spekuliert, Fakt war jedoch, einer schlief besonders schlecht und am nächsten Tag, war das echt tolle japanische Frühstück für so manchen auch kein Pluspunkt. Ich kenne jemanden aus meinem Freundeskreis, für den war China vor Jahren keine kulinarische Offenbarung und ich denke, ich kenne nun eine oder zwei Person, die nicht unsere Begeisterung für dieses Land zu 100% teilen werden.

22.2.
Die Rückfahrt nach Nagano verlief super und wir waren viel zu früh bereits wieder am Bahnhof. Da aber der Wettergott es ausgesprochen gut mit uns meinte, suchten wir uns ein bequemes Plätzchen im Außenbereich und bei 30 Grad in der Sonne, war viel Sonnencreme und leckere Kühlflüssigkeit angesagt. Die Fahrt mit dem Shinkansen nach Toyama in der sehr guten Green Class war in 50 Minuten erledigt und so enterten wir zügig unser in Bahnhofsnähe gelegenes Hotel JAL Toyama (sehr zu empfehlen).


„D“ war für die Auswahl dieses Hotel verantwortlich und ich muß sagen, erste Sahne lieber „D“. Große Zimmer und ein tolles Bad, ich bin auf das Frühstück gespannt.
Den Rest des Tages verbrachten wir bei ca. 20 Grad unter freiem Himmel, suchten in der Abenddämmerung eine Foodhall (im Bahnhofsgebäude) auf und dann trennten sich für heute unsere Wege. Ein Teil ging aufs Zimmer der andere erkundete noch etwas die Geschäftswelt von Toyama. Es gibt immer etwas, was man noch brauchen kann und wenn es auch nur Kumquats zum Nachtisch sind. Gute Nacht!

23.2.
Liebe Leserschaft, ich kann ohne rot zu werden behaupten, dass unser jetziger Standort nebst Hotel so einiges rausgerissen hat. Aber fangen wir ganz von vorne oder besser, mit einer kleinen Bettgeschichte an. Keine Angst, ich gleite nun nicht ins seichte Gewässer ab. Ich will nur berichten, dass wir alle hervorragend genächtigt haben und die morgendliche Duscheinlage in dieser kleinen Wellnessoase uns allen gut getan hat. Nach reichlich Schlaf und anschließendem guten Frühstück, ging es heute auf Erkundungsfahrt. Wir wollten etwas näher an die Küste und in dem kleinen Fischerort Hachimanmachi die sagenhafte rote Schnee-Krabbe kennenlernen – oder so.

Wer dieses Tierchen auch unbedingt probieren will, nimmt von Toyama aus die „Man-Yo-Line“ und steuert den Shinminato Kittokito Fisherman‘s Wharf an. Goggeln oder NAVITIME hilft!
So scheuten wir keine Mühen und machten uns im modernen Japan mit nicht so ganz modernen Forbewegungsmittel auf, diese einzigartigen Tierchen näher kennen zu lernen.

Keine Frage es ist uns gelungen!

Zurück aus Hachimanmachi machten wir dann mit einer Tram noch eine kleine Stadtrundfahrt und landeten dann endlich am Abend in der angesagten Ramenbar von Toyama. Hier genossen wir mehrheitlich die hier typische „schwarze“ Ramensuppe. Lecker – und das war zu 100% die Meinung der gesamten Trupppe. Ramen gut – alles gut.

24.2.
Zeit des Abschieds. Nach dem Frühstück hieß es nun, auf getrennten Wegen Japan zu erkunden. Wir sagen S&D adieu – es war schön mit Euch.

Ihr Weg führt nun Richtung Kyoto und Osaka und ich bin gespannt, was die Beiden so zu berichten haben, aber das ist dann nicht mehr Teil dieses Bogs. Ab jetzt muß die liebe Leserschaft wieder mit Krethi und seinem Plethi vorlieb nehmen. Wir haben noch etwas Zeit bis wir dann gegen 10:45 auch das Hotel verlassen müssen um die wenigen Meter Richtung Bahnhof zurückzulegen. Während S&D in der bewehrten Green Car reisen, wollte Plethi nochmals Grand Class genießen und da wir bis Tokyo rund 2 1/2 Stunden unterwegs sind, lohnt sich das dann irgendwie. In Tokyo werden wir dann in der unmittelbaren Nähe zum Airport Haneda im Kawasaki King Skyfront Tokyu REI Hotel übernachten um dann morgens recht früh mit der ANA nach Ishigaki aufzubrechen. Dazwischen liegt aber noch „one Night in Tokyo“. Mal sehen ob ich hierzu noch einen Kurzbericht nachreiche.

Nachtrag zum 24.2
Pünktlich um 11:20 verließen wir, in der Grand Class eines Shinkansen, Toyama. Fast hätte ich noch das Steuer übernommen.

Hierbei machte ich bei der Buchung den gleichen Fehler wie vor einem Jahr. Merket auf liebe Leserschaft, nicht jede Grand Glass hat eine Verpflegung inbegriffen. Ich weiß, wo ich das in der NAVITIME App ersehen kann, aber so manches mal, überlese ich es. So passierte es auch diesmal und wenn ich nun ganz ehrlich bin, ich hatte auch keine andere Wahl. Der „Verpflegungszug“ startete erst um 16:00 Uhr, dass wäre für unser Ansinnen sowieso zu spät. Was blieb, war einzig die Enttäuschung, als keine Zugbegleitung mit der Verpflegung erschien. Verstehe man mich nun hier nicht falsch, es war trotzdem eine sehr luxuriöse und angenehme Reise.

So erreichten wir gegen 14:00 Tokyo Station, suchten uns im Untergeschoß ein leckeres Restaurant und machten uns nach einem leckeren Mittagessen auf, via Nahverkehr, das Kawasaki Hotel zu erreichen. Nach dreimaligem Umsteigen und einem Fußmarsch von 1,5km kamen wir dort gegen 16:30 an.

Das Kawasaki Hotel liegt relativ weitab vom Schuß, seinen Vorteil spielt es aus, durch die Nähe zum Haneda Airport und den hauseigenen Shuttle Service, der in 10 Minuten z.B. Terminal 3 erreicht. Da wir einen Inlandsflug vor uns hatten, starteten wir diesmal von Terminal 2. Dahin braucht dieses Shuttle dann 15 Minuten. Aber bevor ich über das kleine Missgeschick spreche, was uns am nächsten Tag beim Transport passierte, erzähle ich noch kurz, wie der restliche Tag so im Kawasaki Hotel ablief.
Höhepunkt war ein kleiner Spaziergang mit Blick auf den nahen Flughafen und ein Bad im hauseigenen Onsen. Herrlich!

25.2.
Der Wecker ging um 5:00, gegen 5:50 standen wir bereit für den Shuttle Bus. Liebe Leserschaft, in diesem Hotel gilt der Grundsatz, keine Reservierung, wer zuerst kommt fährt mit, ist der Bus voll haben die Letzten halt Pech und nehmen ein Taxi. Wir waren pünktlich, übergaben unseren Koffer für Terminal 2 dem Fahrer und deponierten unsere Rucksäcke auf einem Sitzplatz im Bus. Die Fahrt verlief unspektakulär und als wir nach kurzer Fahrt am Terminal 2 ausstiegen, war ich kurzzeitig hoch zufrieden. Das änderte sich als der Bus losfuhr und ich meine Frau nach dem Koffer fragte. Schrecksekunde! Noch eine Sekunde! Erst dann realisierten wir, der Koffer ist noch im Bus und den sahen wir am Horizont verschwinden. Ich habe dann die Booking.com App aufgerufen und die beim Hotel vermerkte Telefonnummer markiert und angetippt. Warum? Nun wir haben für Japan nur eine Daten-SIM, somit funktioniert kein normales Telefon. Zum Glück für uns, funktioniert es aber aus der Booking.com App heraus. Ich erkläre mir das so, dass es wie bei WhatsApp funktioniert. Es klingelte also und ich konnte dem Hotelangestellten mein Problem mitteilen. Da nicht nur wir sondern auch der Fahrer einen Fehler begangen hatte, dauerte mein Telefonat nur ganze 2 Minuten und ich bekam die Auskunft, in 5 Minuten steht der Bus mit dem Koffer dort, wo wir ausgestiegen waren. Was soll ich sagen, so kam es dann auch und so blieb nur ein kurzer Schreckmoment am Morgen und alles war gut. Am Checkin der ANA hatten wir keine Probleme und als Senatoren hatten wir bei diesem Star Alliance Mitglied Vorteile bei der Gepäckmenge, der separaten Sicherheitskontrolle, Meilengutschriften und natürlich einen Loungezugang. Leider klappte kein Upgrade, da der Flug nach Ishigaki völlig ausgebucht war.
So kam es, dass wir die Lounge enterten, ein paar Bierchen zischten und pünktlich an Bord unserer Boing 787 gingen.

Flug ANA 089 startete pünktlich um 8:15, ich verschlief den Start und gegen 11:30 erreichten wir Ishigaki Jima.
Nach der Landung suchten wir die Station des Autovermieters auf und nach etwas Schreibkram nahm ich um 12:15 unseren zweiten Leihwagen in Besitz.

Danach hieß es einladen, Navi installieren und ab in Richtung unserer Herberge. Sagte ich es schon, hier waren es tags- und nachts zwischen 20-25 Grad. Nur die Luftfeuchtigkeit war etwas zu intensiv (Regen ab und an)
Auf dem Weg zum Hotel steuerten wir zuerst ein „all you can eat“ Buffet-Restaurant

an und gegen 16:00 erreichten wir unsere private Unterkunft in direkter Nähe zur Kabira Beach.
Ich war ziemlich groggy und so verbrachten wir den Rest des Tages auf dem Zimmer und gingen recht früh schlafen.

26.2.
Nach einem guten Frühstück stand Inselerkundung auf den Plan. Wie schon berichtet, haben wir hier durchgehende Temperaturen von 20-25 Grad, derzeit regnet es fast täglich und so waren wir happy, dass es am Ende dieses Tages nicht geregnet hatte und die Sonne mal kurz zwischen den Wolken hervor schielte.
Wir besuchten 3 Strände, Plethi verliebte sich in schwarze Perlen die es sonst nur auf Tahiti gibt und abends grillten wir unser eigenes Essen im „go Slow“.

Leider erhielt Plethi am Abend dann noch eine schlechte Nachricht und diese versaute Ihr den Abend und die Nachtruhe.

27.2.
Krethi schlief hervorragend was man von Plethi nicht behaupten konnte. Somit mußte Krethi heute besonders lieb zu seiner Plethi sein. Sein erster Versuch, den Wettergott zu beeinflussen scheiterte jedoch kläglich. Nach dem Frühstück öffneten sich die Himmelsschleusen und schiere Wassermassen erlaubten es nicht, nur einen Fuß aus dem Haus zu setzen. So hieß es abwarten und endlich gegen 11:00 hörte es auf. So konnten wir heute unsere 2 Inseltour starten. Es standen Aussichtspunkte und Leuchttürme auf dem Programm. Dazu dann ein kleiner Zwischenstopp in einem süßen Kaffee am Wegesrand. Habt Ihr schon mal Pizza mit Schimmelkäse und Honig probiert? Lecker!

Danach trauten wir uns dann ins Meer. Bei Wassertemperaturen oberhalb von gefühlten 20 Grad nicht unangenehm und bei einer artenreichen Wasserfauna in Strandnähe sehr unterhaltsam und schön. So blieben wir über eine Stunde zum Schnorcheln im Wasser und meine größte Fischsichtung waren zwei mittelgroße Naßhornfische (googeln).
Da an jedem Stand auch in der Nebensaison Umkleidekabinen und funktionierende kalte Duschen betriebsbereit sind, konnte wir nach dem Schnorcheln direkt nach Ishigaki Stadt aufbrechen und den Tag mit einem Austernessen beschließen.

28.2.
Heute war Cave man an der Reihe. Ishigaki hat mindestens 2 Grotten die man besichtigen kann. Da die erste Option am Wochenende geschlossen hatte, viel unsere Wahl auf die Sabichi Cave und ich muß sagen, wir wurden nicht enttäuscht. Die eigentliche Tropfsteinhöhle ist eher unspektakulär, spektakulär sind hingegen 2 Ausblicke, die sich bei der Wanderung erschließen.

Danach besuchten wir auf besonderen Wunsch meiner Plethi noch den Sunset Beach (menschenleer) bevor wir zum Essen diesmal einen Japanischen Thailänder aufsuchten und hervorragend scharf speisten. Etwas ausserhalb von Ishigaki Stadt gelegen, ist Ishigaki Farm to Table ARUN ein echter Geheimtipp. In diesem Resto ist der Name Programm. Alles wird in der hauseigenen Farm selber angebaut oder vom direkten Nachbar bezogen. Die Ehefrau hat ihre Kochkünste aus Thailand mitgebracht und der Ehemann ist ein hervorragender Gastgeber. Es war lecker und reichlich.

Weiter ging es mit der Inselerkundung. Nach bereits mehr 300km auf dem Tacho hatten wir schon den Ehrgeiz, möglichst viele schöne Stellen dieser recht kleinen Insel zu erkunden. Außerdem stand noch ein Mango Smoothie auf meiner Wunschliste und der Beweis an S&D, dass man in Japan auch draußen gemütlich essen und trinken kann.

Am Abend landeten wir dann in Ishigaki Stadt und hier wollte ich dann noch eine Kleinigkeit zu mir nehmen. Natürlich nicht nur ich, auch der kleine Hunger bekundete hierzu seine Absicht.
Wie der Zufall es so manches mal mit uns gut heißt, so fanden wir auch diesmal eine außergewöhnliche Lokation und wurden nicht enttäuscht. Wir empfehlen den Ishigaki Breakfast Club (kein Scherz) einen außergewöhnlich guten, für uns der Beste Burgerladen auf dieser Insel.

1.3.
Im Morgengrauen schlug bei mir Montezumas Rache zu. Ich denke, es war gestern etwas zu scharf für meine Verdauung. Da es sehr heftig war, beschloß ich, mein Zimmer vorerst nicht zu verlassen und in Sicherheitsreichweite zum vertrauten WC zu verbleiben. Dani erkundete bis nachmittags Kabira Beach und Umgebung. Ich verschlief bis 16:00 den Tag. Danach ging es wieder und wir schlenderten noch etwas in der näheren Umgebung herum und ich gönnte mir 2 Bananen. Bananen sind auf dieser Reise der Kaliumspender …. Insiderwitz ;))

2.3.
Liebe Leserschaft, Bananen sind das reinste Wundermittel. Gestern noch ein Abo für das WC, seit heute Morgen wieder fit wie ein Turnschuh. In weiser Voraussicht haben wir gestern online nochmals Fährtickets für Taketomi gebucht. Leider jedoch erst ab 13:30 hin und 17:50 zurück. Dies waren die letzten freien Online-Termine. Als wir morgens aufstanden, schien das auch eine glückliche Fügung zu sein. Es regnete in Strömen. Aber nach unserem Frühstück und einer kleinen Siesta klarte der Himmel auf und wir fuhren auf gut Glück zum Hafen von Ishigaki und tatsächlich durften wir die Fährverbindung gegen 11:30 nutzen. Des Rätsels Lösung erklärte sich dann nach kurzer Nachfrage. Online wird nur ein bestimmtes Kontingent vergeben, der Rest wird exklusiv am Schalter verkauft. So kam es dann auch, das unser Schiff nur zu max. 60% belegt war. Ich war mir somit auch sicher, nicht erst die letzte mögliche Verbindung des Tages nehmen zu müssen, sondern etwas früher. Wir haben heute schließlich unseren letzten Tag hier in der „Südsee“ und packen müssen wir auch noch. Aber wo war ich? Ach ja, die Überfahrt dauerte gerade mal 15 Minuten und dann betraten wir Taketomi. Eine Insel, wo fast nur Fahrräder und Ochsenkarren erlaubt sind. Die wenigen Verbrenner stehen meistens am Hafen und mit ihnen werden die ankommenden Touristen zu den Hotels oder Fahrradstationen gebracht. Wir wählten den zweiten Weg und leihten uns für 2 1/2 Stunden ein E-bike. Damit erkundeten wir das Inselchen, besuchten u.a. den berühmten Sternenstrand (dort findet man Sandkörner in gezackter Form = Sterne), ersparten uns das Sammeln und kauften für 100 Yen ein Säckchen beim Händler und investierten lieber die Zeit, den zweiten und weitaus schöneren Strand der Insel zu besuchen. So verging die Zeit im Sauseschritt und nach einem gesunden Drink radelten wir bereits zurück und durften tatsächlich die Fähre gegen 15:50 benutzen. Als wir dann in Ishigaki ankamen, bin ich noch schnell zum Schalter der Fährgesellschaft. Ich hatte ja noch 2 Roundtripp-Karten vom Vortag, die wir nicht benutzt hatten. Man stelle sich das einmal in D bei der DB vor. Du buchst ein Sparticket und lässt es verfallen. Ganz klar, Pech gehabt. In Japan ist das anders. Die nette Dame am Schalter prüfte meine Buchung, stellte fest, dass wir Vortags nicht gefahren waren und 5 Minuten später, hatte ich eine Gutschrift auf meinem Kreditkartenkonto. Natürlich ohne Bearbeitungsgebühr, das nennt man Kundenservice!
Danach haben wir dann noch die Foodhall (Ishigaki Public Market) aufgesucht und ein paar kleine Leckereien zu uns genommen. Der Abschied viel schwer, gerne wären wir noch etwas geblieben, zumal in der Nebensaison dies wirklich ein sehr entspanntes Fleckchen Erde ist. Aber die ANA ruft, packen müssen wir auch noch und der Driver will wenigstens abends noch ein Bierchen trinken, wenn das Töf Töf vor der Unterkunft geparkt ist.
Morgen heißt es dann, Wecker um 7:00, Frühstück gegen 8:30, Checkout spätestens gegen 10:00 und Rückgabe des PKW am Flughafen nicht später als 11:00. Zurück fliegen wir dann mit der ANA Flug 090 um 12:25, landen gegen 15:00 in Tokio Haneda und nehmen dort den Shinkansen um 17:24 nach Nagano, wo uns ein Zimmer im bekannten Metropolitan Hotel erwartet. Von der Sonne in den Schnee, aber das ist dann eine Geschichte, die ich in den nächsten Tagen erzählen werde. Gute Nacht wo auch immer ihr seid.

Hier folgen noch die Koordinaten zu verschiedenen Zielen auf der Insel. Wer sich bisher gefragt hat, was man mit diesen langen Zahlenkolonnen anfangen soll, kommt hier nun eine kurze Anleitung:

Unter http://www.google.de/maps diese Koordinaten einfach ins Suchfeld kopieren, dann wir der jeweilige Standort bei Maps angezeigt. Aber das war der geneigten Leserschaft bestimmt schon bekannt.

(Platzhalter Koordinaten)

3.3.
Liebe Leserschaft, es hätte alles so schön sein können. Leider kam es dann aber etwas anders. Zuerst lief alles wie am Schnürchen. Der Wecker klingelte um 7:00, Frühstück wie geplant, wir waren zeitig bei der Mietstation und der Wagen wurde ohne Komplikationen zurückgegeben. Freudig betraten wir alsbald das Flughafengebäude, waren dank Gold Status (Star Alliance) die einzigen am CheckInn Schalter und die nette Angestellte fand auch unseren Flug. Leider kam dann der Dämpfer und ich hatte es zuerst noch nicht mal verstanden. Plethi meinte dann, „hast Du verstanden? 2 Stunden Verspätung!“ Es dauerte etwas, bis bei mir der Groschen viel und dieser Satz zur Gewissheit wurde. Wir bekommen den bereits gebuchten Zug (Shinkansen) in Tokio nicht. Aber da war das Gepäck bereits aufgegeben, die Tickets lagen bleischwer in meinen Händen und wir gingen erstmal in die Abflughalle zurück, um an einem Tisch Kriegsrat zu halten. Was soll ich sagen, die eingeplanten Zeiten stehen oben im Text, durch die bereits avisierte Verspätung würde unser Flug nicht vor 17:00 in Haneda landen und von dort brauchen wir mind. 1 Stunde, um Tokio Station (Hauptbahnhof) zu erreichen. Somit war mit einem Schlag unser Shinkansenticket mit Startuhrzeit 17:24 nichts mehr wert. So dachten wir zumindest zu diesem Zeitpunkt. Wir fragten uns, können wir noch einen späteren Shinkansen buchen und werden wir nun die ganze Fahrt über stehen, weil es keine freien Sitzplätze mehr gibt und werden wir Probleme mit unserem Übergepäck bekommen? Fragen über Fragen, die uns zu diesem Zeitpunkt durch den Kopf schossen.
In solchen Fällen hilft am besten ein Bierchen, es entspannt und weitet die Blutgefäße. Somit strömt mehr Blut ins Gehirn und der Denkprozeß beginnt von vorne. So präpariert ging ich dann erneut zum Schalter und schilderte unser Problem. Zwischenzeitlich hatten wir zudem recherchiert und wußten bereits, dass man Shinkansentickets bis 5 Minuten vor Fahrantritt (vor Betreten des Shinkansen Gates) einfach und kostenlos am Ticketautomaten umbuchen kann (durch Änderung der Platzreservierung). Tja Freunde, aber diese Ticketautomaten stehen halt nicht am Flughafen, sondern an jeder Japan Rail Station oder genauer in unserem Fall,Tokio Station wo wir nicht vor 17:45 ankommen können. So war die Ausgangslage, als ich erneut am CheckIn Schalter stand. Ich schilderte somit mein Problem und erzeugte auf der Gegenseite hektische Betriebsamkeit. Ich dachte schon, alles klar, die freundliche Dame bucht nun unser Tickets um. Sie sprach auch mit mir, aber irgendwie waren wir nicht kompatibel. Ich verstand was ich hören wollte, dies war aber nicht, was sie zu mir sagte. Ich hörte: „….ich buche ihr Shinkansen Ticket um“. Sie sagte: „…..ich buche Ihren Flug um, dieser Flug wird sich noch stärker verspäten“.
Ich war total überrascht, als plötzlich unser Gepäck rückwärts auf dem Kofferband wieder erschien und wurde etwas panisch. Hat sie nun unseren Flug storniert? Was habe ich nur angestellt? Letztlich konnten wir es dann klären. Die Dame schlug vor, uns umzubuchen und deshalb mussten die Koffertags erneut ausgestellt werden. Wir flogen nun von Ishigaki nach Osaka und mit der gleichen Maschine dann weiter nach Haneda. Auch hier hatten wir Verspätungen und so erreichten wir glücklich aber mit 2 1/2 Stunden Verspätung Haneda. Hätten wir den ursprünglichen Flug genommen, wären aus den anfangs 2 Stunden, 3 1/2 Stunden geworden. Wir kamen somit um 17:28 in Haneda an, unser Gepäck war zum Glück mit uns gereist und so erreichten wir dann glücklich und mit einigen Kampfspuren versehen Tokio Station. Ist jedem klar was es bedeutet, im Feierabendverkehr die Tokioter Nahverkehrsmittel zu benutzen? Dies wäre eine separate Geschichte aus der Konservendose – aber die erspare ich uns nun.
Abgekämpft, aber im Besitz all unseren Gepäcks erreichten wir den Bahnschalter und ich wollte versuchen, trotz besseren Wissens, unsere 1A Green Car Tickets umzubuchen. Ich erntete ein müdes Lächeln vom Schaffner und ich war bestimmt nicht der erste Depp, der dies bei ihm versuchte. Schließlich hatte er den Antworttext bereits auf einem iPad vorbereitet. Dort stand, „der Zug ist bereits gefahren, Sie können dieses Ticket nicht umbuchen.“ Was er aber danach sagte, erfreute mein Herz und machte mir gleichzeitig Angst. Er sagte sinngemäß: „Sie können dieses Ticket jedoch benutzen, um einen Shinkansen mit unreservierten Plätzen im Zugabteil zu benutzen.“ Ich sah mich schon 1 1/2 Stunden stehen. Aber egal, ich fragte ihn, wann der nächst mögliche Zug denn abfahren würde und die Antwort lautete in 10 Minuten. Ich suchte mir diesen Zug in der NAVITIME App schnell heraus, zeigte ihn dem Schaffner, er nickte und da war ich schon bei Plethi und wir eilten Richtung des richtigen Bahnsteigs. Dort angekommen, erwarteten uns Menschenmassen. Zum Glück warteten diese nicht auf unseren Zug und so schafften wir es zeitig in das richtige Abteil und zu meiner Freude hatten wir auch -gegen alle Erwartungen- richtig viel Platz und Stauraum. Unsere Probleme lösten sich schlagartig in Luft auf – einzig ein Bier fehlte zu unserem Glück.

So erreichten wir gegen 20:40 Nagano, eilten zum bekannten Metropolitan Hotel, buchten ein und bereits 20 Minuten später saßen wir im bekannten Steakhaus und belohnten uns für diesen außergewöhnlichen Tag. Ich freue mich schon auf das Kompensationsverfahren mit der ANA!

4.4.
Nach dem gestriegen Tag schliefen wir etwas länger,
frühstückten gemütlich und übernahmen dann an der bekannten Nissan Station unseren Leihwagen für die nächsten 1 1/2 Wochen. Vor einer Woche war es an gleicher stelle noch richtig sonnig und warm und heute empfindlich kalt.

Danach ging es Richtung Berge, unser Ziel Nozawa Onsen.
Auf dem Weg dorthin, suchten wir noch eine Shopping Mall auf und deckten uns mit „Kleinigkeiten“ ein. Außerdem mußte es dann doch noch ein Softeis sein. Mal sehen was die Verdauung dazu sagen wird (Insider, alte Berichte).

So ausgestattet erreichten wir dann so gegen 17:00 Uhr unser Quartier und freuten uns über 1-2 Grad und beginnenden Schneefall. Abends schauten wir im Ort an den uns bekannten Stellen vorbei und suchten die „Food Scheune“ auf. Ein Ort, wo es viele Essenstände gibt und wir uns heute nur ein riesiges Bier gönnten. Es braucht schließlich Mut, wenn wir Morgen die Piste stürmen.

5.3.
Nach einer erholsamen Nacht gibt es heute viel Aktion. Ab 13:00 startet der 3 stündige Privatkurs von Dani und vorher besorgten wir uns noch die Skipässe (33€ pro Tag und Person) und holten das vorher bereits reservierte Skiequipment ab. Hierzu mußten wir zur Talstation und konnten bereits einen kleinen Blick auf das Skigebiet und den Zustand der Pisten werfen. Keine Frage, es ist noch genug Schnee da und letzte Nacht hat es etwas geschneit. Trotzdem ist es auf 600 Meter (Talstation) mit plus 2 Grad zu warm und der Schnee ist hier nicht Powder, sondern sulzig. Aber in den nächsten Tag ist Nachschub angekündigt und weiter oben soll es wesentlich besser sein.
Nachdem wir die administrativen Arbeiten erledigt hatten, schossen wir noch ein paar Fotos und machten uns dann zur nahen Unterkunft auf, um unsere Arbeitskleidung anzulegen.

Ab 13:00 ging es dann los. Da ich Dani gut aufgehoben wußte konnte ich das Skigebiet erkunden und mich etwas einfahren. Wie man den folgenden Bildern entnehmen kann, wurde der Schnee ab ca. 1200 Höhenmetern optimal und weiter oben blieb die weiße Pracht des Vorabends auch vollständig liegen.

Mit etwas mehr als 1650 Metern ist dann hier Schluß aber für uns ist das völlig ausreichend, zumal hier oben sehr schöne Pisten in allen Schwierigkeitsstufen auf einen warten.

Was soll ich sagen, gegen 16:10 war ich froh, meine letzte Abfahrt gemeistert zu haben und ich freute mich schon auf etwas Leckeres zu essen (Scheune) und danach den Besuch von mindestens 3-4 Onsen Bädern. (Warum, weshalb, wieso, Nozawa Onsen so berühmt wegen der Bäder (Onsen) ist, steht in einem früheren Artikel.

Einfach herrlich – gute Nacht

Onsen Einmaleins

Im Ort Nozawa Onsen gibt es 13 kostenlose, kleine, öffentlich zugängliche Onsen. Der Begriff Onsen steht hierbei für das „Badehaus“ im allgemeinen und das Badebecken im Besonderen. Idealerweise werden Onsen aus natürlichem Thermalwasser gespeist. So kommt es, dass fast jeder Onsen eigene Charakteristiken in Bezug auf Temperatur, Geruch, Farbe des Wassers und damit auch chemische Zusammensetzung aufweist. Die Onsen in Nozawa werden von den ansässigen Familien betreut und täglich von den Einheimischen auch zur Körperpflege genutzt. Jeder Onsen ist strikt nach Geschlechtern getrennt. Hierbei wird keine Rücksicht auf „Füchse“, „Schafe“ oder spezielle Pronomen genommen. Es gibt nur ein Kriterium: mit oder ohne …..! Betritt man den Onsen, so gibt es meistens Platz für ca. 4-6 Personen. Wie üblich in Japan, zieht man zuerst seine Schuhe aus und gelangt dann zu den Umkleidefächern. Jetzt heißt es Farbe bekennen, denn nur im Adamskostüm ist die Benutzung erlaubt. Es ist ratsam, zuerst eine der bereit stehenden Plastikschüsseln zu nehmen und sich einen direkten Platz neben dem Becken zu suchen. Dann nimmt man eine „Kelle“ Thermalwasser und gießt diese auf den Boden und setzt sich dort hin. Der Onsen und besonders das Wasser müssen sauber gehalten werden. Somit wäscht man sich nun und begießt sich mit Thermalwasser. Hierbei wird man feststellen, dass das Wasser recht warm, geradezu heiß sein kann. Dieser Waschprozeß hat somit auch einen zweiten Effekt. Die Haut hat die Möglichkeit ihr Wärmeempfinden anzupassen. Hat das Onsenbecken eine Unterteilung, dann sind die „Gewässer“ unterschiedlich warm, es empfiehlt sich, die Beschriftung am Becken zu beachten. Und nun los. Zuerst die Füße und dann ganz langsam den Rest des Körpers ins Wasser gleiten lassen. Hierbei ist es keine Schande, wenn es nur bei den Füßen bleibt. Der nächste Onsen wartet bereits um die Ecke. Wie lange man dann im Wasser verbleibt ist natürlich eine eigene Entscheidung. Ich habe es erlebt, dass jemand ganze 3 Sekunden schaffte, ich persönlich nehme immer 2 Badegänge mit jeweils 2-4 Minuten. Danach sitzt man noch kurz neben dem Becken und danach ist der umgekehrte Ankleideprozeß an der Reihe. An einem Abend schaffen wir 2-6 verschiedene Onsen und es gibt nichts besseres nach einem Skitag um eine samtweiche Haut und entspannte Muskeln zu bekommen.
Wer sich nun die Onsen etwas genauer ansehen will, findet hier die Google Suchbegriffe, immer mit Nozawa Onsen beginnen:

  1. Kumanotearayu Hot Spring
  2. Kamiterayu Hot Spring
  3. Sotoyu Shinyu Hot Spring
  4. Asagama-no-yu Hot Spring
  5. Sotoyu Takinoyu Hot Spring
  6. Oyu Hot Spring
  7. Kawaharayu Hot Spring
  8. Matsuba-no-yu Hot Spring
  9. Yokochi-no-yu Hot Spring
  10. Yuodono Yu Hot Spring
  11. Shinden-no-yu Hot Spring
  12. Akiha-no-yu Hot Spring
  13. Nakao-no-yu Hot Spring

6.03. – 10.3 Skitage
Was soll man schon zu so einem Tag schreiben? Es war wahrscheinlich der schönste und wärmste Tag. Unten im Dorf bis zu 16 Grad, oben auf dem Berg nicht kälter als 0 und dazu Sonne den ganzen Tag. Ab Morgen erwarten wir Schnee und dann wünscht man sich so etwas zurück. Aber heute, hieß es nur genießen und Skifahren. Am 7. und 8. kam dann der erhoffte Schnee. Als es am 7. gegen 15:00 so richtig los ging, haben wir unsere Skier abgegeben und lieber den Ort und die Lokalitäten getestet. Der 8. war unser Umzugs- und Onsentag. Es schneite den ganzen Tag und wir mußten unser Hotel wechseln, da ich nicht für die ganze Zeit eine Unterkunft gefunden hatte. Um dann die Zeit zwischen 10:00 (auschecken) und 15:00 (einchecken) nicht im wilden Schneegestöber verbringen zu müssen, starteten wir den Onsen Marathon. Wir schafften insgesamt 4 Onsen und hier greife ich schon einmal voller stolz vor, am 9. haben wir dann die restlichen Onsen besucht und somit alle 13 Onsen zumindest einmal besucht. Hierbei habe ich alle Becken aufgesucht und nur in einem Fall, die heißeste Version „gezwungenermaßen“ verschmäht. Der geneigte Leser fragt sich nun, „na und was soll das?“ nun nach Abschluß dieser Aktion ist unsere Haut samtweich, wir hatten nicht mit Erkältungen zu kämpfen und vor allen Dingen, hatten wir trotz sportlicher Aktivitäten und untrainierten Körpern, keinen Muskelkater. Es hat sich also gelohnt, ein wenig japanische Badekultur hautnah mitzuerleben.
Der 10. war dann unser absoluter Bombentag: Sonnenschein, Japan Powder und in den Höhenlagen ab 800-1000 Meter Tagestemperaturen unter 0 Grad. Es war fantastisch zu fahren und so drehten Dani und ich, diesmal getrennt, unsere Runden. Einzig die Talabfahrt und der unterste Bereich wurde ab 12:00 von uns gemieden. Dort konnte man sich nur durch Sulz kämpfen, aber wir hatten schließlich Alternativen.
Merket auf liebe Leserschaft, wir haben den 10.3. es ist 8:45, wir stehen an der Talstation, es sind hier auf 650 Meter gerade einmal -2 Grad und es schneit. Uns erwartet ein phantastischer „Japanpow“ Tag. Heute wird jeder zum Skiass! So starten wir in den Tag, ja es schneit, ja da sieht man dann etwas schlechter aber zum Glück haben wir fast keinen Wind und der pulverige Neuschneu verzeiht so manchen Fehler. Es macht einfach Spaß und gegen 12:00 beenden wir dann unser Skiabenteuer mit dem Fazit, es war der krönende Abschluß unserer Skisafari. Werte Mitleser, ich kann ihre Skepsis förmlich spüren. Was redet dieses Skigreenhorn da überhaupt. Der Kerl war in seinem Leben nur 4 mal in Sölden, in Südtirol, auf dem Tuxer Gletscher und in Ischgl. Somit kann man seine Expertise zu diesem Skivergnügen hier in den japanischen Alpen bestimmt anzweifeln. Aus diesem Grund möchte ich an dieser Stelle der geneigten Anzweiflerschaft einen Link ans Herz legen und empfehle diesen Experten.


https://youtu.be/g8eL5_5NbFE?si=3a0ygj9VLeimx1uT

(Oder suchen mit: Marius Quast, YouTube, Japan Powder, mein ehrliches Fazit)

Nach dieser kleinen Werbeeinlage, vielleicht werde ich ja demnächst Ehrenbürger von Nozawa Onsen :-)), beendeten wir bei einer Ramensuppe endgültig diesen Teil unserer Reise und nach einem letzten Onsen Besuch ging es dann zum Packen aufs Zimmer. Morgen startet wir in ein unbekanntes Japan und werden hier gerne darüber berichten.

11.-12.3.
Wir sind nun in der Region Gunma angekommen. Gunma ist so eine Region von Japan, die recht schnell übersehen werden kann. Dabei liegt sie nur rund zwei Stunden von Tokio oder auch 2 Autostunden von Nagano entfernt und bietet alles, was wir an Japan so lieben. Ich denke hierbei an heiße Quellen (Onsen), eine schöne Bergwelt, authentische Städte, gutes Essen und das Gefühl, in einem Stück ursprünglichem Japan unterwegs zu sein. Von Nozawa Onsen führte uns gestern eine sehr kurvenreiche 2 1/2 stündige Autofahrt zuerst nach Takaragawa Onsen. Hier liegt versteckt, zwischen den Bergen, in einem tiefen Tal, ein wunderschöner Flußonsen. Dieser Freiluftonsen liegt direkt neben einem reißenden Flußlauf und bietet verschieden Becken (ca. 38 Grad warm) wo auch ungeübte (in Badekleidung und gemischt) in freier Natur die Winterwelt genießen können und sich dabei keine Unterkühlung zu zuziehen. Für 1500 Yen p.P. war das ein Vergnügen, was ich jedem empfehlen würde, der in die Nähe dieses Ortes kommt. Nach 2 Stunden relaxen fuhren wir dann weiter nach Kusatsu und erreichten diesen Ort nach weiteren kurvenreichen 2 Autostunden. Hier übernachteten wir etwas außerhalb des Ortes im Itoen Hotel Kusatsu. Aber kommen wir zurück, auf den Grund unseres Besuchs. In Kusatsu befindet sich Japans legendäre Quelle. Dem geneigten Leser wird nun aufgehen, dies kann mitunter auch ein sehr touristischer Ort sein. Zu unserer Reisezeit hielt sich das Spektakel aber in sehr überschaubaren Grenzen und wir konnten den Ort und das herrliche Winterwetter in vollen Zügen genießen. Kusatsu liegt auf etwas 1200 Höhenmetern und ist bekannt für sein schwefelhaltiges Thermalwasser, welches aus den Tiefen eines Vulkans sprudelt. Dieses Wasser ist i.d.R recht heiß (70 Grad) und wird somit erst noch herunter gekühlt, bevor es nutzbar ist. Da uns für diesen Ort nur 1 Tag zur Verfügung stand, beschränkten wir uns auf den Ortskern und das sehr schöne Onsenbad in unserem Hotel. Bei bestem Winterwetter und anfangs minus 10 Grad besuchten wir das Yubatake im Ortskern. Hier steigt überall Dampf und Schwefelwasser aus Erdspalten und wird entsprechend kanalisiert. Unser Weg führte uns dann weiter in den nahe liegenden Naturpark wo ebenfalls die „Teufelsbrühe“ überall aus dem Boden quillt und die ganze Umgebung in einen unvergesslichen kleinen „Hades“ verwandelt.
Hinzu kam das fantastische, sonnige Winterwetter, was wir an beiden Tagen genießen konnten. Ein bombiger Tag, den wir dann nachmittags, als es wieder kälter wurde, im Hotelonsen ausklingen ließen. Naja, abends ging es dann noch zum Essen und hier genossen wir Halbpension mit all you can Drink.
Morgen beginnt dann bereits unsere Rückreise über Nagano mit den Shinkansen nach Tokio. Aber hier haben wir dann noch volle 2 Tage und da findet sich bestimmt noch etwas, über das sich zu berichten lohnt.

16.3.
Werte Leserschaft, kann es denn sein, daß 4 Wochen Urlaub schon vorbei sind? Ich befürchte, wir befinden uns tatsächlich in den letzten Zügen. Gerade sitze ich mit Plethi in der ANA Gold Lounge, schaue auf das Flugvorfeld und bewundere einen ANA A380 mit der typischen Hawai „Bemalung“. Schade, dass ich davon kein Foto machen kann, es ist leider ein zu ungünstiger Winkel. Jedoch merket auf, unter Mr. Google und dem Stichwort „ANA 380 Hawai Bilder“, finden sich hervorragen Abbildungen. Es lohnt sich!
Eigentlich wollte ich jedoch noch kurz erzählen, wie es uns in den letzten Tagen ergangen ist. Um es vorweg zu nehmen – hervorragend! Das Tokioter Wetter zeigte sich von seiner sonnigen, stahlblauen Seite, mit Tagestemperaturen oberhalb von 18-20 Grad konnten wir Sonne tanken, uns etwas die Nase verbrennen und oftmals im Sonnenschein eine leckeres Bierchen genießen. Es standen keine neuen Erkundungen auf dem Ausflugsplan. Wir waren nochmals auf dem äußeren Fischmarkt und genossen dort ein fantastisches Menü bei einem Italio-Japanesen. Austern in einer cremigen Sauce auf einem Spagettinest. Herrlich! Natürlich auch ein wenig Sushi und Sake 😉 Ansonsten erkundeten wir die kleinen Gässchen, die sich sehr oft neben den modernen Hochhäusern erhalten haben und immer die ein oder andere Izakaya beherbergen. Natürlich besuchten wir ebenfalls unsere „Haus-Izakaya“ neben dem Almont Inn Hotel und probierten erstmals einen Highball mit Gin.

Ach liebe Leserschaft, wenn ich das so schreibe, kann ich gar nicht begreifen, dass nun alles vorbei sein soll. Aber stellen wir uns der Realität. Am 18. ruft zumindest für die Plethi der Ernst des Lebens. Ob Kür oder Pflicht, wird sich noch erweisen.
Ich schaue gerade auf unser Meilenkonto, da stehen 385.467 Meilen, da geht doch noch was. Lassen wir uns überraschen.

First zu den Gauchos nach Argentinien (19.10.-6.11.2025)

Irgendwann sagte die kleine Tango Queen zu Ihrem Holzbein, ich will nach Buenos Aires! Angeblich sollen da die Besten der Besten Tango tanzen und von denen will ich lernen. Ich schreibe jetzt nicht alles hier auf, was das Holzbein alias Krethi sich bei dieser Aussage gedacht hat. Ansatzweise könnte ich etwas von Musik wie Katzengejaule schreiben, ich könnte auch etwas von Psychiatrie und Selbstmordrate erwähnen, aber letztlich wird all dies die Tango Queen, ich meine natürlich meine Plethi, nicht davon abhalten, Ihr Können zu verfeinern.
Da mir der Wunsch meiner Frau so etwas wie ein Befehl ist und die Anakonda in mir etwas von Steaks und Fleischbergen soufflierte, machte ich mich letztes Jahr daran, nach schönen Flügen zu suchen und ich wurde auch belohnt. Es geht diesmal mit einer 747 der Lufthansa von Frankfurt im Direktflug nach Buenos Aires. Dies ist mit fast 14 Stunden dann auch der längste Direktflug, den der Kranich im Angebot hat. Wie es im Titel schon steht, fliegen wir in der ersten Klasse. Zurück ist mir dieses Kunststück leider nicht ganz gelungen. Es geht dann mit der aus unserer Sicht besseren SWISS, in der Business mit einem kurzen Zwischenstopp in Brasilien über Zürich und dann mit einem Anschlußflug weiter zurück nach Frankfurt.

19.10. Anreise, ICE von Aachen (13:39) nach Frankfurt (ICE 315)
19.10. Übernachten im Sheraton Airport Hotel
20.10. morgendlicher Gyrostest, Büdchen vor 1st. Class Terminal
20.10. 1st.Class Terminal, es ist Entenzeit, ein Wiener wartet
20.10. Flug, LH510, FRA-EZE, 21:40, Ankunft am 21., 6:25

5.11. Rückflug,LX93,EZE-ZRH,14:40-10:35+1,ZRH-FRA 6.11.LX1072

Am 20.10 haben wir einen ganzen Tag Zeit, dass 1st. Class Terminal nochmals ausgiebig zu testen und so nebenbei eine Ente für unsere Sammlung abzustauben.

In Buenos Aires werden Krethi und Plethi anfangs getrennte Wege gehen. Ganz ehrlich, welcher vernünftige Mann hält es mit 12 tangoverückten Frauen in einem kleinen Hotel aus? Während die Damen von morgens bis abends sich ihrem Lieblingsthema hingeben werden, war mein ursprünglicher Plan, ausgiebig (21.-31.10) die verschiedenen Steak-Restaurants dieser Stadt zu testen.
Wenn man so darüber nachdenkt, klingt das nicht gerade spannend. Stimmt, deshalb mache ich dann noch einen kleinen Abstecher nach Patagonien. Ich habe mir da in der letzten Woche noch einen 5 Tages Trip organisiert. Es geht zum Perito Moreno Gletscher und zum Torres del Paine Nationalpark.

23.10., AEP-FTE, 16:45-20:05, Aerolinas Argentinas AR 1854
27.10., FTE-AEP, 8:56-11.56, Jetsmart, JA 3212
Übernachten werde ich vor Ort in einer Jugendherberge im Einzelzimmer, die Tour habe ich bei tourradar gebucht und vor Ort werde ich durch hitravel bedient. Bisher macht die ganze Abwicklung einen soliden Eindruck und die Wetterprognosen sehen gar nicht so schlecht aus. Auf der Südhalbkugel unserer guten alten Erde geht der Winter gerade zu Ende und mit etwas Glück kann ich mit Temperaturen zwischen -2 und +20 Grad rechnen. Der Ort von wo meine Expedition startet, heißt El Calafate und meine beiden Tagestouren werden ca. 8 und 18!!! Stunden dauern.
Ganz so reibungslos verlief die Flugbuchung in diese Einöde leider nicht. Gerne wäre ich mit LATAM, einem Star Alliance Mitglied geflogen. Das hätte beim Thema Gepäck (meine Statusvorteile) mir einigen Ärger erspart. Leider habe ich hierzu aber kein Angebot gefunden. Über die bekannten Suchmaschinen habe ich dann bei kiss&fly das oben beschriebene Angebot gesehen und reibungslos gebucht. Da beide Flüge nur ohne Gepäck angeboten wurden, habe ich optional für 28€ ein Aufgabegepäck (15kg) dazu gebucht. Ganz ehrlich, das kam mir von Anfang an etwas zu günstig vor. Als ich dann vor 3 Tagen die Flugtickets bekam, stellte ich fest, dass nur für den Linienflug mit Aerolinas diese Option vermerkt war. Beim Ultra Billigflieger Jetsmart, durfte ich weiterhin nur 2kg!! Handgepäck mitnehmen. Meine Nachfrage/Reklamation bei kiss&fly war leider wenig erfolgreich. Zuerst versprach man mir, eine Nachbuchung zu versuchen, letztlich bekam ich aber den Rückruf mit der Info, es leider selber bei Jetsmart zu versuchen. Heute weiß ich, warum kiss&fly diese Aussage tätigte. Was jetzt kommt ist ungelogen Bruder ich schwör und beweist mir so ein wenig, warum es in Argentinien wirtschaftlich nicht so recht voran geht, obwohl dieses Land über so viele Rohstoffe und Ressourcen verfügt.
Ich meldete mich also auf der Homepage von Jetsmart an bzw. ich wollte es. In meinem Firefox Browser erschien nur die Rückmeldung „verboten“. Dies wiederholte sich mit jedem Versuch bis ich mein VPN einschaltete und dem System suggerierte, aus Chile (ungelogen) diese Abfrage zu tätigen. Nun klappte es reibungslos. Ich konnte die englisch sprachige Seite aufrufen, wohlgemerkt von Chile aus und es gelang mir, ein Konto zu eröffnen und meinen gebuchten Flug, mittels meines Namens und der Buchungsnummer, aufzurufen. Ich war dann hocherfreut für kleines Geld (unter 50€) folgende Zusatzdienste für meinen Rückflug buchen zu können:

  1. 23KG Gepäck;
  2. das Einchecken am Flughafenschalter und nicht am Automaten;
  3. nicht für den Bordpass zu zahlen wenn ich Ihn ausgedruckt haben will;
  4. Sitzplatz 1A – mit dem besten Platzangebot im Flugzeug;
  5. First Lane beim Check In.

Dann ging es zum Bezahlen! Ich wollte ja, aber egal welche Kreditkarte ich auch benutzte (Platin Mastercard, Gold Mastercard Miles&More und Visa) das Ergebnis war immer gleich.
Die Transaktion wurde mit dem Verweis eines Bankenproblems abgebrochen. War ich nicht mehr liquide? Sind Arbeitslose nun Parias der Gesellschaft oder haben die Linken (sind das nicht mittlerweile Rechte?) erfahren, dass ich Privatier bin? Fragen über Fragen und nach mehr als 4 Stunden und etlichen Versuchen, mit den verschiedensten Kombinationen, gab ich an diesem Tag auf. Vorgestern versuchte ich es dann erneut. Ich loggte mich aus Chile ein, versuchte es aus Argentinien, Deutschland, England und den USA. Entweder kam ich gar nicht rein oder aber die Kreditkartentransaktion wurde abgebrochen. Zwischenzeitlich sprach ich auch mit der Mastercard Hotline und da wurde mir bestätigt, das überhaupt keine Anfragen an den Mastercard Rechner gestellt wurden. A-ha, ein erster Hinweis. Es mußte somit am System der Argentinier liegen. Den entscheidenden Hinweis lieferte mir dann der Chat Bot von Jetsmart. Dort hieß es, wenn es Probleme mit ihrem Browser gibt, versuchen Sie es mit dem Chrome Browser. Hab ich dann auch versucht, leider ohne Erfolg. Daher versuchte ich es dann mit dem Edge Browser in der Kombination VPN Chile und Karte aus Alemannia und siehe da, er nahm meine VISA Karte im ersten Versuch – ganz easy. Ich war so happy, dass ich vergaß in der S-pushTAN App die Transaktion zu bestätigen. Als ich es merkte, erschien in der App der Hinweis „Transaktion abgebrochen“. Oh nein! Interessant war aber, dass in meinem Jetsmart Konto die Transaktion als bezahlt vermerkt war. So habe ich dann letztlich noch mit der Visa Card Hotline telefoniert und dort wurde mir dann bestätigt, dass die Transaktion autorisiert und gebucht wurde. Ich habe dann zur Sicherheit auch noch Jetsmart angeschrieben und auch dort wurde mir die Transaktion bestätigt. Zur Rettung meiner Ehre sei hier noch darauf hingewiesen, dass das Internet voll ist mit Hinweisen auf diese Schrottseite von Jetsmart. Hoffentlich machen die jetzt nich ausgerechnet in der Woche pleite, wo ich mit denen fliege. Hoffen wir das Beste!
Nach dieser langen Einleitung habe ich nun recht viel Bock auf diese Reise und ich hoffe Ihr seid zahlreich dabei. Los geht es!

19.10.

Zur Mittagszeit verließen wir unser lauschiges Haus und legten die ca. 2000 Meter zu unserem regionalen Bahnhof, CO2 freundlich zurück. Die Sonne schien und zumindest mein Rucksack hatte mit ca. 15KG Gesamtgewicht das erträgliche Etwas nicht überschritten. Meine Gattin schnaufte da schon etwas mehr, aber was soll ich sagen, so 3-4 Tangoschuhe und das nötige Equipment schlagen halt zu buche. So kam es, dass Krethi fröhlich am Bahnhof ankam, sein Plethi hingegen schnaufte und dampfte wie eine kleine Dampflock. Das war es dann aber auch mit der heutigen Anstrengung. Ab jetzt ging es mit der Regionalbahn nach Aachen und in einem zu 120% ausgelasteten ICE über Köln nach FFM Flughafen. Dort kamen wir etwa gegen 14:30 an und da der Weg vom Fernbahnhof bis zum Sheraton Airport Hotel nur einen Katzensprung ausmachte, waren wir dann bereits gegen 15:00 auf unserem Delux Doppelzimmer eingebucht. Ich meine, wenn man einen Deal bei booking.com für 118€ ohne Frühstück schießen kann, dann ist das eine sehr angenehme Art auf seinen Flug zu warten.
Gewartet haben wir aber erst einmal gar nicht. Wir wollten endlich einmal die Gyrosbude in der Nähe des 1st. Class Terminal testen. Somit verließen wir unser Zimmer und begaben uns in die Abflughalle des Terminal 1. Dort wo die Lufthansa Ihren Business und First Class Bereich betreibt, wechselten wir das Stockwerk und fuhren mit der Rolltreppe eine Etage tiefer in die Ankunftshalle. Wenn man sich nun rechts hält und die Ankunftshalle verläßt und dann links läuft, kommt man nach ungefähr 400 Metern zuerst an der Gyrosbude an und sieht von dort auch bereits, links liegend das unscheinbare 1st. Class Terminal. Wir hatten aber heute noch keinen Zutritt und unser Begier war auch mehr ein leckeres Gyros und eine Büchse Bier. Genuß kann so einfach sein!

Danach streiften wir noch etwas durch den öffentlichen Teil des Flughafens und gegen 18:00 war Prime Time auf dem Hotelzimmer angesagt.

20.10.

Der heutige Tag ist schnell erzählt. Wir schliefen bis 8:00 und gaaanz gemütlich verließen wir unser Hotel gegen 10:30 Richtung Terminal 1. Dort wollten wir im Business/1st. Class Bereich unser Gepäck los werden und dann ganz befreit die paar Meter zum 1st. Terminal hinüber schlendern. Am Schalter der „Lusthansa“ angekommen, mußte ich leider einen neuen Begriff für mich kreieren. Kennt Ihr schon die „passive Freundlichkeit“? So etwas checkte uns nämlich ein. Nicht direkt unfreundlich war die Dame aber Krethi und Plethi hatten das Gefühl, dass dieser Mensch heute besser zu Hause geblieben wäre und nicht im Dienstleistungssektor den Menschen bereits am frühen Morgen sauer aufstoßen bereitete, wie es zumindest bei mir nun passierte. Ich schwör, ich hatte den kleinen Teufel bereits auf der Zungenspitze und nur mit letzter Kraftanstrengung und der Gewissheit, daß es heute bestimmt ab jetzt besser wird, schaffte ich es, den Mund zu halten. Ich hatte es nicht erwähnt, aber gestern beim Einchecken im Sheraton hatten wir ein ähnliches Erlebnis. Naja, Schwamm drüber. Ab jetzt sollte es besser werden und das wurde es schlagartig beim Betreten der Lounge. Man sieht es schon an meiner Vorfreude.

Wir hatten nun in der Lounge mehr als 9 Stunden Zeit uns wie die Raupe Nimmersatt durch das gesamte Menü durchzutesten und so allerlei festes und flüssiges zu probieren und ich kann behaupten, dass haben wir auch gemacht. Hierbei wurden wir tatkräftig von einem sehr gut aufgelegten Mitarbeiter-Team unterstützt. Wie immer eine 1 für dieses Dienstleistung der Lufthansa und dem Caterer Käfer aus München.

Ob man nun unbedingt mehr 24 Stunden vor einem Flug bereits zum Flughafen anreisen sollte, bleibt natürlich jedem selber überlassen. Ich meine jedoch, ein solch tolles Angebot sollte man sich zumindest einmal gönnen. Ein paar Stunden sind letztlich zu wenig, aber das ist halt nur meine subjektive Meinung.
Nach diesem kleinen philosophischen Erguß bleibt mir nur noch der Hinweis, dass wir gegen 21:00 persönlich abgeholt werden und per Auto – vielleicht endlich der Porsche? – über das Rollfeld direkt zur 747 gebracht werden. Da gibt es dann noch den letzten Schampus des Tages und natürlich ein 4 Gang Abendmenue. Anakonda grüßt Euch – gute Nacht.

21.10.
Rückblickend war es ein toller Flug. Wie prophezeit wurden wir abgeholt, durchliefen die Ausreise in 2 Minuten und dann ging es ab in einem BMW M5 (nagelneu) quer über das Rollfeld. Versteht mich nicht falsch, das war ein würdiger Porsche Ersatz, aber es ist schon etwas lächerlich, mit einem ca. 400-500PS Boliden mit max. 50km/h über das Rollfeld kutschiert zu werden. Ich will nicht kleinlich sein – geil war es trotzdem.

Zu Füßen einer 747-800 mit dem schönen Eigennamen „Nordrhein-Westfalen“ war noch Zeit für ein Bildchen und dann ging es, über einen separaten Zugang, direkt in die Spitze der ehrwürdigen Dame. Der Thron, das sind die beiden mittigen Sitze, erwartete uns bereits und mit 7 Personen, war die 1st. fast ausgebucht. Nur fast, weil Sitz 1 vorne links wegen eines Defektes nicht vergeben werden durfte. Ab nun kümmerten sich 2 Flugbegleiter aufmerksam und mit einer unaufdringlichen Freundlichkeit, die ich mag, die nächsten fast 14 Stunden nur um uns. Wer hier nun Details erwartet, den muß ich enttäuschen. Schaut bitte in unserer vorherigen Flugberichte, es lief genauso ab. Schampus in Mengen, ich ein rosafarbiges Steak, Dani den Fisch und wir beide die Käseplatte bzw. den Nachtisch. Dann noch 2 Becks, 2 Filme und ca. 5 Stunden Schlaf. Nix gegen Business aber mit 2,10m Länge, 90cm Breite, einer Bettunterlage, Decke und 2 Kissen schläft es sich einfach himmlich!
So verpennten wir die Atlantiküberquerung und wachten erst auf, als wir bereits an der Küste von Brasilien vorbei flogen. Da waren es noch 2 1/2 Stunden bis zur Landung. Nach einer kleinen Wäsche, in den im Vergleich zu fast allen anderen Flugzeugmodellen sehr geräumigen Toilettenräumen, war unser Bett bereits abgeräumt und es gab Frühstück. Wir wählten Speck und Ei und ich finde es jedesmal erstaunlich zu sehen, wie die Flugbegleiter es schaffen, dies frisch zuzubereiten.
Nach der Landung wurden wir am Gate empfangen und durch den Einreiseprozeß navigiert. So waren wir nach nicht einmal 30 Minuten eingereist und standen in einem, wie soll ich es nun sagen….., es fehlen mir einfach die Worte. Jetzt weiß ich es, einem sehr „aufgeräumten“ Flughafen.

Wenn man bedenkt, dass Buenos Aires eine zig Millionenstadt ist und dies der Internationale Flughafen dieses Landes sein soll, dann finde ich „aufgeräumt“ eine sehr zurückhaltende Bemerkung. Zum Glück fanden wir eine Wechselstube und ich versorge uns erstmal mit den nötigen Pesos. Auch die SUBE Karte zur Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs konnte ich in einem „24“ Stunden Kiosk erwerben und gegen Cash aufladen. Leider klappte das dann nicht mit der SIM Karte. Weder Claro noch Movistar (führende Unternehmen) waren am Flughafen präsent. Ich könnte auch sagen, auch die beiden anderen kleineren Gesellschaften waren nicht vertreten. So mußten wir dies auf später verschieben und ich neige dazu, hier einen Tip auszusprechen. Es scheint besser zu sein, sich für Argentinien eine e-Sim bereits zuhause zu besorgen. Zumindest ist das mit weniger Stress verbunden, dazu später mehr.
Was ohne Probleme ablief war die Abholung und Fahrt zu unseren getrennten Unterkünften. Dani hatte über ihre Tangoreise auch den Flughafentransport klar gemacht. So wartete Roberto absolut pünktlich bereits auf uns. Auf dem Weg nach Buenos Aires Innenstadt wollten wir uns dann noch mit den nötigen Telefonkarten versorgen. Dies scheiterte kläglich. Es gibt zwar viele „Agenten“ Läden wo Einheimische und theoretisch auch Ausländer eine SIM für 2000 Peseten (3,20€) erwerben können, aber das ist halt mehr Theorie. Neben massiven Sprachproblemen- so ein Wunder die sprechen nur Spanisch – gibt es bei der Registrierung auch ein paar Kniffe, die die meisten Straßenverkäufer nicht kennen oder kennen wollen. Kurzum, unser erster Versuch scheiterte und wir mußten zu allem Überfluß auch noch schnell, schnell ins Auto zurück, da Roberto in der zweiten Reihe parkte. So war ich ziemlich gestreßt und mein Brillenetui war plötzlich weg. Dunkle Wolke zogen sich über meinen Kopf zusammen, es gibt nichts was eine „Jungfrau“ mehr nervt als eigenes Versagen und ein unplanmäßiger Ablauf eines genialen Plans. So saß ich nun brummend im Auto und konnte noch nicht einmal der Plethi neben mir Vorwürfe machen. Zum Glück schmiß mich dann Roberto nach weiteren 10 Minuten aus dem Wagen. Wir oder besser ich, waren angekommen. Für die nächsten 10 Tage habe ich mir ein Apartment in der Avenida Independencia 1375 gemietet. Leider ist dies erst ab 15:00 bezugsfertig und als ich mich nun von Dani verabschiedet hatte, waren es erst 10:00 morgens.
Hier meine Unterkunft: Sol a Sol Excelente ubicacion, Vista Panoramica im Stadtteil Monserrat. (Booking.com)
Wie sollte es nun weitergehen? Wir erinnern uns, ich hatte noch keine SIM Karte und so mußte ich das Roaming meines Handys ausschalten. Zuvor – ganz wichtig- gibt es bei Android (Verbindungen, Datennutzung) die Einstellung Datensparen. Diese ist wahrscheinlich bei den meisten von uns aktiv. Das heißt, sobald ein Handy mit einem Netz verbunden ist (Roaming = zugelassen) saugen alle möglichen Apps automatisch Daten. Das kann dann richtig teuer werden. Um dies zu verhindern, habe ich zuerst „Datensparen“ aktiviert und dann erst Roaming eingeschaltet. So konnte ich dann per WhatsApp App meiner Unterkunft mitteilen, dass ich bereits vor dem Apartmenthaus stehe. Genutzt hat es mir insofern, dass ich mein großes Gepäck abgeben konnte und man mir versprach, die Reinigung bis 14:00 abzuschließen. Was macht man nun in einer solchen Situation? Ganz recht, eine SIM Karte kaufen gehen. So bin ich dann die nächsten 4 Stunden auf Erkundung gegangen und habe nebenbei auch noch den Regierungspalast gefunden.

Nach 4 negativen Anläufen wurde ich letztlich belohnt. Somit kann ich hier 3 Tipps geben. Eine SIM (Daten und/oder Sprache) bekommt man auf der Av. Santa Fe da dort viele Touris unterwegs sind, in großen Kaufhäusern wo diese Gesellschaften Agenturen betreiben oder rund um touristische Hotspots. In meinem Fall nahe des Regierungspalastes. Ich habe nun 20GB, 1 Monat Laufzeit, 5G und eine eigene Nummer unter der ich erreichbar bin und selber telefonieren kann. Über meinem Haupt hängt keine Gewitterwolke mehr! Das war mir dann 25.000 ARP (15€) wert.


TIPP: In Argentinien wird die Passnummer für die Registrierung einer SIM gebraucht. Und die argentinische Passnummer besteht nur aus Nummern – unsere deutsche hat jedoch auch Bustaben. Das war das Problem! Die Lösung für das „Buchstabenproblem“ besteht darin, die Buchstaben jeweils durch eine 9 zu ersetzen. Wenn man das weiss, gibt es kein Problem 😉
Nach dem Sightseeing konnte ich dann um 14:00 ins Apartment und danach erkundete ich noch bis 20:30 die nähere Umgebung. Dabei fand ich auch in der Independencia so um Hausnummer 2800-3000 eine recht große, wie soll ich es nennen, Grillbude. Dort wurde anscheinend nur für Lieferung oder take it away, Fleisch auf einem riesigen Grill zubereitet.

Es war bereits 18:45, der Laden hatte noch geschlossen und ich war leider zu müde um hier abzuwarten. So vertagte ich dies auf später. Was nun folgte ich schnell erzählt, um 21:00 lag ich bereits im Bett. Gute Nacht Buenos Aires – diesmal ohne mich.

22.10.
Ich schlief bis 9:00 Uhr. Schrieb danach ein wenig und werde nun die Stadt gemütlich erkunden. Heute steht nichts außergewöhnliches auf dem Plan. Ein Bierchen hier, die ein oder andere Empanada (gefüllte Teigtaschen) da, vielleicht ein kleines Steak und heute Abend schau ich mir den Holzkohlegrill nochmals an.

23.10.
Heute ist Transfertag. Es geht nach Patagonien. So habe ich lang geschlafen und um 12:30 holte mich mein UBER Taxi (funktioniert mit der App prima in Buenos Aires) pünktlich ab und kutschierte mich zum relativ nahen Stadtflughafen Buenos Aires (AEP). Für die ca. 15 km brauchten wir dann 1 Stunde aber was soll’s, mein Flug AR1854 sollte planmäßig erst gegen 17:10 starten und wegen Verspätung war es dann 17:45 als wir endlich abhoben.
Aber fangen wir der Reihe nach an. Das Uber fahrt war pünktlich, komfortabel und preiswert (15€). Die lange Fahrtzeit erklärt sich dadurch, dass der Fahrer Mautkosten sparen wollte und nicht die Stadtautobahn benutze. Auf der Rückreise ging dies aus diesem Grund viel schneller. Am Stadtflughafen war dann der Bär los und in diesem geordneten Chaos mußte ich mich erstmal orientieren, bis ich endlich wußte, wo der Abflugbereich eigentlich war. Danach hieß es sich in eine kurze Schlange einreihe, die, nachdem ich dort stand, hinter mir förmlich explodierte. Was bin ich froh, so früh da gewesen zu sein. Der eigentliche Check In verlief dann professionell und reibungslos. Meine Befürchtungen, dass mein Handgepäck zu groß sei, erfüllten sich zum Glück nicht. Mein Alukoffer wog zum Glück 11,5kg und mußte deshalb aufgegeben werden. Zum Hintergrund komme ich gleich.

Dann hieß es warten. Als das Boarding los ging, war ich dann einer der Ersten, die das Flugzeug betreten durften. Auf meinem Ticket stand Zone 1 und das obwohl ich ein ganz normales Ticket hatte und ich zudem mit Sitz 24A recht weit hinten saß. Während des weiteren Einsteigens erschloß sich mir dann dieses System. Die Airline läßt jeweils einige Personen von vorne – mitte – und hinten einsteigen. Theoretisch sollte es dann schneller gehen, aber das war nur die Theorie. Da viele ein wesentlich größeres Handgepäck als ich hatten, landete alles nicht unter den Sitzen sondern in den Fächern über den Sitzen. Es war das reinste südamerikanische Chaos und hier greife ich vor, beim Aussteigen war es genauso chaotisch da die Gepäckstücke kreuz und quer im Flugzeug verteilt waren und jeder zu seinem Gepäck wollte. Wo war nur mein Baldrian? Als ich dann endlich raus war, zeigte die Uhr in El Calafate bereits 20:50 und es war erfreulich immer noch hell. Da das Aussteigen so „genial“ funktioniert hatte, war aber wenigstens mein Koffer bereits auf dem Gepäckband und einige Minuten später hatte ich auch schon meinen Fahrer gefunden, der mich und 4 weitere Passagiere in einem schönen Büschen zu unseren Unterkünften in El Calafate Stadt brachte.
Gegen 21:30 war ich dann auf meinem sehr schönen Hostelzimmer und freute mich über den Luxus eines Einzelzimmers mit separatem Bad und Fußbodenheizung.

Dem aufmerksamen Leser sollte nun auffallen, dass mein Bericht für diesen Tag noch nicht enden kann. Da fehlt doch was? Richtig, in direkter Nachbarschaft, gab es noch ein kleines Restaurant und dort wartete bereits ein „Promo“ Burger auf mich.

24.10.
Mein erster Tagesausflug! Nach dem Frühstück wurde ich um 7:15 direkt am Hostel abgeholt. Die nächsten 2 Tage stehen nun unter dem Motto: El Calafate & Torres del Paine. Gletscher in Patagonien.
Gestartet bin ich dann mit dem Tagesausflug zum Perito Moreno Gletscher. Bei -1 Grad und Sonnenschein (7:30) ging es los. Zuerst endlose Steppe links und den Lake Argentino rechts. Nach 2 Stunden Fahrt waren wir dann am Ziel angekommen und es hieß, mit einem Schiff ganz nah an die Gletscherzunge dieses riesigen Gletschers. Wir haben es hier mit einem Monster zu tun. Das Teil ist ab der Wasserkante 60 Meter hoch und mehrere KM breit. Dieser Gletscher ist die Nummer 3 beim Argentinisch-Chilenischen Eisschild. Dieses Eisschild wird nur noch getoppt durch das Grönlandeis und die Antarktis (Südpool). Bis vor einigen Jahren gehörte der „Perito“ zu den Gletscher, die wuchsen. Derzeit hält er nur seine schiere Größe.

Das Wetter schlug um, es fing an zu schneien und so nah am Gletscher fühlt man sich wie vor einer offenen Kühltruhe. Echt frostig. Ich war dann froh, als es nach einer Stunde zurück an Land ging und wir dann vom gegenüber liegenden Ufer den Gletscher von verschiedenen Plattformen aus betrachten konnten. Hierbei sind besonders die Geräusche eines Gletscher faszinierend. Regelmäßig knackt und knallt es. Das Monster schiebt sich mit 1 cm pro Stunde vorwärts und die entstehenden Spannungen im Eis entladen sich dann geräuschvoll. Wenn man dann Glück hat löst sich eine Eisnadel aus der Masse und rauscht spektakulär in den See. Ein Schauspiel was ich nun mehrmals genießen durfte.

Die komplette Gletscherzunge

Irgendwann hieß es dann Abschied nehmen. Mein Fazit, unbedingt nachmachen. Lohnt sich.
Zurück in El Calafate gönnte ich mir dann eine warme Dusche und danach ein leckeres Lammsteak. Wer sagt denn, dass es in Argentinien nur Rind gibt?

25.10.
Nationalpark Torres del Paine, von Argentinien nach Chile und wieder zurück.
In den letzten Tagen mußte ich mir das chilenische Ticket und das Visum selber beantragen bzw. bezahlen und entgegen meiner Befürchtungen haben die Chilenen es drauf. Seite auf englisch und für den Krethi auch noch idiotensicher. Einzig die Preise. Gestern 25€ am Gletscher und heute 35$ für den Park, ich empfinde das schon als recht heftig. Aber das ist halt UNESCO Weltkulturerbe. Wir sollten das auch für unseren Aachener Dom so praktizieren, besonders bei Ausländern, konfessionslosen und Protestanten 🙂 -Achtung Insiderwitz-
Aber zurück zum Thema. Das wird heute ein richtig hartes Brett. Gegen 7:00 werde ich abgeholt und um 22:30 sollte das Ganze ein Ende finden. Ich bin gespannt – los gehts.
Der Bus holte mich tatsächlich bereits um 6:45 ab und es ging mit einem Minibus zur Sammelstelle. Dort warte ein Busungetüm auf mich und die anderen Fahrtgäste.

Vom Busmobil kann man dann schon ein wenig auf einen Teil der Straßen schließen, die uns auf insgesamt 750km erwarten sollten. Eigentlich sind es nur 50km Luftlinie die mich vom Nationalpark trennen. Da aber der größte See Argentiniens (Lake Argentina) und so ein paar kleine Berge dazwischen liegen, ist ein riesiger Umweg und das auch noch über die Landesgrenze nötig, um ans Ziel zu kommen.
Wir brausten also los, wurden vom Reisebegleiter hervorragend unterhalten und überquerten die Landesgrenze nach Chile um dann nach weiteren Stunden, den Nationalpark zu betreten. Dort erwarte uns Sonnenschein, Regen, Schnee und meistens ein starker Wind, den ich so aus Deutschland noch nicht erlebt habe. Belohnt wurden wir mit überwältigender Natur z.B. mehr als 10 Kondorsichtungen, wilden Lamas und straußenähnlichen Vögeln. Ich hoffe, das ein oder andere Bild vermittelt dieses überwältigende Gefühl, dass ich hier draußen hatte.

Gegen 21:45 endete dieses Abenteuer und ich habe keine Sekunde bereut. Ich freue mich schon auf Morgen. Da gehts zum Fritz Roy Massiv. Vorher war aber jetzt das erste richtige Steak an der Reihe. Das hatte ich mir verdient.

Zum Schluß dann noch ein Patagonia. Gute Nacht Deutschland.

26.10.
Zuerst lief alles nach Plan. Mein Wecker ging um 5:50. Pünktlich um 6:30 gönnte ich mir ein Frühstück mit 2 Eier und ab 7:00 stand ich abholbereit in der Lobby meines Hostels. Um 7:40 fragte ich dann an der Rezeption, ob man mich ggf. vergessen hätte und bekam postwendend die Auskunft, dass der Start meines Ausflugs von 7 auf 8:30 verlegt worden ist. Die nette Dame an der Rezeption fragte mich dann noch, ob ich keine Info erhalten hätte. Nein, hatte ich nicht und ich fand das auch wenig lustig. Bei insgesamt 6 Stunden Fahrtzeit reduziert sich dann der Aufenthalt in El Chalten (Ort beim Fritz Roy Massiv) um mindestens 1,5 Stunden oder ich komme später als 22:00 Uhr vom geplanten Ausflug zurück. Beides wollte ich nicht! So hatte ich eine kleine Diskussion und am Ende eine Rückerstattung auf meinem Kreditkartenkonto. Danach hab ich mich vor Enttäuschung erstmal ins Bett gelegt und bis 9:30 geschlafen.
Danach ging es dann halt auf zur Stadtbesichtigung, ein Lamm Tasting (nicht streicheln, sondern essen) und die Erkundung der weitläufigen Uferpromende am Lake Argentino. Hier hatte ich dann noch das Glück eine Gruppe chilenischer Flamingos zu beobachten und bei hervorragender Fernsicht den Fritz Roy aus weiter Ferne bestaunen zu können. Ende gut – alles gut. Nein nicht ganz, die Sonne schien und ich verbrannte mir gehörig die Bolle. Hierzu gibt es naturgemäß keine Fotos. Aber stellt euch einfach eine vollreife Tomate vor.

Nach mehr als 10KM Wanderung kehrte ich dann zum Calafate Hostel (booking.com) zurück. Nun heißt es Bilder sichten, Koffer packen und früh zu Bett gehen. Diesmal leider ohne das obligatorische Schlummer-Bier. Heute ist Wahltag in Argentinien. Da ist der Alkoholverkauf strikt verboten und jeder hält sich dran. Mal sehen ob es Milei hilft. Man kann ja geteilter Meinung über diesen Politiker sein, Fakt ist jedoch, die Hyperinflation ist verschwunden, die Argentinier sind nicht mehr wie der Teufel hinter US$ her und für seine Pesos bekommt man überall eine Gegenleistung. Aber kommen wir zurück auf meine Tagesplanung. Morgen um 6:30 werde ich mit einem Flughafenshuttle abgeholt und wenn alles planmäßig verläuft hebt mein Flug um 8:56 Richtung Buenos Aires (AEP) ab, wo ich dann gegen 11:56 eintreffen sollte. Schauen wir mal.

27.10.
Rückblickend bin ich sehr zufrieden. Ich wurde pünktlich abgeholt, das einchecken am Flughafen war reibungslos, wir flogen pünktlich ab und mein Platzangebot im Flieger war hervorragend. Den Flug habe ich zu 80% verschlafen.
Deshalb an dieser Stelle ein tolles Lob an die örtliche Reiseagentur ( http://www.hitravel.com.ar ) und den absoluten Billigfrieger JetSMART auch wenn ich an diesem fast verzweifelte als ich bezahlen wollte.

In Buenos Aires angekommen lotst die Uber App direkt zum Warteplatz für die Uber-Taxis. Dort angekommen habe ich dann eine Fahrt zum Apartment bestellt und saß 3 Minuten später bereits in einem Auto. Danach habe ich den restlichen Tag zum Bummeln in der Stadt genutzt und mir abends in meinem Gillrestaurant 2 Chorizzo Würste besorgt. Es muß ja nicht immer Steak sein.

28.10.
Chillen und Ortserkundung standen auf dem Plan.
Da Milei gewonnen hat, hat der Peso ordentlich aufgewertet. Das habe ich heute beim Umtauschen erleben müssen. An dieser Stelle ein dringender Tip. Es ist sehr empfehlenswert bei der Ankunft am intl. Flughafen von Buenos Aires direkt Cash umzutauschen. Nicht bei der Wechselstube mittig in der Ankunftshalle sondern in den Seitengängen, sofort hinter der Passkontrolle bei der Autovermietung. Wer in der Stadt tauschen will, macht das am besten in der Nähe vom Obelisken in der Fußgängerzone. Sehr oft kann man in Argentinien auch mit Karte bezahlen (ist dann 10% teurer als effectivo) aber halt nicht immer. Die Geldautomaten sind selten für Ausländer oder schweineteuer bei den Gebühren. Somit 100€ Scheine oder 100 USD Noten mitnehmen und darauf achten, daß diese optisch einwandfrei sind. Dann bekommt man den besten Kurs. Je kleiner die Stückelung desto uninteressanter wird es. Etwas ähnliches gilt für die Telefonkarte. Bei unserer Ankunft gab es keine Möglichkeit diese am Flughafen zu erwerben. Ich weiß nicht ob dies immer so ist. Somit zuschlagen, sobald sich eine Möglichkeit ergibt. In der Stadt selber muß man dann verschiedene Shops abklappern (Claro oder Movitel Emblem suchen) und hoffen, dass jemand englisch spricht und willens ist, an einen „Gringo“ zu verkaufen. Ich brauchte 5 Versuche – wer jedoch das Buchstabenproblem im Pass mit der 9 löst, spart sich viel Stress. Die SUBE Karte, für die Öffis bekommt man hingegen am Kiosk im Flughafen oder allerorts in der Stadt, das war problemlos. Problematisch ist jedoch die Aversion oder war es Unvermögen der meisten Argentinier nur etwas englisch zu verstehen, geschweige denn zu sprechen. Somit ist die Google Übersetzungsapp (alternativ Deepl App) mit vorinstalliertem Sprachpaket überlebenswichtig für jeden, der individuell in dieses Land kommt.
Mein Highlight des heutigen Tages war dann dass Steakessen in einem Tango Restaurant. Zum Glück gab es hier keine Milch, die wäre sauer geworden – kleiner Scherz!

29.10.
An der Straße Santa Fe liegt der Botanische Garten von Buenos Aires. Eine Oase der Ruhe im Trubel dieser Stadt.

Wobei, wer nun an afrikanische Verhältnisse denkt, der liegt total falsch. Der Straßenverkehr läuft sehr gesittet ab. Verkehrszeichen werden beachtet und die Hupe des Autos wird nur als letztes Mittel der Wahl eingesetzt. Ich meine, an der Kreuzung Bushof Aachen ist geräuschmäßig mehr los. Trotzdem ist es laut. Das spanische Temperament ist allerorts zu hören, zudem wird täglich irgendwo demonstriert. Wofür oder wogegen erschloss sich mir nicht, aus Sicherheitsgründen habe ich auch immer einen gebührenden Abstand eingehalten. Was zudem auffiel, war ein massives Polizeiaufgebot und die Jungs und Mädels waren immer stark gepanzert und mit Schlagstöcken oder PumpGuns ausgerüstet. Ich denke, die werden hier auch benutzt. Vielleicht war es deshalb immer friedlich. Mal eine Überlegung für Deutschland!

Nachdem ich heute so 10KM bereits zu Fuß unterwegs war, mußte es heute ein T-Bone Steak sein. Hierzu fand ich an der Av. Santa Fe 1876 ein lauschiges Plätzchen und was soll ich sagen, 1,6KG warteten auf mich. Danach schleppte Anakonda sich nach Hause.

Zum Glück gibt es Rennie und nun noch ein Blick in mein Apartment.

30.10.
Heute habe ich mit 2 Espresso den Tag auf einer Parkbank verbracht und das frühlingshafte Wetter genutzt.

31.10. – 4.11.
Krethi & Plethi sind wieder vereint! Nachdem meine Plethi nun exzessiv ihr Tango Fieber bekämpft hat, hatten wir nun 5 Tage Zeit, gemeinsam Buenos Aires noch etwas zu erkunden oder sollte ich besser sagen, es kulinarisch zu genießen. So haben wir in den letzten Tagen hauptsächlich zu Fuß zwischen Rio Plata Hafenallee – Obelisca – Av. Santa Fe und Av. Indentepencia die Gegend erkundet und es uns richtig gut gehen lassen. Hierbei lag unser Fokus immer auf Lokalitäten, die von Einheimischen frequentiert werden. Eine englische Speisekarte war immer ein Ausschlußkriterium und ich muß rückblickend sagen, dass war keine schlechte Entscheidung. Am zweiten Abend hat mich Dani dann noch in das Theater Colon geschleppt. Sie hatte Stehplatzkarten für (Mendelson, Satz 1+3) ergattert und so schleppten wir uns dann zur gegebenen Zeit mehr als 6 Stockwerke hoch, um in luftiger Höhe eine sehr gelungene musikalische Vorstellung zu genießen. Versteht mich bitte hier keiner falsch. Ich bin auf gar keinen Fall ein Kunstbanause und klassische Musik von einem Großorchester vorgetragen, ist etwas, dass ich gerne höre. Aber ich wurde in diese Vorstellung mit ganz arglistigen Argumenten gelockt. Dani meinte, „ich will nur die Architektur genießen und nach 5!!! Minuten können wir gehen.“ Ich dachte als wir ganz oben ankamen und ich schon fast in ein Sauerstoffzelt mußte, „mehr als 10 Minuten halte ich das hier auf den Holzbänken auch nicht aus“. Nun es wurde ein Kompromiss. Nach 45 Minuten, das war am Ende des ersten Satzes, war dann Schluß und ich mußte an die frische Luft. Meine Plethi hat da zwar etwas gemault aber ein leckeres Bierchen besänftigt meine Frau recht schnell. Den Rest der Tage haben wir dann wirklich mit viel Beinarbeit verbracht und jeden Tag so zwischen 10-15KM zurückgelegt. Klar hat man dann Hunger und Durst!

6.11.
Heute geht es Richtung Heimat. Es war ein toller Urlaub. Dani war begeistert vom Tango und mir hat die überwältigende Natur Patagoniens ausgesprochen gut gefallen. Buenos Aires ist eine schöne und übersichtliche Großstadt und ja, die Argentinier können Fleisch zubereiten. Ein Steak schmeckt hier anders und auf jeden Fall besser. Ich muß deshalb nicht in die Glaskugel schauen, um jetzt schon zu wissen, wir kommen bestimmt nochmal zurück.
Aber jetzt sind erstmal die Rucksäcke zu packen, ein letztes Frühstück wartet im Libertador Hotel (booking.com) auf uns und gegen 10:30 werden wir mit cabify oder Uber ein Taxi zum Flughafen bestellen. Wenn dann alles planmäßig verläuft, startet unser SWISS Flug um 14:40 mit einer kurzen Zwischenlandung in Sao Paulo (Brasilien) bevor es dann über Zürich nach Frankfurt geht (Flugdaten, siehe Anfang). Insgesamt dauert der Rückflug dann mehr als 18 Stunden. Recht viel Zeit, die Business Klasse der SWISS zu genießen.
In diesem Sinne endet dieser Reisebericht mit einem letzten kulinarischen Bild aus unserem kleinen Restaurant (Kreuzung Av. Independencia (ca. Hausnummer 1484) / Pres. Luis Saenz Pena) und darunter dem Ausblick auf unsere nächste Reise.

Vielen Dank fürs Mitreisen und hoffentlich auf ein „Wiedersehen“ im Februar 2026. Es geht nach Japan und diesmal auch in den tropischen Süden, mit Zwischenstopp in Okinawa und dann weiter auf die Insel Ishigaki.

25.11. Nachbetrachtung
Ich wollte noch kurz etwas zur Lounge am Flughafen in Buenos Aires (EZE), zum Flug, der SWISS Lounge in Zürich und unserer abschließenden Heimreise per DB schreiben.
Unsere Anreise zum Flughafen klappte perfekt. Das Uber Taxi war pünktlich und da wir diesmal nicht über Schleichwege (um Kosten zu sparen und den Gewinn zu maximieren) zum Flughafen fuhren, sondern über die mautpflichtige Schnellstraße, waren wir innerhalb von 30 Minuten für insgesamt unter 24.000ARS (15€) am Ziel. Nur zur Erinnerung, bei unserer Anreise haben Sie Dani mit 35US$ abgezockt. Ich meine, dass ist doch ein starkes Argument, Dienste wie UBER oder cabify zu nutzen. Am Flughafen konnten wir dann, dank unseres Senator Status, am First Class Schalter der SWISS einchecken und waren dort die einzigen Gäste. Danach ging es fix durch die Sicherheits- und Passkontrolle. Nun war Warten angesagt und diese Zeit haben wir hervorragend in der echt guten Star Alliance Vertragslounge verbracht. Kein Vergleich zu dem Star Alliance Witz in Amsterdam. Hier gab es eine Auswahl an Getränken, leckeres Essen und vor allen Dingen recht viel Platz in einer gemütlichen und aufgeräumten Atmosphäre.

So verging die Zeit recht schnell und wir durften an Bord der Boing 777. Hier machten wir es uns in der Business für den kurzen Flug (2 Std) nach Sao Paulo bequem. Die SWISS betrachtet dieses Teilstück unserer Reise als „europäischen“ Business Flug. Somit war die Getränke- und Speisenauswahl sehr eingeschränkt. Zudem gab es keine Kissen, Decken oder ein Amenity Kit, aber Schampus und einen kleinen Salat. In Sao Paulo gelandet, mußten wir dann für ca. 2 Stunden die Kabine verlassen, durch die Sicherheitskontrollen, dann in die dortige Star Alliance Lounge (gut, aber leider wenig Zeit) und dann zurück an Bord unserer Triple Seven.

Jetzt gab es auch das volle Business Programm und nach einem leckeren Essen und zwei Spielfilmen mußte ich mir diesmal mein Bettchen (Matratze, Decke, Kissen) selber machen. Dafür belohnte ich mich dann mit dem besten Schlaf, den ich jemals an Bord eines Flugzeugs hatte. Das lag natürlich an der Sitzausstattung in der SWISS 777 und ich muß sagen, der Unterschied zwischen First und Business war nicht so gravierend, wie wir es bisher bei der Lufthansa wahrgenommen haben. Tipp: Die Business Klasse ist bei Großflugzeugen meistens in zwei Abschnitten unterteilt. Sehr oft findet man das sogenannte „Stübli“, ein abgetrennter Bereich, der sich direkt hinter der First und vor der Küche und den Sanitäranlagen befindet. Hier gibt es meistens nur 2-3 Sitzreihen und das bedeutet i.d.R. mehr Ruhe in der Nacht. Was war aber nun der Grund meines 6 stündigen, unterbrechungsfreien Schlafes? Wie schon bei meinem Rückflug aus Patagonien, nutze ich diesmal eine Schlafmaske inkl. Ohrstöpsel und ich denke, ich habe damit meine Methode gefunden, endlich störungsfrei im Flugzeug schlummern zu können.
In Zürich angekommen, nutzen wir die dortige Senatorlounge um zu duschen und uns frisch zu machen. Danach wechselten wir in die SWISS Alpine Lounge und genossen dort die Ruhe bis zu unserem Anschlußflug nach Frankfurt. Klar gab des dann an Bord noch einen abschließenden Schampus und die obligatorische Schoki! Wir mußten uns doch auf das kommende Chaos vorbereiten.

Thema Heimreise mit der DB. Was soll ich sagen, wir hatten bereits vor Monaten unsere ICE Tickets Frankfurt – Köln – Aachen gebucht und natürlich auch Plätze reserviert. Leider oder soll ich sagen, es war zu erwarten, fielen beide ICEs aus und wir durften in einem anfangs überfüllten ICE und später in einer Bimmelbahn den Rückweg genießen. Von Aachen aus nahmen wir dann die „Dreiländer Bahn“ (Achtung Deutschlandticket am Bahnsteig registrieren) und von Herzogenrath aus den Bus. Danach waren wir wieder geerdet und in der deutschen Realität angekommen.

Korea – K-Pop und was noch? (2.-17.8.2025)

Noch vor einigen Jahren war die Republik Korea ein wahrer Geheimtipp. Die Touristenströme aus Europa hatten die koreanische Halbinsel noch nicht entdeckt. Vielleicht lag es ja am „bösen“ Brüder im Norden? Jedenfalls musste aus Sicht der koreanischen Tourismusbehörde etwas geschehen. Eigentlich war das aber gar nicht nötig. Es gab da bereits eine Nation, die sehr gerne dort Urlaub machte. Warum schreibe ich das? Nun ich finde es sehr erstaunlich, gewisse Parallelen zwischen uns und denen dort in Asien zu erkennen. Nach dem zweiten Weltkrieg (2WK) hasste uns so manche Nation, zu schlimm waren unsere Taten in diesen Ländern. Gleichwohl entstand schon früh ein reger Reiseverkehr in und aus diesen Ländern. Etwas ähnliches können wir auch in Asien beobachten. Hier, wo der 2WK bereits 1931 begann und ganze 15 Jahre dauerte, haben die Japaner eine große Schuld auf sich geladen. Ich will hier nichts relativieren, beschönigen oder vergleichen. Lassen wir allein die Zahlen sprechen und der geneigte Leser wird erkennen und begreifen, wieviel Leid und Hass nach dem Krieg bestand. In China töteten die Japaner mindestens 1,2 Millionen Soldaten und nochmals mehr als 10 Millionen Zivilisten. Korea war ein weiteres Zentrum dieser Gräueltaten. Unter dem Begriff Zwangsprostitution, die Japaner nannten Sie Trostfrauen, wurden wahrscheinlich 200.000 Koreanerinnen der sexuellen Sklaverei zugeführt.
Es ist daher nicht erstaunlich, dass bis heute Spannungen zwischen diesen beiden Ländern und Japan bestehen. Das liegt hauptsächlich daran, dass anders als wir in Deutschland, sich Japan nicht mit seiner verbrecherischen Vergangenheit auseinandersetzt. In Japan sieht man sich als das „letzte Opfer“ im 2WK. Umso erstaunlicher finde ich es, dass für Koreaner das liebste Reiseland Japan ist und auch die Chinesen gerne und in hoher Zahl in Japan Urlaub machen. Andersherum ist auch Korea das erste Ziel für Japaner. Alleine 2024 waren es ca. 8,8 Mio japanische Touristen, die Korea besuchten.
Kommen wir aber zum Anfang zurück. Wie gelang es Korea, dass nun auch Europäer in großer Zahl dieses Land besuchen? Die Zauberworte heißen K-Pop, Kimchi und K-Beauty und die Werbemasche funktioniert. Wir wollen darüber in den nächsten 13 Tagen berichten.

Wie immer ist unsere Anreise etwas komplizierter. Wer gut fliegen will, muß nach Angeboten Ausschau halten.
Am 1.September geht es los. Zuerst mit dem Bus 🚌 nach Aachen und dann mit der Regionalbahn (Deutschlandticket) von dort zum Flughafen Düsseldorf DUS.
Hier testen wir zuerst die Senator Lounge der Lufthansa und nehmen dann die Dienste ihrer Tochtergesellschaft an. Mit Eurowings EW9214 geht es um 15:15 von DUS nach ARN Stockholm, wo wir dann gegen 17:10 ankommen sollten. Im Comfort Hotel Arlanda Airport (booking.com) übernachten wir gleich im Terminal und dann geht es am 2.9. richtig los. Die weiteren Flüge bestreiten wir mit der Swiss. Von ARN um 6:05 in 2 1/2 Std. Business bis Zürich ZRH (LX1255). Dann entern wir die fantastische 1st. class Lounge der Swiss und lassen es uns gut ergehen. Um 13:15 sollte es planmäßig mit einer A340-300 unter Flug LX122 nach Seoul ICN gehen. Für diesen Flug in der 1st. Class habe ich mir bereits einen Bürger als Menü bestellt. Ich bin mir sicher, da gibt es noch mehr :-). Wenn wir dann in Seoul ankommen, geht es nach der Einreise direkt weiter nach Busan. Wie, ich weiß es zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Aber das wird sich schon finden und Teil unseres nächsten Berichts sein. Wir melden uns dann von Busan aus mit einem Rückblick und den ersten Bildern aus Korea. Wir freuen uns, ihr auch?

1.9.25
Rückblickend war das ein ganz normaler Anreisetag. Gegen 7:45 schulterten wir unsere Rucksäcke und verließen unser Heim. In 20 Minuten erreichten wir ganz gemütlich den kleinen Bahnhof in unserem Heimort und von dort ging es mit der Bimmelbahn nach Aachen.

Weiter dann mit dem RegionalExpress zum DUS. Die 1 1/2 Stunden fahrt verbrachte ich dann mit regelmäßigen Schlafeinlagen. Das Prozedere am Flughafen ging dann auch recht fix. Dank Status mußten wir bei Eurowings nicht anstehen und bereits nach kurzer Zeit waren wir eingecheckt. Die Sicherheitskontrolle war dank First Lane schnell erledigt und der Passautomat ließ mich dann auch ausreisen. Da dies alles so schnell und reibungslos ablief haben wir nicht danach geschaut, wo die Senator Lounge in DUS zu finden ist. Als alte Hasen hätten wir doch wissen müssen, daß diese bei A50 liegt! Nun ja, wir waren bei B, suchten verzweifelt nach einem Wegweiser, irrten im Gate herum, entschlossen uns dann auch noch nach C zu wechseln und nach ca. 20 Minuten fanden wir doch, es sei eine gute Idee, in die App von Miles and More zu schauen. Der Rest ist schnell erzählt. Nach weiteren 10 Minuten waren wir am Ziel und genossen unsere erste und einzige Mahlzeit am heutigen Tag.

Der Economy Flug mit Eurowings verlief, wie so ein Flug nun mal ist. Es gab nichts zu trinken und zu essen und das Bordprogramm war auch irgendwo anders, aber leider nicht bei uns. Dafür war die Flugbegleitung charmant und die gebuchten Sitze am Notausgang überaus bequem. So gesehen, war auch diese Reise damit recht kurzweilig, zumal ich ja meinen Plethi bei mir hatte.

Von ARN (Arlanda Stockholm) haben wir recht wenig gesehen. Nach der Landung ging es zur Gepäckausgabe und dann Richtung Gate 6, der Ausschilderung zum Clariton Hotel folgend. Unser Ziel war das Comfort Hotel Arlanda Airport (booking.com) und dem eifrigen Leser bestimmt nicht unbekannt. Das Hotel liegt nur 5-10 Minuten vom Gate der Lufthansa/Swiss entfernt, offeriert Frühstück ab 4 Uhr morgens und ist preislich akzeptabel. Halt unser Favorit für ARN. Nach dem Check in im Hotel hieß es dann kurz unter die Dusche und ab ins Bett. Gegen 3 am Folgetag sollte bereits der Wecker klingeln. Als kleine Einschlafhilfe hatte Dani uns noch 2 Fläschen Rotwein aus der Heimat mitgebracht.

2.9.
Jetzt fällt mir wieder ein, was ich nicht so an skandinavischen Hotelzimmern mag. Sie sind meistens recht warm und am Flughafen empfiehlt es sich nicht, die Fenster zu öffnen, so wegen der Lautstärke und so, ihr versteht? Krethi, also ich, war mal wieder schweißnaß, als der Wecker uns gegen 3 rief. Gut geschlafen, aber gefühlte 3 Liter Wasser ins Bett abgegeben. Nach dem Duschen hatten wir noch Zeit für ein kleines Frühstück und um 4:30 standen wir pünktlich am Check In Schalter der SWISS. Neben uns bereits lange Schlangen für die Economy, ein paar Business Typen nebenan und in der First nur der Krethi mit seinem Plethi. „Herrlich“ wie ein Freund immer zu sagen pflegt.

Wie in DUS so auch in ARN sind unsere Rucksäcke immer Sondergepäck. Nachdem wir unsere Tickets erhalten hatten, mußten wir noch zum Sondergepäckschalter und den Rest los werden. Die Lounge in ARN haben wir uns dann gespart, der nordische Einheitsbrei muß nicht sein. Es reicht mir schon, die strafenden Blicke der „Nordmenschen“ zu sehen, wenn diese dann ins Flugzeug kommen und an uns in den ersten Reihen vorbei müssen. Diese Anklage, „warum habt ihr 3 Sitze für 2 Personen“ sehe ich in so manchem Gesicht. Dabei ist die Antwort doch so einfach, wer nur 75€ für das Ticket bezahlt, muß halt hinten sitzen. Wir saßen vorne und gönnten uns zusammen nur ein Frühstück nebst Tee. Für den Rest, war es gegen 6:30 noch zu früh. Was schreib ich da? Ist doch gelogen, es war nicht zu früh, wir wußten, in spätestens 3 Stunden sitzen wir in der uns bekannten, besten Lounge wo „ever gibt“.

In Zürich auf einer Außenposition angekommen, wartete bereits ein kleiner Bus direkt am Flugzeug auf uns. Ab ging es dann zum Terminal und nach einem kleinen Blick auf die – Achtung Empfehlung – Alpine Lounge der Swiss für Business und Gold Status Kunden, weiter zum rechts daneben liegenden Aufzug mit verstecktem Einlaß zur kleineren 1st. Class Lounge der SWISS im A Bereich des Terminals.

Diese Lounge ist uns von früheren Reisen wohl bekannt und wir wollten nur kurz „hallo“ zu uns selber sagen und danach ein kleines Schlückchen, nach so einem trockenen Anflug, zu uns nehmen.

Zwischen den beiden 1st. Class Lounge betreibt die Swiss einen exklusiven Shuttle Service. Diesen nahmen wir natürlich in Anspruch und bereits 45 Minuten später, waren wir erstmals in der großen SWISS First Lounge im E Bereich des Flughafens Zürich.
Rückblickend kann ich sagen, wir waren und sind beeindruckt. Schweizerische Freundlichkeit, eine fantastische Außenterrasse mit Blick auf das Flugfeld und dazu erlesene Speisen a la Card, besser geht es nicht.

Wir hatten dann noch einen Wunsch an das Personal. Wo ist denn die Whisky Lounge der Swiss? So was gibt es hier? Klar doch, nicht weit entfernt liegt die Senator Lounge und dort angeschlossen, gibt es den besagten Whisky Club. Danke für den Tip lieber Jürgen. Über den Personalzugang brachte man uns hin und dann hatten wir ein nettes Stündchen Whisky Tasting vor uns.

Zurück kommt man über die Außenterrasse (nach links wenden) durch zwei nur angelehnte Türen mit dem Hinweis kein Durchgang, (für First Class Passagiere erlaubt) direkt zurück auf die Außenterrasse der First Class Lounge. Hier gönnten wir uns dann noch ein kleinen Happen

Viel zu schnell waren dann mehr als 4 Stunden vorbei und wir machten uns auf, zu unserem Abfluggate. Ich weiß es langweilt bald und so schreibe ich nicht, wie lang die Schlange dort war und wie schnell wir an Bord waren. Die First war mit 8 Personen ausgebucht. Wir hatten einen Fensterplatz und einen Mittelplatz. Den Fensterplatz tauschte ich dann und so saßen wir gemeinsam in der Mitte. Was soll ich sagen, eine gut aufgelegtes Team aus 3 Flugbegleitern kümmerte sich nun um uns, es gab leckeren Champus und fantastische Fleischgerichte, die Swiss zelebrierte Ihre sogenannte Steakhouse weeks. Neben den normalen Gerichten gab es „Beef Rib-Eye Steak, Luma Kalbskotelett und Bison Entrecote). Zurückblickend einer der besten Flüge überhaupt.

3.9.
Es geht doch nichts über wirklich flaches Liegen im Flugzeug, mit Matratze, Decke und Kissen. Sicher es ist nicht so gut wie im eigenen Bett, aber tausend mal besser als mehr als 10 Stunden in einem Sitz zu verbringen. Ich weiß gar nicht, ob ich überhaupt schlief, ich hatte nur kurz die Augen geschlossen und schon waren wir im Anflug auf Seoul. Muß wohl doch geschlafen haben. Der Rest ist nun schnell erzählt. Über einen separaten Ausgang verließen wir als erste den Flieger. Es erwartete uns bereits eine persönliche Begleitung, die uns durch den Flughafen begleitete. Zuerst zur Einreise. Hier waren wir die ersten und 400 Personen folgten. Ein echter Vorteil und so waren wir fix durch. Was ebenfalls half, ich hatte bereits 3 Tage vor unserer Ankunft die elektronische Einreise (e-Arrival Card) online ausgefüllt und so lagen unsere Daten bereits vor. Wie gesagt, nach gefühlten 2 Minuten war alles erledigt. Dann ab zum Gepäckband, unser persönlicher Begleiter warte bereits und als unsere Rucksäcke dann als erste erschienen, war alles paletti und wir verließen den Flughafen über den grünen Bereich des Zollausgangs. Wir hatten schließlich nichts zu deklarieren. Tipp, in so einem Fall muß auch keine Zollerklärung ausgefüllt werden, auch wenn sie im Flieger ausgehändigt wird. Ist nicht nötig, glaubt mir. Plethi glaubte mir übrigens erst nachher.
Was macht man nun wenn man in den öffentlichen Teil des Flughafens kommt und keinen Transferservice (unnötig) bestellt hat. Nun zuerst holt man die vorab bestellten e-Simkarten (es sind nur QR-code) ab. Ich empfehle die Marke LG U+. Läßt sich prima von Deutschland aus buchen. Unsere Servicestand befindet sich in der Arrival Hall, Level 1, nahe des Gate F(12) oder A (1). Das sieht dann so aus.

Hier gibt es die eSim

Nach 5 Minuten war alles erledigt, bitte darauf achten, dass das eigene Handy überhaupt e-Sim fähig ist. Das sollte man zuhause vorher prüfen oder es bereits wissen. Als Zugabe gab es dann noch zwei „Geldkarte“ dazu, diese kann man mit Cash oder Kreditkarte beladen (z.B. an Bahnstationen) und damit in Geschäften oder in Bus & Bahn bezahlen. Praktisch

In der Ankunftshalle gibt es auch regelmäßig Orte wo ihr Wechelstuben findet. Daneben stehen auch Geldautomaten (ATM). Wer vor Ort bar tauscht, was immer besser ist, als sich die WON (KRW) bereits in Deutschland zu besorgen, verliehrt ca. 25€ bei 400€ Umtauschbetrag, zwischen Cash und ATM. Die ATM vor Ort akzeptieren Kreditkarten und viele Bankkarten (alt EC-Karten). Einfach mal probieren. Karte rein, Englisch auswählen und dann den Punkt „withdraw cash“ suchen. Vorher sollte dann natürlich wissen, wieviel man maximal abheben darf. Meistens sind das so um die 400-600 Euro. Der kluge Reisende hat auf seinem Handy eine App zur Währungsumrechnung (z.B. Währungsrechner oder Currency), dann kennt man auch den Eingabebetrag. Zum Schluß teilt der Automat einem noch mit, dass zusätzliche Gebühren anfallen und man auch eine Abrechnung in Euro auswählen kann. Bei den Gebühren sind 0-5€ OK, in Deutschland fallen bei der Bank zusätzlich auch so 5€ an, somit kostet der ganze Spass im Schnitt 10€. Deshalb immer recht viel abheben. Wer nur wenig tauscht, ist mit Cash-Umtausch besser bedient. Soweit so gut. Ach ja, niemals einer Euroabrechnung mit festem Kurs zustimmen, ist immer extrem teuer – glaub mir Bruder!

Direkt gegenüber der Verkaufsstände geht es dann per Treppe oder Rolltreppe eine Etage tiefer Richtung Bahnhof. Von dort gibt es zwei Verbindungen Richtung Seoul Station (Hauptbahnhof). Zuerst haben wir mit unserem soeben erhaltenen WON unsere Geldkarten, wir benutzen die Tmoney Karten, gefüttert. 20 bis 30 Tausend WON sollten erst mal reichen.
Dann mußten wir uns entscheiden. Die Zugfahrt dauert zwischen 40-75 Minuten und ist abhängig davon, ob man einen normalen AREX Train oder den AREX Express wählt. Der eine fährt durch, der andere hält an jeder Milchkanne. Entscheidend war für uns, dass der Express gerade weg war und der normale gleich los fuhr. Wir hatten somit keinen Geschwindigkeitsvorteil. So wurde es der normale AREX und wir reisten entspannt in einem anfangs leeren und sich langsam füllenden, klimatisierten Zug Richtung Hauptbahnhof. Erste Etappe reibungslos und ohne Vorbereitung erledigt!
Während der Zugfahrt nutze ich dann meine KTX Train Korea App. Es ist sehr empfehlenswert, den Schnellzug, so man ihn den braucht, vorab zu buchen. Die Teile sind recht ausgebucht. So gelang es mir dann, noch 2 Plätze zu ergattern.
Wir kamen in Seoul Station an, warteten 1 Stunde und dann ging es ab Richtung Busan. Vom Norden in den Süden des Landes. Einmal quer durch.

Busan Station

In Busan angekommen mußten wir dann noch den Bus, Linie 26 nehmen. Dank Google hatten wir die Routenplanung bereits zuhause ausgekundschaftet. Hier noch ein Tip und die Ausräumung eines Märchens. Angeblich soll Google Maps in Korea nicht funktionieren. Das stimmt nur zum Teil. Google Maps funktioniert aber es gibt keine aktive Navigation Funktion. Hierzu brauch man NAVER Map, eine koreanische App und mit etwas Übung, klappt das in Kombination auch recht gut. So fanden wir unseren Bus ohne Probleme, nutzten die Geldkarte beim Ein- und Aussteigen und erreichten unser Hotel gegen 16:00. Ein langer Tag neigte sich erfolgreich dem Ende zu.

Was bleibt war natürlich ein erstes koreanische Essen. So machten wir uns ab 17:00 auf, die Umgebung zu erkunden, den Jetlag zu besiegen und etwas essbares zu finden. Unser Hotel liegt direkt am Hafen und so gibt es hier etliche Fischrestaurants – wohl mehr Fischbuden – aber das ist genau das Richtige für uns. Heute sollte es aber Schweinebauch mit Kimchi sein. Herrlich!

4.9.
Wie vermeidet man einen Jetlag? Es soll Reisende geben, die haben per se wenig Probleme mit großen Zeitunterschieden. Der Krethi und sein Plethi gehören offensichtlich zu dieser Gruppe. Aber mit zunehmendem Alter, was soll ich sagen, spürt man doch die eine oder andere Belastung. Unsere Strategie ist es, am Anreisetag möglichst bis abends aktiv zu bleiben und dann, gemessen an der örtlichen Zeit, so gegen 22:00 Uhr zu Bett zu gehen. So waren wir heute recht fit, als um 7:00 der Wecker ging. Leider sind wir dann, nach dem Frühstück, den Tag etwas langsamer angegangen. Was soll ich sagen, es ist hier Sommer oder so etwas ähnliches. Die Temperaturen fallen in den Nächten nicht unter 24 Grad und tagsüber erreichen wir Werte von 30. Hört sich wenig an, bedeutet aber in der Praxis, dass aufgrund der hohen Luftfeuchte sich alles um 10 Grad!! höher anfühlt. Recht schnuckelig warm hier in Busan! Aber wo war ich? Richtig, langsamer Start in den Tag – gaaaanz wichtig. Also nach dem Frühstück habe ich erst einmal die letzten Reisetage schriftlich zusammengefaßt und dann waren es plötzlich schon 11:00 Uhr. Da hieß es dann spätestens, ab nach draußen. Wenn man nun sein klimatisiertes Zimmer verläßt – wie konnte ich früher nur ohne Klima Asien oder Afrika überstehen? – bekommt mein bereits im Hotelflur (2* Touristenhotel) einen leichten Wäremeschock versetzt. Wenn man dann ins Freie tritt, versetzt es einem einen regelrechten Schlag. Ungläubig fällt der Blick auf die Wetterapp mit der Temperaturanzeige. Das sollen nur 30 Grad sein? Das Rätsel klärt sich, wenn man dann etwas tiefer sieht. Da wo gefühlt 40 Grad stehen. Zu diesem Zeitpunkt hat mein Handy auch bereits zweimal die staatliche Warnung vor der Wetterlage ausgegeben. Es soll warm sein und noch wärmer werden. Prost – Mahlzeit, wir brauchen ein kühles Bier. Da wo unser Hotel liegt, ist das auch kein Problem. Busan Beach Hotel (booking.com) liegt nicht an einem exotischen Sandstrand sondern mitten im Fischereihafen-Gebiet. Schön ist anders aber ungemein praktisch ist es doch und unser Geheimtip für jeden Busan Besucher. Direkt ums Eck gibt es unzählige Fischrestaurants, teilweise mit Außengastronomie (Geheimtipp u.a. für Meeraal Gerichte) und teils nur in Form von „Fischbuden“. Abends (hier greife ich vor) ist hier immer ordentlich was los. Es gibt auch eine kleine Uferpromenade mit schönem Ausblick auf die Bucht und rund um die Uhr (kein Scherz) kann man den Koreanern im Sportpark bei selbigem zusehen. Zur Hauptstraße sind es nur 200 Meter und auf der anderen Straßenseite, in einer kleinen Nebenstraße ist so manche charmante, preiswerte und gute Garküche (32MF+VWQ Busan, Südkorea) angesiedelt. Hier, findet sich auch unser Shop fürs kühle Bier und so (Plus Code Google: 32MG+W23 Busan) nebst kleiner Außenterrasse. Von hier geht es zu Fuß oder per Bus 26 Richtung Innenstadt bis zur Haltestelle der U-Bahn Busan Linie 1 (rot) Jagalchi Station genannt. Von dort ist es nicht weit bis zum Busan Jagalchi und Sindonga Fish Market. Jagalchi ist der größten Fischmarkt Koreas und der weltweit größten „Innenfischbude“ wo man auf 2 Etagen entweder seine lebende Beute direkt auswählen und eine Etage darüber zubereiten oder a la Card bestellen kann. Was ich nun sagen kann, das Meer um Busan ist recht artenreich und ich bringe es nicht übers Herz mein Opfer auch noch vorher auszuwählen. So speisten wir a la Card und bereuten es nicht.
Danach noch etwas zur Abkühlung durch ein großes Kaufhaus, mit dem größten Wasserspiel weltweit, lecker Kuchen zum Nachtisch, dann die Nachtmärkte auf dem Heimweg erkunden und ein Bierchen zum Abschluß. Das leben kann so schön sein.

5.9.
Heute hieß es früh aufstehen. Wir hatten etwas vor!
Gegen 9:00 gingen wir bis zur bekannten Jagalchi Station und nahmen die Linie 1 Richtung Seomyeon. Dort wechselten wir in die grüne Linie 2 mit Endziel Jangsan. Wir stiegen aber bereits bei Dongbaek (4. HalteStelle vor Endpunkt) aus und machten uns zu Fuß auf, den Haeundae Green Rail Wanderweg zu Erkunden. Unser Endziel war der Haeundae Blueline Park (bei Mipo Station). Hier gibt es einen in Korea berühmten Sand-Strand mit Surfern und so. Vor Ort kann mann dann auch noch eine klimatisierte Bimmelbahn nehmen und sich oneway oder return, an einer sehr malerischen Küste vorbeischaukeln lassen. Klimatisiert wohlgemerkt! Wir wählten oneway und liefen dann bei voller Sonne den Weg zurück. 10KM!! So haben wir auf dem Rückweg dann noch den Haeunde und Gwangalli Beach gesehen und sind über den Haewol und Daritdol Skywalker gelaufen und haben herrliche Aussichten genossen. Ich bin ein Held und die 50er Sonnenkreme hielt ihr Versprechen. Eigentlich wollten wir dann abends noch auf den Foodmarket, die Fischbuden vorm Hotel unsicher machen und bei den kleinen Garküchen in der Nähe des Hotels (ich berichte bereits den Standort) vorbeischauen. Letztlich endeten wir dann bereits in einer Garküche. Unser zweites Experiment in dieser Seitenstraße. Was soll ich sagen, dank Google Translator, (offline Sprache vorher laden) und Bildübersetzung war der Bestellprozeß kein Problem und wir speisten fürstlich für 32.000 WON (20€) inkl. Getränken. Und auf Einladung des Inhabers gab es noch ein kleines Fläschen Soju. Danach war ich fix und foxy (kennt noch jemand dieses deutsche Comic?). Koreanische Speisen sind meist mit vielen roten und grünen Peperoni gespickt. Ich hatte mir bereits gestern den Munden ordentlich verbrannt. Heute habe ich nachgelegt. Beim morgendlichen WC Besuch wird es brennen.

6.9.
Und es hat gebrannt! Wollen sehen ob sich mein Körper an die Gewürze dieses Landes gewöhnen wird oder ich endlich lerne, auf koreanisch zu sagen, „machen sie es etwas weniger scharf.“ Ich kenne da Leute, die würden es lieben, hier zu speisen. Für meinen Teil bin ich noch unentschlossen.
Es sind nun 12:00 Uhr. WeatherPro sagt mir, es sind nun gefühlte 41 Grad, ich sitze hier an unserer Getränkebude in der Nähe des Hotels und habe es nun geschafft, diesen Reisebericht wieder ajour zu bekommen. Dani ist zurück ins Hotel wegen Toilette und Badetuch und so und ich warte nun auf ihre Rückkehr. Unsere Erwartungen an den heutigen Tag sind etwas diametral zueinander. Eben sprach Sie darüber einen weiteren Strand zu besuchen und mich über eine weiterer Glasbrücke zu treiben. Mir verlangt es mehr nach einem schattigen Plätzchen mit Bier, Fischspieß und so. Mal sehen, wer sich durchsetzen wird.
Ich nehme es nun vorweg. Dani!
Diesmal nahmen wir den Bus 26 in die andere Richtung. Ganze 5 Stationen brauchte es und wir waren am „Busan Songdo Beach“ angekommen. Ein nettes Plätzchen um am Wasser den ganzen Tag zu verbringen. Es gibt hier öffentliche Umkleiden, Duschen und alles, was so zu einem Tag am Strand gehört. Ein bisschen nördlich vom Beach gibt es dann das Geobukseom Island mit einer sehr schönen Seebrücke und gleich daneben im Songnim Park eine „Cable Bahn“ welche die gesamte Bucht überquert und als Ziel eine bewaldete, bergige Halbinsel hat. Wir also Flix Returntickets für je 22.000 WON gekauft (1000 WON = 0,60€) und dann konnte es los gehen. Auf der anderen Seite empfing uns das typische Touristen Umfeld mit Souvenir- und Essbuden aber auch dem Beginn eines Wanderwegs der in verschiedenen Schwierigkeitsstufen mit bis zu 8km kreuz und quer über die recht bergige Insel führt. Wir entschieden und für die mittlere Variante und landeten letztlich bei der längsten mit Plusfaktor. Hiermit deute ich an, wir verliefen uns und landeten gegen 16:00 Uhr dann am gegenüberliegenden Ende der Insel in einer Talmulde auf dem Gelände einer Fischfabrik oder etwas ähnlichem. Erst jetzt entschloß ich mich, die Nave App zu nutzen und dann wurde uns klar, es lag noch ein steiler und sehr langer Aufstieg und Rückweg vor uns. Wohlgemerkt bei gefühlten mehr als 40 Grad. Wie ich immer zu sagen pflege, es ist schön wenn man beim Aufstieg merkt, dass man noch lebt.
Gegen 18:00 erreichten wir die Gondelstation und ich war bis auf die Unterhose klitschnaß durchgeschwitzt aber glücklich. Wir haben dann noch etwas eine Stunde in einem klimatisierten Wartesaal verbracht, bis wir die Rückfahrt mit der Gondel antraten. Danach haben wir uns 5 Bierdosen (0,5l) im nächsten 7 Eleven für 12000 WON gegönnt und während Dani nochmals am Stand auf und ab lief wie die Koreaner und dabei Fotos machte, habe ich mir 3 Dosen auf die schnelle einverleibt. Danach war ich satt und hatte Bauchweh. Der abendliche Ausflug zum Aalrestaurant viel flach und ich lag „KO“ gegen 9:30 im Bett.

7.9.
Heute werden wir unser Hotel wechseln. Nach dem Frühstück, so gegen 10:30 machen wir uns auf und verlassen unser gemütliches, sauberes, freundliches, top gelegenes Beach Hotel und wechseln zum Lotte Busan Hotel (booking.com). Hier haben wir für die restlichen Tage in Busan ein Club Zimmer gebucht. Mal sehen, wie groß die Unterschiede tatsächlich sind.
Die Anreise machen wir wieder mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Zuerst zur Hauptstraße, dann an unserem kleinen Kiosk eine Erfrischung tanken, mit dem Bus 26 bis Jagalchi Station und dann die rote Linie Richtung Nopo nehmen. Unser Ziel heißt Seomyeon Station.

Gegen 11:00 haben wir dann unser Hotel verlassen. Wir wurden vom CEO des Hotels freundlich verabschiedet und könnten uns recht gut vorstellen, diese Gegend erneut zu besuchen. Nunja es war nicht pittoresk in der näheren Umgebung aber ungemein zentral und praktisch gelegen.

Nun sitzt der Krethi mit seinem Plethi wieder an unserer Bierbude, ich schreibe diese Zeilen und wir überlegen uns, wann der beste Zeitpunkt ist, die nahe Haltestelle aufzusuchen und mit der 26 in Richtung U-Bahn Station zu fahren. Hatte ich eigentlich schon einwenig über die Infrastruktur Koreas berichtet? Wir sitzen hier an der Straße und natürlich habe ich blitzschnelles, kostenloses WLan. Das mein Handy bisher durchgehendes 5G hatte spare ich mir als selbstverständlich zu erwähnen. Auch im Hotel hatte wir eine WLAN Geschwindigkeit, die ich nicht einmal zu Hause habe. Das die U-Bahn klimatisiert ist – geschenkt-, selbstverständlich gibt es Klima in jedem Bus (arme ASEAG) und anders als bei uns, sind die Busfahrer nicht so blöd im Hochsommer die Heizung im Bus anzustellen. Züge, Bahnhöfe und Stationen sind überall sauber und kostenfreie und saubere WC sind wie überall funktioniere Aufzüge und Rolltreppen eine Selbstverständlichkeit. Auch interessant: selbst am Strand sind rollstuhlgerechte Umkleiden und geeignete Wege Richtung Strand vorhanden. Und gibt es an einer Station keinen Aufzug wird das in der Bahn angezeigt. Da staunt der ÖPNV Nutzer aus D.

In Korea wird noch viel gebaut. Allerorts sieht man den stetigen Wandel. Den Wandel eines 2. Welt Landes an der Schwelle zur 1. Welt. Sauber ist es allemal. Kein Unrat oder sonstigen BIO-Müll auf den Gehwegen. Einfach sauber, geht doch. Eigentlich ein kleines Japan und hier hoffe ich, diese Zeilen ließt kein Koreaner. Aber zu Japan gibt es doch entscheidende Unterschiede. Glaubt man schon oder nimmt es wenigstens an, dass Japaner wenig Englisch sprechen, so toppt das Korea um ein vielfaches. Zudem kommt, dass sehr viel ausschließlich in Koreanisch geschrieben steht. Hier empfehle ich nochmals dringend eine e-SIM und den Google Übersetzer. Ein wahrer Segen und unser Lebensretter. An dieser Stelle, aus leidiger Empfehlung, ein weiterer Tip. Möglichst am Flughafen bereits den Geldautomaten ausgiebig quälen. Sehr viele GAA in der Stadt sind nur für Inlandskarten geeignet oder funktionieren nicht mit der alten EC-Karte. Aber auch mit unseren Kreditkarten (2 verschiedene Mastercard) konnten wir bisher keinen Geldautomaten erweichen.
Zum Schluß noch die nötige Prise Politik für diese Reise. Wir konnten schon in Japan beobachten, was zumindest Teile von Asien von Sanktionen gegen Russland und seine Bürger halten. Auch hier in Korea sehen wir, wo Russland Urlaub macht. Aber es ist gut zu Wissen, dass wir auf der richtigen Seite stehen. Den Guten halt, den CO2-Vermeidern und Gender-Spezialisten. Es sollte jeden erschecken zu sehen, wie sehr die Uhren in Asien anders ticken und in welcher Geschwindigkeit hier so manches passiert. Innerhalb von 3 Tagen (Freitag – Sonntag) wurde hier vor meinen Augen eine sechs-spurige Straße neu asphaltiert. Aber lassen wir das, Krethi neben mir will lesen was ich geschrieben habe und danach gibt es erst mal ein Bier. Das Leben ist schön und das Glas meistens halb voll.

Nach dem Bier machten wir uns wie beschrieben auf den Weg und gegen 13:30 erreichten wir schon unser neues Hotel. Da haben wir uns was feines ausgesucht. Das Lotte Hotel Busan (booking.com) ist ein offensichtliches 4 Sterne Hotel, liegt mitten in der City und dort haben wir im 32 Stock ein wirklich schönes Zimmer. Vor Monaten habe ich einen Schnapp gemacht und eine Club Lounge gebucht. Das bedeutet, wir haben Frühstück, Afternoon Tea und Cocktails inkl. leckerem Essen von 6 bis 20:00 Uhr und das fast durchgehend. Wem das noch nicht reicht, auch der Spa Bereich inkl. Sauna, Gym, In- und Outdoorpool ist inkludiert. Sollten wir da in den nächsten Tagen überhaupt vor die Tür gehen? Ich weiß es noch nicht.
Aber bleiben wir erst einmal beim Anfang dieser Kurzgeschichte. Als wir gegen 13:30 ankamen, wurde unser Gepäck in Verwahrung genommen und uns erklärt, das der Checkin erst ab 15:00 möglich sei. Na prima, dann konnten wir noch etwas die Umgebung erkunden, endlich einen ATM melken und danach in einer Foodstreet einen kleinen Happen zu uns nehmen. Das folgende Restaurant richtet sich an Einheimische. Es gibt 2 Gerichte für jeweils 10.000 Won (6,00€) und es schmeckte verdammt gut. Die können was.
Google Position: 5355+RV8 Busan, Südkorea

Danach war es Zeit, beim Hotel vorbeizuschauen und da wir einen Club Room hatten, erfolgte der CheckIn separat und von den anderen Krethis und Plethis dieser Welt getrennt. Unser Zimmer ist nicht riesig aber inkl. Bad doch recht akzeptabel für Krethi und so mußte auch sofort der Pyjama getestet werden. Vorsicht – wenn ich Luft einlasse – fliegen die Knöpfe.
Danach ging es zum Afternoon Tea mit Tee, Schnittchen und allerlei Süßigkeiten und dann mehr oder weniger nahtlos zum Cocktail schlürfen was aber mehr eine Sekt, Wein, Bier und deftiges Abendessen Verköstigung wurde.

Ab 20:00 wollte Plethi dann noch in den Pool und ganz ehrlich, das war dann wohl eine Enttäuschung für mich. Ich weiß nicht was ich erwartet habe, aber ganz sicher keine Asiatinnen mit Schwimmflügeln, Rettungswesten und Badesachen, die mehr nach Straßenkleidung als nach Schwimmkleidung aussahen. Hiervon gibt es natürlich keine Fotos, aber ich schwör – echt krass.
Wir blieben dann bis kurz vor Schluß und Dani sind da noch ein paar schöne, stimmungsvolle Fotos gelungen.

Ich versuchte (Betonung liegt auf versuchte) ein wenig Kalorien abzubauen. Was folgt ist dass Walross in Aktion.

8.9.
Heute bin ich recht schnell fertig. Nach einem sehr geruhsamen Schlaf und einem ausgiebigen Frühstück in der Club Lounge machten wir uns auf. Ihr werdet es nicht glauben. Wir besuchten unser altes Hotel, besser gesagt die Fischbuden. Es stand noch ein Fischessen, genauer besagt ein Meeraal essen auf dem Programm. Nichts mit Schnick Schnack sondern Genuß pur.
Zuerst aber gab es einen kleinen Schock. Gegen 15:00 Uhr hatten noch alle Buden geschlossen und was macht da ein erfahrener Krethi? Ich sage nur Bierbude. Jawoll und dazu noch zwei Energiedrinks. Danach, wir hatten bereites nach 16:00, erfolgte ein zweiter Anlauf und dieser wurde belohnt. Neben Aal, gab es etwas Tintenfisch, rohe(!!!!) Meeresschnecken und irgendwelches Insektenzeug. Alles unter Anleitung vom Chef selber zubereitet. Hier gibt es ein Daumen hoch und eine fette Empfehlung.
(Google Maps Suche: 32PG+5H6 Busan, Südkorea)

Danach waren wir zufrieden. Ein Ausflug der sich gelohnt hat. Warum haben wir das nicht bereits in den Tagen zuvor ausprobiert? Sehr schade. Nach der Ankunft im Lotte Hotel war dann noch Cocktail Zeit angesagt und gegen 21:30 ging es zurück auf Zimmer. Morgen ist lazy Krethi angesagt. Guten Nacht.

9.9.
Lazy Krethi Time! Wir waren, bis auf eine kleine Ausnahme den ganzen Tag im Hotel und haben dort den Service dieses Hauses genossen (ausgedehntes Frühstück, hoteleigene Shopping-Mall besichtigt – hier gab es auch unseren Lieblingschampagner Pierre Gimmonnet & Fils – Afternoon Tea, Pool, Cocktails und Dinner, dazwischen ein Nickerchen). Dani brauchte Augentropfen und so machten wir uns zwischendurch auf in eine Shopping Mall. Nicht wundern, der Trevi Brunnen ist nicht echt!

Zurück zum Thema, wer in Busan die erste Adresse unten den Luxushotels genießen will, ist hier sehr gut aufgehoben. Das nächste mal, werden wir wieder in unser gemütliches Busan Beach Hotel ziehen. Mehr braucht kein Mensch und in den Flieger muss ja auch noch passen.
Noch ein kleiner Tip. Grundlage fünf diesen Urlaub war u.a. folgender Bericht auf Welt.de. Sehr empfehlenswert:
https://www.welt.de/reise/staedtereisen/article252859454/Suedkorea-Aufregende-Viertel-bestes-Seafood-und-maritimes-Flair-deshalb-lohnt-sich-Busan.html

10.9.
Für weniger als 110.000 Won (67€) sind wir heute im Schnellzug von Busan bis ins ca. 400km entfernte Seoul gefahren. Wie immer war der Zug proppenvoll und es empfiehlt sich sehr, bereits Tage vorher zu buchen. Gegen 12:00 ging es pünktlich los und um 16:00 waren wir dann bereits in unserem neuen Hotel in Seoul eingebucht. Folgend noch ein Beweisfoto. Nicht nur in Japan fahren die Züge pünktlich ab.

Unsere restlichen Tage verbringen wir hier in Korea im Fraser Place Central Hotel (booking.com) und sind angetan von der nahen Lage zum Bahnhof und dem komplett ausgestatteten Studio inkl. Küche und Waschmaschine. Mal sehen ob da was geht!
Danach haben wir mit dem Test der Reise-Krankenversicherung begonnen. Dani hat eine Augenentzündung und die rezeptfreien Augentropfen, scheinen ihr nicht zu helfen. Meine Sparkassen Platin Mastercard hat neben vielen weiteren Leistungen auch eine Reisekrankenversicherung für mich und meinen Partner inkludiert. Diese wollen wir nun testen. Was und wie wir vorgegangen sind, fasse ich demnächst zusammen. Klar kann man einfach zum Arzt gehen und die Rechnung später einreichen. Es geht aber auch anders. Lassen wir uns überraschen.
Am Abend sind wir dann noch fett essen gegangen. Diesmal war es ein Menü für 2 in einer Essens-Mall.

11.-13.9.
Uns ist Busan mit seinen ca. 3,6 Mio Einwohnern recht gemütlich vorgekommen. In den Bereichen wo wir unterwegs waren, waren Menschenmassen doch recht selten. Das liegt sicher auch daran, dass diese 3,6 Mio Menschen sich auf einer wesentlich größeren Fläche verteilen als in der Hauptstadt. Da haben wir Seoul bereits anders erlebt. In der Stadt leben etwas 9,6 Mio Menschen. In der Region um die Stadt herum sind es 26 Mio.
Nur so zum Vergleich, Aachen hat ca. 250.000 Einwohner und im Kreis sind es weitere 250.000. Das sind schon ganz andere Dimensionen. Ein Vergleich zwischen Aachen und Seoul verbietet sich aber auch aus mehreren anderen Gründen. Ihr ahnt es bestimmt schon, die Toiletten. Für mich mitlerweile das Indiz für Kultur und Zivilisation. Egal ob Tokyo, Singapur oder nun Seoul. Es gibt hinreichend kostenlose öffentliche Toiletten und diese sind zudem auch noch sauber. Kein Vergleich zu dem was Aachen so bietet. Dann die Sicherheitslage. Es gibt da so Regionen um den Bus- oder Bahnhof in Aachen, da würde ich mich nachts nicht mehr hin trauen. Hier haben wir da keine Probleme. Der Koreaner und was anderes gibt es hier nur in Form von zahlenden Touristen, ist per se recht zurückhaltend, man könnte ihn schon fast als scheu bezeichnen. Uns fallen aber spontan zwei Sachen ein, wo der Koreaner zur „Wildsau“ (oder was ähnliches) wird. Koreaner lieben Ihre Demokratie. Nirgends in Asien wird so gerne friedlich demonstriert wie hier in Seoul. Wir erleben dies täglich vor dem Bahnhof. Hier steht dann der einzelne Demonstrant und gibt seine Weisheiten kund, keine 50 Meter entfernt demonstriert eine Kleinstgruppe für was auch immer und noch etwas weiter startet dann eine Großdemo. Die anwesenden Polizisten sind ohne Waffen und Schutzkleidungen dazwischen unterwegs und sorgen für etwas Kanalisation. Am Rande dieses Platzes wird zudem eifrig missioniert. Die Christlichen Kirchen und hier vor allen Dingen die ganzen „Ableger“ aus den USA sind hier täglich aktiv und halten Messen unter freiem Himmel ab, oder stehen an Ständen und beschallen die Umgebung mit ihren Weisheiten und verteilen Lebensmittel. Dazwischen stehen dann einzelne „Andersgläubige“, die dagegenhalten und ihre geistliche Weltsicht hinausposaunen. Ich hoffe, der geneigte Leser kann sich nun vorstellen, was hier auf diesem riesigen Bahnhofsvorplatz so täglich und absolut friedlich abgeht. Am Rande des Platzes sieht man dann aber auch noch die Verlierer dieses Systems. Hauptsächlich alte Menschen, denen nicht mehr als ein Karton geblieben ist um darauf oder darin zu schlafen. Wir haben bisher keine „Bettler“ gesehen, anscheinend konzentriert sich zumindest für Seoul alles auf diesen Platz.

Aber schauen wir uns lieber noch ein paar schöne Bilder an. Klar gibt es in Seoul auch alte Mauern, einen Palast und Schausteller die uns ihre Geschichte etwas plastisch näher bringen wollen. Eine Auswahl seht ihr nun.

Für Korea haben wir aber einen anderen Schwerpunkt gesetzt und der lautet Essen & Trinken. Beim Trinken sind wir recht schnell durch, der allerorts angebotenen leichte Schnaps mundet uns nicht und das örtliche Reisbier ist halt süffig und kalt. Mehr Optionen hält da aber das Essen bereit. Kimchi gibt es bei jedem Gericht dazu und die Variationen (auch an Kimichi!) sind aus unserer Sicht unendlich. Dieses unendlich gilt im übrigen auch für die Möglichkeit etwas Nahrhaftes zu finden, es ist schier unmöglich, nichts zu finden. An jeder Ecke gibt es Restaurants, Garküchen oder einfach nur Stände wo etwas angeboten wird. In jeder Unterführung gibt es verschiedene Möglichkeiten, seinen Kalorienspeicher gegen kleines Geld aufzuladen.
Beispiel gefällig?

Was hat mir in Seoul bisher am besten gefallen? Ganz klar das hervorragende, meistens etwas schärfere Essen. War es das? Nein, auf unseren Streifzügen durch den Einkaufstempel der Stadt, standen wir plötzlich mitten in einer riesigen öffentlichen Bibliothek, wohlgemerkt integriert in eine Shopping Mall. Das folgende Bild bildet etwa 1/5 der gesamten Fläche ab, ich fand es faszinierend.

Diese Türme sind voll von Büchern: die Starfield Library in der COEX Mall

(So für zwischendurch)

Eine dicke Empfehlung sprechen wir für das „Fraser Place Central Seoul“ aus. Bitte nicht verwechseln mit dem Fraser Place! Neben der sehr guten Lage, damit meine ich nicht, daß für den Notfall ein Burger Laden direkt daneben liegt und fast 24 Stunden geöffnet hat, nein mit der Lage meine ich, das Hotel ist max. 10 Minuten fußläufig von Central Station Seoul entfernt. In einer Minute ist die Bushaltestelle für den Airportexpress erreichbar und nebenbei, ist die Umgebung leicht zu erkunden, was wir bereits abgelichtet haben. Zudem sind die Zimmer so gut ausgestattet, dass man sich theoretisch selber versorgen kann. Es fehlt an nichts, selbst eine Waschmaschine mit integriertem Trockner ist enthalten. Wer will, kann natürlich auch den Hausservice nebst Vollverpflegung nutzen. Zu guter Letzt können wir auch den Spa-Bereich kostenfrei und uneingeschränkt benutzen und hier zeigen sich starke Parallelen zu Japan. Es gibt neben Fitness- und Saunaraum auch ein Schwimmbad mit angeschlossenem Onsen. Sauna- und Onsenbereich sind getrennt nach Geschlechtern und völlig „nacky“ zu betreten. Für den, der weder sich noch seine Umwelt belästigen will, ist das somit nichts. Ich habe da weniger Probleme, bin zum Glück von Hause aus kurzsichtig. 🙂

An dieser Stelle ist es nun an der Zeit, ein wenig meinen Arbeitgeber die Sparkasse Aachen zu loben. Keine Angst, ich beziehe das jetzt nicht auf meine Person (obwohl ich das könnte), es geht hier vielmehr um eine Produktfamilie, die die Sparkasse verkauft und eine paar wichtige Tips, wie man sie richtig anwendet. Dani hatte ja bekanntlich ein Problem mit dem Auge und da wollten wir den Service einer Reisekrankenversicherung in Anspruch nehmen. Nun kann man dieses Produkt selbstverständlich an jeder Ecke in Deutschland abschließen. Sehr oft ist es aber auch Teil eines Kreditkartenvertrages und das ist nun mein Thema. Wer eine Gold oder gar Platin Kreditkarte sein eigen nennt oder darüber nachdenkt, sich so etwas anzuschaffen, dem empfehle ich die Google Suche nach den Stichworten (Name Kreditinstitut und Kreditkarten) in meinem Fall Sparkasse Aachen und Kreditkarte. Es sollte mich wundern, wenn dann nicht eine Übersicht von möglichen Produkten erscheint. Hat man sich informiert und ggf. für ein Produkt entschieden, ist es ganz entscheidend die Produktinformationen nicht zu vergessen. Deshalb empfiehlt es sich entsprechende Seiten im Browser als Link zu hinterlegen.
Z.B.: https://s-reiseschutz.de
Es gibt auch die Möglichkeit diese Seite als Mobile Service App direkt als „App“ auf dem Handy zu hinterlegen. Eine tolle Sache.
Ich wußte z.B. nicht, dass ich darüber auch „kostenfreie“ e-sims bestellen kann.
Besagte App Verlinkung (ukv.de/reiseservice) hatte ich somit vor unserem Urlaub bereits installiert und z.B. schriftliche Versicherungsbestätigungen in englischer Sprache angefordert und innerhalb eines Tages per PDF erhalten. Innerhalb der App gibt es dann auch Links zur digitalen Sprechstunde und zum ambulanten bzw. stationären Service. Es ruft dann z.B. ein Arzt zurück wenn man wissen will, ob das rote Auge von Dani ein Grund zur Besorgnis sein sollte, oder es wird einem ein deutschsprachiger Arzt in der Nähe genannt, oder dieser Arzt wird sogar ins Hotelzimmer geschickt. Theoretisch eine tolle Sache und wir haben Sie in Teilen auch genutzt und mit einer kleinen Einschränkung als gut empfunden. Denn hier hilft nur die gute Vorbereitung vor Antritt eines Urlaubs. Es ist noch eine zweite App dringend nötig. Die UKV Reiseversicherung arbeitet mit der App „Medgate“ und diese sollte vorher installiert und die Benutzerdaten sollten eingerichtet sein. Sonst kann es passieren, dass es gerade in dem Moment nicht funktioniert, wo es am dringendsten gebraucht wird.

Bei uns war zuerst eine Anmeldung möglich, dann waren plötzlich alle Daten weg und erst am Folgetag funktionierte es dann reibungslos. Wir vereinbarten eine Sprechstunde mit Rückruf (unsere koreanische Mobilnummer) und pünktlich klingelte das Handy und uns wurde geholfen bzw. Dani war beruhigt, dass es doch nicht so schlimm mit ihrem Auge ist.
Natürlich kann man auch eine x-beliebige Versicherung abschließen und im Schadensfall in Vorleistung gehen. Im Anschluß daran zeigt sich dann zuhause ob die abgerufenen Leistungen überhaupt versichert waren und die Rechnungen den Anforderungen der Versicherung entsprechen. Siehe hierzu das Kleingedruckte, was man im Zweifelsfall weder gelesen noch im Kopf hat. Zudem muß man sich selber um einen Arzt kümmern. Das alles übernimmt Medgate bzw. die UKV Reiseservice App für einen. Ich finde eine tolle Sache, die jedoch etwas Vorbereitung vom Reisenden verlangt.

14.9.
Was macht der Koreaner an seinem freien Tag? Richtig, schön essen gehen und dabei das Shoppen nicht vergessen. So machten sich dann Krethi und Plethi ebenfalls auf den Weg, die Jagdgründe der Einheimischen zu erforschen.
Zuerst ging es zum Noryangjin Fischmarkt, dabei hatten wir Glück, direkt vor unserem Haus ist die Haltestelle der Buslinie 150, die uns nonstop direkt ans Ziel brachte. Ich sage nur NAVER App, echt genial und tausend mal besser als Google.maps.
Der Weg von der Haltestelle zu der riesigen Fischhalle ist prima ausgeschildert und so liefen wir dann durch (fast) endlose Hallen gefüllt mit jeglichem Meeresgetier. Ich habe mir die Frage bereits ins Busan gestellt, nun spreche ich Sie aus. Wer soll all das nur essen? Das Meer um Korea muß sehr artenreich sein oder Korea hat eine sehr erfolgreiche, weltweite Fischereiflotte.

Klar haben wir auch dort eine Kleinigkeit zu uns genommen. Für mehr war kein Platz. Mit Besorgnis erkenne ich, dass allmählich eine gewisse Sättigung eintritt, es geht nichts mehr rein.

Aber vielleicht Morgen – so wollen wir ggf. Morgen zum Abschluß nochmals zum Fischmarkt und ggf. eine Königskrabbe erlegen. Wir werden sehen.
Nach dem ganzen Fisch suchten wir uns ein gemütliches Plätzchen für das obligatorische Bierchen.

Die blaue Dose ist auch ein Bier

Danach fuhren wir einige Haltestellen zurück und erlebten den reinsten Einkaufsterror. Die Ipark Mall übertrifft alles, was wir hier in Seoul bisher sehen durften. Ein riesiges Gebäude und Menschenmassen, die nur eins wollen: Einkaufen. Wir hatten diesmal recht schnell genug davon und verabschieden uns nicht mit einem politischen Statement von dieser Mall.

Die Rückfahrt verlief unspektakulär, am Bahnhof aßen wir dann doch eine Kleinigkeit und verabschieden uns von diesem Tag mit ein paar Bildern von der Rückfahrt. Gute Nacht Deutschland!

15.9.
Als ich dies schrieb, war es bereits 21:00 Ortszeit und unser letzter Tag in Seoul/Korea neigt sich dem Ende entgegen. Die Rucksäcke und das Handgepäck sind bereits gepackt und nur noch ein paar Kleinigkeiten müssen wir morgen früh verstauen. Aber lasst mich lieber noch etwas von diesem Tag schreiben. Zuerst haben wir heute Morgen überlegt, wie wir am besten zum Flughafen kommen. Per Airportbus, der direkt vor unserem Hotel hält und wir somit fast nichts zu schleppen hätten oder doch lieber mit der Bahn (A_Rex) AirPort Express. Da die Abfahrtzeiten des Busses uns zu ungünstig erschienen, haben wir uns letztlich für die Bahn entschieden. Für den A Rex gibt es eine eigene App (Airport Railroad A-Rex) und damit hätte ich leicht die Buchung direkt durchführen können. Ich wollte aber wissen, wo genau in diesem riesigen Bahnhofsgebäude unser Gate liegt. Nichts ist schlimmer als mit 22KG auf dem Rücken und bei 25 Grad herumzuirren. Somit sind wir nach dem Nichtfrühstück direkt zum Hauptbahnhof und haben dann dort die Tickets erworben.

Hier geht es zum Gate

Am 16.9. um 8:10 gehts mit dem Expresszug zum Incheon Int‘l Airport Terminal 1 und dort werden wir dann gegen 8:54 eintreffen. Wenn wir den Bus um 8:00 vor dem Hotel genommen hätten, wären wir wahrscheinlich erst gegen 10:00 am Airport eingetroffen und da unser Flug um 11:40 geht und wir noch mindestens eine Lounge besuchen wollen, liegt unsere Entscheidung auf der Hand.

Nach dem Ticketkauf nahmen wir den bekannten Bus 150 Richtung Fischmarkt und gönnten uns zum Abschluß der Reise eine fette Königskrabbe. Diese Tiere sind ja in manchen Meeren Schädlinge und so taten wir bestimmt ein gutes Werk.

In den Fischhallen gibt es ein besonderes Lokal, dass die Meerestiere der Marktstände für kleines Geld nur zubereitet und ausschließlich die Beilagen stellt. Wir also zuerst zu diesem Lokal und den Wunsch geäußert, dass wir eine Kingcrab essen wollen. Daraufhin ging ein Angestellter des Restaurants mit uns zu einem Fischhändler und nach kurzem zögern habe ich mich dann für dieses schöne und ca. 3,5 kg schwere Exemplar entschieden.

Wen es interessiert, Kostenpunkt 266.000 Won (162€). Das die Verkäuferin sich dann bei der Eingabe der Kreditkartenbuchung vertan hat und 166.000 eintippe, habe ich leider erst später gemerkt. Sonst hätte ich selbstverständlich etwas gesagt.
Danach ging es mit dem Tier zurück in unser Speiselokal mit Bahnhofscharakter und das Krustentier wurde fachmännisch zubereitet. Das Ergebnis sieht man auf den folgenden Bildern. Nie hat ein Schädling so lecker geschmeckt. Sehr empfehlenswert!

Danach machten wir uns auf den Rückweg ins Zentrum und haben den Tag langsam bei dem ein oder anderen Bierchen ausklingen lassen.
Hierbei konnte ich einer Versuchung nicht widerstehen, am Bahnhof gibt es eine „Burgerbude“ die täglich gut besucht war. „The Five Guys“, laut Werbung gibt es hier den besten Burger Koreas und das mußte ich schließlich testen. Unter Qualen – ich schwör – unterzog ich mich dieser „Challenge“ und ich kann bestätigen, es stimmt.

Wer nur folgendes Bild im Kopf hat, dem kann ich das nicht verübeln.

Mit einer Impression vom Central Station Platz verabschieden wir uns nun aus Korea.

16.9.
Wie wird unser heutiger Tag aussehen?
Der Wecker geht so gegen 5:30 Uhr morgens und gegen 7:00 werden wir unser Hotel verlassen. Für den Fußweg bis zum Bahnhof brauchen wir gemütliche 30 Minuten und um 8:10 sitzen wir dann auf reservierten Plätzen im Zug.

Am ICN müssen wir noch einige Taxfree Belege einreichen und nach der Ausreise werden wir entweder die Asiana Business Suite Lounge und/oder die SilverKris Lounge von Singapur Airways besuchen.

Dann geht es irgendwann zum Gate und wir fliegen diesmal Business mit der Lufthansa wie folgt:
ICN ==> MUC ==> ARN
Um 11:40 geht es los mit einem A350-900 Flug LH719 von Seoul nach München. Wir werden etwa 13 Stunden unterwegs sein und gegen 17:30 in Deutschland landen und die Senator Lounge in München stürmen. Ob es dann noch Weisswürste gibt? Wahrscheinlich sind wir viel zu spät dafür.


Gegen 21:30 fliegen wir dann weiter nach Stockholm mit Flug LH2420 und landen dort um 23:40.

Im Stübli, die Business in einem A350

Damit ist es zu spät für einen Rückflug und wir übernachten diesmal im Clarion Hotel Arlanda Airport Terminal (booking.com) und wie der Name es schon vermuten läßt, diesmal direkt im Terminal.

17.9.2025
Den letzten Hopser machen wir dann mit der Eurowings EW9213 um 7:00 Uhr von ARN nach DUS, wo wir dann so um 9:00 landen werden. Der Rest ist dann DB mit dem Deutschlandticket und irgendwann zwischen 12-15:00 werden wir wieder daheim sein. Ich habe dann noch 2 Wochen Arbeitsleben vor mir und bin gespannt, was mich danach erwartet.

Apropos Erwarten. Ab dem 20. Oktober geht es dann First zu den Gauchos nach Argentinien. Meine Frau will Tango tanzen und ich Steaks testen 🙂 Seit ihr dabei?

Singapur läßt uns nicht los – zur Entspannung Bin Tan (11.11.-02.12.2024)

Wichtige und einschneidende Änderungen in meinem Berufsleben kündigen sich an. Vieles wird sich in einigen Monaten ändern. Die nächsten Reisen sind eine Belohnung für geleistetes – und vielleicht auch – die letzten, die wir machen können. Die Zukunft ist halt nebulös. Bevor ich aber nun in den esoterischen Bereich abgleite, widmen wir uns lieber den angenehmen Seiten des Lebens und diese Reise, das kann ich schon versprechen, wird eine ganz besondere sein.

Es geht mit einem A380 der Singapur Air 13 Stunden von Frankfurt in die Stadt der Löwen. Wir hatten das Glück zwei Plätze bei einem der angeblich besten First Class Anbieter ergattern zu können. Singapur Air ist mit 5 Sternen geratet und das Produkt „the room“ verspricht einen besonderen Luxus. Mal sehen was Krethi & Plethi dazu berichten werden.

Bevor es aber so richtig losgehen kann, stand eine etwas kompliziertere Anreise aus dem Programm. Ausgerechnet am 11.11. machten wir uns gegen 13:30 auf Richtung Düsseldorf. Eigentlich rechneten wir mit Verspätungen und vielen Jecken auf diesem Bahntrip, aber alles klappte prima und die Jecken waren bestimmt schon alle versammelt in der City. So erreichten wir überaus pünktlich den Flughafen und konnten deutlich vor 18:00 den Late Night Check-In der Lufthansa nutzen. Krethi hat halt eine Senator Karte, sonst hätten wir warten müssen!

So kam es dann, dass wir gemütlich und mehr als just in time die ca. 1,5km vom Flughafen zu unserer Spezialunterkunft zu Fuß zurücklegen konnten. Wir hatten bei Booking.com eine ganz besondere Unterkunft ausfindig gemacht und legen diesen Geheimtipp gerne der geneigten Leserschaft als Alternative vor. Die Rede ist vom Messe-Zimmer TuS-Treff, Eckenerstr. 49, 40468 Ddorf. Ein Vereinsheim mit tollen Upgrade Zimmern, einer herrlichen Speisekarte (Schnitzel aus der Pfanne) und naja, Altbier. So speisten wir hervorragend, tranken das ein oder andere Alt, wurden aufs Haus eingeladen und letztlich schliefen wir hervorragend.

Gegen 3:30 in der Früh ging dann heute (12.) der Wecker und nach mehr als 7 Stunden Schlaf und einer herrlich erfrischenden Dusche war der morgendliche 15 minütige Fußmarsch eine Wohltat. Was steht nun heute auf dem Programm? Nun, da wir so einen recht preiswerten Flug ergattern konnte, der normalerweise zwischen 6.000-11.000€ zu Buche schlägt, wohlgemerkt pro Person, muß das wohl auch einen Haken haben. Nun, wer ungern fliegt, dem stimme ich vorbehaltlos zu. Wir fliegen:

DUS-FRA, LH073, 6:25-7:20, eco class

FRA-HEL (Helsinki), LH848, 10:10-13:40, eco class

HEL-FRA, LH851, 17:55-19:45, business class

FRA-SIN (Singapur), SQ325, 21:40-17:00 +1, first class

Schon etwas schräg, aber wir hoffen, der Aufwand rechtfertigt das anstehende Flug-Erlebnis in der Suite – und ich muß zugeben, als Senator ist das drumherum schon recht angenehm und selbst öde Flughäfen werden dann recht angenehm.

Unseren ersten Trip haben wir nun bereits hinter uns und so ganz nebenbei haben wir Wolfgang O., einen Bekannten und Ehemann einer Kollegin in Düsseldorf vor der Senator Lounge getroffen. Nach einem leckeren gemeinsamen Frühstück trennten sich dann unsere Wege, er mußte nach Mailand zum Arbeiten, wir nach Frankfurt zum zweiten Frühstück! Nur ganz kurz, toller Flug, viel Platz auf A26 (Notsitz) und leckere Weißwürste in der überfüllten SEN Lounge in Ffurt. So in einem Eckchen haben wir dann doch noch ein ruhiges Plätzchen gefunden. Meine Frau daddelt und ich muß schreiben :-).

Es ist nun bereits Donnerstagabend und die ersten Tage sind wie im Flug vergangen. So komme ich erst jetzt dazu, die Erlebnisse der letzen Zeit hier aufzuschreiben. Am 12.11. sind wir dann pünktlich von Frankfurt nach Helsinki geflogen. Auch hier hatten wir wieder Glück und saßen als Eco Kunden recht komfortabel am mittleren Notausgang. Klar hatte ich dass aufgrund unseres SEN vorher reserviert, aber da ich mich nicht so gut mit den einzelnen Flugzeugtypen und der jeweiligen Bestuhlung auskenne, ist es doch immer wieder eine Überraschung für mich. So kamen wir ohne nennenswerte Verspätung in Helsinki an und nahmen unser Gepäck entgegen. Ein kurzer Blick auf die Abflugtafel und wir wußten, dass es noch mindestens 1 Stunde dauert, bis wir erneut einchecken können. So hatten wir genügend Zeit, und genossen in der Abflughalle einen überteuerten Kaffee nebst Orangensaft für saftige 10 Öcken.
Helsinki ist ein kleiner übersichtlicher Flughafen, aber dafür hat er ordentlich was an Essständen zu bieten. Es liegt wahrscheinlich an der Menge der hauptsächlich asiatischen Touristen die hier kübelweise angelandet werden. Wir fragen uns, was suchen die ganzen Asiaten hier in Finnland? Gibt es hier den goldenen Elch zu besichtigen? Fragen über Fragen auf die wir leider keine Antwort fanden. Aber so verging die Zeit für uns wie im Flug und nach genau einer Stunde standen wir vor dem First Class Check-In Schalter und wurden unser Gepäck los. Ab jetzt konnte und würde nichts mehr passieren, was diese Reise verhindern könnte. Nun liegt alles in der Verantwortung der Lufthansa. Wir sind auf dem Weg, unser 2. Teilstück hat begonnen.
Bis zum Start haben wir noch gut 2 Stunden Zeit und so suchten wir die hiesige Aspire Vertragslounge der Lufthansa auf. Aus älteren Berichten von Amsterdam ist dem geneigten Leser vielleicht noch bekannt, dass wir von der dortigen Lounge dieses Anbieters, keine gute Meinung haben. So waren wir hier doch recht angenehm überrascht. Es gab leckere regionale Salate und es muß ja nicht immer etwas alkoholisches sein.

Wir konnten es dann aber doch nicht erwarten und waren froh als das Boarding begann. Diesmal reisen wir Business und saßen ganz vorne. Kaum war das Boarding beendet, gab es bereits den ersten guten Sekt eines deutschen Winzers und die besten Rindsrouladen die ich seit längerem gegessen habe.

Kompliment Lufthansa, so kann es weitergehen. Als wir dann pünktlich in Frankfurt landeten, gab es gleich zwei Überraschungen. Erstens hatte der Pilot die 20 minütige Verspätung aufgeholt und zweitens erwartete uns ein First Class Service direkt am Gate. Da wir ja eigentlich in der ersten Klasse mit Singapur Air unterwegs sind, versteht es sich für diese 5 Sterne Airline auch, dass sie ihre Gäste entsprechend bedient und umsorgt. Da kann sich die Lufthansa etwas von abschneiden, aber sie ist halt nur mit 4 Sternen bewertet.
Wir kamen also aus dem Flugzeug und wurden von einer netten Angestellten in Empfang genommen und sicher durch den Flughafen und die Ausreiseprozeduren geleitet. Zum Schluß brachte uns die Dame noch zur Senator Lounge, Singapur Air betreibt in Frankfurt keine eigene Lounge, und teilte uns auch mit, wann sie uns abholen und zum Gate bringen würde.

So konnte sich Dani nun in Ruhe umziehen und frisch machen und ich mir noch zwei leckere Spritz an der Bar gönnen. Danach ging es zum Gate und über den oberen Zubringer direkt ins Oberdeck des A380. Wir wurden freundlich in Empfang genommen und ab jetzt fühlten sich Krethi & Plethi doch etwas überfordert.
Die First Class füllt das gesamte Oberdeck aus und ist reserviert für sage und schreibe 6 Personen. Diese werden von 3 Flugbegleitern ab dem Betreten rund um die Uhr für 12 Stunden umsorgt.
Die Getränkekarte war zwar nicht so endlos wie bei der Lufthansa, dafür aber recht exklusive:
Auszug:
*Krug Grande Cuvee, Champagne
*2007 Charles Heidsieck Blanc des Millenaires
*2009 Taittinger Comtes des Champagne Brut Rose

Oder doch lieber z.B. einen 2005 Chateau Pichon Longueville Comtesse de Lalande, Pauillac, Bordeaux?

Keine Frage, all dies und noch etwas mehr haben wir ausgiebig getestet. Das Essen sollte schließlich schwimmen!

Die Speisekare überfordert, wenn man nicht vorher „Book the Cook“ geordert hat und wie wir bereits vorher die Hauptgänge ausgewählt hatten.
Ich nahmen:
*Braised Pork Cheeks with Caraway Jus
*Einen Lammrücken, ich war noch hungrig!
*Thai Beef Noodle Soup (zum Frühstück)
Dani:
*Braised Beef Cheek
*Thai Beef Noodle Soup

Zur Vorspeise gab es dann noch sehe leckere Satespieße a la Singapur und 50 Gramm Osetra Caviar und zum Nachtisch Käse, Schokoladiges und Desserträume und Obstvariationen. Ich gebe es ja zu, eigentlich hätte ich mir all das schenken können, wenn man bedenkt, was ich mir so innerhalb der letzten 24 Stunden an Kalorien zugeführt hatte, aber sind wir mal ehrlich, ein „Krethi“ kann hier einfach nicht nein sagen, manchmal muß es halt die Anakonda sein! Ich gebe es zu, ich habe mir dann auch noch einen zweiten Hauptgang geordert und einen leckeren Lammrücken verspeist.

Ta – ta, nun zum eigentlichen Highlight. The Suite, ein fürstliches Platzangebot, ein Doppelbett mit allem Schnick und Schnack und ein Badezimmer, das größer ist, als in mancher Altbauwohnung.

Das war bisher unser bester Flug, ganz klar, die überaus freundliche Bedingung setzte hier noch die Schaumkrone auf. Meine Frau mußte man förmlich aus der Kabine tragen, Sie wollte diese bei Ankunft des Flugzeuges in Singapur überhaupt nicht verlassen. Aber in der Gewissheit, dass noch ein Rückflug auf dem Programm steht, ging es schließlich doch.

Nach der Landung, machten wir dann einen kleinen Fehler. Eigentlich wollten wir noch in die First Class Lounge aber in der Hektik waren wir schneller durch die Einreise durch als wir schauen konnten und so gab es leider keinen Weg zurück. Auf diese Lounge müssen wir somit noch bis zur Ausreise warten. Was ich hier nun mit einem paar Sätzen beschrieben habe ist übrigens echt super. Bereits max. 3 Tage vor dem Abflug konnte ich in der „MyICA App“ unsere Einreise ankündigen und mit dem Reisepass verknüpfen. Die Einreiseprozedur bestand dann nur noch darin, an einem Automaten den Reisepass zu scannen und innerhalb von 1 Minute hatte ich mein Visum auf dem Handy und konnte passieren. Das war die Einreise nach SIN. In der Ankunftshalle habe ich mir dann noch am GAA der ICBC Bank mit meiner Sparkassenkarte (ohne extra Gebühren) Bargeld besorgt und gleich in der Nähe an einem Tourischalter 2 SIM Karten für insgesamt 36SG$ gekauft. Schnell die Karten im Handy gewechselt und nach 2 Minuten waren wir online. Eigentlich hätte ich nun mit der „Grab App“ direkt ein Taxi ordern können, da ich aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht angemeldet war, sind wir dann zum nächsten Taxistand und haben für 35SG$ ein Taxi zur Orchard Road geordert (mit Grab hätte es ca. 25 gekostet).

Das letzte Highlight für diesen Tag erfolgte dann bei Ankunft in unserem Hotel.
Das JEN Singapore Orchardgateway by Shangri-La besticht mit einen tollen Pool und einem fantastischen Blick auf die Stadt. Wir haben für die nächsten 5 Tage ein Club Zimmer mit Panorama Blick und Nutzung der Clubräume (besonderes Frühstück, Dinner und Getränkepaket) gebucht. Wir waren (super) zufrieden.

13.-18.11.

Eigentlich ist es nicht mehr nötig für die MRT (U-Bahn) sich eine EZ-Link Karte zu besorgen. Es funktioniert als Einzelticket auch mit der Master- oder Visa Karte. Aber man muss halt sparen wo es geht und ich finde, diese EZ-Link ist einfach praktischer da schnell aufgeladen (Automaten MRT Station) und auch im Bus benutzbar. Die EZ-Link besorgten wir uns in einer MRT Station, es geht auch in jedem 7 Eleven Laden. So machen wir nun die Stadt unsicher, testen das örtliche Speiseangebot und erholen uns einfach prächtig.

18.11.
Wie schnell doch die Zeit vergeht. Die letzten Tage haben wir es uns richtig gut gehen lassen. Nicht dass wir das nicht immer im Urlaub so handhaben, aber diesmal war es noch ein wenig mehr. Diese Stadt verleitet einfach dazu Geld auszugeben bzw. irgendetwas zu genießen.
Deshalb noch ein paar Impressionen aus dieser Stadt.

Am Sonntag haben wir dann eine Kollegin und Freundin hier in Downtown getroffen und waren mit Ihr und Ihrem Mann lecker in einen Food Center in der Nähe der Newton Station essen (Newton Food Hacker – auch bekannt aus dem Film „Crazy Rich Asians“). Lohnt sich! Wer also mal hier ist, auf der roten Linie bis Station Newton fahren und dann der Ausschilderung „Food Center“ folgen. Garantiert kein Touri-Nepp und auch bei schlechtem Wetter perfekt geeignet, da der Weg dorthin vollständig überdacht ist. Uns hat’s geschmeckt.

Noch ein kleiner Tip zur SIM Karte. Es gibt normal immer 2 grundsätzliche Optionen. Reine Datenkarten ohne Telefonfunktion oder normale Karten mit dem vollen Umfang, wie wir es kennen. Ich ziehe die Vollversion vor, da ich gerne auch jemanden anrufen möchte. Meine Wahl und Empfehlung sind die „Singtel“ Karten. Hier muß es nicht die 5G Variante sein. 4G mit 100GB für 18 SGD reichen völlig aus. Hier sind dann auch noch 3 GB Roaming Daten für Australien, Indonesien, Malaysia und Thailand enthalten. Somit brauchen wir für Bintan keine separate SIM. Wie praktisch!

Am 18. steht nun der erste Wechsel an. Wir verlassen so gegen 10:30 unser schönes JEN Singapore Orchardgateway by Shangri-La und machen uns auf nach Indonesien. Genauer, wir reisen auf die Nachbarinsel BinTan. Diese Insel soll mit Bali vergleichbar sein, nur halt weniger Touris aus aller Welt und vor allen Dingen keine Kiwis und Ausis, dafür mehr Singis 🙂
Kurz ums es, es sollte etwas ruhiger sein. Wir werden es bald überprüfen können. Wichtig ist, wir reisen aus und für Bintan benötigt man ein Visum. Dies geht bei Anreise aus SIN ganz einfach schon von zuhause als e-Visa (https://evisa.imigrasi.go.id) oder direkt bei Einreise. Wenn man es bei der Einreise macht, ist es wichtig jeweils 500.000 IDR in Cash dabei zu haben. Es geht nur in Landeswährung nicht mit USD, nicht mit SGD und nein auch nicht mit Euros. No Cash IDR – go back!
Die indonesischen Rupies (IDR) besorgt man sich am besten direkt in SIN. Hier gibt es fast an jeder Straßenecke Wechselstuben und der Umtausch in IDR oder Malaysische Rubia ist zu sehr fairen Kursen möglich. Unser Hotel auf Bintan empfahl uns den Umtausch bereits in SIN!

Wie kommt man nun auf diese Insel? Exemplarisch unsere Anreise. Mit der roten U-Bahn Linie zur Station Newton. Dort auf die blaue Linie nach Bugis und in der Bugis Station die grüne Linie mit Ziel Tanah Merah wählen. Die Station Tanah Merah verlassen und zu den bestens ausgeschilderten Bushaltestellen gehen. Ab Tanah Merat Station verehren die Linien 35 & 35M zum TMFT ( Tanah Merah Ferry Terminal). Das sind 3 Haltestellen und die Busse fahren ca. alle 20 Minuten. Die ganze Strecke ist locker in max. einer Stunde zu schaffen. Wichtig: TMFT ist wie ein Flughafen, es gibt eine Ausreisekontrolle und man sollte 2 Stunden vor Abfahrt da sein. Bei einer möglichen Rückreise von Bintan nach SIN sollte man den Busfahrer fragen, ab er die Tanah Merah Station anfährt. Nicht jeder 2. Bus der Linie 35 fährt bis dorthin.

Wir schleppen übrigens nicht unser ganzes Gepäck mit nach Bintan. Da wir die 3. Woche wieder in SIN verbringen, hatten wir zwei Optionen. Entweder unsere Rucksäcke im JEN deponieren oder aber bereits in unser neues Hotel schaffen. Klar wir haben uns für die zweite Option entschieden. Das war übrigens kein Problem, einfach an der Rezeption fragen. Die Hotels in SIN sind zwar recht teuer, dafür ist der Service aber meistens auch sehr gut.

18.11
Es klappte alles wie beschrieben. Dank des gebuchten Emerald Service, so nennt die Fährgesellschaft ihre Business Klasse, klappte das Einchecken wie am Schnürchen. Am TMFT Schalter waren wir die ersten und nach kurzer Wartezeit konnten wir bereits beim Gepäckschalter unsere kleinen Koffer abgeben. Die Ausreise verlief unspektakulär und nach insgesamt 10 Minuten waren wir bereits ausgereist und saßen entspannt in der Emerald Lounge bei einem Saft nebst Keksen. Ca. 10 Minuten vor unserer Abfahrt traf dann die Fähre aus Bintan kommend ein und pünktlich gegen 14:00 Uhr, begann das Einchecken. Da wir insgesamt recht wenige Fahrgäste waren, legten wir dann gegen 14:15 ab. Ich hatte bei unserer Emerald Buchung auch eine HappyHour Option gewählt und so erlebten wir die ruhige überfahrt mit jeweils 2 Büchsen Tiger Bier recht entspannt und kurzweilig.

Nach genau 70 Minuten Überfahrt, verließen wir dann als erste das Boot und dank bereits erfolgter Visa Formalitäten dauerte es gefühlte 15 Minuten bis wir in unserem Zubringerbus für unser Hotel saßen. Zurückblickend kann ich somit sagen, dass es zumindest eine Überlegung wert ist, bei einem längeren Aufenthalt in SIN, über ein paar Tage Bintan nachzudenken. Der Wechsel auf diese Insel ist problemlos und schnell machbar.

Unsere Hotel, das Nirwana Resort Hotel, gehört zum Nirwana Garden und ist eine kleine Welt für sich.

Das Gelände ist riesig, derzeit fast touristenleer und gliedert sich in verschiedene Übernachtungsklassen. Wir haben für unsere Zeit zwischen dem 18.-24. Nov. eine mittlere Preisklasse inkl. Frühstück gewählt. Dies ist empfehlenswert für all diejenigen, die diesem goldenen Käfig zumindest zeitweise entfliehen wollen. Das Resort richtet sich vor allen Dingen an Touris aus Singapur. Es ist eine heile Welt, ohne Stress, mit überaus freundlichen Angestellten, top organisiert und sauber. So wie es der gestreßte Gast aus Singapur halt erwartet. Das ganze hat natürlich seinen Preis. Ein Abendessen (reichlich und lecker) ist ohne Alkohol, nicht unter 90€ (für zwei) zu bekommen. Deshalb waren wir froh, dass ich bereits zeitig einen Vermieter für Roller auf dieser Insel ausfindig gemacht hatten. So erhielten wir dann am 19. morgens bereits unseren Scooter und damit die Möglichkeit, mehr als nur diese heile Welt zu erkunden.

Die Fahrt aus dem Resort dauert gefühlt ewig. Unser kleiner Roller trägt uns bis zum 2. Kontrollgate, das sind exakt 14,5 Kilometer. Danach beginnt eine andere Welt. Die Straßen werden belebter, am Rand liegt auch mal etwas Müll und die Häuser und Verkaufsstände am Straßenrand entsprechen mehr dem Standard der 2.-3. Welt. Was aber bleibt, ist die Freundlichkeit, die uns allenthalben entgegenschlägt. So erkunden wir mit unserem Scooter die Insel, werden bei den regelmäßig vorkommenden Regenschauern mal weniger, viel öfter aber mehr als nur ein wenig nass. Bereits am 19. haben wir in der Nähe des 2. Kontrollgates unsere Lieblings Esshalle gefunden. Hier bieten, in einer großen „Scheune“, verschiedene Familien Ihre Speisen an und für insgesamt 6-12€ ist die Qualität nicht schlechter als im Hotel und sehr lecker! Ich behaupte sogar, es ist wesentlich frischer. Somit hat sich unsere Scooter Leihgebühr (5T, 135SGD) bereits nach 2 Tagen mehr als amortisiert. Übrigens, eine Tankfüllung, das ist dann eine 1,5 Liter PET Flasche, kostet hier 20000 Rupien, das sind 1,20€ und das reicht für einen ganzen Tag.

An dieser Stelle muß ich unbedingt ein wenig Werbung für Mr. Umun machen. Unter Facebook findet man ihn mit Suche unter:“Rent bike Scooter in Bintan“. Wer WhatsApp nutzt kann es auch direkt mit folgender Nummer versuchen: +65 85265999817
Mr. Umun ist Reiseführer, vermittelt Fahrgelegenheiten und organisiert Touren und nebenbei vermietet er Scooter. Unsere Freunden Britta Schr.. & Uwe konnten wir bereits von seinem fairen Angebot überzeugen.

Rückblickend war der Ausflug nach Bintan eine gute Entscheidung. Die Herren aus Singapur waren recht clever, ca. 1/4 dieser Insel vom indonesischen Staat für insgesamt 100 Jahre zu pachten. Dieses 1/4 ist dann hauptsächlich der Teil, der dem Stadtstaat gegenüber liegt, mit seinen wunderschönen Stränden und der parkähnlichen Botanik. Hinzu kommt noch recht viel unberührtes Land mit seinen Echsen- und Affenpopulationen. Dazu dann jede Menge mäandernder Flussläufe mit den typischen Mangrovenwäldern und den berühmten Glühwürmchen. Letztere haben wir nicht gesehen, den Mangroven sind wir auf unserer Scooter-Tour nur einmal recht nahe gekommen und schon war meine Frau mehr als angeknabbert. Moskitos und so, Ihr versteht? Das haben wir uns dann geschenkt. Unser Fokus lag da mehr auf recht lange schlafen, lecker Frühstück, dann 1-2 Stunden zum Pool und danach ab mit dem Roller in die Freiheit.
Leider zeigt sich hier auch das Alter des Schreiberlings. Früher waren tausende von KM kein Problem für ihn. Heutzutage, schmerzte nach ca. 40 KM bereits der Popo und wie es der Zufall wollte, standen wir dann meistens vor unserer Lieblings Food Hall. Es war auch einfach zu genial lecker dort!
So vergingen die Tage mit den 3 großen „sch“ recht schnell (schlafen, schwimmen, schlemmen) und wir fanden uns dann am Sonntag gegen 11:45 bereits wieder an Bord unserer Fähre Richtung Singapur. Schön war es hier und folgend noch ein paar Impressionen

24.11. Singapur
Die Einreise war aufgrund der bereits oben erwähnten App ein Klacks und in sage und schreibe 5 Minuten erledigt. Bintan ist somit wirklich bereits bei 1-2 Tagen Aufenthalt weder ein Belastung noch ein riesiger Aufwand, sondern schon fast ein Muss, wenn der geneigte Weltenbummler bereits viel von Singapur gesehen hat.
Aber vergangenes ist Vergangen und Neues, gilt es nun noch zu entdecken. Hört sich vielversprechend an und das ist es zum Teil auch. Zuerst einmal suchten wir unser neues Hotel auf und das ist dann wirklich eine Alternative für preisbewusste Reisende. Das Hotel Farber

liegt verkehrsgünstig an der Circle Line, ist hipp eingerichtet, verfügt über einen schönen Dachpool, bietet ein recht gutes Frühstück, das Bett ist prima und Dusche und WC sind top. Wo liegt der Haken? Nun das Zimmer ist recht klein und es bedurfte schon etwas Zeit, bis wir unsere Sachen untergebracht hatten. Dafür wurden wir mit einem futuristischen Ausblick belohnt.

Blick aus unserem Hotelzimmer

Der Sonntag und Montag waren dann Hawker Tage. Ich liebe diese „Fresshallen“ und wenn dann zwischendurch etwas fotogenes vor die Linsen von Daniela gekommen ist, so findet man es in Auszügen nun hier.

Ankündigung
26.11.
Wenn wir schon mit einer der besten Airlines um die Welt jetten, so soll es auf dieser Reise auch zumindest eine außergewöhnliche Übernachtung geben. Wir haben uns diesmal für ein Hotel entschieden, dass mehr der klassischen Generation zugeordnet werden kann. Es ist das beste 5* Hotel Singapurs und in 2023 das 17. beste Hotel weltweit. Wir reden hier nicht von Marina Sands Bay, wir reden von einem richtigen klassischen Hotel mit Stil und Namen. Etwas, wo ein Krethi und sein Plethi nun einmal hingehören. Am 26. schnappe ich mir meine Badehose, ein paar Toilettenartikel, ich will nicht Unterhose und Socken sagen, und dann ziehen wir für einen Tag um. Unser bewährtes Zimmer bleibt, wenn dem Krethi es zuviel wird, dann flüchtet er lieber. Sein Plethi säuselte etwas von Champagner und Badewanne, wie grauslich.

26-27.11.
Was kann Luxus schön sein! Ganz ehrlich im Vorhinein haben wir so manchen Augenblick diskutiert, ob dass denn überhaupt nötig ist, wir uns das leisten sollten und wo hier der Mehrwert liegt. Dani war hierbei immer der Befürworter und ich mehr der Pessimist. Letztlich wisst ihr nun, wer sich durchgesetzt hat und rückblickend muß ich sagen, es hat sich gelohnt. Wenn wir jemals nochmals soviel Geld in die Hand nehmen sollten und vor der Entscheidung stehen würden, ob es nun das Marina Bay Sands oder das Raffles wird, so hat dieser Aufenthalt dazu geführt, dass zumindest wir wissen, welche Wahl zu treffen wäre.
Nun liegen diese 24 Stunden Aufenthalt bereits etwas hinter mir, doch der Flair dieses Hotels schwingt immer noch in mir nach.
Standesgemäß reisten wir mit dem normalen Linienbus an. Von der Bushaltestelle waren es nur wenige Meter bis zur Einfahrt des Hotels mit seinem weißen Kiesweg und dem wartenden Limousinenservice. Am Eingang warte bereits der weltbekannte livrierte Sikh-Pförtner, selbstverständlich nur auf uns. Er nahm Dani den Koffer ab und geleitet uns in die Empfangshalle. Das waren genau 5 Meter! Danach übernahm ein normal gekleideter Pförtner die Aufgabe und nach weiteren 5-10 Metern wurden wir einer „Hausdame“, heute sagt man glaube ich, „Junior Accounten Manager(in)“ dazu, anvertraut. Diese junge Dame geleitete uns durch den öffentlichen Teil des Hotels, vorbei an den vielen gewöhnlichen Tagesgästen, die hier nur zum Afternoon Tea oder zum Cocktail schlürfen verweilen und für unsereins nur als Staffage dienen. In diesem Moment fühlte ich mich wie der Duke vom Mühlenbach, nur leider hatte der Duke seine standesgemäße Kleidung vergessen und so schlurfte ich halt so hinterher. Nachdem der Checkin recht schnell erledigt war und meine Platin Sparkassen Karte heftig zu rauchen angefangen hatte, wurden wir in den ersten Stock zu unserer Suite gebracht. Es erwarte uns ein unglaublich geschmackvoll eingerichteter Raum, eine voll ausgestattete und bezahlte Minibar, nebst Pralinen und sonstigen Leckereien. Auf unserem Balkon richten andere ihr Studentenapartment ein und im Hof schaute die Bagage ehrfürchtig zu den neuen Hotelgästen herauf. Nachdem die Hausdame, ähm, ich meine natürlich Junior Accounten Agency, uns die Räumlichkeiten näher erklärt hatte, orderte Dani bereits 2 Singapur Sling für uns. Wir hatten schließlich wenig Zeit und davon nichts zu verlieren. Bis 23:00 freuten wir uns einen Wolf, erkundeten etwas das Hotel, nutzen ausgiebig die vorhandenen Annehmlichkeiten und schiefen dann friedlich ein. Keine Frage, Dani orderte natürlich ein Buchweizenkissen für ihr edles Haupt, die Duchess vom Mühlenbach kann doch nicht auf einem normalen herrlichen Federkissen schlafen.
Am nächsten Morgen nutzen wir noch sehr ausgiebig das hervorragende Frühstück und gegen 12:00 setzte dann schlagartig die Verwandlung ein. Plötzlich waren wir wieder der Krethi und sein Plethi und saßen um eine Erfahrung reicher in der selben Buslinie, nur dass diese uns zurück in unser lauschiges, kleines Hotelnest brachte.

Anfang der Woche dachte ich noch, „wir haben ja noch ewig Zeit“. Nun schreiben wir den 30.11., hier ist es genau 19:00 Uhr und wir haben gerade unsere Habseligkeiten zusammengepackt. Was soll ich sagen, die letzten Tagen sind dann doch wie im Flug vergangen. Nicht, das wir so außergewöhnliche Trips unternommen hätten. Nein, die letzten Tage bestanden mehr aus folgenden Ablauf, der sich in schöner Regelmäßigkeit wiederholte. 7:00 Wecker und Schwimmen im Pool – 9:00 Frühstück und Beobachtung der Mitmenschen. Ab 10:30 nutzen wir dann ausgiebig den Bus oder die MRT und reisten von links nach rechts. Hauptsächlich auf der Suche nach einer landestypischen Leckerei, einem außergewöhnlichen Photomotiv oder sonst einem Schnäppchen, dass hier an jeder Straßenecke einem auflauert. Singapur ist da echt anstrengend. Shopping oder Eating! Um diese beiden Grundbedürfnisse dreht sich hier alles und wenn man nicht aufpasst, springt dieser spezielle Singapur Virus einen ganz schnell an.
Im folgenden noch ein paar Impressionen von den letzten Tagen. Besonders gerne haben wir die Buslinie 57 vor unserer Haustüre genommen. Im durchklimatisierten Bus dann 2 Haltestellen für 0,11 SGD zurückgelegt und an der Haltestelle (MRT Harbourfront) das von dort fußläufig in 1-2 Minuten erreichbare Food Center inkl. angegliederter Mall aufgesucht. Hier gibt es einen Supermarkt, der ein ganz tolles Konzept verfolgt. Alles aus der Foodabteilung kann dort auch zubereitet und verspeist werden. So hatten wir gestern ein ganz tolles Austernbuffet, Steak mit Fritten und heute endlich ein Hamburger nebst Gambas für die Dani.

Folgend ein paar Impressionen aus den letzten Tagen.

Gleich geht es nochmals kurz raus die Füße vertreten und ein letztes Bierchen in unserem Supermarkt zu uns nehmen.
Morgen geht dann gegen 6:00 der Wecker. Um 7:00 buche ich mit der Grab App ein „Uber“ Taxi zum Flughafen und das bringt uns dann hoffentlich genau zum Terminal 3. Wenn alles wie geplant läuft, erwartet uns dort direkt am Taxistand der Butlerdienst von Singapur Airways und geleitet uns „smooth“ durch die Ausreiseprozedur. Ich hoffe, ab 8:30 sitzen wir spätestens in „The Room“ der speziellen und hoch ausgezeichneten 1st. Class Lounge. Mal sehen ob die Deppen es diesmal schaffen und wir nicht wieder (Einreise) nur auf dem Teppich kampieren können.
Wen es interessiert, hier unsere Rückreisedaten:
1.12.: LH9765 (SQ326) SIN-FRA 10:55-17:30 Singapur Air
1.12.: LH854 FRA-HEL 21:45-01:15+1 Lufthansa

Wenn wir in FRA ankommen, versuchen wir ins 1st.Class Terminal der Lufthansa zu kommen. Ein Ente sollte noch drin sein 🙂

Ab hier Eco
2.12.: LH2465 HEL-MUC 06:50-08:35 Lufthansa
2.12.: LH4068 MUC-DUS 11:45-12:55 Lufthansa

02.12.2024
Unsere Reise ist zu ende und ich muß zugeben, dass dieser Flugmarathon doch etwas anstrengend war. Besonders die letzte Meile, also vom Flughafen Ddorf bis zu uns nach Hause, dauerte über 3 Stunden. Wenn ich aber nun so am imaginären Küchentisch sitze, so zaubert sich doch ein breites Grinsen auf mein Gesicht. Schön war es und am 1.12. gab es dann noch das letzte Highlight. Wir nahmen von unserem Hotel mittels Grab-App ein äußerst preiswertes und pünktliches Taxi zum Flughafen. Unser Ziel war das Terminal 3 mit dem speziellen First Class Check in Bereich. Als wir dort ankamen, warteten bereits drei Portier neben unserem Auto und ab da mußten wir nichts
mehr unternehmen. Der ganze Check in war ratz fatz erledigt.

Nach der integrierten Passkontrolle führte unser Weg zur „The Room“ Lounge und hier erlebten wir die beste Lounge, die wir bisher besuchen durften. Eine tolle Umgebung, klasse Bedienungen und ein hervorragendes Menü erwarteten uns.

Klar kam dann im Abschluß noch „The Suite“ und spätestens dann waren wir für diesen Tag reizüberflutet. Was für ein Urlaub!