Bemerkenswert

Japan – Tokyo – die japanischen Alpen und gibt es auch die japanische Südsee? (14.2-17.3.2026)

Geneigte Leserschaft, ist es nicht irgendwie langweilig, immer dasselbe Land zu bereisen und dazu auch noch mit der Lufthansa denselben Carrier zu benutzen? Nun, ich will es einmal so formulieren, Luxus kann niemals langweilig werden, wenn er in Dosen angewandt wird – und Krethi mit seinem Plethi müssen sich diesen Luxus schließlich täglich erarbeiten. Das ist zwar ein wenig geflunkert, aber lassen wir es einmal dabei. Freuen wir uns lieber, auf die letzte absehbare 1st. Class Flugreise und hoffentlich einen tollen Aufenthalt im Staate Nippon. Diesmal reisen wir mit einem befreundeten Ehepaar, nennen wir sie mal „S“ und „D“. Unsere gemeinsame Reise führt uns von DUS über FRA nach Tokyo HND. Wir werden 4 Tage Tokio erkunden und dann in der Grand Class eines Shinkansen weiterreisen nach Nagano. Hier am Tor zu den japanischen Alpen, machen wir einen kurzen Abstecher in den „Affenpark“ bevor wir dann in der Green Class eines Shinkansen nach Toyama weiterreisen. Ich bin schon sehr gespannt auf die Grand Class und ob diesmal die Getränke und das Essen inkludiert sind. In Toyama, das liegt an der Nordküste gegenüber von Tokio, erleben wir hoffentlich etwas raues Seeklima und können dann umso mehr die Meeresfrüchte genießen, wofür diese Region bekannt ist. Hier trennen sich dann auch unsere Wege. S&D fahren weiter nach Osaka und verbringen den Rest Ihrer 14 Tage Reise in dieser Region. Für uns geht es dann erst richtig los. Wir fahren zurück nach Tokio und dann geht es per Flugzeug in den äußersten Süden des Landes. Weit über Okinawa hinweg auf die Insel Ishigaki-Jima. Wer mal auf die Landkarte schauen mag, Ishigaki liegt nur „wenige“ Kilometer vor der Küste Taiwans. Ich hoffe die Chinesen machen nicht just in dieser Zeit etwas Dummes!
Ishigaki – in der japanischen Südsee – soll ein Traum sein. Weiße Strände, hervorragende Tauchspots und eine Bevölkerung, die so ganz anders sein soll, als der Durchschnittsjapaner auf Honshu.
Dazu ein anderes Essensangebot. Selbstverständlich wird es auch hier Ramen und Co geben, aber zusätzlich ist die Insel (es ist ein Archipel) bekannt für seine ausgezeichneten Rind- und Schweinefleischgerichte. Ich bin schon sehr gespannt, liebe Leserschaft.
Wenn wir dann genügend Sonne und Salzluft getankt haben, geht es zurück nach Tokio und dann richtig in die Alpen. Wir wollen dann noch etwas den berühmten „japan powder“ genießen und eine Woche Skifahren, ehe es dann für den Abschluß zurück nach Tokio geht. Den Heimflug beginnen wir diesmal in Tokio Narita und fliegen mit der SWISS über Zürich nach Frankfurt. Leider „nur“ business, aber halt in der sehr guten Swiss. Der Rest wird dann wahrscheinlich Chaos mit der Bahn sein und so hoffen wir mal, zumindest in Köln zu stranden, da wir dort sicherheitshalber noch eine Übernachtung gebucht haben. Sollte alles planmäßig verlaufen, werden wir tags darauf, im geliebte Aachener Revier ankommen.

Werte Leserschaft, konnte ich etwas Ihre Neugierige anregen? Es würde mich freuen, wenn Sie uns zahlreich begleiten würden. Los geht es – bald. Ihr Krethi!

14.2.
Geneigte Leserschaft, kann die Zeit schneller vergehen, als in Gesellschaft guter Freunde? Ich meine nein und so fällt es mir schwer, nun endlich die bereits vergangenen Tage hier zu „Papier“ zu bringen. Fangen wir somit langsam mit dem 14.2. an. Die Anreise von mir und Plethi verlief erstaunlich gut. Mit dem Bus zur Ersatzhaltestelle der Bahn und dann weiter mit dem Schienenersatzverkehr zum Hauptbahnhof nach Aix la Chapelle. Mir ist heute ganz französisch zumute. Dort dann mit der Bimmelbahn, ganz pünktlich, zum Flughafen Düsseldorf. Ich erzähle hier nun nicht die Episode einer unwilligen Verkaufskraft, die mir ein Wurstbrötchen am Morgen verkaufte und bei Bezahlung mit einem 20er ein Rückgeld von einem 10er, 2 x 5er und einer 2er Münze zurückgab und dann bei meiner freundlichen Reklamation erstmal behauptete, er hätte alles korrekt gewechselt. Nun ja, Mathematik und frühes Aufstehen, vertragen sich nicht immer. Was soll’s, wir konnten es letztlich klären. Aber wo war ich? Ach ja, wir düsten also in einem karnevalistisch versiften Zugabteil Richtung Flughafen und kamen dort überaus pünktlich an. Das Maritimhotel war diesmal unsere erste Wahl.

Maritim Hotel

Nachdem wir kurz eingecheckt hatten, machten wir uns auf zum TuS-Treff. Näheres zu dieser Lokation findet sich in unseren älteren Reiseberichten. Dort machten wir dann einen Tisch für den Abend klar. Zurück im Hotel warteten wir dann auf ein Lebenszeichen von S&D. Die Beiden hatten sich für das Sheraton entschieden. Zur vereinbarten Zeit, trafen wir uns dann am Vorabend Check in Schalter der „Lusthansa“ und jeder checkte nach seinem Stand ein. Wir in die First und unser „Gefolge“ in die Business Class. Klar egalisierten wir diesen Standesunterschied bei einem nachfolgend leckeren Schnitzelchen, etwas Grünfutter und reichlich kühlem Pils im TuS-Treff.

Die darauf folgende Nacht schliefen wir alle gut, jeder an seinem Platz und der nächste Tag hielt dann ein erstes Highlight für uns und unsere Gäste bereit.

15.2.
Unser Flug ging recht früh und so trafen wir uns zeitig und durchliefen gemeinsam den Sicherheitscheck am Düsseldorfer Flughafen. Hier hatte man dann für alle Fluggäste eine kleine Überraschung parat. Die durchweg freundlich und hochmotivierte ex anatolische Belegschaft hatte für uns alle ein Spezialprogramm hinterlegt. Jede zweite Tasche wurde zum Drogentest ausgesondert. Dazu kam dann noch das Gepäck von den „Schlümpfen“ die immer noch nicht wissen, dass Nagelfeilen, Flüssigkeiten oder fast noch lebender Proviant nicht ins Handgepäck gehören. Was soll ich sagen, wir und besonders D waren nach dieser Tortur schon recht genervt. Wie gut, dass es eine Senator Lounge gab und dort ein leckeres Frühstück auf uns wartete.

Der Rest, hiermit meine ich den Kurzflug nach Frankfurt verlief unspektakulär. In FRA angekommen verließen wir dann das Terminal und machten uns mit unseren Gästen auf zum First Class Terminal der Lufthansa. Hier wurden wir dann endlich standesgemäß abgefertigt und wenig später genossen wir Ruhe, leckeres a la Card Essen und den ersten Schampus.

Zusammen brausten wir dann noch in einem Büschen direkt zu unserer 747 wo wir uns dann separieren mußten.

Die einen auf das Oberdeck in ihre Business und wir ganz in die Spitze, wo unser Thron (hiermit ist der Doppelsitz in der Mitte gemeint) in der First auf uns wartete. Was folgte, war für beide Parteien ein überaus leckerer, entspannter und mit einem gesegneten Schlaf verlaufender Flug. Tokio, wir kommen.

16.2
Nach einem guten Frühstück an Bord unserer alten Dame war Tokio Haneda bereits in Sicht und so dauerte es nicht lange, bis wir vor der Einreise standen. Dank unserer vorab Registrierung war dann die Emigration und der Zoll schnell und einfach erledigt und so trafen wie S&D völlig entspannt. Was soll ich sagen, geneigte Leser, wir waren so entspannt, dass wir anfangs zu blöd waren, um unsere vorab bestellten Shinkansen Tickets am Automaten abzurufen. Merket auf, will ich hier rufen, es war nicht das wir, ich war zu blöd. Was war geschehen? Anstatt den tatsächlichen QR-Code zu scannen, benutze ich den Code aus einem beliebigen Beispiel. Es dauerte zwei Minuten bis mein Groschen endlich fiel. Danach ging es dann easy weiter. S&D besorgten wir eine Suica Karte am Automaten und luden sie auch sogleich auf. Mittels dieser aufladbaren „Geldkarten“ konnten wir dann den regionalen Zugverkehr Richtung Innenstadt besuchen. Leider war ich bei der Streckenauswahl etwas – sagen wir lieber partiell – unaufmerksam. So kam es dann, dass wir nicht rechtzeitig den Zug wechselten und wir dadurch etwas länger unterwegs waren, als geplant. Aber jede Extratour endet dann irgendwann und so erreichten wir dann Tokyo Station (Hauptbahnhof)

Tokio Station (Hauptbahnhof)

und gönnten uns in den Außenarkaden erstmal 2 Runden Bier. So gestärkt erreichten wir dann nach einem kurzen Fußmarsch unser Hotel in Nihombashi (Sotetsu Fresa Inn Nihombashi). Hier mußten wir dann erstmal warten. Merket auf liebe Leserschaft. Wenn ein Hotel in Japan um 15:00 Uhr bezugsfertig sein soll, dann ist es das nicht bereits um 14:00 Uhr. Es ist es ganz genau um 15 und keine Minute davor. Habt ihr das verstanden?
Dem Krethi war das schon lange klar, dem eingefleischten Protestanten aber nicht. So kam es dann, dass wir erst einmal abgewiesen wurde, irgendwo in der Nähe unserer Unterkunft ein leckeres Süppchen zu uns nehmen durften, auf Shopping Tour gingen und danach endlich unsere wirklich kleinen Zimmer aufsuchen konnten. Apropos Shopping Tour, entgegen meiner Erwartungen war der Kosmetik Teil dieser Tour ratz fatz erledigt, die Damen unserer Gesellschaft wußten ganz genau was sie wollten und High Quality ist hier in Japan recht günstig. Unser Messer „D“ war da schon etwas unsicherer. In einer Einkaufsstraße (35.71147,139.78810) wo wir zig Haushaltswaren bzw. Messer Läden vorfanden, war er anfangs recht erschlagen. Aber letztendlich konnte auch dieser Einkaufswunsch zur völligen Zufriedenheit abgeschlossen werden.


Zum Abschluß dieses Tages waren wir dann noch in einer kleinen Izakaja (Kneipe) und genossen das ein oder andere Bier vom Fass. Dazu gab es Kleinigkeiten zum Knabbern. Verstehe man mich bitte nicht falsch. Wir waren in einer Hühnchen Izakaja. Hier gab es somit lauter Leckereien vom Federvieh und D mußte manchmal kapitulieren. Es ist nun mal nicht jedermanns Sache was der feuchtfröhliche Japaner so bei seinen Trinkeinlagen zu sich nimmt!

17.2.
Morgens (8:00) machten wir uns auf zum Tsukiji Fishmarket und genossen verschiedene Qualitätsstufen beim Thunfisch. Mir schmeckt sehr gut die teuerste Variante, das fette Fleisch der Unterlippe oder vom Schwanz des Fisches. Unseren Mitreisenden mundete dies überhaupt nicht. S präferierte hier ganz klar die europäische Version, so mager wie möglich. Den Japanern wird es gefallen, so bleibt mehr für sie.

Nach dem Fishmarkt schlenderten wir noch etwas durch den Stadtteil von Shinjuku. S&D verabschiedeten sich zu einem Schlummerstündchen und wir besuchten noch Godzilla und die 3-D CAT (35.69518,139.70192 und 35.69283,139.70080).


Gegen 17:00 waren wir dann wieder vereint und machten uns zum 2ten Highlight des Tages auf, eine Yakatabune Dinnerfahrt auf den Kanälen Tokios (Yakatabune Funasei via get your Guide, 35.62411,139.74396). Lecker Essen und endlos trinken war nun für 2 1/2 Stunden angesagt und so beendeten wir diesen Tag gut abgefüllt gegen 23:00 Uhr.

18.2.
Manchmal kommt es anders als man denkt! Wir mußten den heutigen Tag etwas umgestalten. Ursprünglich wollten wir nochmals früh zum Fischmarkt. Leider war ein Teil unserer Reisegruppe nicht ganz fit durch die Nacht gekommen, so blieben 50% etwas länger im Bett und der Rest erkundete die hervorragende und kostenlose Aussicht vom Metropolitan Gov. Building (35.68965,139.69166). Gegen 13:00 trafen wir uns dann und es ging mit der Metro Richtung Sky Tree. Was für eine schöne Aussicht. Gestern Abend konnten wir von Bord die Aussicht auf den Turm genießen, heute stehen wir nun selber auf 450 Meter über dem Meeresspiegel.

Danach gönnten wir uns das ein oder andere Bierchen und abends besuchten wir dann Shibuya Sky. Eine Aussichtsplattform im 45 Stockwerk mit Außenrolltreppe. Einfach mal bei Facebook oder Google nachschauen.

19.2.
Liebe Leserschaft, wer Hologramme und Lichtspiele mag, der sollte einmal bei Team Lab in Tokio vorbeischauen. Wir machten dies an diesem Tag und da die Anreise etwas kompliziert ist, nutzen wir erstmals das japanische Gegenstück zu UBER. Ich buchte uns über die GO-App ratz fatz ein Taxi und so erreichten wir für kleines Geld pünktlich gegen 9:00 die Location.


Danach besuchten wir den Toyosun Fischmarkt (weltgrößter Fischmarkt), schauten in eine leere Halle wo morgens eigentlich eine Thunfischauktion auf der Tagesordnung stand, aßen lecker Sushi in den angrenzenden Lokalen und bummelten weiter nach Asakusa um in der dortigen Brauerei ein kühles Blondes zu genießen (35.71015,139.80036).

Das Wahrzeichen der Brauerei ist „gelb“. Was soll das sein?


Gegen 20:00 hatten wir dann ein Abendessen gebucht in einer wirklich eleganten und lohnenswerten Sushibar.
(Sushi Kenshin Ebisa, 35.64603,139.71724)
Wir verbrachten dort sehr angenehme 2 1/2 Stunden.

20.2.
Tokio adieu, um 10:22 ging es ab Tokio Station mit einen Shinkansen in der exklusiven Grand Class in weniger als 1 1/2 Stunden und mit lecker Essen und Trinken (inkl.) nach Nagano.


Dort angekommen besorgten wir uns im Bahnoffice (Touristenschalter) alle nötigen zukünftigen Shinkansentickets. Merket auf liebe Leserschaft. Bahntickets sollte man sich immer einige Tage vor dem eigentlichen Reisetermin besorgen, sonst kann es passieren, dass der Zug ausgebucht ist und/oder die begehrte Green Class (oberhalb der ersten Klasse in D) nicht mehr buchbar ist. Kleiner Tip, Shinkansen Tickets ab Tokio besorgt man sich bereits zuhause via klook.com und druckt diese später am Flughafen in Haneda oder Narita aus. Den Rest besorgt man sich dann in jeder beliebigen kleinen Bahnstation. Wenn sprachliche Probleme auftauchen, bedient man sich des google translators (App) und bereits zuhause erkundet man die gewünschten Verbindungen, mittels der NAVITIME App.
Nach diesen kleinen Tipps kommen wir nun zurück zum Tagesverlauf. Nachdem wir uns die Tickets (S&D zu 100%) (Krethi und Plethi zu 50%) besorgt hatten, verließen wir den Bahnhof und wir verbrachten einen kalten aber sonnigen Tag auf dem Gelände des Zenko-ji Tempels bevor wir dann abends mein Lieblingsrestaurant im Bahnhofsgebäude aufsuchten. Hierbei handelt es sich um ein Steakrestaurant im Obergeschoß, direkt neben der Rolltreppe. Nachmachen ist dringend empfohlen.

21.2.
Das Metropolitan Hotel in Nagano ist meine erst Wahl. Große Zimmer, gute Betten, ein leckeres Frühstück (zumindest für Menschen die japanisches Essen zu schätzen wissen) ein geräumiges Bad und vor allen Dingen direkt ans Bahnhofgebäude angeschlossen. Ab 7:30 frühstückten wir und um 8:50 waren wir bereits „check out“ und auf dem Weg zur nahen Autovermietung. Hier hatte ich uns für 2 Tage einen Nissan für 6 Personen reserviert und in diesem brausten wir um 8:30 dann vom Hof der Autovermietung. Krethi war der einzige Fahrer und in aller Bescheidenheit kann ich schon vorausgreifend sagen, dass ich meine Fahrgäste gut ans Ziel und wieder zurück brachte. Ich hatte tolle Fahrgäste, meistens waren Sie mein zweites oder drittes Navigationsgerät. Öfters hatte ich auch einen Fahrlehrer an Bord und vereinzelt wollte mir jemand die Vorzüge einer analogen ADAC-Karte schmackhaft machen. Unter dem Strich aber, war es eine vergnügliche Autofahrt.


Wo wollte ich nun hin – ach ja, wir fuhren somit von Nagano nach Yudanaka Onsen um den berühmten Affenpark zu besuchen und abends einmalig, zumindest für S&D in einer original japanischen Herberge, genannt Ryokan, zu nächtigen.
Was soll ich sagen, die Damen waren im Affen- und Fotofieber und alle Erwartungen wurden erfüllt.

Den Nachmittag verbrachten wir bei bestem Wetter im Dorf (Yudanaka Onsen) bei so mancher Büchse Bier und abends besuchten wir dann noch eine mir bekannte Izakaya. Hier erlebten wir, alle total ausgehungert, einen Schock. Pünktlich gegen 18:00 bei der Eröffnung, standen wir vor der Tür und als D hineinstürmen wollte bekam er die Ansage vom Wirt, „sorry only drinking-no Restaurant“. Ich habe selten einen so geknickten „D“ gesehen. Aber was soll ich sagen, der Krethi, kurze Verhandlung und es war klar, wir können doch „Kleinigkeiten“ bestellen. Diese Kleinigkeiten waren dann etliche Spieße mit Hühnerfleisch, Leberspieße, Kartoffelsalat, eingelegtes Gemüse, Sushi und Ramensuppen. Dazu dann etliche Bierchen und natürlich Wein für „S“. Ein schöner Abend.


Die Nacht war es dann nicht für uns alle. Ein Ryokan hat i.d.R nur einen Schlafraum ohne Bett, man schläft
landestypisch auf einer Matte direkt auf dem Boden – Fachleute sagen Futton. Ich sage herrlich, für andere ist dies eine Tortur. Wenn dann auch noch das WC/Bad auf dem Flur liegt und wir versuchten unseren Gästen die Vorzüge eines privaten Onsen schmackhaft zu machen, dann kann dies schon einmal Alpträume und weitere Beschwerden auslösen. Geneigte Leserschaft ich habe hier natürlich nur spekuliert, Fakt war jedoch, einer schlief besonders schlecht und am nächsten Tag, war das echt tolle japanische Frühstück für so manchen auch kein Pluspunkt. Ich kenne jemanden aus meinem Freundeskreis, für den war China vor Jahren keine kulinarische Offenbarung und ich denke, ich kenne nun eine oder zwei Person, die nicht unsere Begeisterung für dieses Land zu 100% teilen werden.

22.2.
Die Rückfahrt nach Nagano verlief super und wir waren viel zu früh bereits wieder am Bahnhof. Da aber der Wettergott es ausgesprochen gut mit uns meinte, suchten wir uns ein bequemes Plätzchen im Außenbereich und bei 30 Grad in der Sonne, war viel Sonnencreme und leckere Kühlflüssigkeit angesagt. Die Fahrt mit dem Shinkansen nach Toyama in der sehr guten Green Class war in 50 Minuten erledigt und so enterten wir zügig unser in Bahnhofsnähe gelegenes Hotel JAL Toyama (sehr zu empfehlen).


„D“ war für die Auswahl dieses Hotel verantwortlich und ich muß sagen, erste Sahne lieber „D“. Große Zimmer und ein tolles Bad, ich bin auf das Frühstück gespannt.
Den Rest des Tages verbrachten wir bei ca. 20 Grad unter freiem Himmel, suchten in der Abenddämmerung eine Foodhall (im Bahnhofsgebäude) auf und dann trennten sich für heute unsere Wege. Ein Teil ging aufs Zimmer der andere erkundete noch etwas die Geschäftswelt von Toyama. Es gibt immer etwas, was man noch brauchen kann und wenn es auch nur Kumquats zum Nachtisch sind. Gute Nacht!

23.2.
Liebe Leserschaft, ich kann ohne rot zu werden behaupten, dass unser jetziger Standort nebst Hotel so einiges rausgerissen hat. Aber fangen wir ganz von vorne oder besser, mit einer kleinen Bettgeschichte an. Keine Angst, ich gleite nun nicht ins seichte Gewässer ab. Ich will nur berichten, dass wir alle hervorragend genächtigt haben und die morgendliche Duscheinlage in dieser kleinen Wellnessoase uns allen gut getan hat. Nach reichlich Schlaf und anschließendem guten Frühstück, ging es heute auf Erkundungsfahrt. Wir wollten etwas näher an die Küste und in dem kleinen Fischerort Hachimanmachi die sagenhafte rote Schnee-Krabbe kennenlernen – oder so.

Wer dieses Tierchen auch unbedingt probieren will, nimmt von Toyama aus die „Man-Yo-Line“ und steuert den Shinminato Kittokito Fisherman‘s Wharf an. Goggeln oder NAVITIME hilft!
So scheuten wir keine Mühen und machten uns im modernen Japan mit nicht so ganz modernen Forbewegungsmittel auf, diese einzigartigen Tierchen näher kennen zu lernen.

Keine Frage es ist uns gelungen!

Zurück aus Hachimanmachi machten wir dann mit einer Tram noch eine kleine Stadtrundfahrt und landeten dann endlich am Abend in der angesagten Ramenbar von Toyama. Hier genossen wir mehrheitlich die hier typische „schwarze“ Ramensuppe. Lecker – und das war zu 100% die Meinung der gesamten Trupppe. Ramen gut – alles gut.

24.2.
Zeit des Abschieds. Nach dem Frühstück hieß es nun, auf getrennten Wegen Japan zu erkunden. Wir sagen S&D adieu – es war schön mit Euch.

Ihr Weg führt nun Richtung Kyoto und Osaka und ich bin gespannt, was die Beiden so zu berichten haben, aber das ist dann nicht mehr Teil dieses Bogs. Ab jetzt muß die liebe Leserschaft wieder mit Krethi und seinem Plethi vorlieb nehmen. Wir haben noch etwas Zeit bis wir dann gegen 10:45 auch das Hotel verlassen müssen um die wenigen Meter Richtung Bahnhof zurückzulegen. Während S&D in der bewehrten Green Car reisen, wollte Plethi nochmals Grand Class genießen und da wir bis Tokyo rund 2 1/2 Stunden unterwegs sind, lohnt sich das dann irgendwie. In Tokyo werden wir dann in der unmittelbaren Nähe zum Airport Haneda im Kawasaki King Skyfront Tokyu REI Hotel übernachten um dann morgens recht früh mit der ANA nach Ishigaki aufzubrechen. Dazwischen liegt aber noch „one Night in Tokyo“. Mal sehen ob ich hierzu noch einen Kurzbericht nachreiche.

Nachtrag zum 24.2
Pünktlich um 11:20 verließen wir, in der Grand Class eines Shinkansen, Toyama. Fast hätte ich noch das Steuer übernommen.

Hierbei machte ich bei der Buchung den gleichen Fehler wie vor einem Jahr. Merket auf liebe Leserschaft, nicht jede Grand Glass hat eine Verpflegung inbegriffen. Ich weiß, wo ich das in der NAVITIME App ersehen kann, aber so manches mal, überlese ich es. So passierte es auch diesmal und wenn ich nun ganz ehrlich bin, ich hatte auch keine andere Wahl. Der „Verpflegungszug“ startete erst um 16:00 Uhr, dass wäre für unser Ansinnen sowieso zu spät. Was blieb, war einzig die Enttäuschung, als keine Zugbegleitung mit der Verpflegung erschien. Verstehe man mich nun hier nicht falsch, es war trotzdem eine sehr luxuriöse und angenehme Reise.

So erreichten wir gegen 14:00 Tokyo Station, suchten uns im Untergeschoß ein leckeres Restaurant und machten uns nach einem leckeren Mittagessen auf, via Nahverkehr, das Kawasaki Hotel zu erreichen. Nach dreimaligem Umsteigen und einem Fußmarsch von 1,5km kamen wir dort gegen 16:30 an.

Das Kawasaki Hotel liegt relativ weitab vom Schuß, seinen Vorteil spielt es aus, durch die Nähe zum Haneda Airport und den hauseigenen Shuttle Service, der in 10 Minuten z.B. Terminal 3 erreicht. Da wir einen Inlandsflug vor uns hatten, starteten wir diesmal von Terminal 2. Dahin braucht dieses Shuttle dann 15 Minuten. Aber bevor ich über das kleine Missgeschick spreche, was uns am nächsten Tag beim Transport passierte, erzähle ich noch kurz, wie der restliche Tag so im Kawasaki Hotel ablief.
Höhepunkt war ein kleiner Spaziergang mit Blick auf den nahen Flughafen und ein Bad im hauseigenen Onsen. Herrlich!

25.2.
Der Wecker ging um 5:00, gegen 5:50 standen wir bereit für den Shuttle Bus. Liebe Leserschaft, in diesem Hotel gilt der Grundsatz, keine Reservierung, wer zuerst kommt fährt mit, ist der Bus voll haben die Letzten halt Pech und nehmen ein Taxi. Wir waren pünktlich, übergaben unseren Koffer für Terminal 2 dem Fahrer und deponierten unsere Rucksäcke auf einem Sitzplatz im Bus. Die Fahrt verlief unspektakulär und als wir nach kurzer Fahrt am Terminal 2 ausstiegen, war ich kurzzeitig hoch zufrieden. Das änderte sich als der Bus losfuhr und ich meine Frau nach dem Koffer fragte. Schrecksekunde! Noch eine Sekunde! Erst dann realisierten wir, der Koffer ist noch im Bus und den sahen wir am Horizont verschwinden. Ich habe dann die Booking.com App aufgerufen und die beim Hotel vermerkte Telefonnummer markiert und angetippt. Warum? Nun wir haben für Japan nur eine Daten-SIM, somit funktioniert kein normales Telefon. Zum Glück für uns, funktioniert es aber aus der Booking.com App heraus. Ich erkläre mir das so, dass es wie bei WhatsApp funktioniert. Es klingelte also und ich konnte dem Hotelangestellten mein Problem mitteilen. Da nicht nur wir sondern auch der Fahrer einen Fehler begangen hatte, dauerte mein Telefonat nur ganze 2 Minuten und ich bekam die Auskunft, in 5 Minuten steht der Bus mit dem Koffer dort, wo wir ausgestiegen waren. Was soll ich sagen, so kam es dann auch und so blieb nur ein kurzer Schreckmoment am Morgen und alles war gut. Am Checkin der ANA hatten wir keine Probleme und als Senatoren hatten wir bei diesem Star Alliance Mitglied Vorteile bei der Gepäckmenge, der separaten Sicherheitskontrolle, Meilengutschriften und natürlich einen Loungezugang. Leider klappte kein Upgrade, da der Flug nach Ishigaki völlig ausgebucht war.
So kam es, dass wir die Lounge enterten, ein paar Bierchen zischten und pünktlich an Bord unserer Boing 787 gingen.

Flug ANA 089 startete pünktlich um 8:15, ich verschlief den Start und gegen 11:30 erreichten wir Ishigaki Jima.
Nach der Landung suchten wir die Station des Autovermieters auf und nach etwas Schreibkram nahm ich um 12:15 unseren zweiten Leihwagen in Besitz.

Danach hieß es einladen, Navi installieren und ab in Richtung unserer Herberge. Sagte ich es schon, hier waren es tags- und nachts zwischen 20-25 Grad. Nur die Luftfeuchtigkeit war etwas zu intensiv (Regen ab und an)
Auf dem Weg zum Hotel steuerten wir zuerst ein „all you can eat“ Buffet-Restaurant

an und gegen 16:00 erreichten wir unsere private Unterkunft in direkter Nähe zur Kabira Beach.
Ich war ziemlich groggy und so verbrachten wir den Rest des Tages auf dem Zimmer und gingen recht früh schlafen.

26.2.
Nach einem guten Frühstück stand Inselerkundung auf den Plan. Wie schon berichtet, haben wir hier durchgehende Temperaturen von 20-25 Grad, derzeit regnet es fast täglich und so waren wir happy, dass es am Ende dieses Tages nicht geregnet hatte und die Sonne mal kurz zwischen den Wolken hervor schielte.
Wir besuchten 3 Strände, Plethi verliebte sich in schwarze Perlen die es sonst nur auf Tahiti gibt und abends grillten wir unser eigenes Essen im „go Slow“.

Leider erhielt Plethi am Abend dann noch eine schlechte Nachricht und diese versaute Ihr den Abend und die Nachtruhe.

27.2.
Krethi schlief hervorragend was man von Plethi nicht behaupten konnte. Somit mußte Krethi heute besonders lieb zu seiner Plethi sein. Sein erster Versuch, den Wettergott zu beeinflussen scheiterte jedoch kläglich. Nach dem Frühstück öffneten sich die Himmelsschleusen und schiere Wassermassen erlaubten es nicht, nur einen Fuß aus dem Haus zu setzen. So hieß es abwarten und endlich gegen 11:00 hörte es auf. So konnten wir heute unsere 2 Inseltour starten. Es standen Aussichtspunkte und Leuchttürme auf dem Programm. Dazu dann ein kleiner Zwischenstopp in einem süßen Kaffee am Wegesrand. Habt Ihr schon mal Pizza mit Schimmelkäse und Honig probiert? Lecker!

Danach trauten wir uns dann ins Meer. Bei Wassertemperaturen oberhalb von gefühlten 20 Grad nicht unangenehm und bei einer artenreichen Wasserfauna in Strandnähe sehr unterhaltsam und schön. So blieben wir über eine Stunde zum Schnorcheln im Wasser und meine größte Fischsichtung waren zwei mittelgroße Naßhornfische (googeln).
Da an jedem Stand auch in der Nebensaison Umkleidekabinen und funktionierende kalte Duschen betriebsbereit sind, konnte wir nach dem Schnorcheln direkt nach Ishigaki Stadt aufbrechen und den Tag mit einem Austernessen beschließen.

28.2.
Heute war Cave man an der Reihe. Ishigaki hat mindestens 2 Grotten die man besichtigen kann. Da die erste Option am Wochenende geschlossen hatte, viel unsere Wahl auf die Sabichi Cave und ich muß sagen, wir wurden nicht enttäuscht. Die eigentliche Tropfsteinhöhle ist eher unspektakulär, spektakulär sind hingegen 2 Ausblicke, die sich bei der Wanderung erschließen.

Danach besuchten wir auf besonderen Wunsch meiner Plethi noch den Sunset Beach (menschenleer) bevor wir zum Essen diesmal einen Japanischen Thailänder aufsuchten und hervorragend scharf speisten. Etwas ausserhalb von Ishigaki Stadt gelegen, ist Ishigaki Farm to Table ARUN ein echter Geheimtipp. In diesem Resto ist der Name Programm. Alles wird in der hauseigenen Farm selber angebaut oder vom direkten Nachbar bezogen. Die Ehefrau hat ihre Kochkünste aus Thailand mitgebracht und der Ehemann ist ein hervorragender Gastgeber. Es war lecker und reichlich.

Weiter ging es mit der Inselerkundung. Nach bereits mehr 300km auf dem Tacho hatten wir schon den Ehrgeiz, möglichst viele schöne Stellen dieser recht kleinen Insel zu erkunden. Außerdem stand noch ein Mango Smoothie auf meiner Wunschliste und der Beweis an S&D, dass man in Japan auch draußen gemütlich essen und trinken kann.

Am Abend landeten wir dann in Ishigaki Stadt und hier wollte ich dann noch eine Kleinigkeit zu mir nehmen. Natürlich nicht nur ich, auch der kleine Hunger bekundete hierzu seine Absicht.
Wie der Zufall es so manches mal mit uns gut heißt, so fanden wir auch diesmal eine außergewöhnliche Lokation und wurden nicht enttäuscht. Wir empfehlen den Ishigaki Breakfast Club (kein Scherz) einen außergewöhnlich guten, für uns der Beste Burgerladen auf dieser Insel.

1.3.
Im Morgengrauen schlug bei mir Montezumas Rache zu. Ich denke, es war gestern etwas zu scharf für meine Verdauung. Da es sehr heftig war, beschloß ich, mein Zimmer vorerst nicht zu verlassen und in Sicherheitsreichweite zum vertrauten WC zu verbleiben. Dani erkundete bis nachmittags Kabira Beach und Umgebung. Ich verschlief bis 16:00 den Tag. Danach ging es wieder und wir schlenderten noch etwas in der näheren Umgebung herum und ich gönnte mir 2 Bananen. Bananen sind auf dieser Reise der Kaliumspender …. Insiderwitz ;))

2.3.
Liebe Leserschaft, Bananen sind das reinste Wundermittel. Gestern noch ein Abo für das WC, seit heute Morgen wieder fit wie ein Turnschuh. In weiser Voraussicht haben wir gestern online nochmals Fährtickets für Taketomi gebucht. Leider jedoch erst ab 13:30 hin und 17:50 zurück. Dies waren die letzten freien Online-Termine. Als wir morgens aufstanden, schien das auch eine glückliche Fügung zu sein. Es regnete in Strömen. Aber nach unserem Frühstück und einer kleinen Siesta klarte der Himmel auf und wir fuhren auf gut Glück zum Hafen von Ishigaki und tatsächlich durften wir die Fährverbindung gegen 11:30 nutzen. Des Rätsels Lösung erklärte sich dann nach kurzer Nachfrage. Online wird nur ein bestimmtes Kontingent vergeben, der Rest wird exklusiv am Schalter verkauft. So kam es dann auch, das unser Schiff nur zu max. 60% belegt war. Ich war mir somit auch sicher, nicht erst die letzte mögliche Verbindung des Tages nehmen zu müssen, sondern etwas früher. Wir haben heute schließlich unseren letzten Tag hier in der „Südsee“ und packen müssen wir auch noch. Aber wo war ich? Ach ja, die Überfahrt dauerte gerade mal 15 Minuten und dann betraten wir Taketomi. Eine Insel, wo fast nur Fahrräder und Ochsenkarren erlaubt sind. Die wenigen Verbrenner stehen meistens am Hafen und mit ihnen werden die ankommenden Touristen zu den Hotels oder Fahrradstationen gebracht. Wir wählten den zweiten Weg und leihten uns für 2 1/2 Stunden ein E-bike. Damit erkundeten wir das Inselchen, besuchten u.a. den berühmten Sternenstrand (dort findet man Sandkörner in gezackter Form = Sterne), ersparten uns das Sammeln und kauften für 100 Yen ein Säckchen beim Händler und investierten lieber die Zeit, den zweiten und weitaus schöneren Strand der Insel zu besuchen. So verging die Zeit im Sauseschritt und nach einem gesunden Drink radelten wir bereits zurück und durften tatsächlich die Fähre gegen 15:50 benutzen. Als wir dann in Ishigaki ankamen, bin ich noch schnell zum Schalter der Fährgesellschaft. Ich hatte ja noch 2 Roundtripp-Karten vom Vortag, die wir nicht benutzt hatten. Man stelle sich das einmal in D bei der DB vor. Du buchst ein Sparticket und lässt es verfallen. Ganz klar, Pech gehabt. In Japan ist das anders. Die nette Dame am Schalter prüfte meine Buchung, stellte fest, dass wir Vortags nicht gefahren waren und 5 Minuten später, hatte ich eine Gutschrift auf meinem Kreditkartenkonto. Natürlich ohne Bearbeitungsgebühr, das nennt man Kundenservice!
Danach haben wir dann noch die Foodhall (Ishigaki Public Market) aufgesucht und ein paar kleine Leckereien zu uns genommen. Der Abschied viel schwer, gerne wären wir noch etwas geblieben, zumal in der Nebensaison dies wirklich ein sehr entspanntes Fleckchen Erde ist. Aber die ANA ruft, packen müssen wir auch noch und der Driver will wenigstens abends noch ein Bierchen trinken, wenn das Töf Töf vor der Unterkunft geparkt ist.
Morgen heißt es dann, Wecker um 7:00, Frühstück gegen 8:30, Checkout spätestens gegen 10:00 und Rückgabe des PKW am Flughafen nicht später als 11:00. Zurück fliegen wir dann mit der ANA Flug 090 um 12:25, landen gegen 15:00 in Tokio Haneda und nehmen dort den Shinkansen um 17:24 nach Nagano, wo uns ein Zimmer im bekannten Metropolitan Hotel erwartet. Von der Sonne in den Schnee, aber das ist dann eine Geschichte, die ich in den nächsten Tagen erzählen werde. Gute Nacht wo auch immer ihr seid.

Hier folgen noch die Koordinaten zu verschiedenen Zielen auf der Insel. Wer sich bisher gefragt hat, was man mit diesen langen Zahlenkolonnen anfangen soll, kommt hier nun eine kurze Anleitung:

Unter http://www.google.de/maps diese Koordinaten einfach ins Suchfeld kopieren, dann wir der jeweilige Standort bei Maps angezeigt. Aber das war der geneigten Leserschaft bestimmt schon bekannt.

(Platzhalter Koordinaten)

3.3.
Liebe Leserschaft, es hätte alles so schön sein können. Leider kam es dann aber etwas anders. Zuerst lief alles wie am Schnürchen. Der Wecker klingelte um 7:00, Frühstück wie geplant, wir waren zeitig bei der Mietstation und der Wagen wurde ohne Komplikationen zurückgegeben. Freudig betraten wir alsbald das Flughafengebäude, waren dank Gold Status (Star Alliance) die einzigen am CheckInn Schalter und die nette Angestellte fand auch unseren Flug. Leider kam dann der Dämpfer und ich hatte es zuerst noch nicht mal verstanden. Plethi meinte dann, „hast Du verstanden? 2 Stunden Verspätung!“ Es dauerte etwas, bis bei mir der Groschen viel und dieser Satz zur Gewissheit wurde. Wir bekommen den bereits gebuchten Zug (Shinkansen) in Tokio nicht. Aber da war das Gepäck bereits aufgegeben, die Tickets lagen bleischwer in meinen Händen und wir gingen erstmal in die Abflughalle zurück, um an einem Tisch Kriegsrat zu halten. Was soll ich sagen, die eingeplanten Zeiten stehen oben im Text, durch die bereits avisierte Verspätung würde unser Flug nicht vor 17:00 in Haneda landen und von dort brauchen wir mind. 1 Stunde, um Tokio Station (Hauptbahnhof) zu erreichen. Somit war mit einem Schlag unser Shinkansenticket mit Startuhrzeit 17:24 nichts mehr wert. So dachten wir zumindest zu diesem Zeitpunkt. Wir fragten uns, können wir noch einen späteren Shinkansen buchen und werden wir nun die ganze Fahrt über stehen, weil es keine freien Sitzplätze mehr gibt und werden wir Probleme mit unserem Übergepäck bekommen? Fragen über Fragen, die uns zu diesem Zeitpunkt durch den Kopf schossen.
In solchen Fällen hilft am besten ein Bierchen, es entspannt und weitet die Blutgefäße. Somit strömt mehr Blut ins Gehirn und der Denkprozeß beginnt von vorne. So präpariert ging ich dann erneut zum Schalter und schilderte unser Problem. Zwischenzeitlich hatten wir zudem recherchiert und wußten bereits, dass man Shinkansentickets bis 5 Minuten vor Fahrantritt (vor Betreten des Shinkansen Gates) einfach und kostenlos am Ticketautomaten umbuchen kann (durch Änderung der Platzreservierung). Tja Freunde, aber diese Ticketautomaten stehen halt nicht am Flughafen, sondern an jeder Japan Rail Station oder genauer in unserem Fall,Tokio Station wo wir nicht vor 17:45 ankommen können. So war die Ausgangslage, als ich erneut am CheckIn Schalter stand. Ich schilderte somit mein Problem und erzeugte auf der Gegenseite hektische Betriebsamkeit. Ich dachte schon, alles klar, die freundliche Dame bucht nun unser Tickets um. Sie sprach auch mit mir, aber irgendwie waren wir nicht kompatibel. Ich verstand was ich hören wollte, dies war aber nicht, was sie zu mir sagte. Ich hörte: „….ich buche ihr Shinkansen Ticket um“. Sie sagte: „…..ich buche Ihren Flug um, dieser Flug wird sich noch stärker verspäten“.
Ich war total überrascht, als plötzlich unser Gepäck rückwärts auf dem Kofferband wieder erschien und wurde etwas panisch. Hat sie nun unseren Flug storniert? Was habe ich nur angestellt? Letztlich konnten wir es dann klären. Die Dame schlug vor, uns umzubuchen und deshalb mussten die Koffertags erneut ausgestellt werden. Wir flogen nun von Ishigaki nach Osaka und mit der gleichen Maschine dann weiter nach Haneda. Auch hier hatten wir Verspätungen und so erreichten wir glücklich aber mit 2 1/2 Stunden Verspätung Haneda. Hätten wir den ursprünglichen Flug genommen, wären aus den anfangs 2 Stunden, 3 1/2 Stunden geworden. Wir kamen somit um 17:28 in Haneda an, unser Gepäck war zum Glück mit uns gereist und so erreichten wir dann glücklich und mit einigen Kampfspuren versehen Tokio Station. Ist jedem klar was es bedeutet, im Feierabendverkehr die Tokioter Nahverkehrsmittel zu benutzen? Dies wäre eine separate Geschichte aus der Konservendose – aber die erspare ich uns nun.
Abgekämpft, aber im Besitz all unseren Gepäcks erreichten wir den Bahnschalter und ich wollte versuchen, trotz besseren Wissens, unsere 1A Green Car Tickets umzubuchen. Ich erntete ein müdes Lächeln vom Schaffner und ich war bestimmt nicht der erste Depp, der dies bei ihm versuchte. Schließlich hatte er den Antworttext bereits auf einem iPad vorbereitet. Dort stand, „der Zug ist bereits gefahren, Sie können dieses Ticket nicht umbuchen.“ Was er aber danach sagte, erfreute mein Herz und machte mir gleichzeitig Angst. Er sagte sinngemäß: „Sie können dieses Ticket jedoch benutzen, um einen Shinkansen mit unreservierten Plätzen im Zugabteil zu benutzen.“ Ich sah mich schon 1 1/2 Stunden stehen. Aber egal, ich fragte ihn, wann der nächst mögliche Zug denn abfahren würde und die Antwort lautete in 10 Minuten. Ich suchte mir diesen Zug in der NAVITIME App schnell heraus, zeigte ihn dem Schaffner, er nickte und da war ich schon bei Plethi und wir eilten Richtung des richtigen Bahnsteigs. Dort angekommen, erwarteten uns Menschenmassen. Zum Glück warteten diese nicht auf unseren Zug und so schafften wir es zeitig in das richtige Abteil und zu meiner Freude hatten wir auch -gegen alle Erwartungen- richtig viel Platz und Stauraum. Unsere Probleme lösten sich schlagartig in Luft auf – einzig ein Bier fehlte zu unserem Glück.

So erreichten wir gegen 20:40 Nagano, eilten zum bekannten Metropolitan Hotel, buchten ein und bereits 20 Minuten später saßen wir im bekannten Steakhaus und belohnten uns für diesen außergewöhnlichen Tag. Ich freue mich schon auf das Kompensationsverfahren mit der ANA!

4.4.
Nach dem gestriegen Tag schliefen wir etwas länger,
frühstückten gemütlich und übernahmen dann an der bekannten Nissan Station unseren Leihwagen für die nächsten 1 1/2 Wochen. Vor einer Woche war es an gleicher stelle noch richtig sonnig und warm und heute empfindlich kalt.

Danach ging es Richtung Berge, unser Ziel Nozawa Onsen.
Auf dem Weg dorthin, suchten wir noch eine Shopping Mall auf und deckten uns mit „Kleinigkeiten“ ein. Außerdem mußte es dann doch noch ein Softeis sein. Mal sehen was die Verdauung dazu sagen wird (Insider, alte Berichte).

So ausgestattet erreichten wir dann so gegen 17:00 Uhr unser Quartier und freuten uns über 1-2 Grad und beginnenden Schneefall. Abends schauten wir im Ort an den uns bekannten Stellen vorbei und suchten die „Food Scheune“ auf. Ein Ort, wo es viele Essenstände gibt und wir uns heute nur ein riesiges Bier gönnten. Es braucht schließlich Mut, wenn wir Morgen die Piste stürmen.

5.3.
Nach einer erholsamen Nacht gibt es heute viel Aktion. Ab 13:00 startet der 3 stündige Privatkurs von Dani und vorher besorgten wir uns noch die Skipässe (33€ pro Tag und Person) und holten das vorher bereits reservierte Skiequipment ab. Hierzu mußten wir zur Talstation und konnten bereits einen kleinen Blick auf das Skigebiet und den Zustand der Pisten werfen. Keine Frage, es ist noch genug Schnee da und letzte Nacht hat es etwas geschneit. Trotzdem ist es auf 600 Meter (Talstation) mit plus 2 Grad zu warm und der Schnee ist hier nicht Powder, sondern sulzig. Aber in den nächsten Tag ist Nachschub angekündigt und weiter oben soll es wesentlich besser sein.
Nachdem wir die administrativen Arbeiten erledigt hatten, schossen wir noch ein paar Fotos und machten uns dann zur nahen Unterkunft auf, um unsere Arbeitskleidung anzulegen.

Ab 13:00 ging es dann los. Da ich Dani gut aufgehoben wußte konnte ich das Skigebiet erkunden und mich etwas einfahren. Wie man den folgenden Bildern entnehmen kann, wurde der Schnee ab ca. 1200 Höhenmetern optimal und weiter oben blieb die weiße Pracht des Vorabends auch vollständig liegen.

Mit etwas mehr als 1650 Metern ist dann hier Schluß aber für uns ist das völlig ausreichend, zumal hier oben sehr schöne Pisten in allen Schwierigkeitsstufen auf einen warten.

Was soll ich sagen, gegen 16:10 war ich froh, meine letzte Abfahrt gemeistert zu haben und ich freute mich schon auf etwas Leckeres zu essen (Scheune) und danach den Besuch von mindestens 3-4 Onsen Bädern. (Warum, weshalb, wieso, Nozawa Onsen so berühmt wegen der Bäder (Onsen) ist, steht in einem früheren Artikel.

Einfach herrlich – gute Nacht

Onsen Einmaleins

Im Ort Nozawa Onsen gibt es 13 kostenlose, kleine, öffentlich zugängliche Onsen. Der Begriff Onsen steht hierbei für das „Badehaus“ im allgemeinen und das Badebecken im Besonderen. Idealerweise werden Onsen aus natürlichem Thermalwasser gespeist. So kommt es, dass fast jeder Onsen eigene Charakteristiken in Bezug auf Temperatur, Geruch, Farbe des Wassers und damit auch chemische Zusammensetzung aufweist. Die Onsen in Nozawa werden von den ansässigen Familien betreut und täglich von den Einheimischen auch zur Körperpflege genutzt. Jeder Onsen ist strikt nach Geschlechtern getrennt. Hierbei wird keine Rücksicht auf „Füchse“, „Schafe“ oder spezielle Pronomen genommen. Es gibt nur ein Kriterium: mit oder ohne …..! Betritt man den Onsen, so gibt es meistens Platz für ca. 4-6 Personen. Wie üblich in Japan, zieht man zuerst seine Schuhe aus und gelangt dann zu den Umkleidefächern. Jetzt heißt es Farbe bekennen, denn nur im Adamskostüm ist die Benutzung erlaubt. Es ist ratsam, zuerst eine der bereit stehenden Plastikschüsseln zu nehmen und sich einen direkten Platz neben dem Becken zu suchen. Dann nimmt man eine „Kelle“ Thermalwasser und gießt diese auf den Boden und setzt sich dort hin. Der Onsen und besonders das Wasser müssen sauber gehalten werden. Somit wäscht man sich nun und begießt sich mit Thermalwasser. Hierbei wird man feststellen, dass das Wasser recht warm, geradezu heiß sein kann. Dieser Waschprozeß hat somit auch einen zweiten Effekt. Die Haut hat die Möglichkeit ihr Wärmeempfinden anzupassen. Hat das Onsenbecken eine Unterteilung, dann sind die „Gewässer“ unterschiedlich warm, es empfiehlt sich, die Beschriftung am Becken zu beachten. Und nun los. Zuerst die Füße und dann ganz langsam den Rest des Körpers ins Wasser gleiten lassen. Hierbei ist es keine Schande, wenn es nur bei den Füßen bleibt. Der nächste Onsen wartet bereits um die Ecke. Wie lange man dann im Wasser verbleibt ist natürlich eine eigene Entscheidung. Ich habe es erlebt, dass jemand ganze 3 Sekunden schaffte, ich persönlich nehme immer 2 Badegänge mit jeweils 2-4 Minuten. Danach sitzt man noch kurz neben dem Becken und danach ist der umgekehrte Ankleideprozeß an der Reihe. An einem Abend schaffen wir 2-6 verschiedene Onsen und es gibt nichts besseres nach einem Skitag um eine samtweiche Haut und entspannte Muskeln zu bekommen.
Wer sich nun die Onsen etwas genauer ansehen will, findet hier die Google Suchbegriffe, immer mit Nozawa Onsen beginnen:

  1. Kumanotearayu Hot Spring
  2. Kamiterayu Hot Spring
  3. Sotoyu Shinyu Hot Spring
  4. Asagama-no-yu Hot Spring
  5. Sotoyu Takinoyu Hot Spring
  6. Oyu Hot Spring
  7. Kawaharayu Hot Spring
  8. Matsuba-no-yu Hot Spring
  9. Yokochi-no-yu Hot Spring
  10. Yuodono Yu Hot Spring
  11. Shinden-no-yu Hot Spring
  12. Akiha-no-yu Hot Spring
  13. Nakao-no-yu Hot Spring

6.03. – 10.3 Skitage
Was soll man schon zu so einem Tag schreiben? Es war wahrscheinlich der schönste und wärmste Tag. Unten im Dorf bis zu 16 Grad, oben auf dem Berg nicht kälter als 0 und dazu Sonne den ganzen Tag. Ab Morgen erwarten wir Schnee und dann wünscht man sich so etwas zurück. Aber heute, hieß es nur genießen und Skifahren. Am 7. und 8. kam dann der erhoffte Schnee. Als es am 7. gegen 15:00 so richtig los ging, haben wir unsere Skier abgegeben und lieber den Ort und die Lokalitäten getestet. Der 8. war unser Umzugs- und Onsentag. Es schneite den ganzen Tag und wir mußten unser Hotel wechseln, da ich nicht für die ganze Zeit eine Unterkunft gefunden hatte. Um dann die Zeit zwischen 10:00 (auschecken) und 15:00 (einchecken) nicht im wilden Schneegestöber verbringen zu müssen, starteten wir den Onsen Marathon. Wir schafften insgesamt 4 Onsen und hier greife ich schon einmal voller stolz vor, am 9. haben wir dann die restlichen Onsen besucht und somit alle 13 Onsen zumindest einmal besucht. Hierbei habe ich alle Becken aufgesucht und nur in einem Fall, die heißeste Version „gezwungenermaßen“ verschmäht. Der geneigte Leser fragt sich nun, „na und was soll das?“ nun nach Abschluß dieser Aktion ist unsere Haut samtweich, wir hatten nicht mit Erkältungen zu kämpfen und vor allen Dingen, hatten wir trotz sportlicher Aktivitäten und untrainierten Körpern, keinen Muskelkater. Es hat sich also gelohnt, ein wenig japanische Badekultur hautnah mitzuerleben.
Der 10. war dann unser absoluter Bombentag: Sonnenschein, Japan Powder und in den Höhenlagen ab 800-1000 Meter Tagestemperaturen unter 0 Grad. Es war fantastisch zu fahren und so drehten Dani und ich, diesmal getrennt, unsere Runden. Einzig die Talabfahrt und der unterste Bereich wurde ab 12:00 von uns gemieden. Dort konnte man sich nur durch Sulz kämpfen, aber wir hatten schließlich Alternativen.
Merket auf liebe Leserschaft, wir haben den 10.3. es ist 8:45, wir stehen an der Talstation, es sind hier auf 650 Meter gerade einmal -2 Grad und es schneit. Uns erwartet ein phantastischer „Japanpow“ Tag. Heute wird jeder zum Skiass! So starten wir in den Tag, ja es schneit, ja da sieht man dann etwas schlechter aber zum Glück haben wir fast keinen Wind und der pulverige Neuschneu verzeiht so manchen Fehler. Es macht einfach Spaß und gegen 12:00 beenden wir dann unser Skiabenteuer mit dem Fazit, es war der krönende Abschluß unserer Skisafari. Werte Mitleser, ich kann ihre Skepsis förmlich spüren. Was redet dieses Skigreenhorn da überhaupt. Der Kerl war in seinem Leben nur 4 mal in Sölden, in Südtirol, auf dem Tuxer Gletscher und in Ischgl. Somit kann man seine Expertise zu diesem Skivergnügen hier in den japanischen Alpen bestimmt anzweifeln. Aus diesem Grund möchte ich an dieser Stelle der geneigten Anzweiflerschaft einen Link ans Herz legen und empfehle diesen Experten.


https://youtu.be/g8eL5_5NbFE?si=3a0ygj9VLeimx1uT

(Oder suchen mit: Marius Quast, YouTube, Japan Powder, mein ehrliches Fazit)

Nach dieser kleinen Werbeeinlage, vielleicht werde ich ja demnächst Ehrenbürger von Nozawa Onsen :-)), beendeten wir bei einer Ramensuppe endgültig diesen Teil unserer Reise und nach einem letzten Onsen Besuch ging es dann zum Packen aufs Zimmer. Morgen startet wir in ein unbekanntes Japan und werden hier gerne darüber berichten.

11.-12.3.
Wir sind nun in der Region Gunma angekommen. Gunma ist so eine Region von Japan, die recht schnell übersehen werden kann. Dabei liegt sie nur rund zwei Stunden von Tokio oder auch 2 Autostunden von Nagano entfernt und bietet alles, was wir an Japan so lieben. Ich denke hierbei an heiße Quellen (Onsen), eine schöne Bergwelt, authentische Städte, gutes Essen und das Gefühl, in einem Stück ursprünglichem Japan unterwegs zu sein. Von Nozawa Onsen führte uns gestern eine sehr kurvenreiche 2 1/2 stündige Autofahrt zuerst nach Takaragawa Onsen. Hier liegt versteckt, zwischen den Bergen, in einem tiefen Tal, ein wunderschöner Flußonsen. Dieser Freiluftonsen liegt direkt neben einem reißenden Flußlauf und bietet verschieden Becken (ca. 38 Grad warm) wo auch ungeübte (in Badekleidung und gemischt) in freier Natur die Winterwelt genießen können und sich dabei keine Unterkühlung zu zuziehen. Für 1500 Yen p.P. war das ein Vergnügen, was ich jedem empfehlen würde, der in die Nähe dieses Ortes kommt. Nach 2 Stunden relaxen fuhren wir dann weiter nach Kusatsu und erreichten diesen Ort nach weiteren kurvenreichen 2 Autostunden. Hier übernachteten wir etwas außerhalb des Ortes im Itoen Hotel Kusatsu. Aber kommen wir zurück, auf den Grund unseres Besuchs. In Kusatsu befindet sich Japans legendäre Quelle. Dem geneigten Leser wird nun aufgehen, dies kann mitunter auch ein sehr touristischer Ort sein. Zu unserer Reisezeit hielt sich das Spektakel aber in sehr überschaubaren Grenzen und wir konnten den Ort und das herrliche Winterwetter in vollen Zügen genießen. Kusatsu liegt auf etwas 1200 Höhenmetern und ist bekannt für sein schwefelhaltiges Thermalwasser, welches aus den Tiefen eines Vulkans sprudelt. Dieses Wasser ist i.d.R recht heiß (70 Grad) und wird somit erst noch herunter gekühlt, bevor es nutzbar ist. Da uns für diesen Ort nur 1 Tag zur Verfügung stand, beschränkten wir uns auf den Ortskern und das sehr schöne Onsenbad in unserem Hotel. Bei bestem Winterwetter und anfangs minus 10 Grad besuchten wir das Yubatake im Ortskern. Hier steigt überall Dampf und Schwefelwasser aus Erdspalten und wird entsprechend kanalisiert. Unser Weg führte uns dann weiter in den nahe liegenden Naturpark wo ebenfalls die „Teufelsbrühe“ überall aus dem Boden quillt und die ganze Umgebung in einen unvergesslichen kleinen „Hades“ verwandelt.
Hinzu kam das fantastische, sonnige Winterwetter, was wir an beiden Tagen genießen konnten. Ein bombiger Tag, den wir dann nachmittags, als es wieder kälter wurde, im Hotelonsen ausklingen ließen. Naja, abends ging es dann noch zum Essen und hier genossen wir Halbpension mit all you can Drink.
Morgen beginnt dann bereits unsere Rückreise über Nagano mit den Shinkansen nach Tokio. Aber hier haben wir dann noch volle 2 Tage und da findet sich bestimmt noch etwas, über das sich zu berichten lohnt.

16.3.
Werte Leserschaft, kann es denn sein, daß 4 Wochen Urlaub schon vorbei sind? Ich befürchte, wir befinden uns tatsächlich in den letzten Zügen. Gerade sitze ich mit Plethi in der ANA Gold Lounge, schaue auf das Flugvorfeld und bewundere einen ANA A380 mit der typischen Hawai „Bemalung“. Schade, dass ich davon kein Foto machen kann, es ist leider ein zu ungünstiger Winkel. Jedoch merket auf, unter Mr. Google und dem Stichwort „ANA 380 Hawai Bilder“, finden sich hervorragen Abbildungen. Es lohnt sich!
Eigentlich wollte ich jedoch noch kurz erzählen, wie es uns in den letzten Tagen ergangen ist. Um es vorweg zu nehmen – hervorragend! Das Tokioter Wetter zeigte sich von seiner sonnigen, stahlblauen Seite, mit Tagestemperaturen oberhalb von 18-20 Grad konnten wir Sonne tanken, uns etwas die Nase verbrennen und oftmals im Sonnenschein eine leckeres Bierchen genießen. Es standen keine neuen Erkundungen auf dem Ausflugsplan. Wir waren nochmals auf dem äußeren Fischmarkt und genossen dort ein fantastisches Menü bei einem Italio-Japanesen. Austern in einer cremigen Sauce auf einem Spagettinest. Herrlich! Natürlich auch ein wenig Sushi und Sake 😉 Ansonsten erkundeten wir die kleinen Gässchen, die sich sehr oft neben den modernen Hochhäusern erhalten haben und immer die ein oder andere Izakaya beherbergen. Natürlich besuchten wir ebenfalls unsere „Haus-Izakaya“ neben dem Almont Inn Hotel und probierten erstmals einen Highball mit Gin.

Ach liebe Leserschaft, wenn ich das so schreibe, kann ich gar nicht begreifen, dass nun alles vorbei sein soll. Aber stellen wir uns der Realität. Am 18. ruft zumindest für die Plethi der Ernst des Lebens. Ob Kür oder Pflicht, wird sich noch erweisen.
Ich schaue gerade auf unser Meilenkonto, da stehen 385.467 Meilen, da geht doch noch was. Lassen wir uns überraschen.

Reisen in Zeiten von Covid-19, Teil 11.1 Hokkaido, Japan, wo alles seinen Anfang nahm

07.04.23 Eigentlich wollten wir diese Reise bereits vor Ausbruch der Pandemie antreten. Da Nippon aber recht früh für Touristen gesperrt wurde, blieb uns nichts anderes übrig als unsere Reise-Sehnsucht in anderen Ländern zu stillen und uns ganz vom Virus des süßen Lebens befallen zu lassen. Sei’s drum, nun sind wir verdorben! Ich möchte nun von dieser Luxusreise berichten, denn -wenn alles klappt- der reine Luxus wird es werden. Los ging es bereits am 6.4. direkt von Aachen aus mit dem ICE zum Flughafen nach Frankfurt und wie es sich gehört, ein kleines Bierchen zur Entspannung muß halt sein.

Gegen ca. 21:30 erreichten wir den Flughafen und von dort waren es dann nur 20 Minuten Fußmarsch bis zu unserem Hotel, dem Park Inn Radisson Blue. Mein kleiner Sancho Panza maulte zwar die ganze Zeit, aber ihr Rucksack ist mit 14kg recht schwer 😰 und es nieselte stetig vor sich hin. Nach 20 Minuten erreichten wir dann glücklich unser Hotel und buchten den Flughafentransfer für den nächsten Morgen um 6:00. Mann 👨 hat ja viel vor! Die Anakonda hat 3 Monate gefastet. Man bin ich hungrig 😋

7.4.
Pünktlich um 5:00 ging der Wecker. Echt jetzt? Nicht doch noch etwas schlafen? Keine Chance, die Arbeit wartet. Der Shuttlebus war pünktlich und um 6:15 stehen wir vor dem First Class Terminal der Lufthansa in Frankfurt. Wenn man vor dem Flughafengebäude steht (Arrival) dann geht es rechts, ca.500 Meter, nicht beschildert zu diesem separaten Terminal.

Ein kleiner Tipp für alle Flugreisenden, Wenn man diesem Weg folgt, dann findet man nach ca. 400 Metern, bei den Taxifahrern die türkische Dönerbude. Leckeres Esser zu zivilen Konditionen, ich merke es mir in jedem Fall.

Das 1st. bereits im Hintergrund erkennbar

Dann stehen wir vor dem Gebäude, recht unspektakulär, aber heiß ersehnt. Der Eingang ist recht unscheinbar, aber auf der ersten Etage beginnt dann der Luxus für Kreti & Pleti. Ich könnte jetzt viele Worte machen – aber viel lieber verweise ich auf folgenden Link, ein Youtuber hat hier sehr passend und ich finde sehr unterhaltsam, unser Erleben in einen kurzen Film gepackt. Ich wünsche viel Vergnügen, es war genauso oder halt ähnlich.

Link: https://www.youtube.com/watch?v=PsQa_sd0M0w

Unser persönlicher Lufthansa Assistance nahm unser Gepäck entgegen, die Reisepässe wurden zum Zoll gebracht und die Sicherheitskontrolle dauerte 30 Sekunden. Danach wurde uns die Lounge erklärt und nachdem ich die obligatorische Ente entgegengenommen habe, saßen wir beim Frühstück. Selbstredend habe ich für 11:00 das Badezimmer für mich und San….. ihr wißt schon wer, gebucht. Die Ente muß doch schwimmen 🙂 und eine Anakonda braucht halt Wasser.

Unser privates Badezimmer in der Lounge, 1 Std. musste die Ente ausgeführt werden
50% der Reisegruppe
Nur die wichtigen Sachen, nicht Veggieburger oder so 🙂

So haben wir sie Zeit mit süßem Nichtstun verbracht…lecker Frühstück, ein kleines Whisky Testing, 3 verschiedene Schampus und was der Dinge mehr sind. Chef – ich brauche eine Gehaltserhöhung!

Und danach geht es dann irgendwann mit einer Limousine direkt zu unserem 747-8 Jumbo. Die 1st. Class wartet auf uns. Hier eine kleine Menueliste, das erwartet uns an Bord, warum habe ich kein Tupperware bei mir? Selbstredend gibt es hier noch eine Spur mehr und was es hier nicht gibt, ein Wechsel zur First Class Lounge im Hauptgebäude ist jederzeit möglich aber aus unserer Sicht völlig unnötig. Wir sehen es ja bei der Rückreise 🙂

Irgendwann ist dann auch die letzte Minute im Paradies aufgebraucht und es geht zum nächsten Paradies. Einziges Manko, wir waren bei der Abholung in der Lounge zu 4 Personen und so war es nur ein T6 und kein Porsche, der uns zum Flugzeug brachte. An Bord teilten wir uns dann mit 8 Personen und 2 Flugbegleitern die First Class in der 747-8. Ein tolles Produkt, mir gefällt die offene Bauweise besser als das Konzept der kleinen Räume bei anderen Airlines. Liegt aber wahrscheinlich daran, dass ich es gar nicht vergleichen kann. Sei’s drum, die Arbeit wartet, die ganzen Leckereien müssen vernichtet werden. Das war so eine Arbeit, man glaubt es kaum 😥

Kurz vor dem Einstieg
die kleine Überraschung
bei einem kleinen Gläschen Champus läßt es sich so schön blöd grinsen 😄
Gute Nacht, flach liegen, auf einer Matratze mit Decke und Federkissen, herrlich

8.4.
So kamen wir gut ausgeschlafen in Tokyo Haneda an. Der Service an Bord, bei der Lufthansa war ausgesprochen gut und fast familiär zu nennen. Ein toller Auftakt. Direkt beim Aussteigen wartete dann eine nette Japanerin auf uns. Der 1st Class Assistance der uns geschwind durch die Einreise leitete, nebenbei unser Gepäck abholte, zum Einchecken an den Inlandsflugschalter der ANA Air brachte, den Kauf einer Telefonkarte regelte und uns zum Schluß noch vor der Warteschlange am Ticketschalter für unsere Japan Train Karten ablud. Hätte ich nicht vorher bereits die Einreiseapp Japan benutzt und ausgefüllt und hätten wir nicht diese nette Unterstützung gehabt, wir wären wohl nicht pünktlich am weiteren Check Inn erschienen. So aber passte alles und der Flug mit der ANA verlief reibungslos. Am Flughafen in Sapporo Chitose angekommen, mussten wir nur unser Gepäck aufnehmen und das Air Terminal Hotel im gleichen Gebäude aufsuchen. Ein Klacks! Glücklich angekommen enterten wir unser Zimmer, bestaunten die tolle Aussicht auf das Flugfeld und bestaunten die japanische Toilette. So eine Popodusche ist nicht jedermanns Sache. Ich muß mich in den nächsten Wochen daran gewöhnen, hier ist das Standard.
Da wir nun soviel Zeit noch hatten, startete unser Alternativplan. Kurz frisch machen und dann mit dem Zug vom Flughafen nach Sapporo Innenstadt (30 Minuten Fahrtzeit), wir wollten noch zum Nijo Fischmarkt. Leider waren wir schon etwas spät, wir konnten noch den Händlern beim Einpacken zusehen, aber für einen ersten Eindruck und ein Glas Lachsroggen reichte es und wir wollen ja am nächsten Tag mit dem Mietwagen nochmals hin. So blieb dann aber genug Zeit, eines der vielen Fischrestaurant hier am Markt direkt aufzusuchen. Leute ich sag euch, ich hatte keine Ahnung, wie gut richtig frischer und hervorragend zubereiteter Fisch schmecken kann. Die Japaner haben es einfach drauf!

auf dem Nijo Fischmarkt Saporro
auch Saporro hat seinen Eifel
Blick von oben, auf Teile der Stadt
ein Blick aus unserem Hotelfenster, das Gate lag uns zu Füßen, zum Glück war hier gegen 23:00 Schluß mit Flugbetrieb

Nach dem Essen ging es zurück und gegen 21:00 waren wir glücklich und müde wieder im Hotel. Morgen geht es dann zum ersten Hotelfrühstück in japanischem Style, danach zur Mietwagenstation (der Linksverkehr ruft) und dann nach Sapporo und weiter in unser Skiressort. Lassen wir uns überraschen.

9.4.
Der Wecker ging wie so oft in solchen Situationen viel zu früh los. Wir hatten gut geschlafen und es hätten ruhig noch 1-2 Stunden mehr sein können. Aber das Frühstück ruft und an der Mietwagenstation sollten wir auch pünktlich erscheinen. So ist das hier in Japan, wer nicht zur rechten Zeit am rechten Ort ist, der hat Pech gehabt, bedeutet die Reservierung ist futsch oder der Mietwagen anderweitig vergeben. Irgendwie sympathisch diese Japaner. Die Jungfrau in mir kommt damit prima aus. Aber zurück zu den wesentlichen Dingen des Lebens. Dem Essen, genauer dem heutigen Frühstück. Wir aßen in einer geräumigen Halle, 95% der Anwesenden offensichtlich Japaner und davon 90% mit Maske bewaffnet. Ich glaube, die haben auch Sex mit Maske! Das Buffet hingegen war herrlich. Wir hatten uns für die Japanische Art entschieden und so schlemmmten wir in den Morgen hinein. Danach hieß es packen und gegen 10:15 checkten wir aus. Die Mietwagenstation war, wie unser Hotel, im Terminal angesiedelt. Keine 5 Minuten nach verlassen der Hotellobby standen wir am Stand unseres Anbieters. Ein kurzer Check ob ich alle benötigten Dokumente besitze und dann hieß es ab, mit dem Shuttlebus zur Hauptstation nach Chitose, das liegt etwa 10 Minuten Fahrtzeit vom Terminal entfernt. Auch dort japanische Professionalität, ich hatte unseren Wagen bei CHECK24 gebucht und die nötigen Unterlagen (deutscher Führerschein und ADAC Übersetzung) parat. Nach einer kurzen Einweisung hatten wir dann einen neuen guten Freund (Honda FIT) für die nächste Woche. Als ich dann losfuhr, machte ich den typischen Fehler. Blinken aber den Scheibenwischer bedienen. Klar – Linksverkehr! Das war es dann aber auch, wir kamen gut in Sapporo an und besuchten den Fischmarkt erneut und auch das kleine Restaurant beehrten wir wieder.

Teile vom Fischmarkt, so geht es einen Häuserblock weiter

Danach machten wir uns auf in die Berge – nach Niseko.
Niseko ist das St. Moritz von Japan. Zum Glück ist hier nun Nebensaison! Ein paar Highlights zu diesem Ort: Er liegt nur auf 1000 Metern, verzeichnet aber ca. 15!!!!Meter Neuschnee jedes Jahr und gilt als der schneereichste Wintersportort der Welt. Der Pulverschnee gilt als der Beste und ist weltberühmt – auch wenn der ein oder andere (mich eingeschlossen) dies bisher nicht wußte. Nach einer problemlosen Fahrt erreichten wir gegen 16:00 Uhr unser Hotel (Chalet Ivy Niseko), erkundeten die Örtlichkeiten, saßen ab 20:00 beim Dinner und danach in unserem privaten Onsen im Hotel. Herrlich

Noch ein Wort zu den Örtlichkeiten. Die Japaner sind da recht exklusiv unterwegs. Bereits im öffentlichen Bereich kann es bisher jede Toilette mit dem Aufnehmen, was in einem drei Sterne Hotel bei uns so Standard ist. Von unseren öffentlichen Klos will ich gar nicht reden. Die stillen Örtchen im Hotel sind aber der Hammer. Hier einmal die Bedienung zu dem Luxusobjekt in unserem Chalet. Selbstredend ist die Klobrille beheizt und es gibt einen Fön, der Wasserstrahl für vorne und hinten ist nach Menge, Stärke und Temperatur zu regulieren und mach ich die Klotüre auf, geht sofort der Deckel hoch. Das das Teil sich selber reinigt versteht sich von selbst. So etwas hätte ich gerne auch für zu Hause.

10.4.
Und täglich grüßt das Murmeltier. 6:00 Wecker, 7:30 Frühstück (hervorragend) und ab 8:30 machten wir uns auf zur nahen Talstation. Wir mußten die gebuchten Skipässe und Ausrüstung abholen. Dies klappte hervorragend und so wartete Dani dann bereits um 9:15 auf Ihren Skilehrer. Ab 10 hatte Sie ihre 3 Stunden Privatunterricht und ich hatte 3 Stunden die Pisten mehr oder weniger für mich allein. Wir sind hier in der letzten Woche der Saison und da ist recht wenig los. Schnee gibt es noch reichlich, weiter unten ist es sulzig, aber bereits wenige Meter oberhalb der ersten Gondelstation lässt es sich recht gut fahren. Leider ist zu dieser Jahreszeit und an diesem Fleckchen von Pulverschnee keine Rede mehr. Aber das wäre sowieso reine Verschwendung bei meinen Fahrkünsten. Trotzdem klappte es prima bei mir und auch Dani erschien um 13:00 Uhr mit einem Lächeln auf den Lippen. Das Verstärkte sich noch beim Essen.

Wir machten dann noch gemeinsam eine Abfahrt und dabei schlug das Wetter um. Es kam Sturm auf und wir schauten, daß wir vom Berg kamen.

Gegen 17:00 war dann alles vorbei! Wir machten uns auf den Weg ins Chalet und gleich gibt es lecker Essen und es heißt frühzeitig Matratzen-Horchdienst. Morgen geht es weiter, Richtung Küste im Norden.
Folgend noch ein paar Impressionen von unserem heutigen Abendessen. Lecker!

11.4.
Ich sag nur Murmeltier!
Verabschieden möchten wir uns mit einer kurzen Impression aus der Lobby des Chalets. Lustig nicht?

Dann ging es Richtung Norden an die Küste bei Otaru. Auf dem Weg dorthin machten wir noch bei einer der Whisky Destillen von Japan einen kurzen Halt. Wir folgten einem Bericht der „Welt“ und haben uns reichlich eingedeckt. Wer will kann ja mal googeln unter „NIKKA WHISKY Japan“. Nachdem die Kreditkarte glühte verließen wir das Anwesen und erreichten recht schnell den Küstenort Otaru. Hier am bekannten Stadtkanal, es landen hier große Kreuzfahrer an, gibt es u.a. eine deutsche Bierbrauerei nebst original Schankraum. Da stehen die Japaner mächtig drauf.

Wir hingegen wollten hier am Meer Sushi essen und suchten nach der „kleinen“ Sushi Bar. Was soll ich sagen, unsere Kleine haben wir gefunden.

Gut gesättigt ging es dann auf den langen Trip Richtung Norden. Immer an der Küstenstraße entlang. Die Bilder von diesem Trip gehen mir nicht aus dem Kopf, grandiose Landschaften, wildes Meer. Wir hätten hier Stunden verbringen können. Leider war der Zeitplan gnadenlos. Ich wollte unser Hotel vor Einbruch der Dunkelheit erreichen. Unser Ziel heißt „The New White House“, ein einfaches Business Hotel in Rumoi

12.4.
Heute haben wir viel erlebt…..
Wir hatten ein leckeres traditionelles japanisches Frühstück mit viel Fisch und Meeresgetier, dann fuhren wir 180km nur Küstenstraße. Neben uns die aufgepeitschte japanische See, endlose Strände, schwarzer Basalt-Sand und Küstenformationen zum Träumen, auf der abgewandten Seite grüne Hügel wie im Auenland und in den Senken noch der Schnee vom letzten Winter.
Zwischendurch kleine verschlafenen Ortschaften im Stiel des wilden Westerns. Dort fanden wir dann kleine kulinarische Süßigkeiten. Wir waren an der nördlichsten Stelle Japans dem Cape Noshappu, Auf der anderen Seite die Insel Sachalin (wo wir schon waren), vorbei an riesigen Gestellen mit getrocknetem Fisch, eine Herde Japanhirsche vis a vis. Unser Hotel, das erste im japanischen Stiel, kein Bett sondern eine Futonmatte. Danach eine weiterer Sushi Bar, nicht so intim, dafür aber noch eine Klasse leckerer. Wir suchten einen Onsen und landeten im örtlichen Schwimmbad, zum Glück hatten die auch einen Whirlpool nebst Sauna. Ein gelungener Tag, der nun mit einem Bier oder zwei langsam ausklingt. Wir waren in Wakanai und schliefen im Hotel Saharin.

13-14.4.
Ein weiteres Murmeltier. Wir hatten ca. 350km vor uns. Das hört sich nicht viel an. Bei einer erlaubten max. Höchstgeschwindigkeit von 70 und durchschnittlich 60 km/h kann das dann etwas dauern, zumal meine Frau regelmäßig irgendwelche Fotos schießen wollte 🙂
Die letzte Nacht im Hotel Saharin, war die erste in einem traditionellen japanischen Hotel. Keine Betten, sondern Futon. Ein sehr kleines Zimmer aber inkl. Bad und mit allem was man so braucht. Geschlafen haben wir dort sehr gut und morgens speisten wir allein in einem großen Saal. Es wurde vieles aufgetischt, ein gelungenes japanisches Frühstück, wie gesagt, man muß Fisch am Morgen lieben.

Danach ging es auf die große Reise. 200KM Küstenstraße, der unendliche Pazifik lag immer in Sichtweite und so manches unvergeßliche Bild nehmen wir für immer mit.

Nach einer 5 stündigen Fahrt braucht man dann aber auch etwas feste Nahrung. Achtung ein Geheimtipp! In Mombetsu GPS 45.462582,141.992105, fanden wir ein unglaubliches Lokal einer Fischereigenossenschaft. Nach dem Essen haben wir ernsthaft überlegt, unser Hotel umzubuchen und hier noch einen Tag vor dem Restaurant zu kampieren. Ich sag nur lecker und preiswert, eine teuflisch gute Mischung! In Japan heißt die Königskrabbe übrigens Schneekrabbe, denn hier kommt sie ursprünglich her und hier in Mombetsu wird sie im Winter gefischt und wir waren da – dieses Ungeziefer muß man halt vernichten 🙂

Danach ging es dann ab in einen weiteren Nationalpark und zu unserem Onsen Hotel. Auf dem Weg haben wir noch ein paar schöne Impressionen genossen und dann waren wir endlich angekommen. Unser Zimmer und das Hotel, traditionell japanisch, die Schuhe blieben in der Empfangshalle. Der Onsen drinnen wie bisher immer recht unspektakulär, hier zählen die inneren Werte wie Wasserqualität und Wassertemperatur. Dafür war der Onsen im Außenbereich recht schön.

An dieser Stelle eine Portion Wissen! Wie in den USA gibt es in Japan die Todesstrafe, die auch angewendet wird. Eine der größte inaktivem Kaldera (einfach ausgedrückt Vulkanschlot) gibt es in Japan und das Wasser dieses Kratersees ist das reinste auf der Welt. Für das Blau dieses Sees gibt es eine eigene Farbdefinition. Die Japaner sind Künstler bei der Zubereitung und Präsentation von Speisen, selbst einfachste Menüs (ihr habt Bilder gesehen) bringen so manchen Koch in D zum Schwitzen.
Apropos Schwitzen, kein Autofahrer in Japan hält sich an Geschwindigkeitsbegrenzungen, außer das 1% das es überall gibt und hinter denen staut es sich, da die Japaner nicht gerne überholen. Wenn wir gerade bei Verboten sind. Das Tattoo hat in Japan eine lange Tradition – aber trägt man eins, gibt es in vielen Fällen keinen Eintritt zu einem Bad, Sauna oder viel schlimmer einem Onsen. Aus diesem Grund sieht mein Rücken derzeit wie folgt aus. Gute Qualität von Amazon Japan, der Dreck der in D dazu verkauft wird, ist absoluter Mist.

Am Abend genossen wir ein leckeres Dinner und gingen recht früh schlafen. Am nächsten Morgen genossen wir gegen 6:00 in der Früh das einsame Bad im Onsen.

Danach ging es auf Erkundungen. Wir buchten im nahen JR Bahnhof unsere ersten Reservierungen für den Shinkansen, machten eine kleine Wanderung zur besagten Kaldera, nutzen einen Außenonsen an einem See und besuchten den Geist im Berg. Heute Abend werden wir dann nochmals den Onsen im Hotel aufsuchen und Morgen steht die nächste und längste Etappe an. Wir waren im Hotel Parkway in Kawayu / Teshikaga, ein Geheimtipp, ruhiges Hotel, ruhige Umgebung, ein Außenonsen den Weiblein & Männlein gemeinsam nutzen können und vor allen Dingen wenig Chinesen!!

15.4.
Wir standen bereits um 5:00 Uhr auf, um den phantastischen Außenonsen nochmals alleine zu genießen. Wir wollen halt mit unserer Leibesfülle keine zarten Japaner verschrecken, apropos verschrecken, grundsätzlich ist der Onsenbesuch völlig textilfrei, selbst eine Armbanduhr wird nicht gerne gesehen. Also im See mit Badehose, wg. der Fische und so 🙂 und dann im Warmwasserbecken ohne Badehose. Da kann man schon mal ganz schön durcheinander kommen. Aber ich schweife vom Thema ab, wo war ich, ach ja Außenonsen 5:00. Danach waren wir fit und genossen unser fischreiches Frühstück. Gegen 8:00 brachen wir unsere Zelte ab und es ging auf die längste Etappe dieser Reise. 480km lagen vor uns, es sollten eine Fahrtzeit von 8 Stunden werden. Anfangs und zum Schluß begleitete uns wieder der Pazifik, es gab viele schöne Aussichten aufs Meer und die Küstenlandschaft. Dazwischen dann endlich grünes Farmland, im Inneren von Hokkaido kündigt sich der Frühling an, das Vieh steht bereits auf den grünen Weiden und ein Bauernhof, hier heißen sie „Farm“, reiht sich an den Anderen. Auch weiterhin ist das Fahren recht unproblematisch, zeitweise begegnen uns andere Verkehrsteilnehmer im 15 Minuten Takt, es ist wenig los auf Hokkaidos Straßen. Das ändert sich erst, als wir etwa 30 KM vor unserem Etappenziel ankommen. Plötzlich sind die Straßen voll, wir verlassen die Küstenstraße und biegen ab Richtung Berge. Wer schon mal im Höllental an der Mosel war, kann sich nur recht gut den nächsten Abschnitt unserer Fahrt vorstellen. Ein enges Tal erwartet uns, hier ist Onsen Gebiet. Eine heiße Therme reiht sich an die nächste und jede ist Heimat eines großen Hotels in einer engen Schlucht. Unser Kasten liegt ganz am Ende. Ein 4 Sterne Bunker. Recht schnell wird mir klar, hier werden die Chinesen untergebracht und erstmals empfinden wir so etwas wie Enge. Wir haben Glück, in einer Anreisepause betreten wir das Hotel und werden schnell und höflich abgefertigt. Unser Zimmer ist geräumig und wieder im japanischen Stiel. Später wird noch die Schlafstatt von einem unsichtbaren Hotelangestellten hergerichtet. Unser Abendessen ist bereits um 17:45 und der Essensaal war schon recht imposant. Horden von Chinesen, ein riesiges Buffet, Geschlürfe, Geschnatter und Gewusel waren angesagt. Ich glaube, bis auf die Angestellten war kein Japanischer Tourist hier anwesend. Wie sehr wünschte ich mir mein Parkway Hotel zurück! Nach dem Essen gingen wir bereits um 20:00 schlafen und stellten uns den Wecker auf 23:30. Den Onsenbesuch wollten wir möglichst in Ruhe genießen. Das klappte dann auch. In getrennten Bereichen konnten Dani und ich eine wirklich sehr großzügige und schöne Therme ausgiebig und jeweils fast alleine genießen. Ich denke, unser Wecker wird Morgen bereits um 5:00 gehen und wir werden dies nochmals wiederholen.
Unser Hotel:Noboribetsu Manseikaku in Noboribetsu.

Unser Hotelzimmer, später liegen auf dem Boden dann zwei Matratzen mit Federbett

16.-17.4.
Der Winter ist zurück! In Wanakai schneit es und hier vor Ort fällt die Temperatur Richtung null Grad bei Dauerregen. In Noboribetsu betreiben wir Hotelhopping! Für die nächsten zwei Tage habe ich uns einen weiteren Touristenbunker reserviert. Gegen 10:00 checken wir aus und fahren genau 800 Meter zurück in die Stadtmitte. Unser Ziel ist das Hotel Mahoroba. Von außen ein Kasten, im Inneren mehr der Stiel der späten 70er. Das Zimmer aber sehr geräumig und mit allem ausgestattete was man so braucht. Aber die wahren Qualitäten offenbaren sich bekanntlich erst bei genauerem Hinsehen oder sollte ich besser sagen, zur Essenszeit bzw. im Onsen. Das Buffet ist riesig und von hervorragender Qualität, die Anakonda kommt hier richtig in eine Reizüberflutung und der Onsen ist gigantisch groß und alle Wasserqualitäten (Badebecken) werden hier angeboten. So verbringen wir hier zwei geruhsame Tage mit Shopping, Sightseeing und Thermenbesuch. Noch ein Wort zu diesem Ort, Noboribetsu hat etwas 55K Einwohner und ist DER! Onsen-Ort in ganz Japan. Das Mekka der Thermalbader und Nudisten. Aufgrund der vulkanischen Aktivitäten gibt es hier unzählige qualmende Schlote, sprudelnde Quellen und – soweit ich es richtig behalten habe – 7 verschiedene Wasserqualitäten, die aus dem Boden kommen. Von Salzwasser bis Sulfid ist alles dabei. Die Landschaft erinnert mehr an eine Erde von vor tausenden von Jahren. Zum Glück ist noch recht wenig los, der Tourismus beginnt gerade erst sich wieder zu erholen, so ist es für uns sehr angenehm und die nur 4 Busladungen mit den Menschen aus dem Reich der Mitte, umgehen wir großzügig. Es ist recht entspannt und wir nähern uns dem Ende des ersten Teilabschnittes unserer Reise. Morgen geht es zurück nach Chitose Airport und nach etwa 1700km kann ich hoffentlich den Mietwagen ohne Probleme zurückgeben. Danach geht es erstmal mit dem Zug weiter. Ganz ökologisch oder so. Vielleicht sollte Anna-Lena oder wie heißt unser feministische Außenbeauftragte, diesen Bericht einmal lesen. In Japan konnten wir wenig von Öko erleben. Die Häuser waren wenig gedämmt, die Räume einzeln mit kleinen Ölöfen beheizt, E.Autos verkaufen die Japaner lieber an uns Deutsche, selber wird der Verbrenner bevorzugt. Plastik wird gerne und ausgiebig genutzt, ach ja an einer Stelle sieht man den Wandel aber doch noch. Die wenigen freien Flächen werden großräumig mit Solarflächen zugebaut, in einem Land wo er recht wenig Platz gibt, schon sehr merkwürdig. Etwas anderes fiel uns ebenfalls auf, fast kein Unrat am Straßenrand, dafür werden verlassene Gebäude einfach sich selbst überlassen und verrotten. Aber genug davon, was bleibt sind unsere sehr schönen Erinnerungen an diese faszinierende Insel. Demnächst geht es mit Teil 10.2 weiter.
Hier noch die 10 Regeln, die im japanischen Onsen zu beachten sind:
Beginnen wir aber zuerst mit der Definition eines Onsens. Ein japanischer „Onsen“ im traditionellen Sinne ist ein Bad, das aus einer (oder mehreren) heißen Quellen (hot spring) gespeist wird und unterscheidet sich vom „Sento“ – dem normalen Bad, vergleichbar mit unseren Thermen – dadurch, daß das sehr mineralhaltige Wasser nicht nur zur Entspannung dient, sondern auch die Gesundheit fördert.
Regel Nr.1: Onsen sind keine Spaßbäder, die Geschlechter baden getrennt, Tätowierungen sind mindestens verpönt, keine Badebekleidung
Regel Nr.2: Die Schuhe bleiben am Eingang zurück
Regel Nr.3: Im Onsen sind alle gleich, im öffentlichen Bereich tragen alle einen Baumwollkimono (Yukata) und ein Jäckchen (Haroi)
Regel Nr.4: Vorher gründlich waschen, dies geschieht auf einem 30!!cm niedrigen Sitzhocker. Ich liebe es mittlerweile.
Regel Nr.5: Nichts verschmutzen. Keine Uhren oder Schmuck ins Bad. Kein Badetuch ins Wasser tauchen.
Regel Nr.6: Im Badebereich nur barfuß, keine Latschen
Regel Nr.7: Ohne Tenugui geht es nicht! Das ist ein kleines Badetuch was die „Scham“ bedecken kann oder zum Abtrocknen dient. Während des Bades, trägt man es auf dem Kopf.
Regel Nr.8: Im Onsen ist für alles gesorgt. Gute Pflegeprodukte, Einweg-Bürsten und Wattestäbchen gehören zum Inventar jedes Onsen.
Regel Nr.9: Nach dem Bad folgt die Ruhe! Ein Ruhebereich ist immer angeschlossen.
Regel Nr.10: Meine Regel, entschlacken macht sehr hungrig.

Autor mit typischer Onsenkleidung, der wahre Japaner geht so auch zum Essen oder kurz mal über die Straße in den Supermarkt! Kein Scherz!
Ehefrau & Schwiegermutter

Hier endet Teil 10.1, weiter geht es demnächst unter 10.2