Bemerkenswert

Japan – Tokyo – die japanischen Alpen und gibt es auch die japanische Südsee? (14.2-17.3.2026)

Geneigte Leserschaft, ist es nicht irgendwie langweilig, immer dasselbe Land zu bereisen und dazu auch noch mit der Lufthansa denselben Carrier zu benutzen? Nun, ich will es einmal so formulieren, Luxus kann niemals langweilig werden, wenn er in Dosen angewandt wird – und Krethi mit seinem Plethi müssen sich diesen Luxus schließlich täglich erarbeiten. Das ist zwar ein wenig geflunkert, aber lassen wir es einmal dabei. Freuen wir uns lieber, auf die letzte absehbare 1st. Class Flugreise und hoffentlich einen tollen Aufenthalt im Staate Nippon. Diesmal reisen wir mit einem befreundeten Ehepaar, nennen wir sie mal „S“ und „D“. Unsere gemeinsame Reise führt uns von DUS über FRA nach Tokyo HND. Wir werden 4 Tage Tokio erkunden und dann in der Grand Class eines Shinkansen weiterreisen nach Nagano. Hier am Tor zu den japanischen Alpen, machen wir einen kurzen Abstecher in den „Affenpark“ bevor wir dann in der Green Class eines Shinkansen nach Toyama weiterreisen. Ich bin schon sehr gespannt auf die Grand Class und ob diesmal die Getränke und das Essen inkludiert sind. In Toyama, das liegt an der Nordküste gegenüber von Tokio, erleben wir hoffentlich etwas raues Seeklima und können dann umso mehr die Meeresfrüchte genießen, wofür diese Region bekannt ist. Hier trennen sich dann auch unsere Wege. S&D fahren weiter nach Osaka und verbringen den Rest Ihrer 14 Tage Reise in dieser Region. Für uns geht es dann erst richtig los. Wir fahren zurück nach Tokio und dann geht es per Flugzeug in den äußersten Süden des Landes. Weit über Okinawa hinweg auf die Insel Ishigaki-Jima. Wer mal auf die Landkarte schauen mag, Ishigaki liegt nur „wenige“ Kilometer vor der Küste Taiwans. Ich hoffe die Chinesen machen nicht just in dieser Zeit etwas Dummes!
Ishigaki – in der japanischen Südsee – soll ein Traum sein. Weiße Strände, hervorragende Tauchspots und eine Bevölkerung, die so ganz anders sein soll, als der Durchschnittsjapaner auf Honshu.
Dazu ein anderes Essensangebot. Selbstverständlich wird es auch hier Ramen und Co geben, aber zusätzlich ist die Insel (es ist ein Archipel) bekannt für seine ausgezeichneten Rind- und Schweinefleischgerichte. Ich bin schon sehr gespannt, liebe Leserschaft.
Wenn wir dann genügend Sonne und Salzluft getankt haben, geht es zurück nach Tokio und dann richtig in die Alpen. Wir wollen dann noch etwas den berühmten „japan powder“ genießen und eine Woche Skifahren, ehe es dann für den Abschluß zurück nach Tokio geht. Den Heimflug beginnen wir diesmal in Tokio Narita und fliegen mit der SWISS über Zürich nach Frankfurt. Leider „nur“ business, aber halt in der sehr guten Swiss. Der Rest wird dann wahrscheinlich Chaos mit der Bahn sein und so hoffen wir mal, zumindest in Köln zu stranden, da wir dort sicherheitshalber noch eine Übernachtung gebucht haben. Sollte alles planmäßig verlaufen, werden wir tags darauf, im geliebte Aachener Revier ankommen.

Werte Leserschaft, konnte ich etwas Ihre Neugierige anregen? Es würde mich freuen, wenn Sie uns zahlreich begleiten würden. Los geht es – bald. Ihr Krethi!

14.2.
Geneigte Leserschaft, kann die Zeit schneller vergehen, als in Gesellschaft guter Freunde? Ich meine nein und so fällt es mir schwer, nun endlich die bereits vergangenen Tage hier zu „Papier“ zu bringen. Fangen wir somit langsam mit dem 14.2. an. Die Anreise von mir und Plethi verlief erstaunlich gut. Mit dem Bus zur Ersatzhaltestelle der Bahn und dann weiter mit dem Schienenersatzverkehr zum Hauptbahnhof nach Aix la Chapelle. Mir ist heute ganz französisch zumute. Dort dann mit der Bimmelbahn, ganz pünktlich, zum Flughafen Düsseldorf. Ich erzähle hier nun nicht die Episode einer unwilligen Verkaufskraft, die mir ein Wurstbrötchen am Morgen verkaufte und bei Bezahlung mit einem 20er ein Rückgeld von einem 10er, 2 x 5er und einer 2er Münze zurückgab und dann bei meiner freundlichen Reklamation erstmal behauptete, er hätte alles korrekt gewechselt. Nun ja, Mathematik und frühes Aufstehen, vertragen sich nicht immer. Was soll’s, wir konnten es letztlich klären. Aber wo war ich? Ach ja, wir düsten also in einem karnevalistisch versiften Zugabteil Richtung Flughafen und kamen dort überaus pünktlich an. Das Maritimhotel war diesmal unsere erste Wahl.

Maritim Hotel

Nachdem wir kurz eingecheckt hatten, machten wir uns auf zum TuS-Treff. Näheres zu dieser Lokation findet sich in unseren älteren Reiseberichten. Dort machten wir dann einen Tisch für den Abend klar. Zurück im Hotel warteten wir dann auf ein Lebenszeichen von S&D. Die Beiden hatten sich für das Sheraton entschieden. Zur vereinbarten Zeit, trafen wir uns dann am Vorabend Check in Schalter der „Lusthansa“ und jeder checkte nach seinem Stand ein. Wir in die First und unser „Gefolge“ in die Business Class. Klar egalisierten wir diesen Standesunterschied bei einem nachfolgend leckeren Schnitzelchen, etwas Grünfutter und reichlich kühlem Pils im TuS-Treff.

Die darauf folgende Nacht schliefen wir alle gut, jeder an seinem Platz und der nächste Tag hielt dann ein erstes Highlight für uns und unsere Gäste bereit.

15.2.
Unser Flug ging recht früh und so trafen wir uns zeitig und durchliefen gemeinsam den Sicherheitscheck am Düsseldorfer Flughafen. Hier hatte man dann für alle Fluggäste eine kleine Überraschung parat. Die durchweg freundlich und hochmotivierte ex anatolische Belegschaft hatte für uns alle ein Spezialprogramm hinterlegt. Jede zweite Tasche wurde zum Drogentest ausgesondert. Dazu kam dann noch das Gepäck von den „Schlümpfen“ die immer noch nicht wissen, dass Nagelfeilen, Flüssigkeiten oder fast noch lebender Proviant nicht ins Handgepäck gehören. Was soll ich sagen, wir und besonders D waren nach dieser Tortur schon recht genervt. Wie gut, dass es eine Senator Lounge gab und dort ein leckeres Frühstück auf uns wartete.

Der Rest, hiermit meine ich den Kurzflug nach Frankfurt verlief unspektakulär. In FRA angekommen verließen wir dann das Terminal und machten uns mit unseren Gästen auf zum First Class Terminal der Lufthansa. Hier wurden wir dann endlich standesgemäß abgefertigt und wenig später genossen wir Ruhe, leckeres a la Card Essen und den ersten Schampus.

Zusammen brausten wir dann noch in einem Büschen direkt zu unserer 747 wo wir uns dann separieren mußten.

Die einen auf das Oberdeck in ihre Business und wir ganz in die Spitze, wo unser Thron (hiermit ist der Doppelsitz in der Mitte gemeint) in der First auf uns wartete. Was folgte, war für beide Parteien ein überaus leckerer, entspannter und mit einem gesegneten Schlaf verlaufender Flug. Tokio, wir kommen.

16.2
Nach einem guten Frühstück an Bord unserer alten Dame war Tokio Haneda bereits in Sicht und so dauerte es nicht lange, bis wir vor der Einreise standen. Dank unserer vorab Registrierung war dann die Emigration und der Zoll schnell und einfach erledigt und so trafen wie S&D völlig entspannt. Was soll ich sagen, geneigte Leser, wir waren so entspannt, dass wir anfangs zu blöd waren, um unsere vorab bestellten Shinkansen Tickets am Automaten abzurufen. Merket auf, will ich hier rufen, es war nicht das wir, ich war zu blöd. Was war geschehen? Anstatt den tatsächlichen QR-Code zu scannen, benutze ich den Code aus einem beliebigen Beispiel. Es dauerte zwei Minuten bis mein Groschen endlich fiel. Danach ging es dann easy weiter. S&D besorgten wir eine Suica Karte am Automaten und luden sie auch sogleich auf. Mittels dieser aufladbaren „Geldkarten“ konnten wir dann den regionalen Zugverkehr Richtung Innenstadt besuchen. Leider war ich bei der Streckenauswahl etwas – sagen wir lieber partiell – unaufmerksam. So kam es dann, dass wir nicht rechtzeitig den Zug wechselten und wir dadurch etwas länger unterwegs waren, als geplant. Aber jede Extratour endet dann irgendwann und so erreichten wir dann Tokyo Station (Hauptbahnhof)

Tokio Station (Hauptbahnhof)

und gönnten uns in den Außenarkaden erstmal 2 Runden Bier. So gestärkt erreichten wir dann nach einem kurzen Fußmarsch unser Hotel in Nihombashi (Sotetsu Fresa Inn Nihombashi). Hier mußten wir dann erstmal warten. Merket auf liebe Leserschaft. Wenn ein Hotel in Japan um 15:00 Uhr bezugsfertig sein soll, dann ist es das nicht bereits um 14:00 Uhr. Es ist es ganz genau um 15 und keine Minute davor. Habt ihr das verstanden?
Dem Krethi war das schon lange klar, dem eingefleischten Protestanten aber nicht. So kam es dann, dass wir erst einmal abgewiesen wurde, irgendwo in der Nähe unserer Unterkunft ein leckeres Süppchen zu uns nehmen durften, auf Shopping Tour gingen und danach endlich unsere wirklich kleinen Zimmer aufsuchen konnten. Apropos Shopping Tour, entgegen meiner Erwartungen war der Kosmetik Teil dieser Tour ratz fatz erledigt, die Damen unserer Gesellschaft wußten ganz genau was sie wollten und High Quality ist hier in Japan recht günstig. Unser Messer „D“ war da schon etwas unsicherer. In einer Einkaufsstraße (35.71147,139.78810) wo wir zig Haushaltswaren bzw. Messer Läden vorfanden, war er anfangs recht erschlagen. Aber letztendlich konnte auch dieser Einkaufswunsch zur völligen Zufriedenheit abgeschlossen werden.


Zum Abschluß dieses Tages waren wir dann noch in einer kleinen Izakaja (Kneipe) und genossen das ein oder andere Bier vom Fass. Dazu gab es Kleinigkeiten zum Knabbern. Verstehe man mich bitte nicht falsch. Wir waren in einer Hühnchen Izakaja. Hier gab es somit lauter Leckereien vom Federvieh und D mußte manchmal kapitulieren. Es ist nun mal nicht jedermanns Sache was der feuchtfröhliche Japaner so bei seinen Trinkeinlagen zu sich nimmt!

17.2.
Morgens (8:00) machten wir uns auf zum Tsukiji Fishmarket und genossen verschiedene Qualitätsstufen beim Thunfisch. Mir schmeckt sehr gut die teuerste Variante, das fette Fleisch der Unterlippe oder vom Schwanz des Fisches. Unseren Mitreisenden mundete dies überhaupt nicht. S präferierte hier ganz klar die europäische Version, so mager wie möglich. Den Japanern wird es gefallen, so bleibt mehr für sie.

Nach dem Fishmarkt schlenderten wir noch etwas durch den Stadtteil von Shinjuku. S&D verabschiedeten sich zu einem Schlummerstündchen und wir besuchten noch Godzilla und die 3-D CAT (35.69518,139.70192 und 35.69283,139.70080).


Gegen 17:00 waren wir dann wieder vereint und machten uns zum 2ten Highlight des Tages auf, eine Yakatabune Dinnerfahrt auf den Kanälen Tokios (Yakatabune Funasei via get your Guide, 35.62411,139.74396). Lecker Essen und endlos trinken war nun für 2 1/2 Stunden angesagt und so beendeten wir diesen Tag gut abgefüllt gegen 23:00 Uhr.

18.2.
Manchmal kommt es anders als man denkt! Wir mußten den heutigen Tag etwas umgestalten. Ursprünglich wollten wir nochmals früh zum Fischmarkt. Leider war ein Teil unserer Reisegruppe nicht ganz fit durch die Nacht gekommen, so blieben 50% etwas länger im Bett und der Rest erkundete die hervorragende und kostenlose Aussicht vom Metropolitan Gov. Building (35.68965,139.69166). Gegen 13:00 trafen wir uns dann und es ging mit der Metro Richtung Sky Tree. Was für eine schöne Aussicht. Gestern Abend konnten wir von Bord die Aussicht auf den Turm genießen, heute stehen wir nun selber auf 450 Meter über dem Meeresspiegel.

Danach gönnten wir uns das ein oder andere Bierchen und abends besuchten wir dann Shibuya Sky. Eine Aussichtsplattform im 45 Stockwerk mit Außenrolltreppe. Einfach mal bei Facebook oder Google nachschauen.

19.2.
Liebe Leserschaft, wer Hologramme und Lichtspiele mag, der sollte einmal bei Team Lab in Tokio vorbeischauen. Wir machten dies an diesem Tag und da die Anreise etwas kompliziert ist, nutzen wir erstmals das japanische Gegenstück zu UBER. Ich buchte uns über die GO-App ratz fatz ein Taxi und so erreichten wir für kleines Geld pünktlich gegen 9:00 die Location.


Danach besuchten wir den Toyosun Fischmarkt (weltgrößter Fischmarkt), schauten in eine leere Halle wo morgens eigentlich eine Thunfischauktion auf der Tagesordnung stand, aßen lecker Sushi in den angrenzenden Lokalen und bummelten weiter nach Asakusa um in der dortigen Brauerei ein kühles Blondes zu genießen (35.71015,139.80036).

Das Wahrzeichen der Brauerei ist „gelb“. Was soll das sein?


Gegen 20:00 hatten wir dann ein Abendessen gebucht in einer wirklich eleganten und lohnenswerten Sushibar.
(Sushi Kenshin Ebisa, 35.64603,139.71724)
Wir verbrachten dort sehr angenehme 2 1/2 Stunden.

20.2.
Tokio adieu, um 10:22 ging es ab Tokio Station mit einen Shinkansen in der exklusiven Grand Class in weniger als 1 1/2 Stunden und mit lecker Essen und Trinken (inkl.) nach Nagano.


Dort angekommen besorgten wir uns im Bahnoffice (Touristenschalter) alle nötigen zukünftigen Shinkansentickets. Merket auf liebe Leserschaft. Bahntickets sollte man sich immer einige Tage vor dem eigentlichen Reisetermin besorgen, sonst kann es passieren, dass der Zug ausgebucht ist und/oder die begehrte Green Class (oberhalb der ersten Klasse in D) nicht mehr buchbar ist. Kleiner Tip, Shinkansen Tickets ab Tokio besorgt man sich bereits zuhause via klook.com und druckt diese später am Flughafen in Haneda oder Narita aus. Den Rest besorgt man sich dann in jeder beliebigen kleinen Bahnstation. Wenn sprachliche Probleme auftauchen, bedient man sich des google translators (App) und bereits zuhause erkundet man die gewünschten Verbindungen, mittels der NAVITIME App.
Nach diesen kleinen Tipps kommen wir nun zurück zum Tagesverlauf. Nachdem wir uns die Tickets (S&D zu 100%) (Krethi und Plethi zu 50%) besorgt hatten, verließen wir den Bahnhof und wir verbrachten einen kalten aber sonnigen Tag auf dem Gelände des Zenko-ji Tempels bevor wir dann abends mein Lieblingsrestaurant im Bahnhofsgebäude aufsuchten. Hierbei handelt es sich um ein Steakrestaurant im Obergeschoß, direkt neben der Rolltreppe. Nachmachen ist dringend empfohlen.

21.2.
Das Metropolitan Hotel in Nagano ist meine erst Wahl. Große Zimmer, gute Betten, ein leckeres Frühstück (zumindest für Menschen die japanisches Essen zu schätzen wissen) ein geräumiges Bad und vor allen Dingen direkt ans Bahnhofgebäude angeschlossen. Ab 7:30 frühstückten wir und um 8:50 waren wir bereits „check out“ und auf dem Weg zur nahen Autovermietung. Hier hatte ich uns für 2 Tage einen Nissan für 6 Personen reserviert und in diesem brausten wir um 8:30 dann vom Hof der Autovermietung. Krethi war der einzige Fahrer und in aller Bescheidenheit kann ich schon vorausgreifend sagen, dass ich meine Fahrgäste gut ans Ziel und wieder zurück brachte. Ich hatte tolle Fahrgäste, meistens waren Sie mein zweites oder drittes Navigationsgerät. Öfters hatte ich auch einen Fahrlehrer an Bord und vereinzelt wollte mir jemand die Vorzüge einer analogen ADAC-Karte schmackhaft machen. Unter dem Strich aber, war es eine vergnügliche Autofahrt.


Wo wollte ich nun hin – ach ja, wir fuhren somit von Nagano nach Yudanaka Onsen um den berühmten Affenpark zu besuchen und abends einmalig, zumindest für S&D in einer original japanischen Herberge, genannt Ryokan, zu nächtigen.
Was soll ich sagen, die Damen waren im Affen- und Fotofieber und alle Erwartungen wurden erfüllt.

Den Nachmittag verbrachten wir bei bestem Wetter im Dorf (Yudanaka Onsen) bei so mancher Büchse Bier und abends besuchten wir dann noch eine mir bekannte Izakaya. Hier erlebten wir, alle total ausgehungert, einen Schock. Pünktlich gegen 18:00 bei der Eröffnung, standen wir vor der Tür und als D hineinstürmen wollte bekam er die Ansage vom Wirt, „sorry only drinking-no Restaurant“. Ich habe selten einen so geknickten „D“ gesehen. Aber was soll ich sagen, der Krethi, kurze Verhandlung und es war klar, wir können doch „Kleinigkeiten“ bestellen. Diese Kleinigkeiten waren dann etliche Spieße mit Hühnerfleisch, Leberspieße, Kartoffelsalat, eingelegtes Gemüse, Sushi und Ramensuppen. Dazu dann etliche Bierchen und natürlich Wein für „S“. Ein schöner Abend.


Die Nacht war es dann nicht für uns alle. Ein Ryokan hat i.d.R nur einen Schlafraum ohne Bett, man schläft
landestypisch auf einer Matte direkt auf dem Boden – Fachleute sagen Futton. Ich sage herrlich, für andere ist dies eine Tortur. Wenn dann auch noch das WC/Bad auf dem Flur liegt und wir versuchten unseren Gästen die Vorzüge eines privaten Onsen schmackhaft zu machen, dann kann dies schon einmal Alpträume und weitere Beschwerden auslösen. Geneigte Leserschaft ich habe hier natürlich nur spekuliert, Fakt war jedoch, einer schlief besonders schlecht und am nächsten Tag, war das echt tolle japanische Frühstück für so manchen auch kein Pluspunkt. Ich kenne jemanden aus meinem Freundeskreis, für den war China vor Jahren keine kulinarische Offenbarung und ich denke, ich kenne nun eine oder zwei Person, die nicht unsere Begeisterung für dieses Land zu 100% teilen werden.

22.2.
Die Rückfahrt nach Nagano verlief super und wir waren viel zu früh bereits wieder am Bahnhof. Da aber der Wettergott es ausgesprochen gut mit uns meinte, suchten wir uns ein bequemes Plätzchen im Außenbereich und bei 30 Grad in der Sonne, war viel Sonnencreme und leckere Kühlflüssigkeit angesagt. Die Fahrt mit dem Shinkansen nach Toyama in der sehr guten Green Class war in 50 Minuten erledigt und so enterten wir zügig unser in Bahnhofsnähe gelegenes Hotel JAL Toyama (sehr zu empfehlen).


„D“ war für die Auswahl dieses Hotel verantwortlich und ich muß sagen, erste Sahne lieber „D“. Große Zimmer und ein tolles Bad, ich bin auf das Frühstück gespannt.
Den Rest des Tages verbrachten wir bei ca. 20 Grad unter freiem Himmel, suchten in der Abenddämmerung eine Foodhall (im Bahnhofsgebäude) auf und dann trennten sich für heute unsere Wege. Ein Teil ging aufs Zimmer der andere erkundete noch etwas die Geschäftswelt von Toyama. Es gibt immer etwas, was man noch brauchen kann und wenn es auch nur Kumquats zum Nachtisch sind. Gute Nacht!

23.2.
Liebe Leserschaft, ich kann ohne rot zu werden behaupten, dass unser jetziger Standort nebst Hotel so einiges rausgerissen hat. Aber fangen wir ganz von vorne oder besser, mit einer kleinen Bettgeschichte an. Keine Angst, ich gleite nun nicht ins seichte Gewässer ab. Ich will nur berichten, dass wir alle hervorragend genächtigt haben und die morgendliche Duscheinlage in dieser kleinen Wellnessoase uns allen gut getan hat. Nach reichlich Schlaf und anschließendem guten Frühstück, ging es heute auf Erkundungsfahrt. Wir wollten etwas näher an die Küste und in dem kleinen Fischerort Hachimanmachi die sagenhafte rote Schnee-Krabbe kennenlernen – oder so.

Wer dieses Tierchen auch unbedingt probieren will, nimmt von Toyama aus die „Man-Yo-Line“ und steuert den Shinminato Kittokito Fisherman‘s Wharf an. Goggeln oder NAVITIME hilft!
So scheuten wir keine Mühen und machten uns im modernen Japan mit nicht so ganz modernen Forbewegungsmittel auf, diese einzigartigen Tierchen näher kennen zu lernen.

Keine Frage es ist uns gelungen!

Zurück aus Hachimanmachi machten wir dann mit einer Tram noch eine kleine Stadtrundfahrt und landeten dann endlich am Abend in der angesagten Ramenbar von Toyama. Hier genossen wir mehrheitlich die hier typische „schwarze“ Ramensuppe. Lecker – und das war zu 100% die Meinung der gesamten Trupppe. Ramen gut – alles gut.

24.2.
Zeit des Abschieds. Nach dem Frühstück hieß es nun, auf getrennten Wegen Japan zu erkunden. Wir sagen S&D adieu – es war schön mit Euch.

Ihr Weg führt nun Richtung Kyoto und Osaka und ich bin gespannt, was die Beiden so zu berichten haben, aber das ist dann nicht mehr Teil dieses Bogs. Ab jetzt muß die liebe Leserschaft wieder mit Krethi und seinem Plethi vorlieb nehmen. Wir haben noch etwas Zeit bis wir dann gegen 10:45 auch das Hotel verlassen müssen um die wenigen Meter Richtung Bahnhof zurückzulegen. Während S&D in der bewehrten Green Car reisen, wollte Plethi nochmals Grand Class genießen und da wir bis Tokyo rund 2 1/2 Stunden unterwegs sind, lohnt sich das dann irgendwie. In Tokyo werden wir dann in der unmittelbaren Nähe zum Airport Haneda im Kawasaki King Skyfront Tokyu REI Hotel übernachten um dann morgens recht früh mit der ANA nach Ishigaki aufzubrechen. Dazwischen liegt aber noch „one Night in Tokyo“. Mal sehen ob ich hierzu noch einen Kurzbericht nachreiche.

Nachtrag zum 24.2
Pünktlich um 11:20 verließen wir, in der Grand Class eines Shinkansen, Toyama. Fast hätte ich noch das Steuer übernommen.

Hierbei machte ich bei der Buchung den gleichen Fehler wie vor einem Jahr. Merket auf liebe Leserschaft, nicht jede Grand Glass hat eine Verpflegung inbegriffen. Ich weiß, wo ich das in der NAVITIME App ersehen kann, aber so manches mal, überlese ich es. So passierte es auch diesmal und wenn ich nun ganz ehrlich bin, ich hatte auch keine andere Wahl. Der „Verpflegungszug“ startete erst um 16:00 Uhr, dass wäre für unser Ansinnen sowieso zu spät. Was blieb, war einzig die Enttäuschung, als keine Zugbegleitung mit der Verpflegung erschien. Verstehe man mich nun hier nicht falsch, es war trotzdem eine sehr luxuriöse und angenehme Reise.

So erreichten wir gegen 14:00 Tokyo Station, suchten uns im Untergeschoß ein leckeres Restaurant und machten uns nach einem leckeren Mittagessen auf, via Nahverkehr, das Kawasaki Hotel zu erreichen. Nach dreimaligem Umsteigen und einem Fußmarsch von 1,5km kamen wir dort gegen 16:30 an.

Das Kawasaki Hotel liegt relativ weitab vom Schuß, seinen Vorteil spielt es aus, durch die Nähe zum Haneda Airport und den hauseigenen Shuttle Service, der in 10 Minuten z.B. Terminal 3 erreicht. Da wir einen Inlandsflug vor uns hatten, starteten wir diesmal von Terminal 2. Dahin braucht dieses Shuttle dann 15 Minuten. Aber bevor ich über das kleine Missgeschick spreche, was uns am nächsten Tag beim Transport passierte, erzähle ich noch kurz, wie der restliche Tag so im Kawasaki Hotel ablief.
Höhepunkt war ein kleiner Spaziergang mit Blick auf den nahen Flughafen und ein Bad im hauseigenen Onsen. Herrlich!

25.2.
Der Wecker ging um 5:00, gegen 5:50 standen wir bereit für den Shuttle Bus. Liebe Leserschaft, in diesem Hotel gilt der Grundsatz, keine Reservierung, wer zuerst kommt fährt mit, ist der Bus voll haben die Letzten halt Pech und nehmen ein Taxi. Wir waren pünktlich, übergaben unseren Koffer für Terminal 2 dem Fahrer und deponierten unsere Rucksäcke auf einem Sitzplatz im Bus. Die Fahrt verlief unspektakulär und als wir nach kurzer Fahrt am Terminal 2 ausstiegen, war ich kurzzeitig hoch zufrieden. Das änderte sich als der Bus losfuhr und ich meine Frau nach dem Koffer fragte. Schrecksekunde! Noch eine Sekunde! Erst dann realisierten wir, der Koffer ist noch im Bus und den sahen wir am Horizont verschwinden. Ich habe dann die Booking.com App aufgerufen und die beim Hotel vermerkte Telefonnummer markiert und angetippt. Warum? Nun wir haben für Japan nur eine Daten-SIM, somit funktioniert kein normales Telefon. Zum Glück für uns, funktioniert es aber aus der Booking.com App heraus. Ich erkläre mir das so, dass es wie bei WhatsApp funktioniert. Es klingelte also und ich konnte dem Hotelangestellten mein Problem mitteilen. Da nicht nur wir sondern auch der Fahrer einen Fehler begangen hatte, dauerte mein Telefonat nur ganze 2 Minuten und ich bekam die Auskunft, in 5 Minuten steht der Bus mit dem Koffer dort, wo wir ausgestiegen waren. Was soll ich sagen, so kam es dann auch und so blieb nur ein kurzer Schreckmoment am Morgen und alles war gut. Am Checkin der ANA hatten wir keine Probleme und als Senatoren hatten wir bei diesem Star Alliance Mitglied Vorteile bei der Gepäckmenge, der separaten Sicherheitskontrolle, Meilengutschriften und natürlich einen Loungezugang. Leider klappte kein Upgrade, da der Flug nach Ishigaki völlig ausgebucht war.
So kam es, dass wir die Lounge enterten, ein paar Bierchen zischten und pünktlich an Bord unserer Boing 787 gingen.

Flug ANA 089 startete pünktlich um 8:15, ich verschlief den Start und gegen 11:30 erreichten wir Ishigaki Jima.
Nach der Landung suchten wir die Station des Autovermieters auf und nach etwas Schreibkram nahm ich um 12:15 unseren zweiten Leihwagen in Besitz.

Danach hieß es einladen, Navi installieren und ab in Richtung unserer Herberge. Sagte ich es schon, hier waren es tags- und nachts zwischen 20-25 Grad. Nur die Luftfeuchtigkeit war etwas zu intensiv (Regen ab und an)
Auf dem Weg zum Hotel steuerten wir zuerst ein „all you can eat“ Buffet-Restaurant

an und gegen 16:00 erreichten wir unsere private Unterkunft in direkter Nähe zur Kabira Beach.
Ich war ziemlich groggy und so verbrachten wir den Rest des Tages auf dem Zimmer und gingen recht früh schlafen.

26.2.
Nach einem guten Frühstück stand Inselerkundung auf den Plan. Wie schon berichtet, haben wir hier durchgehende Temperaturen von 20-25 Grad, derzeit regnet es fast täglich und so waren wir happy, dass es am Ende dieses Tages nicht geregnet hatte und die Sonne mal kurz zwischen den Wolken hervor schielte.
Wir besuchten 3 Strände, Plethi verliebte sich in schwarze Perlen die es sonst nur auf Tahiti gibt und abends grillten wir unser eigenes Essen im „go Slow“.

Leider erhielt Plethi am Abend dann noch eine schlechte Nachricht und diese versaute Ihr den Abend und die Nachtruhe.

27.2.
Krethi schlief hervorragend was man von Plethi nicht behaupten konnte. Somit mußte Krethi heute besonders lieb zu seiner Plethi sein. Sein erster Versuch, den Wettergott zu beeinflussen scheiterte jedoch kläglich. Nach dem Frühstück öffneten sich die Himmelsschleusen und schiere Wassermassen erlaubten es nicht, nur einen Fuß aus dem Haus zu setzen. So hieß es abwarten und endlich gegen 11:00 hörte es auf. So konnten wir heute unsere 2 Inseltour starten. Es standen Aussichtspunkte und Leuchttürme auf dem Programm. Dazu dann ein kleiner Zwischenstopp in einem süßen Kaffee am Wegesrand. Habt Ihr schon mal Pizza mit Schimmelkäse und Honig probiert? Lecker!

Danach trauten wir uns dann ins Meer. Bei Wassertemperaturen oberhalb von gefühlten 20 Grad nicht unangenehm und bei einer artenreichen Wasserfauna in Strandnähe sehr unterhaltsam und schön. So blieben wir über eine Stunde zum Schnorcheln im Wasser und meine größte Fischsichtung waren zwei mittelgroße Naßhornfische (googeln).
Da an jedem Stand auch in der Nebensaison Umkleidekabinen und funktionierende kalte Duschen betriebsbereit sind, konnte wir nach dem Schnorcheln direkt nach Ishigaki Stadt aufbrechen und den Tag mit einem Austernessen beschließen.

28.2.
Heute war Cave man an der Reihe. Ishigaki hat mindestens 2 Grotten die man besichtigen kann. Da die erste Option am Wochenende geschlossen hatte, viel unsere Wahl auf die Sabichi Cave und ich muß sagen, wir wurden nicht enttäuscht. Die eigentliche Tropfsteinhöhle ist eher unspektakulär, spektakulär sind hingegen 2 Ausblicke, die sich bei der Wanderung erschließen.

Danach besuchten wir auf besonderen Wunsch meiner Plethi noch den Sunset Beach (menschenleer) bevor wir zum Essen diesmal einen Japanischen Thailänder aufsuchten und hervorragend scharf speisten. Etwas ausserhalb von Ishigaki Stadt gelegen, ist Ishigaki Farm to Table ARUN ein echter Geheimtipp. In diesem Resto ist der Name Programm. Alles wird in der hauseigenen Farm selber angebaut oder vom direkten Nachbar bezogen. Die Ehefrau hat ihre Kochkünste aus Thailand mitgebracht und der Ehemann ist ein hervorragender Gastgeber. Es war lecker und reichlich.

Weiter ging es mit der Inselerkundung. Nach bereits mehr 300km auf dem Tacho hatten wir schon den Ehrgeiz, möglichst viele schöne Stellen dieser recht kleinen Insel zu erkunden. Außerdem stand noch ein Mango Smoothie auf meiner Wunschliste und der Beweis an S&D, dass man in Japan auch draußen gemütlich essen und trinken kann.

Am Abend landeten wir dann in Ishigaki Stadt und hier wollte ich dann noch eine Kleinigkeit zu mir nehmen. Natürlich nicht nur ich, auch der kleine Hunger bekundete hierzu seine Absicht.
Wie der Zufall es so manches mal mit uns gut heißt, so fanden wir auch diesmal eine außergewöhnliche Lokation und wurden nicht enttäuscht. Wir empfehlen den Ishigaki Breakfast Club (kein Scherz) einen außergewöhnlich guten, für uns der Beste Burgerladen auf dieser Insel.

1.3.
Im Morgengrauen schlug bei mir Montezumas Rache zu. Ich denke, es war gestern etwas zu scharf für meine Verdauung. Da es sehr heftig war, beschloß ich, mein Zimmer vorerst nicht zu verlassen und in Sicherheitsreichweite zum vertrauten WC zu verbleiben. Dani erkundete bis nachmittags Kabira Beach und Umgebung. Ich verschlief bis 16:00 den Tag. Danach ging es wieder und wir schlenderten noch etwas in der näheren Umgebung herum und ich gönnte mir 2 Bananen. Bananen sind auf dieser Reise der Kaliumspender …. Insiderwitz ;))

2.3.
Liebe Leserschaft, Bananen sind das reinste Wundermittel. Gestern noch ein Abo für das WC, seit heute Morgen wieder fit wie ein Turnschuh. In weiser Voraussicht haben wir gestern online nochmals Fährtickets für Taketomi gebucht. Leider jedoch erst ab 13:30 hin und 17:50 zurück. Dies waren die letzten freien Online-Termine. Als wir morgens aufstanden, schien das auch eine glückliche Fügung zu sein. Es regnete in Strömen. Aber nach unserem Frühstück und einer kleinen Siesta klarte der Himmel auf und wir fuhren auf gut Glück zum Hafen von Ishigaki und tatsächlich durften wir die Fährverbindung gegen 11:30 nutzen. Des Rätsels Lösung erklärte sich dann nach kurzer Nachfrage. Online wird nur ein bestimmtes Kontingent vergeben, der Rest wird exklusiv am Schalter verkauft. So kam es dann auch, das unser Schiff nur zu max. 60% belegt war. Ich war mir somit auch sicher, nicht erst die letzte mögliche Verbindung des Tages nehmen zu müssen, sondern etwas früher. Wir haben heute schließlich unseren letzten Tag hier in der „Südsee“ und packen müssen wir auch noch. Aber wo war ich? Ach ja, die Überfahrt dauerte gerade mal 15 Minuten und dann betraten wir Taketomi. Eine Insel, wo fast nur Fahrräder und Ochsenkarren erlaubt sind. Die wenigen Verbrenner stehen meistens am Hafen und mit ihnen werden die ankommenden Touristen zu den Hotels oder Fahrradstationen gebracht. Wir wählten den zweiten Weg und leihten uns für 2 1/2 Stunden ein E-bike. Damit erkundeten wir das Inselchen, besuchten u.a. den berühmten Sternenstrand (dort findet man Sandkörner in gezackter Form = Sterne), ersparten uns das Sammeln und kauften für 100 Yen ein Säckchen beim Händler und investierten lieber die Zeit, den zweiten und weitaus schöneren Strand der Insel zu besuchen. So verging die Zeit im Sauseschritt und nach einem gesunden Drink radelten wir bereits zurück und durften tatsächlich die Fähre gegen 15:50 benutzen. Als wir dann in Ishigaki ankamen, bin ich noch schnell zum Schalter der Fährgesellschaft. Ich hatte ja noch 2 Roundtripp-Karten vom Vortag, die wir nicht benutzt hatten. Man stelle sich das einmal in D bei der DB vor. Du buchst ein Sparticket und lässt es verfallen. Ganz klar, Pech gehabt. In Japan ist das anders. Die nette Dame am Schalter prüfte meine Buchung, stellte fest, dass wir Vortags nicht gefahren waren und 5 Minuten später, hatte ich eine Gutschrift auf meinem Kreditkartenkonto. Natürlich ohne Bearbeitungsgebühr, das nennt man Kundenservice!
Danach haben wir dann noch die Foodhall (Ishigaki Public Market) aufgesucht und ein paar kleine Leckereien zu uns genommen. Der Abschied viel schwer, gerne wären wir noch etwas geblieben, zumal in der Nebensaison dies wirklich ein sehr entspanntes Fleckchen Erde ist. Aber die ANA ruft, packen müssen wir auch noch und der Driver will wenigstens abends noch ein Bierchen trinken, wenn das Töf Töf vor der Unterkunft geparkt ist.
Morgen heißt es dann, Wecker um 7:00, Frühstück gegen 8:30, Checkout spätestens gegen 10:00 und Rückgabe des PKW am Flughafen nicht später als 11:00. Zurück fliegen wir dann mit der ANA Flug 090 um 12:25, landen gegen 15:00 in Tokio Haneda und nehmen dort den Shinkansen um 17:24 nach Nagano, wo uns ein Zimmer im bekannten Metropolitan Hotel erwartet. Von der Sonne in den Schnee, aber das ist dann eine Geschichte, die ich in den nächsten Tagen erzählen werde. Gute Nacht wo auch immer ihr seid.

Hier folgen noch die Koordinaten zu verschiedenen Zielen auf der Insel. Wer sich bisher gefragt hat, was man mit diesen langen Zahlenkolonnen anfangen soll, kommt hier nun eine kurze Anleitung:

Unter http://www.google.de/maps diese Koordinaten einfach ins Suchfeld kopieren, dann wir der jeweilige Standort bei Maps angezeigt. Aber das war der geneigten Leserschaft bestimmt schon bekannt.

(Platzhalter Koordinaten)

3.3.
Liebe Leserschaft, es hätte alles so schön sein können. Leider kam es dann aber etwas anders. Zuerst lief alles wie am Schnürchen. Der Wecker klingelte um 7:00, Frühstück wie geplant, wir waren zeitig bei der Mietstation und der Wagen wurde ohne Komplikationen zurückgegeben. Freudig betraten wir alsbald das Flughafengebäude, waren dank Gold Status (Star Alliance) die einzigen am CheckInn Schalter und die nette Angestellte fand auch unseren Flug. Leider kam dann der Dämpfer und ich hatte es zuerst noch nicht mal verstanden. Plethi meinte dann, „hast Du verstanden? 2 Stunden Verspätung!“ Es dauerte etwas, bis bei mir der Groschen viel und dieser Satz zur Gewissheit wurde. Wir bekommen den bereits gebuchten Zug (Shinkansen) in Tokio nicht. Aber da war das Gepäck bereits aufgegeben, die Tickets lagen bleischwer in meinen Händen und wir gingen erstmal in die Abflughalle zurück, um an einem Tisch Kriegsrat zu halten. Was soll ich sagen, die eingeplanten Zeiten stehen oben im Text, durch die bereits avisierte Verspätung würde unser Flug nicht vor 17:00 in Haneda landen und von dort brauchen wir mind. 1 Stunde, um Tokio Station (Hauptbahnhof) zu erreichen. Somit war mit einem Schlag unser Shinkansenticket mit Startuhrzeit 17:24 nichts mehr wert. So dachten wir zumindest zu diesem Zeitpunkt. Wir fragten uns, können wir noch einen späteren Shinkansen buchen und werden wir nun die ganze Fahrt über stehen, weil es keine freien Sitzplätze mehr gibt und werden wir Probleme mit unserem Übergepäck bekommen? Fragen über Fragen, die uns zu diesem Zeitpunkt durch den Kopf schossen.
In solchen Fällen hilft am besten ein Bierchen, es entspannt und weitet die Blutgefäße. Somit strömt mehr Blut ins Gehirn und der Denkprozeß beginnt von vorne. So präpariert ging ich dann erneut zum Schalter und schilderte unser Problem. Zwischenzeitlich hatten wir zudem recherchiert und wußten bereits, dass man Shinkansentickets bis 5 Minuten vor Fahrantritt (vor Betreten des Shinkansen Gates) einfach und kostenlos am Ticketautomaten umbuchen kann (durch Änderung der Platzreservierung). Tja Freunde, aber diese Ticketautomaten stehen halt nicht am Flughafen, sondern an jeder Japan Rail Station oder genauer in unserem Fall,Tokio Station wo wir nicht vor 17:45 ankommen können. So war die Ausgangslage, als ich erneut am CheckIn Schalter stand. Ich schilderte somit mein Problem und erzeugte auf der Gegenseite hektische Betriebsamkeit. Ich dachte schon, alles klar, die freundliche Dame bucht nun unser Tickets um. Sie sprach auch mit mir, aber irgendwie waren wir nicht kompatibel. Ich verstand was ich hören wollte, dies war aber nicht, was sie zu mir sagte. Ich hörte: „….ich buche ihr Shinkansen Ticket um“. Sie sagte: „…..ich buche Ihren Flug um, dieser Flug wird sich noch stärker verspäten“.
Ich war total überrascht, als plötzlich unser Gepäck rückwärts auf dem Kofferband wieder erschien und wurde etwas panisch. Hat sie nun unseren Flug storniert? Was habe ich nur angestellt? Letztlich konnten wir es dann klären. Die Dame schlug vor, uns umzubuchen und deshalb mussten die Koffertags erneut ausgestellt werden. Wir flogen nun von Ishigaki nach Osaka und mit der gleichen Maschine dann weiter nach Haneda. Auch hier hatten wir Verspätungen und so erreichten wir glücklich aber mit 2 1/2 Stunden Verspätung Haneda. Hätten wir den ursprünglichen Flug genommen, wären aus den anfangs 2 Stunden, 3 1/2 Stunden geworden. Wir kamen somit um 17:28 in Haneda an, unser Gepäck war zum Glück mit uns gereist und so erreichten wir dann glücklich und mit einigen Kampfspuren versehen Tokio Station. Ist jedem klar was es bedeutet, im Feierabendverkehr die Tokioter Nahverkehrsmittel zu benutzen? Dies wäre eine separate Geschichte aus der Konservendose – aber die erspare ich uns nun.
Abgekämpft, aber im Besitz all unseren Gepäcks erreichten wir den Bahnschalter und ich wollte versuchen, trotz besseren Wissens, unsere 1A Green Car Tickets umzubuchen. Ich erntete ein müdes Lächeln vom Schaffner und ich war bestimmt nicht der erste Depp, der dies bei ihm versuchte. Schließlich hatte er den Antworttext bereits auf einem iPad vorbereitet. Dort stand, „der Zug ist bereits gefahren, Sie können dieses Ticket nicht umbuchen.“ Was er aber danach sagte, erfreute mein Herz und machte mir gleichzeitig Angst. Er sagte sinngemäß: „Sie können dieses Ticket jedoch benutzen, um einen Shinkansen mit unreservierten Plätzen im Zugabteil zu benutzen.“ Ich sah mich schon 1 1/2 Stunden stehen. Aber egal, ich fragte ihn, wann der nächst mögliche Zug denn abfahren würde und die Antwort lautete in 10 Minuten. Ich suchte mir diesen Zug in der NAVITIME App schnell heraus, zeigte ihn dem Schaffner, er nickte und da war ich schon bei Plethi und wir eilten Richtung des richtigen Bahnsteigs. Dort angekommen, erwarteten uns Menschenmassen. Zum Glück warteten diese nicht auf unseren Zug und so schafften wir es zeitig in das richtige Abteil und zu meiner Freude hatten wir auch -gegen alle Erwartungen- richtig viel Platz und Stauraum. Unsere Probleme lösten sich schlagartig in Luft auf – einzig ein Bier fehlte zu unserem Glück.

So erreichten wir gegen 20:40 Nagano, eilten zum bekannten Metropolitan Hotel, buchten ein und bereits 20 Minuten später saßen wir im bekannten Steakhaus und belohnten uns für diesen außergewöhnlichen Tag. Ich freue mich schon auf das Kompensationsverfahren mit der ANA!

4.4.
Nach dem gestriegen Tag schliefen wir etwas länger,
frühstückten gemütlich und übernahmen dann an der bekannten Nissan Station unseren Leihwagen für die nächsten 1 1/2 Wochen. Vor einer Woche war es an gleicher stelle noch richtig sonnig und warm und heute empfindlich kalt.

Danach ging es Richtung Berge, unser Ziel Nozawa Onsen.
Auf dem Weg dorthin, suchten wir noch eine Shopping Mall auf und deckten uns mit „Kleinigkeiten“ ein. Außerdem mußte es dann doch noch ein Softeis sein. Mal sehen was die Verdauung dazu sagen wird (Insider, alte Berichte).

So ausgestattet erreichten wir dann so gegen 17:00 Uhr unser Quartier und freuten uns über 1-2 Grad und beginnenden Schneefall. Abends schauten wir im Ort an den uns bekannten Stellen vorbei und suchten die „Food Scheune“ auf. Ein Ort, wo es viele Essenstände gibt und wir uns heute nur ein riesiges Bier gönnten. Es braucht schließlich Mut, wenn wir Morgen die Piste stürmen.

5.3.
Nach einer erholsamen Nacht gibt es heute viel Aktion. Ab 13:00 startet der 3 stündige Privatkurs von Dani und vorher besorgten wir uns noch die Skipässe (33€ pro Tag und Person) und holten das vorher bereits reservierte Skiequipment ab. Hierzu mußten wir zur Talstation und konnten bereits einen kleinen Blick auf das Skigebiet und den Zustand der Pisten werfen. Keine Frage, es ist noch genug Schnee da und letzte Nacht hat es etwas geschneit. Trotzdem ist es auf 600 Meter (Talstation) mit plus 2 Grad zu warm und der Schnee ist hier nicht Powder, sondern sulzig. Aber in den nächsten Tag ist Nachschub angekündigt und weiter oben soll es wesentlich besser sein.
Nachdem wir die administrativen Arbeiten erledigt hatten, schossen wir noch ein paar Fotos und machten uns dann zur nahen Unterkunft auf, um unsere Arbeitskleidung anzulegen.

Ab 13:00 ging es dann los. Da ich Dani gut aufgehoben wußte konnte ich das Skigebiet erkunden und mich etwas einfahren. Wie man den folgenden Bildern entnehmen kann, wurde der Schnee ab ca. 1200 Höhenmetern optimal und weiter oben blieb die weiße Pracht des Vorabends auch vollständig liegen.

Mit etwas mehr als 1650 Metern ist dann hier Schluß aber für uns ist das völlig ausreichend, zumal hier oben sehr schöne Pisten in allen Schwierigkeitsstufen auf einen warten.

Was soll ich sagen, gegen 16:10 war ich froh, meine letzte Abfahrt gemeistert zu haben und ich freute mich schon auf etwas Leckeres zu essen (Scheune) und danach den Besuch von mindestens 3-4 Onsen Bädern. (Warum, weshalb, wieso, Nozawa Onsen so berühmt wegen der Bäder (Onsen) ist, steht in einem früheren Artikel.

Einfach herrlich – gute Nacht

Onsen Einmaleins

Im Ort Nozawa Onsen gibt es 13 kostenlose, kleine, öffentlich zugängliche Onsen. Der Begriff Onsen steht hierbei für das „Badehaus“ im allgemeinen und das Badebecken im Besonderen. Idealerweise werden Onsen aus natürlichem Thermalwasser gespeist. So kommt es, dass fast jeder Onsen eigene Charakteristiken in Bezug auf Temperatur, Geruch, Farbe des Wassers und damit auch chemische Zusammensetzung aufweist. Die Onsen in Nozawa werden von den ansässigen Familien betreut und täglich von den Einheimischen auch zur Körperpflege genutzt. Jeder Onsen ist strikt nach Geschlechtern getrennt. Hierbei wird keine Rücksicht auf „Füchse“, „Schafe“ oder spezielle Pronomen genommen. Es gibt nur ein Kriterium: mit oder ohne …..! Betritt man den Onsen, so gibt es meistens Platz für ca. 4-6 Personen. Wie üblich in Japan, zieht man zuerst seine Schuhe aus und gelangt dann zu den Umkleidefächern. Jetzt heißt es Farbe bekennen, denn nur im Adamskostüm ist die Benutzung erlaubt. Es ist ratsam, zuerst eine der bereit stehenden Plastikschüsseln zu nehmen und sich einen direkten Platz neben dem Becken zu suchen. Dann nimmt man eine „Kelle“ Thermalwasser und gießt diese auf den Boden und setzt sich dort hin. Der Onsen und besonders das Wasser müssen sauber gehalten werden. Somit wäscht man sich nun und begießt sich mit Thermalwasser. Hierbei wird man feststellen, dass das Wasser recht warm, geradezu heiß sein kann. Dieser Waschprozeß hat somit auch einen zweiten Effekt. Die Haut hat die Möglichkeit ihr Wärmeempfinden anzupassen. Hat das Onsenbecken eine Unterteilung, dann sind die „Gewässer“ unterschiedlich warm, es empfiehlt sich, die Beschriftung am Becken zu beachten. Und nun los. Zuerst die Füße und dann ganz langsam den Rest des Körpers ins Wasser gleiten lassen. Hierbei ist es keine Schande, wenn es nur bei den Füßen bleibt. Der nächste Onsen wartet bereits um die Ecke. Wie lange man dann im Wasser verbleibt ist natürlich eine eigene Entscheidung. Ich habe es erlebt, dass jemand ganze 3 Sekunden schaffte, ich persönlich nehme immer 2 Badegänge mit jeweils 2-4 Minuten. Danach sitzt man noch kurz neben dem Becken und danach ist der umgekehrte Ankleideprozeß an der Reihe. An einem Abend schaffen wir 2-6 verschiedene Onsen und es gibt nichts besseres nach einem Skitag um eine samtweiche Haut und entspannte Muskeln zu bekommen.
Wer sich nun die Onsen etwas genauer ansehen will, findet hier die Google Suchbegriffe, immer mit Nozawa Onsen beginnen:

  1. Kumanotearayu Hot Spring
  2. Kamiterayu Hot Spring
  3. Sotoyu Shinyu Hot Spring
  4. Asagama-no-yu Hot Spring
  5. Sotoyu Takinoyu Hot Spring
  6. Oyu Hot Spring
  7. Kawaharayu Hot Spring
  8. Matsuba-no-yu Hot Spring
  9. Yokochi-no-yu Hot Spring
  10. Yuodono Yu Hot Spring
  11. Shinden-no-yu Hot Spring
  12. Akiha-no-yu Hot Spring
  13. Nakao-no-yu Hot Spring

6.03. – 10.3 Skitage
Was soll man schon zu so einem Tag schreiben? Es war wahrscheinlich der schönste und wärmste Tag. Unten im Dorf bis zu 16 Grad, oben auf dem Berg nicht kälter als 0 und dazu Sonne den ganzen Tag. Ab Morgen erwarten wir Schnee und dann wünscht man sich so etwas zurück. Aber heute, hieß es nur genießen und Skifahren. Am 7. und 8. kam dann der erhoffte Schnee. Als es am 7. gegen 15:00 so richtig los ging, haben wir unsere Skier abgegeben und lieber den Ort und die Lokalitäten getestet. Der 8. war unser Umzugs- und Onsentag. Es schneite den ganzen Tag und wir mußten unser Hotel wechseln, da ich nicht für die ganze Zeit eine Unterkunft gefunden hatte. Um dann die Zeit zwischen 10:00 (auschecken) und 15:00 (einchecken) nicht im wilden Schneegestöber verbringen zu müssen, starteten wir den Onsen Marathon. Wir schafften insgesamt 4 Onsen und hier greife ich schon einmal voller stolz vor, am 9. haben wir dann die restlichen Onsen besucht und somit alle 13 Onsen zumindest einmal besucht. Hierbei habe ich alle Becken aufgesucht und nur in einem Fall, die heißeste Version „gezwungenermaßen“ verschmäht. Der geneigte Leser fragt sich nun, „na und was soll das?“ nun nach Abschluß dieser Aktion ist unsere Haut samtweich, wir hatten nicht mit Erkältungen zu kämpfen und vor allen Dingen, hatten wir trotz sportlicher Aktivitäten und untrainierten Körpern, keinen Muskelkater. Es hat sich also gelohnt, ein wenig japanische Badekultur hautnah mitzuerleben.
Der 10. war dann unser absoluter Bombentag: Sonnenschein, Japan Powder und in den Höhenlagen ab 800-1000 Meter Tagestemperaturen unter 0 Grad. Es war fantastisch zu fahren und so drehten Dani und ich, diesmal getrennt, unsere Runden. Einzig die Talabfahrt und der unterste Bereich wurde ab 12:00 von uns gemieden. Dort konnte man sich nur durch Sulz kämpfen, aber wir hatten schließlich Alternativen.
Merket auf liebe Leserschaft, wir haben den 10.3. es ist 8:45, wir stehen an der Talstation, es sind hier auf 650 Meter gerade einmal -2 Grad und es schneit. Uns erwartet ein phantastischer „Japanpow“ Tag. Heute wird jeder zum Skiass! So starten wir in den Tag, ja es schneit, ja da sieht man dann etwas schlechter aber zum Glück haben wir fast keinen Wind und der pulverige Neuschneu verzeiht so manchen Fehler. Es macht einfach Spaß und gegen 12:00 beenden wir dann unser Skiabenteuer mit dem Fazit, es war der krönende Abschluß unserer Skisafari. Werte Mitleser, ich kann ihre Skepsis förmlich spüren. Was redet dieses Skigreenhorn da überhaupt. Der Kerl war in seinem Leben nur 4 mal in Sölden, in Südtirol, auf dem Tuxer Gletscher und in Ischgl. Somit kann man seine Expertise zu diesem Skivergnügen hier in den japanischen Alpen bestimmt anzweifeln. Aus diesem Grund möchte ich an dieser Stelle der geneigten Anzweiflerschaft einen Link ans Herz legen und empfehle diesen Experten.


https://youtu.be/g8eL5_5NbFE?si=3a0ygj9VLeimx1uT

(Oder suchen mit: Marius Quast, YouTube, Japan Powder, mein ehrliches Fazit)

Nach dieser kleinen Werbeeinlage, vielleicht werde ich ja demnächst Ehrenbürger von Nozawa Onsen :-)), beendeten wir bei einer Ramensuppe endgültig diesen Teil unserer Reise und nach einem letzten Onsen Besuch ging es dann zum Packen aufs Zimmer. Morgen startet wir in ein unbekanntes Japan und werden hier gerne darüber berichten.

11.-12.3.
Wir sind nun in der Region Gunma angekommen. Gunma ist so eine Region von Japan, die recht schnell übersehen werden kann. Dabei liegt sie nur rund zwei Stunden von Tokio oder auch 2 Autostunden von Nagano entfernt und bietet alles, was wir an Japan so lieben. Ich denke hierbei an heiße Quellen (Onsen), eine schöne Bergwelt, authentische Städte, gutes Essen und das Gefühl, in einem Stück ursprünglichem Japan unterwegs zu sein. Von Nozawa Onsen führte uns gestern eine sehr kurvenreiche 2 1/2 stündige Autofahrt zuerst nach Takaragawa Onsen. Hier liegt versteckt, zwischen den Bergen, in einem tiefen Tal, ein wunderschöner Flußonsen. Dieser Freiluftonsen liegt direkt neben einem reißenden Flußlauf und bietet verschieden Becken (ca. 38 Grad warm) wo auch ungeübte (in Badekleidung und gemischt) in freier Natur die Winterwelt genießen können und sich dabei keine Unterkühlung zu zuziehen. Für 1500 Yen p.P. war das ein Vergnügen, was ich jedem empfehlen würde, der in die Nähe dieses Ortes kommt. Nach 2 Stunden relaxen fuhren wir dann weiter nach Kusatsu und erreichten diesen Ort nach weiteren kurvenreichen 2 Autostunden. Hier übernachteten wir etwas außerhalb des Ortes im Itoen Hotel Kusatsu. Aber kommen wir zurück, auf den Grund unseres Besuchs. In Kusatsu befindet sich Japans legendäre Quelle. Dem geneigten Leser wird nun aufgehen, dies kann mitunter auch ein sehr touristischer Ort sein. Zu unserer Reisezeit hielt sich das Spektakel aber in sehr überschaubaren Grenzen und wir konnten den Ort und das herrliche Winterwetter in vollen Zügen genießen. Kusatsu liegt auf etwas 1200 Höhenmetern und ist bekannt für sein schwefelhaltiges Thermalwasser, welches aus den Tiefen eines Vulkans sprudelt. Dieses Wasser ist i.d.R recht heiß (70 Grad) und wird somit erst noch herunter gekühlt, bevor es nutzbar ist. Da uns für diesen Ort nur 1 Tag zur Verfügung stand, beschränkten wir uns auf den Ortskern und das sehr schöne Onsenbad in unserem Hotel. Bei bestem Winterwetter und anfangs minus 10 Grad besuchten wir das Yubatake im Ortskern. Hier steigt überall Dampf und Schwefelwasser aus Erdspalten und wird entsprechend kanalisiert. Unser Weg führte uns dann weiter in den nahe liegenden Naturpark wo ebenfalls die „Teufelsbrühe“ überall aus dem Boden quillt und die ganze Umgebung in einen unvergesslichen kleinen „Hades“ verwandelt.
Hinzu kam das fantastische, sonnige Winterwetter, was wir an beiden Tagen genießen konnten. Ein bombiger Tag, den wir dann nachmittags, als es wieder kälter wurde, im Hotelonsen ausklingen ließen. Naja, abends ging es dann noch zum Essen und hier genossen wir Halbpension mit all you can Drink.
Morgen beginnt dann bereits unsere Rückreise über Nagano mit den Shinkansen nach Tokio. Aber hier haben wir dann noch volle 2 Tage und da findet sich bestimmt noch etwas, über das sich zu berichten lohnt.

16.3.
Werte Leserschaft, kann es denn sein, daß 4 Wochen Urlaub schon vorbei sind? Ich befürchte, wir befinden uns tatsächlich in den letzten Zügen. Gerade sitze ich mit Plethi in der ANA Gold Lounge, schaue auf das Flugvorfeld und bewundere einen ANA A380 mit der typischen Hawai „Bemalung“. Schade, dass ich davon kein Foto machen kann, es ist leider ein zu ungünstiger Winkel. Jedoch merket auf, unter Mr. Google und dem Stichwort „ANA 380 Hawai Bilder“, finden sich hervorragen Abbildungen. Es lohnt sich!
Eigentlich wollte ich jedoch noch kurz erzählen, wie es uns in den letzten Tagen ergangen ist. Um es vorweg zu nehmen – hervorragend! Das Tokioter Wetter zeigte sich von seiner sonnigen, stahlblauen Seite, mit Tagestemperaturen oberhalb von 18-20 Grad konnten wir Sonne tanken, uns etwas die Nase verbrennen und oftmals im Sonnenschein eine leckeres Bierchen genießen. Es standen keine neuen Erkundungen auf dem Ausflugsplan. Wir waren nochmals auf dem äußeren Fischmarkt und genossen dort ein fantastisches Menü bei einem Italio-Japanesen. Austern in einer cremigen Sauce auf einem Spagettinest. Herrlich! Natürlich auch ein wenig Sushi und Sake 😉 Ansonsten erkundeten wir die kleinen Gässchen, die sich sehr oft neben den modernen Hochhäusern erhalten haben und immer die ein oder andere Izakaya beherbergen. Natürlich besuchten wir ebenfalls unsere „Haus-Izakaya“ neben dem Almont Inn Hotel und probierten erstmals einen Highball mit Gin.

Ach liebe Leserschaft, wenn ich das so schreibe, kann ich gar nicht begreifen, dass nun alles vorbei sein soll. Aber stellen wir uns der Realität. Am 18. ruft zumindest für die Plethi der Ernst des Lebens. Ob Kür oder Pflicht, wird sich noch erweisen.
Ich schaue gerade auf unser Meilenkonto, da stehen 385.467 Meilen, da geht doch noch was. Lassen wir uns überraschen.

Japan, aller guten Dinge sind drei (25.2. – 19.3.2025)

Was soll ich sagen, „Tschuldigung“ jetzt haben wir bereits den 1.3. und ich komme erst jetzt dazu, die ersten Tage und meine (unsere) Eindrücke hier zu veröffentlichen. Bevor es bei Krethi aber los geht, folgt noch die Auflösung meines Rätsels aus dem letzten Bericht. Dort hieß es sinngemäß, daß für mich Änderungen anstehen. Nun, die Katze ist aus dem Sack, irgendwann zwischen dem 30.6. und 30.12.2025 werde ich Privatier. Ich habe genug gearbeitet und werde zukünftig lieber meiner Frau, also dem Plethi von uns sagen, wie es sich zu arbeiten hat. Ein echt genialer Gedanke. Nein im Ernst, es erwarten mich private Herausforderungen und da sollte man auch mal etwas kürzer treten oder so.

Damit ich mich auf diese Zeit aber so richtig vorbereiten kann, lassen wir es dieses Jahr nochmal so richtig krachen. Den Anfang macht Japan. Genauer der Norden mit seiner Insel Hokkaido. Dort wollen wir diesmal gar nicht so viel mit dem Auto herumfahren sondern den Fokus mehr auf Onsen und Skifahren legen. Japan „freut“ sich in dieser Saison über die ergiebigsten Schneefälle seit Jahrzehnten und was das heißt, sehen wir hier vor Ort. Die Presse berichtete von 3 Metern Neuschnee innerhalb von 2 Tagen. Das ist selbst für eine Region mit mehr als 12 Metern pro Jahr, mehr als außergewöhnlich. So freuen wir uns schon riesig, Morgen auf die Piste zu können. Bevor ich aber hierüber berichten kann, fangen wir besser einmal gaaaaanz von vorne an.
Am 25.2. ging es nach der Arbeit per Regionalbahn zum DUS. Dort am Flughafen hatten wir uns das Maritim Hotel gebucht. Genau wie das Hilton, sind beide Hotels nur wenige Meter und somit fußläufig von der Abflughalle (Gate C) entfernt. Diesen Luxus gönnen wir uns mittlerweile regelmäßig. Es ist einfach mega entspannend, bereits am Vorabend anzureisen und ganz entspannt am Abend (Late Check Inn) oder am nächsten Tag, ausgeruht am Check Inn zu stehen. Mal ehrlich, die Verlässlichkeit der DB läßt schon fast keine andere Alternative zu. Habe ich recht oder habe ich recht?

Nachdem wir unsere Standardzimmer bezogen hatten, suchten wir unseren Geheimtipp in Düsseldorf auf. Der TuS-Treff (www.tus-nord-treff.de), eine Gaststätte in Düsseldorf Unterrath und somit in unmittelbarer Nähe zum Flughafen. Selbst Fußkranke brauchen nicht länger als 15 Minuten per pedes. Dort angekommen brauchten wir etwas für den kleinen Hunger. Man weiß ja nie, was es am nächsten Tag noch zu essen gibt.

Nach ein paar lecker Altbierchen ging es dann zurück und so gestärkt war der Check Inn am nächsten Tag überhaupt kein Problem. Am First Class Schalter der Lufthansa war man wieder ausgesprochen zuvorkommend und so waren wir den Großteil unseres Gepäcks bereits gegen 9:00 Uhr morgens los und sollten es auch erst wieder wohlbehalten in Tokyo vorfinden.
Aber wer redet denn von Tokyo, wenn es erst 9:00 Uhr war und wir noch nicht der Senator Lounge in Düsseldorf „Hallo“ gesagt haben? So ein kleines Frühstück geht immer, nur Plethi schwächelte etwas am Morgen. Erst nach einem leckeren Füchschen lief es auch bei Ihr wie gewohnt. Noch ein paar Worte zur Lounge. Wie haben sie selten so leer gesehen, am Morgen eine zusätzliche Wohltat.

Mit einer proppenvollen Bombardier CRJ900 ging es dann ab nach Frankfurt. Bereits vor dem Boarding wurde wir aufgefordert, dass Handgepäck abzugeben, damit dieses noch im Frachtbereich verstaut werden konnte. Wer gleich das Bild vom Flugzeug sieht, kann verstehen, dass in den normalen Staufächern nicht mehr als ein kleiner Rucksack hinein passt.
Hier wurde ich nun Zeuge eines Gesprächs. Wie würdet Ihr reagieren? Eine Dame am Boarding Schalter: „Hören Sie mal, ist das normal, dass ich als Business Passagier mein Handgepäck aufgeben muß?“
Ich hatte in diesem Augenblick den Impuls, mich einzumischen und folgendes zu sagen: „Nein, müssen Sie nicht, wenn ich als First Class Passagier, mein Gepäck noch unterbringen konnte.“ Ich habe aber besser geschwiegen und brav unser Gepäck abgegeben. Es bereitete mir dann aber ein stilles Vergnügen, als wir zum Check Inn aufgerufen wurden. Die gleiche Dame drängelte sich vor und wurde abgewiesen, erst als Gruppe 1 (Krethi mit seinem Plethi) durch waren, durfte die Business Dame in Gruppe 2 boarden. Was bin ich nur für ein gemeiner Giftzwerg! An Bord ging es dann weiter, die Dame war noch zu blöd oder war es Dreistigkeit, sich auf Ihren Platz zu setzen. Es gab nur keine Probleme, da wir gerne eng zusammensitzen und nicht 4 Plätze beanspruchten.
Ein kleines zweites Frühstückchen und ein lecker Bierchen beruhigten dann meinen Blutdruck.

Wir landeten in FRA auf einer Außenposition und da wußte ich, es gibt noch was zu schmunzeln. Da unser Hauptfug in der ersten Klasse gebucht ist, steht bei solchen Landungen der Shuttle Service zur Verfügung. Wir stiegen also aus und während die restlichen Passagiere Ihr abgegebenes Handgepäck direkt auf dem Rollfeld in Empfang nahmen, wartete daneben ein schwarzer Van auf uns. Einfach herrlich und unbezahlbar. Wir wurden dann zum Hauptgebäude gefahren und machten uns auf, den Flughafen kurz zu verlassen um ihn alsbald, über das First Class Terminal (FCT) wieder zu betreten.
Hier erwarte uns eine weitere Ente (20 Jahre FCT Edition), lecker Essen (traditionell das Kalbsschnitzel), lecker Champus und zwei reichhaltige Cocktails.

Einer der Vorteile dieses speziellen Terminals ist es, dass man den Zeitmesser nicht im Auge behalten muß. 15 Minuten vor Abflug steht ein netter Lufthansa Mitarbeiter neben einem und man wird via PKW, diesmal war es ein Audi Q8, direkt über das Landefeld zu seiner Maschine gebracht. Es versteht sich von allein, dass der Sicherheitscheck und die Passkontrolle exklusiv nur für uns waren 🙂 .

Bild

So kamen wir zeitig bei unserer Boing 747-800 an und es war noch genug Zeit für ein schönes Bild mit meiner Frau.

An Bord! Was soll ich sagen, wir können auch dieses mal nichts negatives berichten. Sicher ist, daß bei diesem Spitzenprodukt, alles vom Personal abhängig ist. Wir haben es wieder hervorragend angetroffen und durften uns über mehr als 12 Stunden exklusiven Service und ein sehr bequemes Bett freuen. Ich persönlich kann nun im direkten Vergleich nicht sagen, dass Air Singapur so viel besser sein soll. Naja ein klein bisschen schon, aber wirklich nur ein bisschen.

Am 27.2. erreichten wir Tokyo und der alte Mt. Fuji zeigte sich von seiner besten Seite.

Am Airport lief es dann reibungslos. Wir als erste aus dem Flieger, schnell zur Einreise, dort in eine lange Schlange eingefädelt und nach etwa 20 Minuten waren wir zumindest eingereist. Dann ab zum Kofferband und dann durch den Zoll. Sehr hilfreich ist hierbei folgende WEB Anwendung: „Visit Japan Web“ (www.vjw.digital.go.jp). Bereits zu Hause hatte ich unsere Pässe gescannt und alle nötigen Einreise- und Zollangaben getätigt. Danach erhält man einen QRcode und dieser wird dann einfach bei der Einreise vorgezeigt. Nix Karten ausfüllen und Krethi bei der Einreise aufhalten, Ihr Dödels aus den ehemaligen englischen Strafkolonien.
Aber Krethi war dann doch nicht ganz clever. Der QRcode muß vor dem Zoll nochmals an einen bereitstehenden Terminal gescannt und bestätigt werden, sonst passiert es, dass der nette Zöllner einen zurück auf Los schickt. So geschah es uns leider und es dauerte 5 Minuten länger, bis wir das Land Nippon betreten durften….Am Flughafen besorgten wir uns dann am bereits bekannten Shop unsere Telefonkarten und machten uns auf zum Terminalwechsel. Ein Shuttle Bus brachte uns zum Inlandsterminal der ANA (All Nippon Airways) und dort angekommen standen wir alsbald am Schalter für den Check Inn nach Sapporo (New Chitose Airport CTS). Ich hatte für insgesamt 150€ bereits in D zwei Tickets erworben und so fragte ich nett, ob nicht ein Upgrade auf Meilen oder Cash möglich sei. Was soll ich sagen, für ein paar Bugs mehr saßen wir später in einer schicken Boing 787 ganz weit vorne und wurden gut bewirtet.

Als wir dann endlich nach einer Flugzeit von weiteren 1 1/2 Stunden in CTS landeten war der Weg zu unserem Airporthotel nur ein Katzensprung und nach einer leckeren Ramensuppe innerhalb des Flughafens war dann endlich Matratzenhorchdienst angesagt.

Am nächsten Morgen ging es dann innerhalb des Flughafens zum NDS (Niseko Direkt Shuttle) und 30 Minuten später saßen wir bereits in einem Reisebus, der uns in 2,5 Stunden durch die Bergwelt Hokkaidos zum Skiort Niseko brachte. Am Niseko Wellcome Center mußten wir 10 Minuten warten bis unser Transfer zum Miru Niseko Hotel (https://mirucollection.com oder einfach bei booking.com) erfolgte. Auf unserem Zimmer erwarte uns als Stammgast noch eine nette Überraschung,

und nach dem Bezug, wanderten wir die 2 KM bis nach Niseko Down Town und genossen das frühlingshafte Wetter in einer tief verschneiten Umgebung, tranken das ein oder andere Bierchen und machten die üblichen Fotos bevor wir in einer kleinen Izakya Bar typisch japanisch speisten und im Hotel Onsen den Tag ausklingen ließen.

1.3.
Nach einem guten Frühstück ging es dann um 8:30 mit dem Hotel Skibus zur Talstation. Unsere Skipässe (vom letzten Jahr) konnten wir bereits von zuhause aufladen und so mußten wir nur noch die vorbestellte Skiausrüstung abholen. Ich denke, gegen 9:30 waren wir dann auf der Piste und Dani drehte so manche Runde am „Giggijoch“ von Niseko Tokyu Grand Hirafu (näheres hierzu bei Google).

2.-4.3.25

Am Abend des 4.3. fasse ich unsere 4 Skipass-Tage einmal wie folgt zusammen. Das Wetter meinte es gut mit uns. 2 Sonnentage, einmal mehrheitlich bedeckt und 1 Tag mit permanentem Powdersnow ließen keine Wünsche offen. Die Temperaturen schwankten tagsüber zwischen +2 und -7 Grad und der Wind blies größtenteils woanders. So möchte ich unsere Bedingungen als optimal klassifizieren, zumal recht wenig „Humankapital“ auf der Piste unterwegs war. Der beste Tag war sicherlich heute. Morgens noch leichter Schneefall (24 Stunden davor permanent) und ab 8:30, pünktlich zum Anlaufen der Lifts, nur noch Sonnenschein. Ich für meinen Teil hatte heute meinen Super-Tag mit „Aua“ Effekt. Morgens sofort ganz nach oben und dann auf einer schwarzen, nicht gepflegten Piste, bergab. Bei diesen Bedingungen ist selbst ein ewiger Anfänger ein Pistengott. Das war die beste Abfahrt meines Lebens!!!! So drehte ich so einige Runden, meistens auf schwarzen und recht schwierigen Pisten, immer unterbrochen bei einem Besuch bei meinem Novizen. Als ich dann abends nochmals ganz von oben den Pistengott spielen wollte, hat es mich arg niedergelegt. Ein kurzes Ziehen im Knie und die Angst im ADAC-Flieger Richtung Heimat zu dürfen. Selbstverständlich war das keine Option. Schließlich gibt es da eine bekannte Pistensau, die mit Kreuzbandriss noch zu Tale glitt. Zumindest was das erste Mal betraf, war dies eine rote Piste… Ich wollte dies nun, zu Ehren des männlichen Geschlechts, relativieren und fuhr auf einer gestrichelten Schwarzen bergab. Kann sein, dass Morgen sich alles (bestimmt!) als Fehlalarm herausstellt und Krethi den Beweis liefert, dass alle Männer nur Weicheier sind und bei jedem Zipperlein „Aua“ schreien, aber wir werden sehen….Zumindest ab da, fuhr ich nur noch auf einfachen Pisten und beobachtete das Treiben meiner Novizin auf dem Ideotenhügel „Giggijoch“.

Plethi, meine Novizin, verlangte mir als Lehrer alles ab. Es dauert halt etwas, bis man einen Esel mit einer Möhre zum laufen, ich meine Skifahren bewegen kann. Aber dann Leute, wenn der Esel, ich meine natürlich „Plethi“ einmal warm gelaufen ist, dann zieht er unermüdlich seine Bahnen. Das „Giggijoch“ war Ihr Reich und es bedarf nur noch eines kleinen Schritts, vom Anfänger zum vorgeschrittenen Anfänger :-). 

Anmerkung von Plethi oder der Esel schlägt zurück: Ja, ja – der Ehemann als Skilehrer. Da muss man Zen-Buddismus Frau sein 😉 Und ich möchte an der Stelle einmal betonen, dass ich die einzige Schülerin bin, die überhaupt noch fährt… Soviel zum Erfolg des Skilehrers, der auch gerne vorführt, wie man es nicht machen sollte 😉 Aber es stimmt, es macht schon einen Unterschied ob man Skifahren mit 5 oder 50 lernt. Und ich habe ja auch noch eine Tango Karriere vor mir 😉 

Skilaufen ist in Niseko bis 19:00 möglich. Einige Hauptstrecken sind vollständig mit Flutlicht ausgeleuchtet und so waren wir meistens bis 18:00 auf der Piste.

Danach braucht der Körper zuerst einmal etwas Festbrennstoff. Andere sagen hierzu Essen. Wir landeten beim Inder, besorgten uns Sushi aus dem Supermarkt für das Hotel und dinierten in einer kleinen Izakaya und heute in einer kleinen Sushi Bar. Der Sushi Meister war top und der Koch im Izakaya unbeschreiblich. Wir lieben japanisches Essen, nicht scharf aber aromatisch, absolute Spitzenklasse. 

Abends kurierte ich dann meine Bein im hoteleigenen Onsen aus und hoffe, morgen ist alles gut und Frauen sind doch die wahren Helden.

Am 5.3. geht es dann mit dem hoteleigenen Shuttlebus zur nächsten Bahnstation und von dort zurück nach Sapporo.

5.-6.3.25

Bei bewölktem Wetter verließen wir Niseko. Ich hatte uns den Rücktransport per Bahn organisiert. Unser Hotel brachte uns und einige andere Gäste zum 8km entfernten Kutchan. Das ist ein kleiner Bahnhof dachte ich noch und dann sah ich die große Menschenmenge im Bahnhofsgebäude. Mein erster Gedankengang, natürlich DB geprägt war, da kommen wir heute nie weg. Aber wir sind halt in Japan. Innerhalb einer halben Stunde leerte sich die Wartehalle und wir fanden alle in einem wartenden Zug Platz. Ich muß mich erwähnen, dass wir pünktlich losfuhren? In Otaru mußten wir nach einer mehr als einstündigen Fahr den Zug wechseln und auch das klappte innerhalb von Minuten und selbstverständlich erreichten wir Sapporo Station mit null Verspätung. Unser Hotel gehört der japanischen Bahn (JR) und ist nur 5 Minuten vom Hauptbahnhof entfernt. Dank Google fanden wir auf Anhieb den Weg und so warteten wir gegen 14:30 vor dem Empfang zum einchecken. Da wir unser Zimmer erst ab 15:00 Uhr hatten, mußten wir auch bis dahin warten und konnten nicht früher unsere Räumlichkeiten begutachten. Auch das ist Japan!
Die preiswerten JR Hotels gibt es im ganzen Land und sie liegen günstig in der Nähe der Bahnhöfe. Wir hatten 2 Nächte für unter 90€ inkl. Frühstück über booking.com gebucht. Das Zimmer ist nicht riesig, aber für uns reicht es.

Abends besuchten wir noch den berühmten Fischmarkt, ließen es uns bei einigen Fischspezialitäten gut gehen und durchstreiften danach noch eine Einkaufspassage. Shopping war angesagt.

Am nächsten Morgen schliefen wir etwas länger und erst gegen 8:30 enterten wir den Frühstücksraum. Ich war echt überrascht. Für diesen Preis gab es mehr als man unter einem französischen Frühstück versteht. Wir wurden satt.
Danach besuchten wir etliche Malls und suchten die Factory Hall in der Nähe auf. Dort wurde früher unter anfänglicher Anleitung der Deutschen Bier gebraut und wer Sapporo Bier trinkt, der schmeckt das auch.

Mit ein paar Impressionen von Sapporo verabschieden wir uns nun von dieser schönen und gastfreundlichen Stadt und hoffen, wir melden uns Morgen aus Nagano.

Warum hoffen? Für Morgen sind starke Schneefälle vorhergesagt und die ANA teilte mir bereits mit, dass unser Flug ggf. wg. der Wetterlage gecancelt wird. Aber das wäre dann eine andere Geschichte und eigentlich will ich diese nicht schreiben. Hoffen wir einmal. Apropos hoffen, Männer – zumindest der Krethi ist offensichtlich ein Weichei. Meine Skiverletzung entpuppte sich als harmloser, leichtester Muskelriss.
Glück gehabt – gute Nacht.

7.-8.3.2025
Ein Blick aus dem Fenster verhieß nichts Gutes. Bereits am frühen Morgen schneite es kräftig in Sapporo. So galt mein erster Blick der ANA App und ich war zumindest temporär erleichtert, dass unser Flug immer noch auf „go“ stand. So packten wir und es ging ab zum nahen Bahnhof. Dort angekommen rechnet der Kummer gewöhnte Deutsche mit ausgefallenen Zügen oder zumindest Verspätungen, zumal ein richtig heftiger Schneefall einsetzte. Aber was soll ich sagen, die Physik in Japan scheint eine andere zu sein, als in Deutschland. Hier gab es keine Hinweise auf verspätete oder ausfallende Zugverbindungen. So bestiegen wir pünktlich unsere Rapid Zugverbindung zum nahen Flughafen und nahmen unsere fest reservierten Plätze in einem Regionalzug ein, eine aus unserer Sicht sehr lohnenswerte Investition, da dieser Züge morgens und abends recht voll werden. So düsten wir pünktlich in den aufziehenden Schneesturm und je weiter wir uns dem Chitose Airport näherten, je stärker schneite es und je schlechter wurde meine Laune. Wann kommt denn nun endlich die Stornierung zum Flug?
Sie kam erst einmal nicht und so suchten wir, den CheckInn Schalter der ANA für unseren Flug nach Tokyo auf. Mir war schon etwas mulmig, als dort nichts los war und wir nach kurzer Wartezeit vor einer netten Damen standen und unsere Pässe präsentierten und kund taten, dass wir uns in den ANA Flug 056 nach Tokyo einbuchen wollten. In meinem Rücken gab es eine große Fensterfläche mit Blick auf das Rollfeld oder besser gesagt, eine Schneewand, die dort gerade alles weiß färbte und vor mir, eine lächelnde Angestellte, die uns fröhlich einbuchte und meinem Wunsch nach einem Upgrade in die Business Klasse mit einem wohlwollenden Lächeln als machbar quittierte. Zücken – zahlen – freundlich sein, wir zahlten ein Aufgeld i.H. von 15.000 Jen (90€) pro Person und so langsam begann ich zu hoffen, dass der japanische Wettergott es doch mit uns gut meinen würde. Als wir dann die Lounge enterten klärte sich langsam das Wetter auf und wir schauten zu, wie unser Flugzeug eisfrei und flugtauglich gemacht wurde.

Nach dem Boarding; ein kurzer Gruß aus der ANA Premium Class mit viel Platz, lecker Essen und Trinken und auf einem Inlandsflug mit Filmen in deutscher Sprache.
Ich sage nur 5* Airline.

So landeten wir entspannt nach einem 1,5 stündigen Flug in Tokyo Haneda, Teminal 2 und nahmen von dort aus einen Regionalzug Richtung Tokyo Hauptbahnhof. Wir mußten hierzu zweimal kurz umsteigen und erreichten dann das Shinkansen Terminal in Tokyo. Der erfahrene Deutsche plant solche Zugverbindungen ja immer mit etwas Luft und so hatten wir nun über eine Stunde Zeit. An dieser Stelle möchte ich nochmals Werbung für drei Apps machen, die das Leben hier recht einfach machen. Zuerst einmal NAVITIME Japan, die ultimative Anwendung wenn es um Bus und Zugverbindungen geht. Dann Google Übersetzer oder Deepl (unbedingt vor der Reise den Sprachsatz für Offline Nutzung herunterladen) hier kann man dann mittels Fotofunktion alle Bilder/Schilder/Menuekarten direkt übersetzen und last but not least der Suica Card Reader, nachdem man sich die Suica Karte an jeder Bahnstation (siehe hierzu mein erster Japan Bericht) besorgt hat.
So waren wir allzeit gut vorbereitet und wenn man nun noch immer genug Bargeld (Yen) bei sich hat, dann kann es nur ein entspannter Urlaub in Japan werden. Beim Thema Bezahlen ist es etwa so wie bei uns in D. Sehr oft geht Cash und Karte, je regionaler desto mehr Cash und manchmal halt nur Karte. Die alte EC Karte (heute Bankkarte genannt) funktioniert gut an Geldautomaten (wenn MAESTRO oder Mastercard Zulassung) in Geschäften haben wir mit unserer Mastercard bezahlt. Bargeld besorgt man sich am besten bereits in D oder mittels Bankkarte an einem der vielen Geldautomaten am Flughafen in Tokyo.
Aber nun zurück zu unserer ersten Shinkansen Fahrt in diesem Urlaub. Wie immer (bisher) war der Zug absolut pünktlich. Wir warten einige Minuten vorher bereits am Bahnsteig an den dafür vorgesehenen Wartepunkten und der Zug hielt dann auch genau dort. So stiegen wir in unser Green Class Abteil (1.Klasse), okkupierten unsere Sitze, verstauten unser Gepäck und genossen ein leckeres Sapporo Bierchen als der Zug Richtung Nagano abbrauste. Japanische Alpen, wir kommen.
Die nicht einmal 2 Stunden im Shinkansen vergingen rasend schnell und nach einem kleinen Schläfchen waren wir bereits in Nagano. Hier hatten wir wieder für eine Nacht das Metropolitan Nagano gebucht. Ein schönes Hotel mit lecker Frühstück, Top-Lage direkt im Bahnhofsgebäude und nur einen Katzensprung von unserer Autovermietungsstation entfernt. Nach Bezug der Zimmer, ging es dann noch etwas zum Bummeln durch die Stadt und dann zurück ins Bahnhofsgebäude. Dort auf der ersten Etage gibt es eines meiner Lieblingsrestaurants in Japan. Ein Steakhause mit unvergesslich leckerem Rindfleisch (siehe Japan 1 oder 2 Bericht). Danach waren wir echt „malade“ und gegen 22:00 war Ende im Gelände.

9.3.2025
Nach einem top Frühstück (international und japanisch) suchten wir kurz den Bahnhof auf und buchten bereits die Tickets (Nagano-Tokyo) die wir in einigen Tagen erst brauchen und machten uns dann zur nahe gelegenen „Nissan Rent a Car“ Nagano Station auf. Dort wartete ein Nissan March auf uns. Für 6 Tage hatte ich bereits in D bei Check24 für 274€ zugeschlagen. Da ich alle nötigen Unterlagen aus unserer vorherigen Japan Trips schon hatte und ich dort registriert bin, ging alles recht schnell und bereits nach 30 Minuten brausten wir mit unserem rosa Mobil (Plethi meint, ich soll besser Farbe „Kirschblüte“ sagen) davon.

Unser Ziel, die Onsen Stadt Yamanouchi mit dem Hotel Minshuku Miyama. (Siehe Japan 1+2).
Dort ließen wir es uns im heißen Onsenwasser, lecker kleinen Restaurants und natürlich dem berühmten Affenpark, recht gut ergehen.


Wir dachten immer, die Stadt Yamanouchi ist nur interessant wegen des Affenparks und unseres schönen Ryokan Hotels. Nun sind wir gestern bereits eines besseren belehrt worden. Hinter der recht öden ersten Häuserzeile öffnen sich viele kleine Gassen, schöne Tempel, sauheiße Fuß-Außen-Onsen und gemütliche Izakaya Bars. Dazu ein traumhaftes Frühlingwetter, so läßt es sich auch in Japan gut leben. Auf das Leben oder wie der Japaner sagen würde: „Jinsei ni Tsuite“.

10.3.2025

Morgens hieß es dann Abschied nehmen. Bei strahlendem Sonnenschein und über 15 Grad ging es weiter in das Herz der japanischen „Zentralalpen“. Unser Ziel war nur etwa 2 Autostunden entfernt. Auf dem Weg dorthin deckten wir uns ein mit reichlich Apfelsaft, wir sind schließlich auch in dem Anbaugebiet Japans. Pünktlich zum Check-Inn oder besser gesagt 14:00 Uhr erreichten wir dann unser Vorjahreshotel, das Hatoguruma Kawabata und fanden in diesem Ryokan alles so vor, wie wir es in Erinnerung hatten.
Wer nun denkt, für die nächsten Tage steht ausschließlich der Onsen Marathon auf dem Tagesplan, den muß ich enttäuschen. Die Plethi will es nochmals wissen. Wir enterten die Talstation und buchten zumindest für Morgen Skipass, Skiausrüstung und für meine bessere Hälfte einen Privatlehrer.

Der Wetterbericht prognostiziert Sonne satt und so freuen wir uns auf einen hoffentlich stressfreien Tag. Gute Nacht Deutschland!

11.3.2025
Ich nehme das schon einmal vorweg. Wir hatten einen heiteren Wettertag mit ca. 10 Grad auf gut 600 Metern Höhe. Da könnte man meinen, dass Tauwasser nun auf den ganzen Pisten steht, aber weit gefehlt. Es liegt hier soviel Schnee, teilweise bis zu 3 Meter komprimiert auf der Piste, das nur eine leichte Sulzschicht entsteht und die Pisten selbst am Nachmittag noch recht plan und gut befahrbar sind.
So stiefelten wir nach einem gemütlichen Vormittag gegen 11:00 zum Einstiegspunkt Richtung Hikage Ground Station (auf 660m). Dorthin beförderte uns ein „endloses“, überdachtes Förderband. Endlich angekommen besorgten wir uns die reservierte Skiausrüstung und orderten die 4 Stunden Pässe für den Nachmittag.

Dani mußte nun auf Ihren Skilehrer warten und ich hatte 4 Stunden für mich. Nach einigen Runden auf dem Haushügel ging es dann in mehreren Etappen hinauf auf den Mt. Kenashi und dort auf 1650 Metern Höhe schneite es sogar etwas. Hier oben waren die Pisten fantastisch und ich konnte trotz meines Handicaps am rechten Bein, die ein oder andere Runde genußvoll drehen.

Gegen 15:00 verließen mich dann so langsam meine Kräfte und ich merkte immer stärker mein, noch von Hokkaido angeschlagenes Bein. Was lag also näher, als so langsam die Talfahrt zu beginnen. Hier machte ich dann auf dem letzten Abschnitt leider den Fehler, mich irrtümlich für eine schwarze, ungeräumte Piste zu entscheiden. Dachte ich bis dahin, ich bin der Gott der Piste, war ich nun der Depp vom Buckelhang. Schweißnaß erreichte ich Hikage Station und hatte nun genug für diesen Urlaub.

Gegen 16:00 Uhr traf dann auch die alte Pistensau, ich meine natürlich die Plethi ein und schwärmte mir etwas von einem schönen Tag vor. Nebenbei lobte ihre Skilehrerin auch meine gute Vorarbeit. Was für ein gelungener Tag.

Wenn meine Angstfott erst einmal den Kniff raus hat, ist Sie (Plethi) nicht mehr aufzuhalten. Ihr erster Satz war, „Morgen würde ich gerne nochmal auf die Piste.“ Ich mußte leider ablehnen. Mein rechtes Bein schmerzte und die Wettervorhersage für Morgen lautete Regen und 16 Grad. Das hielt ich dann doch für nicht so Ideal.
So gönnten wir uns ein Abschlußbier an der Talstation und suchten dann im Ort nach etwas Essbarem.

Wie es der Zufall so will, oder war es mein Hungerinstinkt, wurden wir recht schnell fündig und erblickten per Zufall den Eingang zu einer Foodhall.
Hier gab es konzentriert, in einer Halle, an verschiedenen Ständen, so manche Leckerei und natürlich den nötigen Treibstoff, um einen alten Krethi bei Laune zu halten.

Was soll ich sagen, so abgefüllt war der Weg nicht weit und gegen 20:30 ging bei uns im Zimmer das Licht aus. Morgen sollte der Onsen Marathon starten.

12.3.2025
Was so ein erfahrener Weltenbummler ist, der darf natürlich auch seine Freunde und das Business nicht vergessen. So organisierten wir bereits Japanstahl und heute holte ich dann auch noch ein Angebot für so gefärbte Fettstifte ein. Mein Abnehmer in D zögert zwar noch etwas, aber ich denke, die „Blonde“ wird sich auch noch entscheiden.
Aber was schreibe ich hier vom Handel, heute soll sich alles um die Wasserkultur der Japaner drehen. Wir sind schließlich in DEM Onsendorf Japans. Sicher es gibt viel mondänere Orte (siehe Bericht Japan 1), aber hier wimmelt es nicht vom Chinesen-Jet-Set und die Lokalitäten sind doch etwas rustikaler, halt einfacher. Man darf bei den folgenden Bildern nicht vergessen, dass dies Einrichtungen sind, die der Dorfgemeinschaft zum täglichen Gebrauch dienen und wir die „Fremden“, sie netterweise kostenlos (mit)-nutzen dürfen. Krethi liebt das Wort kostenlos.
So bewaffneten wir uns mit einem Lageplan und zogen heute ab 10:00 Uhr los, möglichst alle 13 Onsen zu finden und für jeweils 15 Minuten zu onsen. Dazwischen und danach mußte natürlich reichlich Flüssigkeit in fester oder flüssiger Form, den Probanden eingefüllt werden, wir wollten ja nicht schwächeln.
Bevor es zu den Bildern geht noch ein paar Worte zu den Baderegeln. Die Tätigkeit des Badens wird hier onsen genannt. Der Ort dieser Tätigkeit ist der Onsen. Hierbei handelt es sich um ein strikt nach 2 Geschlechtern (es gibt in Japan nicht mehr!) getrenntes öffentliches Badehaus. Hier in Nazawa Osen (der Ort) brodelt die Erde und es gibt 13 kostenlose öffentliche Onsen, 3 öffentliche Bezahlonsen und zig, den jeweiligen Hotelgästen vorbehaltene Privatonsen.
Reden wir nun über die 13 Onsen. Über einen kleinen Vorraum betritt man das Badehaus, entledigt sie der Schuhe und im eigentlichen Onsen legt man sämtliche Kleidung ab. Kein Schmuck, Uhren oder Smartphone sind erlaubt. So im Adamskostüm nimmt man sich eine kleine Plastikschüssel, schöpft etwas Wasser aus dem Bad und setzt sich auf dem Boden neben der Wasserfläche. So hocken da auch über 80 jährige japanische Opas und Omas. Nun reinigt man sich gründlich und begießt sich mit dem Thermalwasser. Hierbei ist Vorsicht angeraten, das Wasser ist mitunter 75 (kein Scherz) Grad warm. Wer nun will und kann darf es dann einmal mit dem kleinen Zeh versuchen oder todesmutig ins Wasser steigen. Ich schaffte heute 10 von 10 Onsen und sah zeitweise wie ein Hummer nach seinem Rendezvous mit dem Kochtopf aus. (Nachrichtlich, das soll gesund sein und zumindest meine Haut fühlt sich heute Abend unwahrscheinlich samtig an).
Auf den Bildern sieht man manchmal zwei Becken. Hierbei handelt es sich immer um besonders heiße Quellen. Das kleinere Becken ist dann noch eine Spur wärmer, ich könnte auch sagen unerträglich und mehr etwas für die Einheimischen. Bisher habe ich dort maximal für 3 Sekunden meinen Fuß geopfert, ich meine natürlich, hineingestellt.
Die Badeprozedur dauert letztlich 15-20 Minuten inkl. dem Kleiderwechsel und so suchten wir heute 10 von 13 möglichen Quellen auf und lernen so nebenbei den Ort kennen. Abends wollten wir dann wieder zur Foodhall. Leider war diese geschlossen und so wurde es ein preiswerter Abend beim Chinesen.
Im Folgenden kommen nun zwei Bildergalerien. Die Onsen und separat ein paar Eindrücke vom Tag. Morgen versuchen wir recht früh aufzustehen um noch die restlichen Onsen zu besuchen und spätestens ab 12:00 geht es mit der Kirschblüte zurück nach Nagano.

13.3.2025
Heute ging es dann zurück nach Nagano. Meine einzige Aufgabe bestand darin, die Kirschblüte heil zu überführen. Somit schliefen wir bis 8:00, packten unsere Rucksäcke und gegen 10:00 Uhr verließen wir unsere gemütliche Unterkunft. Wir kommen gerne zurück.

Das schöne an Asien ist es, dass in vielen großen Kaufhäusern auch ein eigener Food Bereich existiert. Hier kann man dann gut und günstig speisen. Wir mussten ca. 60km zurücklegen und dafür hatte ich 3 Stunden eingeplant (kein Scherz, die waren auch nötig). Da wir den Wagen erst gegen 18:00 Uhr abgeben mußten und unser Hotel in Nagano erst gegen 15:00 den Check Inn zulässt, bestand also recht viel Freizeit und die haben wir auch voll genossen. Da ich nicht immer Bier und Speisebilder posten will und ich noch keinen Durchfall (Insiderwitz) hatte, sollte es diesmal auch eine leckere Eisportion sein.

So gegen 15:30 erreichten wir dann wohlbehalten Nagano, lieferten unsere Kirschblüte ab und hatten es dann nicht weit in unser bekanntes Metropolitan Hotel.
Nach dem Einchecken, machten wir uns dann noch auf zu einem in der Nähe gelegenen Einkaufszentrum und besorgten uns etwas für den Abend und natürlich auch eine Kleinigkeit für die morgige Zugfahrt. Heute Abend wollten wir auf dem Zimmer dinieren und der dicke Krethi den hoteleigenen Hausanzug ausprobieren. Naja!

Morgen schlafen wir lange aus, frühstücken ausgiebig und verlassen dann so gegen 12:00 das Hotel. Unser Shinkansen Richtung Tokyo wird pünktlich gegen 12:29 Nagano Station verlassen und Tokio Hauptbahnhof genau um 14:12 erreichen. Wer will, kann ja mal goggeln. Unser Zug heißt Asama 616 und natürlich sitzen wir in der Green Class. So ausgeruht werden wir dann per pedes vom Hauptbahnhof bis zu unserem Hotel im Distrikt Nihombashi laufen und gegen 15:00 Uhr im Sotetsu Fresa Inn Nihombashi Kayabacho einchecken. So ist der Plan und ich bin schon gespannt ob alles so klappt und ich freue mich auf dieses, für uns unbekannte Hotel. Unser alter Favorit liegt nur einen Steinwurf entfernt, war aber bereits vor Monaten bei booking.com ausgebucht. Lassen wir uns überraschen.

14.3.2025
Es sollte natürlich keine Überraschung geben! Um 14:58 checkten wir in unserem Hotel ein. Als wir diesmal in Tokyo Station ankamen, nahmen wir irrtümlich einen anderen Ausgang. Tokyo Station ist riesig und so kann das halt mal passieren. Wir mußten somit einen kleinen Umweg nehmen. Vorbei an einer unterbauten Eisenbahnzuführung. Das heißt oben „ratterte“ eine Bahn und darunter sind wunderschöne Tunnelgewölbe, in denen sich Restaurants befinden. Ich beschreibe dies hier so explizit, da ich ein Pendant in Berlin kenne. Am Bahnhof Friedrichsstraße gibt es etwas ähnliches. Der Unterschied ist nur, dort liegen die Penner an den Unterführungen, es stinkt nach Fäkalien und nach 22:00 Uhr sollte man hier nicht mehr ohne Personenschutz laufen. In Tokyo ist es sauber und bis ca. 24:00 Uhr gibt es hier lecker Essen ohne Einschränkungen. Aber lassen wir das!
Nach etwa 20 Minuten, Dani dampfe schon etwas unter Ihrer Last, erreichten wir unser Hotel und fanden ein recht kleines, aber schnuckeliges und gut aufgeteiltes Zimmer vor.

Danach nutzen wir die frühlingshafte Wetterlage und erkundeten etwas die Stadt.

Am Abend suchten wir „unsere“ kleine Izakaya auf. Diese liegt direkt neben dem Almont Inn (siehe Japan 1+2) und nur wenig weiter entfernt von unserem neuen Hotel. Hier speisen überwiegend nur Japaner und es gibt keine englische Speisekarte und der Wirt versteht recht wenig englisch. Somit ist eine Übersetzungs-App (siehe Empfehlung) dringend angeraten. An diesem Tag war das Lokal recht leer und so fanden wir einen gemütlichen Platz. Ich hatte mir vorgenommen, folgenden Satz bei der Bestellung anzubringen: „wir haben Hunger, überraschen Sie uns“. Ich kann sagen, nach jeweils drei Bierchen und vielen Überraschungen, waren wir für insgesamt ca. 7000 Yen positiv überrascht und völlig abgefüllt.

15.3.2025
An diesem Tag haben wir den Fischmarkt in Tsukiji besucht. Wir finden, dies ist ein Highlight in Tokyo. Wer lecker Fisch und sonstiges Meeresgetier vertilgen will, für den ist dieser Fleck Erde ein wahres Mekka. Der Fischmarkt besteht hierbei aus zumindest zwei verschiedenen Abteilungen. Da sind zuerst einmal dutzende von Geschäfte, Lokale und Markstände, die sich in verschieden Gassen vor den eigentlichen Markthallen angesiedelt haben. Hier bekommt man bereits von Fleisch bis Fisch so manche Leckerei. Hinzu kommen dann noch die diversen Messer- und Souvenirshops. Unser Tipp hierzu lautet, zuerst einmal links liegen lassen und erstmal die Markthallen aufsuchen. Dort bekommt man an den verschiedenen Ständen fangfrischen Thunfisch, Austern oder sonstiges Getier. Am Beispiel vom Thun ein kleiner Leitfaden. Ganz am Ende, sind mehrere Händler, dort werden Thunstücke (ca. 200-300 Gramm) in verschiedenen Qualitäten (siehe Preise) angeboten. Hier ein Stück auswählen und dem Händler anzeigen, dass dies geschnitten (Cutt) werden soll. Alles weitere geschieht dann automatisch. Nun mit der Beute auf die 3.Etage dieses Gebäudes, sich dort einen Platz suchen und genießen. Einen besseren Thunfisch (wenn er etwas teurer war) bekommt man nirgendwo auf der Welt.

Danach ging es zum Shibuja Crossing. Es ist empfehlenswert, sich hier nun etwas Zeit zu nehmen und das Treiben an dieser, meistfotografierten Kreuzung dieser Welt, zu beobachten. In einer Grünphase wechseln hier zwischen 3.000 bis 15.000 Menschen die Straßenseite. Unglaublich, wenn man es nicht selber gesehen hat.

16.03.2025
Unsere letzten Tagen in Japan nutzen wir auch dazu, uns richtig auszuruhen. Wir liegen meist vor 22:00 im Bett und der Wecker geht nicht vor 7:00 in der früh. Heute war der erste so richtige 100% Regentag während unseres Urlaubs. So ausgeruht ging es deshalb auf die Kaufhaustour. Wir bewegten uns größtenteils mittels U-Bahn von einem Kaufhaus zum nächsten. Highlight war hierbei die erste Adresse in Tokyo, sozusagen das Herolds von Asien. Dieser Konsumtempel ist das Mitsukoshi. Hier findet man jegliche Nobelmarke und im Kellergeschoß eine Foodabteilung, deren Besuch sich in jedem Fall lohnt. Wer hier am späten Nachmittag vorbeischaut, kann so manches kulinarische Schnäppchen machen. Wir waren vormittags dort und nach einem Beutezug fanden wir ein ruhiges Plätzchen auf der Dachterrasse.

Morgen werden die Temperaturen fallen, aber es sind 10 Sonnenstunden vorhergesagt. Unser letzter Tag in Tokyo steht bevor.

17.3.2025
Ich hielt es nicht für erwähnenswert, aber da nun Montezumas Rache auch bei Dani zugeschlagen hat, ist es mir eine Randnotiz wert. Selbstverständlich habe ich da Eis von vor ein paar Tagen nicht vertragen und leide nun etwas. Was es bei Dani war, wer weiss das schon. Ihre Nacht war auf jeden Fall etwas unangenehm und heute Morgen hatte ich zwei Frühstücksgutscheine nur für mich. Als Gegenleistung habe ich meiner Frau mehrere Imodium spendiert. Danach ging es dann auf eine gemütlich Erkundungstour durch den Stadtteil Nihombashi. Ich wollte mir noch ein paar Klamotten erwerben. Mein absoluter Favorit sind hierbei die UNIQLO Läden. Die T-Shirts z.B. sind preiswert (1990 Yen) und von herausragender Qualität. Leider sind dort nur Damen und Herrengrößen zwischen S bis XL vorrätig. Wer in kleineren oder größeren Dimensionen unterwegs ist, der kann seine Wunschklamotten dort mit einer Vorlaufzeit von 2-4 Tagen vorbestellen und anprobieren. Leider entfällt damit der 10% Tax Free Faktor und wir hatten hierzu auch keine Zeit. So mußte diesmal eine Alternative her.
Im selben Stadtteil gibt es auch den SAKAZEN Big Size Store oder in der Nähe (Stadtteil Shinjuku) das riesige Isetan Kaufhaus mit einer eigenen Big Size Etage (6 Stock). Wir entschieden uns für das SAKAZEN und ich wurde werde mehr als fündig. In Japan bekommt man als Ausländer fast überall Tax-free (- 10%) angeboten. Voraussetzung ist meistens, daß man seinen Reisepass dabei hat und mehr als 5.500 Yen Umsatz generiert. Es gibt zwar auch die Möglichkeit, mittels der Visit Japan WEB Anwendung einen QR Code zu beantragen (bei der Einreise) aber erfahrungsgemäß akzeptieren 50% aller Läden diese Möglichkeit nicht und so bleibt als Alternative nur der Reisepass.
Nach unserer kleinen Shoppingeinlage entschieden wir uns, die ca. 2km bis zu unserem Hotel zu Fuß zurückzulegen. Hierbei wählten wir bewußt die kleinen Nebenstraßen und hier erschloß sich uns ein ganz anderes Tokyo. Etwas abseits der Hauptverkehrsadern hat man zeitweise das Gefühl in einer kleinen Gemeinde unterwegs zu sein.

Heute Abend werden wir sicherlich nochmals unsere kleine Izakaja Bar aufsuchen und dann zeitig schlafen gehen. Morgen geht es dann so gegen 9:00 zum Flughafen. Wir werden entweder den Bus vom Tokyo City Air Terminal (1000 Yen, 35 Min.) oder aber von der S-Bahn Station in Nihombashi die A-Linie via Sengakuji (Keikyu Express, ca. 550 Yen und 20 Min.) nehmen. Alternativ geht auch ein Fußmarsch von 20 Minuten bis Tokyo Station und von dort mit der Keikyu Linie zum Flughafen Haneda. Wer will kann natürlich auch ein Taxi mit z.B. der „Taxi Go App“ buchen und ist in 27 Minuten für 10.000 Yen dann ohne großen körperlichen Aufwand am Flughafen. (Wie habe ich das gerade in 1 Minute recherchiert? Klar mit meiner NAVITIME Japan App).

18.3.2025
Ich werfe nun einen Blick in die Glaskugel und schließe diesen Bericht somit vor unserer tatsächlichen Rückreise ab.
Wir werden Morgen so gegen 10:00 Uhr in der ANA Suite Lounge im Terminal 3 letztmalig lecker Sushi essen und dazu Sake oder ein Asahi Bier trinken.
Um 12:35 startet dann unsere 747 mit der Flugnummer LH717 Richtung Frankfurt und wir werden wie immer, bei der Lufthansa „firstlich“ bedient. Gegen 19:00 (dt. Ortszeit) werden wir dann in Frankfurt landen, nochmals im Firstclass Terminal vorbeischauen und eine Ente abgreifen nebst Kalbsschnitzel. Von dort wird man uns dann um 21:20 mit LH88 nach Ddorf transportieren, wo wir um 22:05 eintreffen werden. Wenn dann alles mit dem Gepäck geklappt hat nehmen wir einen Regionalzug zum Hauptbahnhof in Ddorf und übernachten im nahe gelegenen Motel One Düsseldorf Hauptbahnhof. Der Rest ist dann hoffentlich Routine und wir freuen uns dann auf unsere nächste Reise. Im September geht es nach Südkorea. Ob Business oder First ist noch in der Mache. Lassen wir uns überraschen.

Und ja,Kirschblüten haben wir auch in Tokio gesehen 😉

Reisen in Zeiten von Covid-19, Teil 11.1 Hokkaido, Japan, wo alles seinen Anfang nahm

07.04.23 Eigentlich wollten wir diese Reise bereits vor Ausbruch der Pandemie antreten. Da Nippon aber recht früh für Touristen gesperrt wurde, blieb uns nichts anderes übrig als unsere Reise-Sehnsucht in anderen Ländern zu stillen und uns ganz vom Virus des süßen Lebens befallen zu lassen. Sei’s drum, nun sind wir verdorben! Ich möchte nun von dieser Luxusreise berichten, denn -wenn alles klappt- der reine Luxus wird es werden. Los ging es bereits am 6.4. direkt von Aachen aus mit dem ICE zum Flughafen nach Frankfurt und wie es sich gehört, ein kleines Bierchen zur Entspannung muß halt sein.

Gegen ca. 21:30 erreichten wir den Flughafen und von dort waren es dann nur 20 Minuten Fußmarsch bis zu unserem Hotel, dem Park Inn Radisson Blue. Mein kleiner Sancho Panza maulte zwar die ganze Zeit, aber ihr Rucksack ist mit 14kg recht schwer 😰 und es nieselte stetig vor sich hin. Nach 20 Minuten erreichten wir dann glücklich unser Hotel und buchten den Flughafentransfer für den nächsten Morgen um 6:00. Mann 👨 hat ja viel vor! Die Anakonda hat 3 Monate gefastet. Man bin ich hungrig 😋

7.4.
Pünktlich um 5:00 ging der Wecker. Echt jetzt? Nicht doch noch etwas schlafen? Keine Chance, die Arbeit wartet. Der Shuttlebus war pünktlich und um 6:15 stehen wir vor dem First Class Terminal der Lufthansa in Frankfurt. Wenn man vor dem Flughafengebäude steht (Arrival) dann geht es rechts, ca.500 Meter, nicht beschildert zu diesem separaten Terminal.

Ein kleiner Tipp für alle Flugreisenden, Wenn man diesem Weg folgt, dann findet man nach ca. 400 Metern, bei den Taxifahrern die türkische Dönerbude. Leckeres Esser zu zivilen Konditionen, ich merke es mir in jedem Fall.

Das 1st. bereits im Hintergrund erkennbar

Dann stehen wir vor dem Gebäude, recht unspektakulär, aber heiß ersehnt. Der Eingang ist recht unscheinbar, aber auf der ersten Etage beginnt dann der Luxus für Kreti & Pleti. Ich könnte jetzt viele Worte machen – aber viel lieber verweise ich auf folgenden Link, ein Youtuber hat hier sehr passend und ich finde sehr unterhaltsam, unser Erleben in einen kurzen Film gepackt. Ich wünsche viel Vergnügen, es war genauso oder halt ähnlich.

Link: https://www.youtube.com/watch?v=PsQa_sd0M0w

Unser persönlicher Lufthansa Assistance nahm unser Gepäck entgegen, die Reisepässe wurden zum Zoll gebracht und die Sicherheitskontrolle dauerte 30 Sekunden. Danach wurde uns die Lounge erklärt und nachdem ich die obligatorische Ente entgegengenommen habe, saßen wir beim Frühstück. Selbstredend habe ich für 11:00 das Badezimmer für mich und San….. ihr wißt schon wer, gebucht. Die Ente muß doch schwimmen 🙂 und eine Anakonda braucht halt Wasser.

Unser privates Badezimmer in der Lounge, 1 Std. musste die Ente ausgeführt werden
50% der Reisegruppe
Nur die wichtigen Sachen, nicht Veggieburger oder so 🙂

So haben wir sie Zeit mit süßem Nichtstun verbracht…lecker Frühstück, ein kleines Whisky Testing, 3 verschiedene Schampus und was der Dinge mehr sind. Chef – ich brauche eine Gehaltserhöhung!

Und danach geht es dann irgendwann mit einer Limousine direkt zu unserem 747-8 Jumbo. Die 1st. Class wartet auf uns. Hier eine kleine Menueliste, das erwartet uns an Bord, warum habe ich kein Tupperware bei mir? Selbstredend gibt es hier noch eine Spur mehr und was es hier nicht gibt, ein Wechsel zur First Class Lounge im Hauptgebäude ist jederzeit möglich aber aus unserer Sicht völlig unnötig. Wir sehen es ja bei der Rückreise 🙂

Irgendwann ist dann auch die letzte Minute im Paradies aufgebraucht und es geht zum nächsten Paradies. Einziges Manko, wir waren bei der Abholung in der Lounge zu 4 Personen und so war es nur ein T6 und kein Porsche, der uns zum Flugzeug brachte. An Bord teilten wir uns dann mit 8 Personen und 2 Flugbegleitern die First Class in der 747-8. Ein tolles Produkt, mir gefällt die offene Bauweise besser als das Konzept der kleinen Räume bei anderen Airlines. Liegt aber wahrscheinlich daran, dass ich es gar nicht vergleichen kann. Sei’s drum, die Arbeit wartet, die ganzen Leckereien müssen vernichtet werden. Das war so eine Arbeit, man glaubt es kaum 😥

Kurz vor dem Einstieg
die kleine Überraschung
bei einem kleinen Gläschen Champus läßt es sich so schön blöd grinsen 😄
Gute Nacht, flach liegen, auf einer Matratze mit Decke und Federkissen, herrlich

8.4.
So kamen wir gut ausgeschlafen in Tokyo Haneda an. Der Service an Bord, bei der Lufthansa war ausgesprochen gut und fast familiär zu nennen. Ein toller Auftakt. Direkt beim Aussteigen wartete dann eine nette Japanerin auf uns. Der 1st Class Assistance der uns geschwind durch die Einreise leitete, nebenbei unser Gepäck abholte, zum Einchecken an den Inlandsflugschalter der ANA Air brachte, den Kauf einer Telefonkarte regelte und uns zum Schluß noch vor der Warteschlange am Ticketschalter für unsere Japan Train Karten ablud. Hätte ich nicht vorher bereits die Einreiseapp Japan benutzt und ausgefüllt und hätten wir nicht diese nette Unterstützung gehabt, wir wären wohl nicht pünktlich am weiteren Check Inn erschienen. So aber passte alles und der Flug mit der ANA verlief reibungslos. Am Flughafen in Sapporo Chitose angekommen, mussten wir nur unser Gepäck aufnehmen und das Air Terminal Hotel im gleichen Gebäude aufsuchen. Ein Klacks! Glücklich angekommen enterten wir unser Zimmer, bestaunten die tolle Aussicht auf das Flugfeld und bestaunten die japanische Toilette. So eine Popodusche ist nicht jedermanns Sache. Ich muß mich in den nächsten Wochen daran gewöhnen, hier ist das Standard.
Da wir nun soviel Zeit noch hatten, startete unser Alternativplan. Kurz frisch machen und dann mit dem Zug vom Flughafen nach Sapporo Innenstadt (30 Minuten Fahrtzeit), wir wollten noch zum Nijo Fischmarkt. Leider waren wir schon etwas spät, wir konnten noch den Händlern beim Einpacken zusehen, aber für einen ersten Eindruck und ein Glas Lachsroggen reichte es und wir wollen ja am nächsten Tag mit dem Mietwagen nochmals hin. So blieb dann aber genug Zeit, eines der vielen Fischrestaurant hier am Markt direkt aufzusuchen. Leute ich sag euch, ich hatte keine Ahnung, wie gut richtig frischer und hervorragend zubereiteter Fisch schmecken kann. Die Japaner haben es einfach drauf!

auf dem Nijo Fischmarkt Saporro
auch Saporro hat seinen Eifel
Blick von oben, auf Teile der Stadt
ein Blick aus unserem Hotelfenster, das Gate lag uns zu Füßen, zum Glück war hier gegen 23:00 Schluß mit Flugbetrieb

Nach dem Essen ging es zurück und gegen 21:00 waren wir glücklich und müde wieder im Hotel. Morgen geht es dann zum ersten Hotelfrühstück in japanischem Style, danach zur Mietwagenstation (der Linksverkehr ruft) und dann nach Sapporo und weiter in unser Skiressort. Lassen wir uns überraschen.

9.4.
Der Wecker ging wie so oft in solchen Situationen viel zu früh los. Wir hatten gut geschlafen und es hätten ruhig noch 1-2 Stunden mehr sein können. Aber das Frühstück ruft und an der Mietwagenstation sollten wir auch pünktlich erscheinen. So ist das hier in Japan, wer nicht zur rechten Zeit am rechten Ort ist, der hat Pech gehabt, bedeutet die Reservierung ist futsch oder der Mietwagen anderweitig vergeben. Irgendwie sympathisch diese Japaner. Die Jungfrau in mir kommt damit prima aus. Aber zurück zu den wesentlichen Dingen des Lebens. Dem Essen, genauer dem heutigen Frühstück. Wir aßen in einer geräumigen Halle, 95% der Anwesenden offensichtlich Japaner und davon 90% mit Maske bewaffnet. Ich glaube, die haben auch Sex mit Maske! Das Buffet hingegen war herrlich. Wir hatten uns für die Japanische Art entschieden und so schlemmmten wir in den Morgen hinein. Danach hieß es packen und gegen 10:15 checkten wir aus. Die Mietwagenstation war, wie unser Hotel, im Terminal angesiedelt. Keine 5 Minuten nach verlassen der Hotellobby standen wir am Stand unseres Anbieters. Ein kurzer Check ob ich alle benötigten Dokumente besitze und dann hieß es ab, mit dem Shuttlebus zur Hauptstation nach Chitose, das liegt etwa 10 Minuten Fahrtzeit vom Terminal entfernt. Auch dort japanische Professionalität, ich hatte unseren Wagen bei CHECK24 gebucht und die nötigen Unterlagen (deutscher Führerschein und ADAC Übersetzung) parat. Nach einer kurzen Einweisung hatten wir dann einen neuen guten Freund (Honda FIT) für die nächste Woche. Als ich dann losfuhr, machte ich den typischen Fehler. Blinken aber den Scheibenwischer bedienen. Klar – Linksverkehr! Das war es dann aber auch, wir kamen gut in Sapporo an und besuchten den Fischmarkt erneut und auch das kleine Restaurant beehrten wir wieder.

Teile vom Fischmarkt, so geht es einen Häuserblock weiter

Danach machten wir uns auf in die Berge – nach Niseko.
Niseko ist das St. Moritz von Japan. Zum Glück ist hier nun Nebensaison! Ein paar Highlights zu diesem Ort: Er liegt nur auf 1000 Metern, verzeichnet aber ca. 15!!!!Meter Neuschnee jedes Jahr und gilt als der schneereichste Wintersportort der Welt. Der Pulverschnee gilt als der Beste und ist weltberühmt – auch wenn der ein oder andere (mich eingeschlossen) dies bisher nicht wußte. Nach einer problemlosen Fahrt erreichten wir gegen 16:00 Uhr unser Hotel (Chalet Ivy Niseko), erkundeten die Örtlichkeiten, saßen ab 20:00 beim Dinner und danach in unserem privaten Onsen im Hotel. Herrlich

Noch ein Wort zu den Örtlichkeiten. Die Japaner sind da recht exklusiv unterwegs. Bereits im öffentlichen Bereich kann es bisher jede Toilette mit dem Aufnehmen, was in einem drei Sterne Hotel bei uns so Standard ist. Von unseren öffentlichen Klos will ich gar nicht reden. Die stillen Örtchen im Hotel sind aber der Hammer. Hier einmal die Bedienung zu dem Luxusobjekt in unserem Chalet. Selbstredend ist die Klobrille beheizt und es gibt einen Fön, der Wasserstrahl für vorne und hinten ist nach Menge, Stärke und Temperatur zu regulieren und mach ich die Klotüre auf, geht sofort der Deckel hoch. Das das Teil sich selber reinigt versteht sich von selbst. So etwas hätte ich gerne auch für zu Hause.

10.4.
Und täglich grüßt das Murmeltier. 6:00 Wecker, 7:30 Frühstück (hervorragend) und ab 8:30 machten wir uns auf zur nahen Talstation. Wir mußten die gebuchten Skipässe und Ausrüstung abholen. Dies klappte hervorragend und so wartete Dani dann bereits um 9:15 auf Ihren Skilehrer. Ab 10 hatte Sie ihre 3 Stunden Privatunterricht und ich hatte 3 Stunden die Pisten mehr oder weniger für mich allein. Wir sind hier in der letzten Woche der Saison und da ist recht wenig los. Schnee gibt es noch reichlich, weiter unten ist es sulzig, aber bereits wenige Meter oberhalb der ersten Gondelstation lässt es sich recht gut fahren. Leider ist zu dieser Jahreszeit und an diesem Fleckchen von Pulverschnee keine Rede mehr. Aber das wäre sowieso reine Verschwendung bei meinen Fahrkünsten. Trotzdem klappte es prima bei mir und auch Dani erschien um 13:00 Uhr mit einem Lächeln auf den Lippen. Das Verstärkte sich noch beim Essen.

Wir machten dann noch gemeinsam eine Abfahrt und dabei schlug das Wetter um. Es kam Sturm auf und wir schauten, daß wir vom Berg kamen.

Gegen 17:00 war dann alles vorbei! Wir machten uns auf den Weg ins Chalet und gleich gibt es lecker Essen und es heißt frühzeitig Matratzen-Horchdienst. Morgen geht es weiter, Richtung Küste im Norden.
Folgend noch ein paar Impressionen von unserem heutigen Abendessen. Lecker!

11.4.
Ich sag nur Murmeltier!
Verabschieden möchten wir uns mit einer kurzen Impression aus der Lobby des Chalets. Lustig nicht?

Dann ging es Richtung Norden an die Küste bei Otaru. Auf dem Weg dorthin machten wir noch bei einer der Whisky Destillen von Japan einen kurzen Halt. Wir folgten einem Bericht der „Welt“ und haben uns reichlich eingedeckt. Wer will kann ja mal googeln unter „NIKKA WHISKY Japan“. Nachdem die Kreditkarte glühte verließen wir das Anwesen und erreichten recht schnell den Küstenort Otaru. Hier am bekannten Stadtkanal, es landen hier große Kreuzfahrer an, gibt es u.a. eine deutsche Bierbrauerei nebst original Schankraum. Da stehen die Japaner mächtig drauf.

Wir hingegen wollten hier am Meer Sushi essen und suchten nach der „kleinen“ Sushi Bar. Was soll ich sagen, unsere Kleine haben wir gefunden.

Gut gesättigt ging es dann auf den langen Trip Richtung Norden. Immer an der Küstenstraße entlang. Die Bilder von diesem Trip gehen mir nicht aus dem Kopf, grandiose Landschaften, wildes Meer. Wir hätten hier Stunden verbringen können. Leider war der Zeitplan gnadenlos. Ich wollte unser Hotel vor Einbruch der Dunkelheit erreichen. Unser Ziel heißt „The New White House“, ein einfaches Business Hotel in Rumoi

12.4.
Heute haben wir viel erlebt…..
Wir hatten ein leckeres traditionelles japanisches Frühstück mit viel Fisch und Meeresgetier, dann fuhren wir 180km nur Küstenstraße. Neben uns die aufgepeitschte japanische See, endlose Strände, schwarzer Basalt-Sand und Küstenformationen zum Träumen, auf der abgewandten Seite grüne Hügel wie im Auenland und in den Senken noch der Schnee vom letzten Winter.
Zwischendurch kleine verschlafenen Ortschaften im Stiel des wilden Westerns. Dort fanden wir dann kleine kulinarische Süßigkeiten. Wir waren an der nördlichsten Stelle Japans dem Cape Noshappu, Auf der anderen Seite die Insel Sachalin (wo wir schon waren), vorbei an riesigen Gestellen mit getrocknetem Fisch, eine Herde Japanhirsche vis a vis. Unser Hotel, das erste im japanischen Stiel, kein Bett sondern eine Futonmatte. Danach eine weiterer Sushi Bar, nicht so intim, dafür aber noch eine Klasse leckerer. Wir suchten einen Onsen und landeten im örtlichen Schwimmbad, zum Glück hatten die auch einen Whirlpool nebst Sauna. Ein gelungener Tag, der nun mit einem Bier oder zwei langsam ausklingt. Wir waren in Wakanai und schliefen im Hotel Saharin.

13-14.4.
Ein weiteres Murmeltier. Wir hatten ca. 350km vor uns. Das hört sich nicht viel an. Bei einer erlaubten max. Höchstgeschwindigkeit von 70 und durchschnittlich 60 km/h kann das dann etwas dauern, zumal meine Frau regelmäßig irgendwelche Fotos schießen wollte 🙂
Die letzte Nacht im Hotel Saharin, war die erste in einem traditionellen japanischen Hotel. Keine Betten, sondern Futon. Ein sehr kleines Zimmer aber inkl. Bad und mit allem was man so braucht. Geschlafen haben wir dort sehr gut und morgens speisten wir allein in einem großen Saal. Es wurde vieles aufgetischt, ein gelungenes japanisches Frühstück, wie gesagt, man muß Fisch am Morgen lieben.

Danach ging es auf die große Reise. 200KM Küstenstraße, der unendliche Pazifik lag immer in Sichtweite und so manches unvergeßliche Bild nehmen wir für immer mit.

Nach einer 5 stündigen Fahrt braucht man dann aber auch etwas feste Nahrung. Achtung ein Geheimtipp! In Mombetsu GPS 45.462582,141.992105, fanden wir ein unglaubliches Lokal einer Fischereigenossenschaft. Nach dem Essen haben wir ernsthaft überlegt, unser Hotel umzubuchen und hier noch einen Tag vor dem Restaurant zu kampieren. Ich sag nur lecker und preiswert, eine teuflisch gute Mischung! In Japan heißt die Königskrabbe übrigens Schneekrabbe, denn hier kommt sie ursprünglich her und hier in Mombetsu wird sie im Winter gefischt und wir waren da – dieses Ungeziefer muß man halt vernichten 🙂

Danach ging es dann ab in einen weiteren Nationalpark und zu unserem Onsen Hotel. Auf dem Weg haben wir noch ein paar schöne Impressionen genossen und dann waren wir endlich angekommen. Unser Zimmer und das Hotel, traditionell japanisch, die Schuhe blieben in der Empfangshalle. Der Onsen drinnen wie bisher immer recht unspektakulär, hier zählen die inneren Werte wie Wasserqualität und Wassertemperatur. Dafür war der Onsen im Außenbereich recht schön.

An dieser Stelle eine Portion Wissen! Wie in den USA gibt es in Japan die Todesstrafe, die auch angewendet wird. Eine der größte inaktivem Kaldera (einfach ausgedrückt Vulkanschlot) gibt es in Japan und das Wasser dieses Kratersees ist das reinste auf der Welt. Für das Blau dieses Sees gibt es eine eigene Farbdefinition. Die Japaner sind Künstler bei der Zubereitung und Präsentation von Speisen, selbst einfachste Menüs (ihr habt Bilder gesehen) bringen so manchen Koch in D zum Schwitzen.
Apropos Schwitzen, kein Autofahrer in Japan hält sich an Geschwindigkeitsbegrenzungen, außer das 1% das es überall gibt und hinter denen staut es sich, da die Japaner nicht gerne überholen. Wenn wir gerade bei Verboten sind. Das Tattoo hat in Japan eine lange Tradition – aber trägt man eins, gibt es in vielen Fällen keinen Eintritt zu einem Bad, Sauna oder viel schlimmer einem Onsen. Aus diesem Grund sieht mein Rücken derzeit wie folgt aus. Gute Qualität von Amazon Japan, der Dreck der in D dazu verkauft wird, ist absoluter Mist.

Am Abend genossen wir ein leckeres Dinner und gingen recht früh schlafen. Am nächsten Morgen genossen wir gegen 6:00 in der Früh das einsame Bad im Onsen.

Danach ging es auf Erkundungen. Wir buchten im nahen JR Bahnhof unsere ersten Reservierungen für den Shinkansen, machten eine kleine Wanderung zur besagten Kaldera, nutzen einen Außenonsen an einem See und besuchten den Geist im Berg. Heute Abend werden wir dann nochmals den Onsen im Hotel aufsuchen und Morgen steht die nächste und längste Etappe an. Wir waren im Hotel Parkway in Kawayu / Teshikaga, ein Geheimtipp, ruhiges Hotel, ruhige Umgebung, ein Außenonsen den Weiblein & Männlein gemeinsam nutzen können und vor allen Dingen wenig Chinesen!!

15.4.
Wir standen bereits um 5:00 Uhr auf, um den phantastischen Außenonsen nochmals alleine zu genießen. Wir wollen halt mit unserer Leibesfülle keine zarten Japaner verschrecken, apropos verschrecken, grundsätzlich ist der Onsenbesuch völlig textilfrei, selbst eine Armbanduhr wird nicht gerne gesehen. Also im See mit Badehose, wg. der Fische und so 🙂 und dann im Warmwasserbecken ohne Badehose. Da kann man schon mal ganz schön durcheinander kommen. Aber ich schweife vom Thema ab, wo war ich, ach ja Außenonsen 5:00. Danach waren wir fit und genossen unser fischreiches Frühstück. Gegen 8:00 brachen wir unsere Zelte ab und es ging auf die längste Etappe dieser Reise. 480km lagen vor uns, es sollten eine Fahrtzeit von 8 Stunden werden. Anfangs und zum Schluß begleitete uns wieder der Pazifik, es gab viele schöne Aussichten aufs Meer und die Küstenlandschaft. Dazwischen dann endlich grünes Farmland, im Inneren von Hokkaido kündigt sich der Frühling an, das Vieh steht bereits auf den grünen Weiden und ein Bauernhof, hier heißen sie „Farm“, reiht sich an den Anderen. Auch weiterhin ist das Fahren recht unproblematisch, zeitweise begegnen uns andere Verkehrsteilnehmer im 15 Minuten Takt, es ist wenig los auf Hokkaidos Straßen. Das ändert sich erst, als wir etwa 30 KM vor unserem Etappenziel ankommen. Plötzlich sind die Straßen voll, wir verlassen die Küstenstraße und biegen ab Richtung Berge. Wer schon mal im Höllental an der Mosel war, kann sich nur recht gut den nächsten Abschnitt unserer Fahrt vorstellen. Ein enges Tal erwartet uns, hier ist Onsen Gebiet. Eine heiße Therme reiht sich an die nächste und jede ist Heimat eines großen Hotels in einer engen Schlucht. Unser Kasten liegt ganz am Ende. Ein 4 Sterne Bunker. Recht schnell wird mir klar, hier werden die Chinesen untergebracht und erstmals empfinden wir so etwas wie Enge. Wir haben Glück, in einer Anreisepause betreten wir das Hotel und werden schnell und höflich abgefertigt. Unser Zimmer ist geräumig und wieder im japanischen Stiel. Später wird noch die Schlafstatt von einem unsichtbaren Hotelangestellten hergerichtet. Unser Abendessen ist bereits um 17:45 und der Essensaal war schon recht imposant. Horden von Chinesen, ein riesiges Buffet, Geschlürfe, Geschnatter und Gewusel waren angesagt. Ich glaube, bis auf die Angestellten war kein Japanischer Tourist hier anwesend. Wie sehr wünschte ich mir mein Parkway Hotel zurück! Nach dem Essen gingen wir bereits um 20:00 schlafen und stellten uns den Wecker auf 23:30. Den Onsenbesuch wollten wir möglichst in Ruhe genießen. Das klappte dann auch. In getrennten Bereichen konnten Dani und ich eine wirklich sehr großzügige und schöne Therme ausgiebig und jeweils fast alleine genießen. Ich denke, unser Wecker wird Morgen bereits um 5:00 gehen und wir werden dies nochmals wiederholen.
Unser Hotel:Noboribetsu Manseikaku in Noboribetsu.

Unser Hotelzimmer, später liegen auf dem Boden dann zwei Matratzen mit Federbett

16.-17.4.
Der Winter ist zurück! In Wanakai schneit es und hier vor Ort fällt die Temperatur Richtung null Grad bei Dauerregen. In Noboribetsu betreiben wir Hotelhopping! Für die nächsten zwei Tage habe ich uns einen weiteren Touristenbunker reserviert. Gegen 10:00 checken wir aus und fahren genau 800 Meter zurück in die Stadtmitte. Unser Ziel ist das Hotel Mahoroba. Von außen ein Kasten, im Inneren mehr der Stiel der späten 70er. Das Zimmer aber sehr geräumig und mit allem ausgestattete was man so braucht. Aber die wahren Qualitäten offenbaren sich bekanntlich erst bei genauerem Hinsehen oder sollte ich besser sagen, zur Essenszeit bzw. im Onsen. Das Buffet ist riesig und von hervorragender Qualität, die Anakonda kommt hier richtig in eine Reizüberflutung und der Onsen ist gigantisch groß und alle Wasserqualitäten (Badebecken) werden hier angeboten. So verbringen wir hier zwei geruhsame Tage mit Shopping, Sightseeing und Thermenbesuch. Noch ein Wort zu diesem Ort, Noboribetsu hat etwas 55K Einwohner und ist DER! Onsen-Ort in ganz Japan. Das Mekka der Thermalbader und Nudisten. Aufgrund der vulkanischen Aktivitäten gibt es hier unzählige qualmende Schlote, sprudelnde Quellen und – soweit ich es richtig behalten habe – 7 verschiedene Wasserqualitäten, die aus dem Boden kommen. Von Salzwasser bis Sulfid ist alles dabei. Die Landschaft erinnert mehr an eine Erde von vor tausenden von Jahren. Zum Glück ist noch recht wenig los, der Tourismus beginnt gerade erst sich wieder zu erholen, so ist es für uns sehr angenehm und die nur 4 Busladungen mit den Menschen aus dem Reich der Mitte, umgehen wir großzügig. Es ist recht entspannt und wir nähern uns dem Ende des ersten Teilabschnittes unserer Reise. Morgen geht es zurück nach Chitose Airport und nach etwa 1700km kann ich hoffentlich den Mietwagen ohne Probleme zurückgeben. Danach geht es erstmal mit dem Zug weiter. Ganz ökologisch oder so. Vielleicht sollte Anna-Lena oder wie heißt unser feministische Außenbeauftragte, diesen Bericht einmal lesen. In Japan konnten wir wenig von Öko erleben. Die Häuser waren wenig gedämmt, die Räume einzeln mit kleinen Ölöfen beheizt, E.Autos verkaufen die Japaner lieber an uns Deutsche, selber wird der Verbrenner bevorzugt. Plastik wird gerne und ausgiebig genutzt, ach ja an einer Stelle sieht man den Wandel aber doch noch. Die wenigen freien Flächen werden großräumig mit Solarflächen zugebaut, in einem Land wo er recht wenig Platz gibt, schon sehr merkwürdig. Etwas anderes fiel uns ebenfalls auf, fast kein Unrat am Straßenrand, dafür werden verlassene Gebäude einfach sich selbst überlassen und verrotten. Aber genug davon, was bleibt sind unsere sehr schönen Erinnerungen an diese faszinierende Insel. Demnächst geht es mit Teil 10.2 weiter.
Hier noch die 10 Regeln, die im japanischen Onsen zu beachten sind:
Beginnen wir aber zuerst mit der Definition eines Onsens. Ein japanischer „Onsen“ im traditionellen Sinne ist ein Bad, das aus einer (oder mehreren) heißen Quellen (hot spring) gespeist wird und unterscheidet sich vom „Sento“ – dem normalen Bad, vergleichbar mit unseren Thermen – dadurch, daß das sehr mineralhaltige Wasser nicht nur zur Entspannung dient, sondern auch die Gesundheit fördert.
Regel Nr.1: Onsen sind keine Spaßbäder, die Geschlechter baden getrennt, Tätowierungen sind mindestens verpönt, keine Badebekleidung
Regel Nr.2: Die Schuhe bleiben am Eingang zurück
Regel Nr.3: Im Onsen sind alle gleich, im öffentlichen Bereich tragen alle einen Baumwollkimono (Yukata) und ein Jäckchen (Haroi)
Regel Nr.4: Vorher gründlich waschen, dies geschieht auf einem 30!!cm niedrigen Sitzhocker. Ich liebe es mittlerweile.
Regel Nr.5: Nichts verschmutzen. Keine Uhren oder Schmuck ins Bad. Kein Badetuch ins Wasser tauchen.
Regel Nr.6: Im Badebereich nur barfuß, keine Latschen
Regel Nr.7: Ohne Tenugui geht es nicht! Das ist ein kleines Badetuch was die „Scham“ bedecken kann oder zum Abtrocknen dient. Während des Bades, trägt man es auf dem Kopf.
Regel Nr.8: Im Onsen ist für alles gesorgt. Gute Pflegeprodukte, Einweg-Bürsten und Wattestäbchen gehören zum Inventar jedes Onsen.
Regel Nr.9: Nach dem Bad folgt die Ruhe! Ein Ruhebereich ist immer angeschlossen.
Regel Nr.10: Meine Regel, entschlacken macht sehr hungrig.

Autor mit typischer Onsenkleidung, der wahre Japaner geht so auch zum Essen oder kurz mal über die Straße in den Supermarkt! Kein Scherz!
Ehefrau & Schwiegermutter

Hier endet Teil 10.1, weiter geht es demnächst unter 10.2

Japan – Powder Snow & Sushi 17.2 – 10.3.2024

Jede gute Geschichte beginnt mit einer Vorgeschichte. Bei uns war es der sehr gelungene Japan Trip des letzten Jahres. Es hatte uns so gut gefallen, daß eigentlich nicht das „ob“ sondern nur das „wann“ im Raum stand. Das es so schnell gehen würde, damit hatten wir jedoch nicht gerechnet. Da aber Lufthansa vor 9 Monaten ein Flight Special Amsterdam-Frankfurt-Haneda herausgehauen hatte und die Business Class Flüge recht günstig waren, schlugen wir zu. Von Anfang an war uns klar, daß dann im Anschluß der Buchung auch noch mehr geht! Für den Hinflug hatten wir noch insgesamt 4 Voucher und so hatten wir recht schnell den Hinflug in der 747 wieder ganz vorne, in der First Class, gefixt. Was mit dem Rückflug wird, da bleibt es spannend. Kann sein, dass wir Business zurückfliegen, da unser Meilen-Upgrade noch in der Warteschlange hängt und ich nicht glaube, dass wir zweimal bei einer Reise das Glück des Upgrade-Gottes haben werden. Aber wie heißt es so schön, lassen wir uns überraschen.

Gestern machten wir uns gegen 17:00 auf den Weg nach Amsterdam. Ich würde ja gerne per Zug fahren, so aus Bequemlichkeit, aber leider sind die aufgerufenen Preise der Bahn recht ambitioniert. So fahren wir lieber in unserem geliebten A4 mit reichlich billigem belgischen LPG (KLIMANEUTRAL gem. WERBUNG), spottgünstig und ohne irgendwelche Komplikationen zum Airport.
Bei Eazzy Park (www.eazzypark.nl) haben wir einen Platz gebucht und gegen 19:00 fragten die Jungs bereits nach, wo wir denn blieben. Da waren wir noch 100KM vor A-dam. Ein alter Mann und sein Eisenroß sind halt nicht die schnellsten, der ein oder andere Leser könnte dies bestimmt bestätigen. So wurde es tatsächlich 20:00 Uhr und gegen 20:30 waren wir dann bereits in unserem Hotel (Ramada by Wyndham Amsterdam Airport Schiphol) eingecheckt. Wir finden eine gute Alternative zu den bisher getesteten Herbergen und mit 96€ recht günstig für die Verhältnisse hier vor Ort am Airport.

Ein kleiner Snack am Abend von unserem Dorfmetzger

Kurz gesagt, wir schliefen sehr gut nur leider ging bereits um 4:00 der Wecker und der Shuttle Bus brachte uns pünktlich um 5:00 zum Flughafen.

Der Check-Inn war wieder ein Träumchen. Rechts und links lange Schlangen. Für die Statuskunden aber ein extra Schalter und nach 5 Minuten Wartezeit waren wir auch schon dran und recht schnell fertig. Danach über Prio Lane durch die Sicherheit und so standen wir dann vor der Staralliance Gold Lounge in Amsterdam. Hier haben wir dann etwas getrunken und eine kleinste Kleinigkeit gegessen, denn mal ganz ehrlich, die Erwartungen an diese Lounge wurden leider bisher nie erfüllt.

Pünktlich um 6:55 war dann Boarding Time und mit Flug LH1003 ging es in 40 Minuten nach Ffurt. An Bord gab es dann ein leichtes Frühstück und reichlich Flüssigkeit. Wir waren da aber recht zurückhaltend, das First Class Terminal wartete ja schon auf uns :-). Nach der Landung in Frankfurt gingen wir deshalb nicht im Terminal zu den Lounges, sondern verließen den Flughafen (Abflug) und hielten uns rechts Richtung Taxen und vorbei an der Gyrosbude. Kurz danach sahen wir es dann, den Eingang zu kleinem Luxus, das First Class Terminal.

Nach dem Eintritt, nahmen wir den Aufzug zur Lobby und ab da wurde uns der ganze Sicherheitsprozeß so einfach wie nur möglich gemacht. Kurzum, nach 5 Minuten waren wir ausgereist und enterten die Lounge. Hier gibt es tatsächlich alles, was Krethi und Plethi sich haben nie vorstellen können. Leckere Getränke vom Schampus bis zum teuren Whisky und Speisen nicht nur vom Buffet sondern auch a la Card. Nach einem herzhaften Frühstück mit Ei Benedikt (ich kannte das vorher nicht) ging es um 11:00 für mich zum Hauptgericht einem leckeren Lammrücken mit cremiger Polenta. Für die Insider unter Euch, endlich mal eine Polenta die mir geschmeckt hat 😉 Danach folgte dann natürlich ein gemütliches Bad zu Zweit. Man kann doch nicht dreckig in den Flieger gehen. 🙂

Benedigt, zu Polenta fehlte mir das Bild

Gegen 13:00 wurden wir dann von der für uns zuständigen Betreuerin abgeholt und es ging mit einem Shuttle Service direkt zur Boing 747, Flug LH0716.

Wir betraten das Flugzeug über den vordersten Zugang. Was für eine Verschwendung für nur 8 Gäste, aber irgendwie fühlt man sich doch schon sehr wichtig. Bereits beim Zubringerflug wurden wir mit Namen angesprochen und auch hier stellte sich die Chef Purserin vor und begrüßte uns persönlich. Wichtig war aber das Gläschen Schampus. Die Kabine kannten wir aus früheren Flügen und so richteten wir uns sofort gemütlich ein und verstauten unser Handgepäck in den reichlich vorhandenen Abstellflächen. Erwähnenswert und wichtig, hier hat jeder Gast bzw. Sitzplatz seine eigene Garderobe. Ich verwechselte meinen und verursachte sofort etwa Aufregung, wie konnte ich nur mein Handgepäck in den Schrank des Nachbarn stellen. Unmöglich!

Die weiteren 12 Stunden Flugzeit vergingen beim Trinken, Essen und Schlafen wie im Flug. Besonders dass Bett mit Matratze und Decke sind ein Genuß.

In Tokyo angekommen hatten wir dann eine kleine Aufregung. Am Gateausgang erwartete uns diesmal keine persönliche Betreuung. Wir warteten etwas, ich reklamierte, aber letztlich gingen wir dann auf uns alleine gestellt zur Emigration.
Hier ein kleiner Tip, man kann bereits zuhause alle wichtigen Einreiseformalitäten erledigen. Unter Visit Japan Web ein Konto anlegen und dort alle nötigen Angaben erledigen. Dann bekommt man einen QR-Code und dieser erspart das Ausfüllen einer Einreisekarte und die weiteren Zollangelegenheiten. Ich habe dort bereits ein Konto und so waren diese Formalitäten sehr schnell erledigt.
Nach der Einreise erwartete uns dann doch noch die persönlich Begleitung am Gepäckband. Dort bewachte man brav unser Gepäck und danach bekamen wir noch Support beim Erwerb der Daten SIM Karten (ein Muss für Japan und bei 2 Karten für 3 Wochen mit 117€ nicht ganz preiswert) und ein Geleit zum Shuttlezug, da wir das Terminal in Haneda wechseln mußten. Aber mit Hilfe der beiden netten Helferinnen war alles kein Problem und so wechselten wir zum Terminal für die Inlandsflüge.
Als Anmerkung: es waren 20 Grad in Tokio! Da wurde uns doch ganz schön warm.
Auch hier kam kein Streß auf. Wir waren dort gegen 12:00 und unser Flug sollte erst gegen 15:00 starten. So reiten wir uns in die kurze Schlange bei ANA Airways (Star Alliance) ein und auch hier genossen wir gewisse Vorzüge bei der Anzahl der freien Gepäckstücke und der vorzüglichen Behandlung der Koffer.
Auch beim Besteigen der Maschine waren wir in der 2 Gruppe und so saßen wir stressfrei gegen 14:45 auf Platz 5A/5B in einer 777 -200 (ANA069), mit 3-4-3 Bestuhlung, ein riesen Ding für einen Inlandsflug und das mit richtiger Business Klasse. Den 90 Minütigen Flug habe ich fast vollständig verschlafen. Mal ganz ehrlich, wir waren zu diesem Zeitpunkt schon recht groggy, ich will mir gar nicht vorstellen, wie ich ausgesehen hätte, wären wir in einer anderen Klasse gereist. Oder ist das nur Einbildung?
Gegen 15:30 kamen wir dann endlich in Sapporo Chitose Airport an, hatten recht schnell unser Gepäck und machten uns zum fußläufig gut erreichbaren Air Terminal Hotel (42.785750, 141.680450) auf. Ich hatte dies für 180€ bei booking.com (wie alle weiteren Hotel) gebucht und wir kannten es vom ersten Japan Trip. Eine echte Empfehlung.

Der Fuji, wir sind kurz vor der Landung

Beim Einchecken hatten wir dann auch noch Glück, unser gebuchtes Zimmer war weg, es gab aber zwei gleichwertige Alternativen und dafür (als Entschuldigung) bekamen wir 50% Rabat. Die Japaner sind unglaublich!

Eingang zum Hotel, direkt am Gate


Nachdem wir unser Sachen verstaut hatten, machten wir uns noch auf, die Zugtickets für unsere Inlandsweiterfahrt bereits jetzt zu buchen. Merke, in Japan braucht es für eine Zugfahrt meistens eine Platzreservierung und da sollte man zeitig sein, zumal wenn man mit viel Gepäck unterwegs ist. Da sind die Plätze mit Stauraum in der Nähe recht schnell weg. So gingen wir zurück ins Flughafenterminal und im Untergeschoß gab es eine JR Bahnstation nebst Ticketschalter. Ein weiterer Tip, besorgt Euch die App NAVITIME, dort kann man recht gut die Zugverbindungen finden. Mein Suchergebnis habe ich dann dem netten Zugmenschen gezeigt und als dann auch noch klar war, dass wir mit heavy Gepäck reisen, war die Buchung kein Problem. Danach suchten wir uns etwas essbares. Hierbei sind wir davon ausgegangen, dass der Flughafen Chitose recht klein ist. Wir hatten bis dahin nur den nationalen Bereich gesehen. Als wir dann zwei Etagen höher ankamen, stellten wir fest, dass dies sehr wohl ein recht großer Flughafen mit einem riesigen Fresstempel Bereich ist. Sapporo ist die 5. größte Stadt Japans mit 2 Mio. Einwohnern und somit größer als Köln und Ddorf zusammen.
Wir suchten den Rahmen Bereich auf und merket auf lieber Leser, eine Rahmen in Japan kostet so um die 1000 Yen. Mehr als 2000 sind Touri Nepp.

Danach schliefen wir tief und fest.

19.02.
Nach einem guten Frühstück ging es dann um 10:30 zur Autovermietung und gegen 11:45 saßen wir bereits in unserem neuen Freund, einem Suzuki N

Nachdem mein eigenes Navi installiert war und die Route auch gefunden wurde, ging es los. Nicht so holprig wie beim letzten Mal sondern recht fix. Ich muß aufpassen, daß ich das nicht so easy nehme, mit dem links fahren. Über unsere erste Strecke nach Niseko läßt sich nicht viel berichten, links und rechts der Fahrbahn türmten sich wahre Schneemassen, jedoch die Straßen sind zum Glück frei und auch die anstehende Passüberquerung merkten wir gar nicht.

Hatte ich erwähnt, dass wir an diesem Tag über +10 Grad und recht viel Sonne hatten? Kaum zu glauben, dass bei solchen Temperaturen der Schnee nicht viel schneller verschwindet. Es muß wohl an der schieren Masse liegen. Aber zurück zu unserer Fahrt. Nach 3 Stunden war diese geschafft und wir erreichten unser Skihotel Miru Niseko (42.837350, 140.706883). Was soll ich sagen, schönes Hotel, modern eingerichtete Zimmer, genügend Platz und nette Leute. Was will man mehr. Ach ja, einen Onsen gibt es hier auch und nach dem Auspacken nutzen wir den Shuttle Bus um ins 3 KM entfernte Niseko zu kommen. Ein Skiort wie in den Alpen, in der Stadtmitte überall teure Appartements und völlig in der Hand von Chinesen, Koreanern, Australiern und Amis. Dazwischen dann zwei Milchbrötchen aus good old Germany. Meine Skijacke wurde sofort als cool bezeichnet, freut mich, daß Retro hier so gut ankommt. Dass Teil war älter als die Person, die es unbedingt haben wollte. Nach einem kurzen Bummel durch die Stadt, wir kennen uns schließlich aus hier, suchten wir uns eine gemütlich Rahmenbar und saßen friedlich bei einer Nudelsuppe. Danach hatten wir für den ersten Tag erstmal genug, es wartete schließlich noch der Onsen auf uns und ein unwahrscheinlich gemütliches Bett. Gute Nacht Deutschland.

20.02.

Nach dem reichhaltigen Frühstück, von Fisch, Fleisch über Reis bis Suppe war alles dabei, machten wir uns gegen 10:00 auf um unsere Skisachen abzuholen und das Organisatorische für die nächsten Tage zu regeln. Dani hat für die nächsten Tage nachmittags jeweils Trainingsstunden gebucht und wir müssen noch schauen, wo der Treffpunkt ist. Übrigens hatten wir einen Wetterumschwung diese Nacht. Morgens waren es nur noch 0 Grad und im Verlauf des Tages wird es schneien. Gegen 17:00 sind wir dann bereits bei -6 Grad und dass soll so die nächsten 4 Tage so bleiben. Ski heil!! Auto bleibt stehen!!
Rückblickend (ich schreibe am 21.2) ein toller Tag. Wir starteten gegen 11:00 und ich ließ Dani in der Basisstation und machte erst mal ein paar Runden für mich allein. Anfangs war es noch etwas holprig da die Pisten sehr hart waren (Vortag Plusgrade nun deutlich unter 0). Gegen 12:00 setze dann der stetige Schneefall ein und das Fahren wurde besser. Gegen 13:30 traf ich Dani dann kurz zu Beginn Ihrer Stunde.

Ich fuhr dann noch bis 15:00. Danach hatte ich für den ersten Tag genug. Meine Frau genoß anscheinend die Stunden, denn vor 16:00 sah ich Sie nicht am vereinbarten Treffpunkt. Kurzum, für beide ein gelungener Auftakt, da es auch bei unserem Skinovize sehr gut klappte. Danach bunkerten wir im nahen Supermarkt noch etwas Fertigessen und somit gab es auf unserem Zimmer ein leckeres Dinner. Merket auf (ich liebe diese Formulierung) Fertigprodukte in Japan, sind nicht vergleichbar mit dem, was man bei Edeka oder sonst wo bekommt. Die Qualität ist um ein vielfaches besser, dafür aber auch teurer. Nach dem Besuch im Onsen lagen wir dann frühzeitig im Bett und schauten uns den immer stärker werdenden Schneefall ab. Morgen gibt es Powder Schnee!
Hier noch ein paar Infos zu diesem Skigebiet. Es ist in keinster Weise vergleichbar mit den Alpen, außer daß der Schnee besser ist!

„Niseko ist ein besonderes Fleckchen Erde. Nur ca. 35 km vom Meer entfernt, fasziniert der kleine Ort (ca. 5.000 Einwohner) mit zwei Vulkanen und mehreren schneesicheren Skigebieten. Vom eurasischen Festland kommende Winde nehmen die Feuchte über dem Japanischen Meer auf und laden über Hokkaido riesige Mengen an Schnee ab, der zu den trockensten und leichtesten auf der Welt gehört. Durch den ständigen Schneefall ist Niseko im Hochwinter nicht für viele Sonnenstunden bekannt.
Niseko entwickelte sich in den letzten Jahren zum Mekka der Freerider, die Liftanlagen erinnern noch an den Charme von früheren Zeiten und so wird das Liftfahren auch zu einem Erlebnis.
Der Skiverbund Niseko United ist der Zusammenschluss von vier Skigebieten: Hanazono, Grand Hirafu, Niseko Village und Annupuri. Zum Skifahren und Snowboarden stehen 50,8 km Pisten zur Verfügung. Hiervon sind jeweils 1/3 leicht bis schwarz. Wobei bei den schwarzen dann auch die Passagen durch Wälder dazu gehören. 31 Lifte befördern die Gäste. Das Wintersportgebiet liegt auf einer Höhe von 255 bis 1.188m. Da gibt es in den Alpen meistens nur braune Wiesen zu dieser Jahreszeit.“
Obwohl Hochsaison herrscht, ist recht wenig los und die Standzeiten an den Stationen ist nie länger als 5 Minuten.

Was ich vermisse ist das Nebenher. Anders als in Österreich gibt es recht wenige Möglichkeiten sich irgendwo mal in die Sonne zu setzen oder auf den Hütten auszuruhen. Die Hütten haben den Charme einer deutschen Autobahnraststätte und Bänke vor den wenigen Stationen sind hier unbekannt. Mit anderen Worten, Skifahren steht hier absolut im Zentrum und etwas anderes gibt es nicht oder sagen wir besser, ich habe es nicht gefunden.

21.2.
Die Nacht hat es gut geschneit und auch jetzt fallen noch vereinzelte Flocken. Nach einem guten Frühstück machen wir uns auf.

Für Dani steht Privatunterricht auf dem Tagesplan und ich erkunde das Skigebiet.

Am späten Nachmittag treffen wir uns dann an der Basisstation und erkunden noch etwas die Freerider Szene bzw. das wo die Jungs uns Mädels dann abends so abhängen. Kommt mir sehr vom Rucksackreisen in Asien bekannt vor. Aber eh, wir sind ja in Asien!

22.2
Sonne! Nach weiteren Schneefällen in der Nacht scheint heute Morgen die Sonne und wir haben von unserem Fenster einen wundervollen Blick auf einen der Vulkane. Die Vorzeichen für einen gelungenen Abschluß unserer Skisafari sind gegeben. Ab 10:50 geht es auf die Piste und rückblickend wurde es ein gelungener Tag. Zuerst sonnig, dann stetiger Schneefall, Powder Schnee ohne Ende und eine Frau die rund um mit sich und der Welt zufrieden war. Am Ende unseres Skiabenteuers kann ich wohl schon behaupten, daß wir es demnächst wie die Australier machen und zum Skifahren halt nicht in die Alpen reisen werden.

23.2.
Am 22. drehe ich mit Dani etliche Runden auf ihrer blauen Hauspiste. Wenn Sie einmal etwas gut findet und es dann auch Fortschritte gibt, dann ist sie nicht aufzuhalten. Gegen 12:30 trennten wir uns, sie erholte sich und wartete auf Ihren Kursbeginn und ich wollte etwas mehr vom Skigebiet sehen. Für uns beide wurde es ein schöner Nachmittag – und bei herrlichen Bedingungen ist selbst ein ungeübter der wahre Pistengott. Dieser Schnee ist ein Muss, zumindest ist das meine Meinung. Gegen 16:00 machten wir dann noch eine gemeinsame Abfahrt, gaben unser Leihgerät ab und versorgten uns im Ort noch mit einigen Leckereien für unser Abendessen.
Nach einer geruhsamen Nacht und dem letzten herrlichen Frühstück in unserem Hotel machten wir uns gegen 9:00 auf, Richtung Osten. Es lagen ca. 490 km vor uns und Niseko verabschiedete sich mit einem herrlichen Wetter.

Die ersten 50 Kilometer ging es auf schneebedeckten Straßen recht langsam voran. Gut ist, das der Suzuki Winterreifen mit Spikes hat. Danach waren die Straßen schneefrei und je weiter wir in den wilden Osten, es ist mehr die Mitte der Insel, kommen, desto seltener begegnen uns weitere Fahrzeuge. Bei gutem Wetter ging es durch sehr viele menschenleere Orte und ich dachte so gegen 16:30, daß wir bald am Ziel seien. Nur noch ein Pass! Plötzlich vielen die Temperaturen. Kein Scheiß! Eben noch plus 1-2 Grad und blauer Himmel und dann plötzlich -8 Grad, starker Schneefall und schneebedeckte Straßen. So wurden die letzen 80 km doch etwas beschwerlich und auf der Passspitze erreichten wir -12 Grad. Ich war froh als wir gegen 18:15 endlich bei unserem Hotel ankamen. Wir sind wieder im Parkway Hotel (43.616717, 144.454217) eingebucht und diesmal für 4 Tage. Ein paar Worte zu diesem Hotel und dem Örtchen. Das Hotel ist ein typisches Ryokan, d.h. ein traditionelle japanische Herberge. Es gibt keine Betten, geschlafen wird auf einem Futon. Das Gästezimmer ist recht einfach eingerichtet und es gibt nur eine kleine Toilette auf dem Zimmer. Gewaschen wird sich im Waschsaal oder im Onsen, schön nach 2 Geschlechtern getrennt. Der Onsen hier im Örtchen Kawayuonsen gehört zu den bekannten heißen Quellen auf Hokkaido und liegt Gott Lob soweit vom Schuß, dass sich hierher keine Chinesen verlaufen. Endlich Ruhe im Onsen und die Fachleute unter sich 🙂
Nach einem leckeren Kaiseki Menü (wer neidisch werden möchte, googelt mal) – aber keine Sorge, Morgen mache ich davon ein Foto, ging es in den Onsen und um 23:00 lagen wir fix und foxi auf unseren Futon-Matten.

24-26.2.
Die nächsten Tage war Ruhe und Erholung angesagt. Täglich in den hauseigenen Onsen, Erkundung der wunderschönen Gegend inkl. der immer noch rauchenden Vulkanfelder und ein Ausflug ins nahe gelegene Küstenstädtchen Kushiro-shi.
Immer mit Blick auf die aktuelle Schneelage, machten wir uns am 24. auf den 80km weiten Weg durch die verschneite Bergwelt hin zur östlichen Küste. Hier liegt Kushiro, die östlichste Großstadt Japans und das Mekka für japanische Fischliebhaber. Ich meine natürlich tote Fische, schön filetiert. Aber bevor wir uns die ersten Fischstücke einverleiben konnten, suchten wir zuerst einen passenden Parkplatz in der City (42.98192, 144.38226) und wer hat das wieder geplant? Sofort daneben liegt zur Einstimmung „Fisherman‘s Wharf MOO (42.98189, 144.38334). Ein Touristenmagnet, heute aber nur mir 2 Touristen (uns) und den Einheimischen. In diesen Markthallen kann man sich warm laufen und erste kleine oder große Snacks genießen. Wir entschieden uns erstmal für eine Tasse Kaffee und für mich gab es herrlich leckeres Gebäck.

So etwas fluffiges habe ich noch nie gegessen. Danach machten wir uns zum nicht weit entfernten Kushiro Washo Market (42.98936, 144.38042) auf. Hier gibt es vor allen Dingen Fisch und sonstige Meeresfrüchte. Es ist eine riesige Markhalle und genau in der Mitte haben findige Händler es den Touristen und Einheimischen besonders einfach gemacht. Das Zauberwort heißt „Katte Don“. An verschiedenen Ständen bekommt man eine Schüssel mit Reis. Danach kann man dann zu den einzelnen Ständen gehen und sich kleine Häppchen der verschiedensten Sashimi Fischsorten, Krabben und anderes Meeresgetier auswählen. So kostet z.B. ein Stück Wahlfleisch 100 Yen oder ein besonders fettes (sehr gut) Stück Thunfisch 300 Yen.
Das ganze sieht dann vielleicht so aus:

Wir hätten hier ewig bleiben können. Aber irgendwann ist auch ein Ralf satt. Für den Abend haben wir uns dann noch 2 sehr schöne Thunfischfilets direkt von der Quelle (Händler am Rand) geholt. Preiswerter und besser geht es nicht.
Danach ging es zurück und wir machten noch kurz halt bei den Schwefelfeldern ganz in der Nähe unserer Unterkunft. Hier kann man ahnen, wie aktiv es auf Hokkaido zugeht.

Abends dann wie immer im Parkway, lecker japanisches Essen.

Abendessen für eine Person

Am 25. hatten wir Glück. Strahlend blauer Himmel bei knackigen -8 Grad. So erkundeten wir die nahe Umgebung. Zur Orientierung füge ich zwei Bilder mit einer Karte bei. Hier kann man recht gut sehen wo wir waren und wie wir uns zwischen den beiden Seen bewegt haben.

Abends ging es dann in den Hausonsen. Dani hat mal die Frauenseite (innen und außen) abgebildet.

Am nächsten Tag schneit es und wir machen uns nur langsam auf den Weg. Diesmal wollen wir am Lake Kussharo einen Außenonsen testen.

Unterwegs treffen wir dann noch einen sehr zutraulichen Mr. Reineke. Damit endet auch unser Aufenthalt ganz im Osten von Hokkaido. Morgen geht es zurück nach Sapporo. Gute Nacht Deutschland.

Keinen Meter entfernt

27.2.
Schon beim Aufstehen sehen wir beim ersten Blick aus dem Fenster die weiße Bescherung. Es hat ordentlich in der letzten Nacht geschneit und es schneit weiter bei lauschigen -6 Grad Außentemperatur. So schauen wir, dass wir schnell unsere restlichen Sachen zusammenpacken, Frühstücken gehen und uns dann auf den Weg machen. Gegen 8:15 verlassen wir das Parkway und die nächsten 2 Stunden Fahrtzeit führen uns über tief verschneite Pässe und es gab da die ein oder andere Situation da war ich dankbar, dass die Straße so breit und der Verkehr faktisch nicht vorhanden war. Auf der Passhöhe hatten wir dann riesige Schneeverwehungen und ich war froh, als wir dann deutlich unter 1000 Meter kamen und der Schneefall merklich weniger wurde.

Auch die nächsten Stunden waren die Straßen verschneit, erlaubten mir aber Fahrgeschwindigkeiten von 60-70 km/h. So kamen wir langsam voran und endlich, so 1 Stunde vor Sapporo waren die Straßen wieder frei vom Schnee. Gegen 18:00 erreichten wir dann unsere neue Unterkunft. Ca. 380 KM lagen hinter uns. Mein Verbrauch: etliche Stücke Schoki und 3 Flaschen Energydrink. Ich schwöre auf Monster ohne Zucker.
In Sapporo haben wir uns was feines gegönnt. Ich empfehle das Monterey Edelhof Sapporo (43.064367, 141.355850). Ein sehr schönes Hotel mit einem sehr guten Frühstück, top Lage aber einem nur mittelmäßigen Onsen.

Am Abend streiften wir dann bei -10 Grad, die App sagt gefühlte -15, noch etwas durch das verschneite Sapporo und suchten uns ein leckeres kleines Ramen Restaurant. Zur Orientierung nenne ich hier das bekannte Sapporo Ramen Haruka. Dies wurde es nicht, die Warteschlange vor dem Laden war zu lang, aber direkt daneben gibt es eine Fressgasse und hier wurden wir schnell fündig.

28.2.
Nach dem schon gelobten Frühstück brachten wir zuerst einmal den Mietwagen zurück ins ca. 60 km entfernte Chitose (Airport). Gegen 10:15 waren wir dort und die Rückgabe ging fix und ohne Probleme über die Bühne. Auch wartete dort meine Jacke auf mich, die ich dort vor einer Woche haben liegen lassen. NIPPON-RENT a Car kann ich nur empfehlen.

Nach der Rückgabe brachte uns der Shuttle Bus direkt zum Flughafen und von dort nahmen wir den Zug zurück nach Sapporo. Danach erkundeten wir bei Sonnenschein und knackigen Minusgraden die Stadt. Unser Weg führte uns zum Nijo Markt (43.05870, 141.35862). Hier gibt es fangfrischen Fisch zu bestaunen und diesen dann auch genußvoll zu genießen. Das taten wir dann auch!

Wir bummelten noch durch eine Einkaufsstraße und ich besorgte mir 2 Liter japanisches Haarwaschmittel. So eine cremige Konsistenz bekomme ich in D halt nicht. Als Langnasen gut erkennbar, waren wir, besser Dani dann noch Opfer eines Reporterteams von Radio Sapporo.

Danach hatten wir genug und schauten, dass wir wieder ins Hotel kamen. Es war einfach zu ungemütlich vor der Türe bei diesen Schneemassen,

Man beachte die Schneehöhe am Straßenrand, fast so hoch wie das Auto. Dahinter eine süße katholische Kirche

hatte ich genug. Der Onsen rief und auch wenn die Einrichtung lieblos und für ein 4 Sterne Haus recht klein war, so war es doch schön warm dort. Morgen verlassen wir Hokkaido und es geht in die japanischen „Zentral Alpen“. Uns steht eine recht lange Bahnfahrt bevor.

29.2.
Gegen 11:45 startete unsere erste Zugetappe. Hierbei handelte es sich um einen „RegionalExpress“ der Sapporo mit dem Shinkansen Terminal in Shin-Hakodate-Hokuto verbindet. Wir haben reservierte Plätze in der 2. Klasse und haben darauf geachtet, möglichst nah an den Staufächern für das Übergepäck zu sitzen. Das sind meistens die Plätze ganz vorne und ganz hinten im Zug. Kleiner Tipp, bei der Reservierung dem Bahnbeamten klar machen, dass man mit „Heavy Luggage“ unterwegs ist und dann klappt das ohne Stress. Ansonsten sieht man sein Gepäck halt während der Fahrt nicht, was in Japan auch kein Problem darstellen sollte. Aber sicher ist sicher, sagte die Jungfrau in mir. So reisten wir bequem und gemütlich bis ans untere Ende von Hokkaido und kamen, wie sollte es anders sein, nach einer vierstündigen Fahrt pünktlich am ersten Umsteigebahnhof an. Hier wartete (da Startpunkt) bereits der erste Shinkansen auf uns. Mit dem Hayabusa rasten wir dann ebenfalls in der 2. Klasse sitzend Richtung Tokyo und nach weiteren 4 Stunden waren wir bereits kurz vor Tokyo. In Omiya hatten wir genau 15 Minuten Zeit unseren Zug zu verlassen und in den Hakutaka Shinkansen nach Nagano umzusteigen. Danach dauerte es noch einmal 1 Stunde bis wir in Nagano ankamen. Nach Luftlinie hatten wir ca. 850 km zurückgelegt. Keiner der Züge hatte auch nur eine Minute Verspätung, das Umsteigen war easy, eine genaue Beschilderung erleichtert jedem Depp dieses Manöver. Über den Zustand der Toiletten während unserer Reise muß ich hier nichts mehr sagen – außer TOP! Da fragt man sich schon, was bei uns so alles falsch läuft!

In Nagano hatte ich uns wieder das Metropolitan (36.643083, 138.186850) direkt am Bahnhof gebucht. Ein schönes Hotel mit einem guten Frühstück und ganz in der Nähe zu unserer nächsten Mietstation.
Dani war nach dieser Bahnreise recht groggy und wollte nach dem einchecken nur noch ins Bett. Ich nutze die Gelegenheit, meine fleischlichen Gelüste etwas zu befriedigen.

Danach war Nachruhe angesagt.

1.3.
Am nächsten Morgen ging es dann zur nahen „Nissan Rent a Car“ Station und ich übernahm unseren Micra.

Bye bye Nagano Hotel

Wir verließen Nagano Richtung Süden, streiften ein wenig die Ausläufer der Japanischen Alpen, gönnten uns zwischendurch einen leckeren Kuchen mit Kaffee an einem wunderschön verschneiten Bergort und fanden den Weg zu unserer Wasabi Farm. Auf unserem Weg kauften wir zudem das Produkt, wofür diese Region in ganz Japan bekannt ist: Äpfel und Apfelsaft. Wahrscheinlich die besten auf dieser Erde. Selbst die alte Ernte schmeckt unvergleichlich gut. So etwas, zumindest diesen speziellen Apfelgeschmack habe ich noch nie außerhalb von Japan genossen.

Danach ging es zurück nach Nagano und darüber hinaus. Unser Ziel lag in der Nähe der Kleinstadt Nakano. Etwas außerhalb fanden wir recht schnell das Minshuku Miyama (36.730083, 138.437517), unsere Herberge für die nächsten 3 Tage. Beim Miyama handelt es sich um eine typische japanische Unterkunft inkl. angeschlossenem Außenonsen. Alleine der Onsen ist es wert, hier einmal zu übernachten. Daneben sind die Gastgeber, herzlich und verstehen kein Wort englisch. Eine kleine Herausforderung, die aber täglich gemeistert wird.
Unsere Zimmer sind landestypische und die Haustracht ungemein bequem. So badeten und speisten wir vorzüglich in dieser 2* Unterkunft.

Am nächsten Tag ging es dann zu einem der Highlights dieser Region. Der Affenpark Jigokudani rief (36.73272, 138.46214).
Bilder sagen wohl mehr als viele Worte!!

Auf dem Rückweg passten Krethi & Plethi dann einmal nicht auf. Wahrscheinlich haben wir zu sehr über so manchen Mitbürger gelästert, der mit Krokoslipper oder nur mit kurzem Röckchen und ohne Strumpfhose hier bei unter Null und schneeglatten Wegen unterwegs war. Auf jeden Fall schlug dann die Rache des Affengottes zu. Plötzlich und kurz hintereinander lagen die beiden Trottel mit ihren Hintern auf dem Boden. Ich zuerst und dann Dani. Der Anblick meiner Frau auf dem Boden veranlasste mich dann zu einem wahren Lachmaraton….
Danach bedurfte es einer kleinen Stärkung im „The Farmhouse“ ganz in der Nähe unserer Unterkunft. Sehr empfehlenswert, es gibt mehr als 10 IPA Biere vom Faß und so ein zartes Schweinesteak habe ich selten genossen.

3.3.
Heute wollten wir uns den Skirummel ganz in der Nähe ansehen. Wir machten uns auf zur Wolkenterrasse (36.778067, 138.478474) auch SORA Terrace genannt. Unter http://www.ryuoo.com findet sich hier eine Livecam. Für Nichtskifahrer gibt es eine eigene Anfahrt mit einem Schneemobil-Auto, oder wie würdet ihr das nennen?

Danach ging es zusammen mit den Skifahrern in einer Großgondel hoch auf ca. 1700 Meter. Von hier aus genossen wir die schöne Aussicht. Dieses Skigebiet ist asiatisch dominiert. Wir waren die einzigen Langnasen weit und breit. Morgen geht es weiter zum Onsen Dorf Nozawa und ins gleich lautende Skigebiet. Hier rechne ich mit mehr Australiern.

Am späten Nachmittag schlürften wir dann noch zwei IPA‘s im Farmhouse, genossen unser hervorragendes Essen in unserer Unterkunft und badeten vielleicht zum letzten Mal gegen 21:00 im Hotelonsen unter einem sternklaren Nachthimmel und absoluter Stille.

4.-5.3.
Ok, am 4. waren wir dann noch mal in der Früh im Onsen, es ist halt die bequemste Möglichkeit sich zu duschen. Die restlichen Waschgelegenheiten muten mehr an wie aus der Zeit von Jugendherbergen. Aber schön war es trotzdem!
Am 4. sollte es uns dann ins Onsendorf Nozawa treiben. Nozawa, Nozawa, da war doch was? Richtig, hier wurden schon einmal Olympische Spiele ausgetragen und etliche Bewohner dieses beschaulichen Ortes waren bereits Teilnehmer für Japan bei den Olympics. Nozawa ist in Japan aber aus einem weiteren Grund bekannt. Diese kleine Ortschaft wird auch das Onsen Dorf genannt. Auf sehr kleiner Fläche gibt es hier 13 öffentlich zugängliche Onsen. Alle klein, aber fein und völlig für umme, wobei Spenden gern gesehen sind. Wir haben uns vorgenommen möglichst viele davon an zwei Tagen zu besuchen und zu testen.
Gegen 13:00 erreichten wir Nozawa und nach einigem Suchen fanden wir auch unsere Unterkunft, das Hataguruma Kawabata (36.924533, 138.445783). Wie sich herausstellt, eine nette Unterkunft in japanischen Stil, geführt von ein paar älteren Herrschaften.
Bis jetzt habe ich bei der Hotelauswahl nicht daneben gelegen, diesmal jedoch hätte ich nicht HP buchen sollen.

Alles Tofu oder was?

Wie sich herausstellte, ist die Verpflegung ausschließlich Vegetarisch!
Auf diesen Schreck mußten wir dann erstmal nach dem Einschecken einen leckeren Burger vernichten gehen.

Abends machten wir dann noch eine Gin Probe und danach ergab ich mich in mein Schicksal, dem Abendessen. Leute was soll ich sagen, das „Porcellino de la Casa“ hat auch diese Aufgabe mit Bravour gemeistert. Anders als mein halber Vegetarier habe ich alles vernichtet, es zahlt sich halt aus wenn man von der eigenen Ehefrau als Hausschwein missbraucht wird und auch zuhause die Reste essen darf.
Am nächsten Morgen, nach einem „leckeren“ Frühstück ging es dann auf Bädertour.

Zwischendurch oder sollte ich besser sagen, so nebenbei erkundeten wir dann noch den Ort

und fuhren auf ein leckeres Bier zur Talstation des Skigebietes. Es ist überflüssig zu erwähnen, dass wir hier auf 550 Meter bereits Schnee im Überfluß haben. Als wir im Skigebiet bei 700 Meter ankommen bin ich recht erstaunt, es ist fast nichts los hier. Leere Pisten weit und breit und bereits hier ein fantastischer Schnee. Nix Sulz oder so!! Das Skigebiet geht auf bis zu 1700 Meter und gilt von Dezember bis Ende März als schneesicher. Ich denke, hier werden wir nochmals vorbeischauen und es selber testen. Eine Fortsetzung ist garantiert.

Am Nachmittag hatte dann mein kleiner Vegetarier hunger und so fanden wir uns wieder im Burgerladen. Abends geht es dann nochmals auf Onsentour und dann heißt es schon packen, früh ins Bett und gedanklich die Rückfahrt nach Nagano einplanen.
Derzeit plagt uns dann noch ein kleines Problem. Bisher beschäftigten wir uns nicht mehr damit ob wir ein Upgrade von den Business in die First Class erhalten werden. Seit heute Morgen haben wir ein handfestes Problem. Die Lufthansa hat uns den gesamten Rückflug gecancelt. Mal sehen wie es hier weiter geht.

Mit so einer schlechten Nachricht möchte ich aber nicht den Tag beenden. Ich wollte es erst Morgen berichten aber nun müssen gute Nachrichten her. Bereits vor einigen Tagen haben wir eine kleine Änderung bei unserem letzten Zugticket vornehmen lassen. Bei unserer ersten Japan Reise hatten wir die Green Class. Das waren Züge vergleichbar oder besser gesagt oberhalb der 1. Klasse in Deutschland. Aktuell haben wir alles in der 2. Klasse gebucht und abgefahren und waren auch hiermit mehr als zufrieden, zumal dies mehr einer 1. Klasse in D entspricht. Nun habe ich unsere letzte Zugfahrt von Nagano nach Tokyo storniert und in der „Grand Class“ eines Shinkansen neu gebucht. Wer schon mal neugierig ist, einfach mal googeln oder unseren Bericht abwarten.

Nachtrag: Folgend noch drei Bilder. Erstens, damit man mal sieht unter welchen Bedingungen ich hier schreiben muss 🙂 und zweitens noch Bilder aus dem Schnee. Abends schneite es mal wieder und wie immer auf dieser Reise, beschäftigte mich das schon! Nach dem Motto, klappt die Heimreise, brauche ich Schneeketten?

6.-8.3.
Der Flugstatus unserer Reise ist immer noch ungeklärt. Auf die Stornierung unseres Fluges in der Busines Klasse erfolgte nun ein Hinweis, dass dieser Flug nicht betroffen ist und kurz darauf das Upgrade in die Erste Klasse. Auf den Fuß (nach Stunden) folgt dann ein Storno dieses Fluges und am 7.3 die Belastung der Meilen für das Upgrade. Ich verstehe gar nichts mehr. Eine Kommunikation mit der Lufthansa gestaltet sich etwas schwierig, da auch hier der Chat entweder nicht zustande kommt oder aber, mit dem Ergebnis abbricht, daß es halt kein Ergebnis gibt. Es bleibt spannend.
Was dafür wie am Schnürchen ablief war unsere Rückreise. Pünktlich zum Morgen hörte der Schneefall auf und wir konnten ohne große Probleme das Onsendorf verlassen. Für die ca. 45km bis nach Nagano brauchten wir 2,5 Stunden und lieferten pünktlich um 10:30 unseren Nissan bei der Mietwagenstation ab. An dieser Stelle eine klare Empfehlung auch für diese Station. Die Rückgabe verlief ohne Probleme und war „raz faz“ erledigt. Im nahen Bahnhof gönnten die beiden Zwangsvegetarier sich dann eine Fleischfusion bevor wir zum nahen Bahnsteig schlenderten und den bereits wartenden „Bullet Train“ zu entern. Man sieht richtig, wir waren allein.

Die Fahrt nach Tokyo dauerte leider nur eine Stunde und 40 Minuten und ich muß gestehen, aufgrund dieser bequemen Sessel habe ich davon auch noch den Großteil verschlafen. So ausgeruht kamen wir dann im Zentralbahnhof von Tokio an und verließen über den Ausgang Nihonbashi das Gebäude. In der Empfangshalle fiel mir dann aber eine „super“ Sache auf. Das wäre doch was für meinen Arbeitgeber der derzeit über variable Arbeitsplätze nachdenkt bzw. damit experimentiert. Im Bild sieht man den „buchbaren“ Arbeitsplatz. Das heißt, der Mitarbeiter hat gar keinen Arbeitsplatz mehr, er bucht ihn sich und bezahlt dafür.

Unser Hotel Almont In Tokyo Nihonbashi (35.681933, 139.782167) erreichten wir nach einem 20 minütigen Fußmarsch und beim Betreten der Zimmer fiel mir wieder ein, dass Wohnraum in dieser Stadt entweder recht teuer bzw. knapp bemessen ist. Unser Zimmer isr echt mini, dafür ist die Lage aber einfach super.
In den nächsten 2 Tagen stand für uns Essen an erster Stelle. Wer Fisch oder andere Leckereien mag, für den sollte diese Stadt einen Besuch wert sein. Tagsüber besuchten wir den Tsukiji Fischmarkt und genossen Austern, Thunfisch und Rogen direkt vom Händler. Ein kleiner Tip, nicht direkt am Anfang bei den Straßenhändlern zuschlagen, sondern ganz am Ende in die Fischhallen gehen. Dort ist es leerer, die Ware ist wesentlich billiger, frischer und man kann in den Hallen (3 Stock) auch gemütlich alles bei einem Bier verzehren.

Wir haben es besseren Wissens nicht so gemacht, da wir unbedingt vorher einmal Thunfischbäckchen probieren wollten. Die gibt es nur bei einem Straßenhändler und davon nur 20 Portionen pro Tag.

Auf dem Weg zurück sahen wir dann die ersten Frühlingsboten.

Nicht das jetzt der Eindruck entsteht, wir hätten nur gegessen. Ich fasse hier nicht ganz chronologisch 2 1/2 Tage zusammen da ich heute (8.3) etwas in Zeitnot gerate.
Was ist auch ein Muss bei einem Tokyobesuch? Was der Times Square für New York ist, ist Shibuya Crossing für Tokyo. Pro Ampelphase wechsel hier zu Stoßzeiten mehr als 1000 Leute die Straßenseite. Dies alles flankiert mit riesigen Werbebildschirmen (3D) bis weit in den 50. Stock der flankierenden Hochhäuser.

Nach diesen Menschenmassen „mußte“ ich mal und wo kann man am stilvollsten „müssen“? Genau im Mandarin Orientel. Auf der 38. Etage gibt es eine Bar und ganz wichtig, frei zugängliche Kundentoiletten. Da steht Mann dann und beim Pieseln und es wird einem so ein Ausblick gegönnt.

Auf dem Weg zurück suchten wir dann noch unsere kleine „Spießchenbar“ auf. Im letzten Jahr hatte der Laden immer geschlossen wenn wir zurück ins Hotel kamen. Diesmal aber hatten wir Glück und ließen einen der Tage bei so manchem Bierchen gut ausklingen. Es waren zum Glück nur 50 Meter bis zu unserem Hotel.

Was habe ich noch vergessen zu berichten? Wer schon mal in dieser Stadt ist und unbedingt ein gutes Messer braucht, der sollte hier zuschlagen. Hierzu gibt es verschiedene Location. Am Fischmarkt gibt es zwei und in Nihombashi im Coredo Muromachi findet sich der Eisenwarenhändler Kiya, mein derzeit persönlicher Favorit, wenn es nicht ganz so teuer werden soll.
Die Bilder sind vom Fischmarkt und die Austern gehen auf Dich, D!

Am 8.3. gegen 14:00 Uhr hat nun endlich die Lufthansa für uns auch eine Lösung gefunden. Wir wurden komplett umgebucht. Leider geht es zurück nicht in der First Class der Lufthansa und auch nicht in der Business mit der ANA über London. Wir fliegen mit einem Airbus 350-900 der SAS von Haneda über Copenhagen (CPH) nach Amsterdam (AMS). Ich bin mal gespannt, wie diese Business Klasse so ist und werde berichten. (Flug SK984 ab HND um 9:55, und SK1549 von CPH 16:35 nach AMS)

Das letzte Highlight steht uns am 8.3. noch bevor. Dani hat uns noch eine Dinnerfahrt auf den Kanälen von Tokyo gebucht. Um 18:45 startet das Vergnügen bei lecker Essen und freien Getränken. Ich denke nicht, dass es davon Bilder geben wird 🙂
Ich habe mich geirrt! Nach dem großen Besäufnis (all you can eat and drink) ist das nun der Abschluß von Tokyo. Morgen klingelt der Wecker um 5:30 und ab 7:00 geht es auf Richtung Flughafen Haneda via Metro. Was ich schon jetzt versprechen kann, in 2025 gibt es hierzu eine Fortsetzung. Es war einfach zu schön.

Nachtrag:
Unser Flug verlief gut und reibungslos. Der 350 ist ein wunderschönes Flugzeug und die SAS ist nicht umsonst eine 5* Fluggesellschaft, was die Lufthansa z.B. nicht ist. Wir hatten reichlich Platz und für unser leibliches Wohl wurde hervorragend gesorgt.

So erreichten wir früher als ursprünglich geplant Amsterdam und übernachteten von Samstag auf Sonntag im Radisson Blue Airporthotel. Der Shuttle Service (alle 30 Minuten) zum Hotel ist klasse und innerhalb von 10 Minuten waren wir vor Ort. Klar gab es auch hier noch ein nettes Upgrade, zwischenzeitlich haben wir auch bei Radisson den Silberstatus.

Zum Schluß noch ein paar nachdenklich Worte zu Japan. Vieles dort funktioniert augenscheinlich besser als bei uns in D. Es gibt aber auch Dinge, die fanden wir weniger gut. Alles und jedes wird dort separat eingepackt und verschweißt. So gibt es z.B. kein Schokoladenstück aus einer Verpackung, das nicht noch einmal separat verpackt ist. Die Folge daraus sind wahre Müllmengen. Auch die Angewohnheit in Tokyo auf der Linksabbiegerspur einfach zu parken und bei laufendem Motor eine Siesta zu halten fanden wir recht skurril. Lustig war auch immer die Situationscomic wenn ein Japaner zu uns in den Aufzug stieg. Die Person stellte sich mit dem Rücken zu uns, direkt vor die Aufzugtür, so dass deren Nase die Türe fast berührte, nach dem Motto, möglichst den größtmöglichen Abstand zu uns zu erhalten. Sicher gibt es für all diese Kleinigkeiten auch simple Erklärungen, nur leider waren sie für uns nicht offensichtlich.
Mit diesen wenigen kritischen Worten zu einem aus meiner Sicht fast perfekten Land endet dieser Urlaubsbericht. Wer bereits neugierig ist, wohin es demnächst gehen mag dem verrate ich bereits jetzt, dass es uns im November 24 erneut nach Singapur verschlagen wird. Wenn alles klappt wie bereits gebucht, so fliegen wir dann mit einem A380 und der vielleicht besten Fluggesellschaft in deren „Suite“. Wer bereits vorher etwas in diese verrückte Stadt eintauchen will, dem empfehle ich den Film „Crazy Rich Asians“ aus dem Jahre 2018.

Reisen in Zeiten von Covid-19, Teil 11.3 Tokyo & Kyoto, Japan, wo alles seinen Anfang nahm

Fortsetzung Teil 10.3

27.4.
Nach einer planmäßigen Shinkansenfahrt erreichten wir heute gegen 10:00 Tokyo Station und machen uns direkt zu unserem Hotel auf. Wir hatten die Zimmer leider erst ab 15:00 aber wir konnten unser Gepäck dort deponieren – und nach unserer Rückkehr, hatte man bereits alles auf unser Zimmer gebracht. Aber davor gibt es noch einiges zu berichten.
Tokyo HbF heißt nicht umsonst „Station“. Das Areal ist riesig, erstreckt sich auf verschiedene Ebenen, 10 Stockwerke oberirdische und 3 in der Tiefe. Im Untergrund gibt es z.B. eine ganze „Freßebene“, z.B. die berühmte Ramenstraße, wo ein Suppenladen dem Nächsten folgt und jedes Restaurant ein eigenes „Hausrezept“ hat. Es ist selbstverständlich, dass wir dort zu einem späteren Zeitpunkt waren! Zuerst hieß es aber ca. 1,7 km quer durch die City, bei strahlendem Sonnenschein, zu unserem Hotel. Mein kleiner Muli hat hier klaglos ihren Job gemacht. Im Hotel angekommen, dann eine kleine Überraschung! Obwohl nicht gebucht, war das zwar spartanische Frühstück und die Softgetränkebar im Preis (35€ pro Zimmer/Tag) enthalten. Wir deponierten unsere Rucksäcke und stürzten uns ins pralle Leben. An dieser Stelle ein kleiner Hinweis, auf den ich ganz am Ende genauer eingehen werde. Ohne Daten-SIM ist man hier als Neuankömmling aufgeschmissen. So – Du oh Reisender bedenke dies, es ist easy wenn du online bist, ohne dieses Hilfsmittel reist du besser nur organisiert!
Im Hotel ermittelten wir unseren Weg zum Tokyo Sky Tower und dann ging es via U-Bahn, es gibt vier verschiedene Gesellschaften und dazu noch die JR mit Ihrem S-Bahnnetz, zu unserem ersten Ziel. Wir hatten ein sportliches Programm zu absolvieren. Zwischen unserer Ankunft an der Station, unserem Zwischenstopp im Hotel (Almont Inn Tokyo Nihonbashi)

und dem reservierten Zugang zum Sky Tower, hatten wir nur 2 Stunden. Wir schaffen es in 100 Minuten und wurden dann mit grandiosen Eindrücken belohnt. Es ging zuerst in 45 Sekunden auf 350 Meter und danach in den VIP Bereich auf 450 Meter. Leider war es etwas diesig und so konnten wir von hier den Fuji nicht sehen, dafür aber hatten wir einen grandiosen Blick über die Stadt und auf die Bucht von Tokyo.

Für den Abend hatten wir dann ein zweites Highlight. Eine Dinner Bootsfahrt auf den Kanälen und im Hafen von Tokyo. Auch hier hatte ich mir die Koordinaten bereits in Deutschland ermittelt und dank Google Maps und unserer Zauberapp waren wir pünktlich am Treffpunkt. Ab 19:00 schipperten wir dann los und es wurde ein feuchtfröhlicher und kulinarisch recht leckerer Abend. Das Essen war a la Carte aber die Getränkekarte war differenziert und ohne Limit. Es muß wohl gut gewesen sein, die Einheimischen waren recht schnell abgefüllt und ich hatte am nächsten Morgen so meine Startschwierigkeiten.

28.9.
Unsere ursprünglich bei „get your Guide“ gebuchte Tour zum Tokio Fischmarkt wurde leider durch den Veranstalter abgesagt. So war Eigeninitiative angesagt. Wir kamen dann leider nicht in den Händlerbereich, aber der alter Fischmarkt mit seinen Verkaufsständen für das normale Volk und die Touristen hat, wie man gleich sehen kann, auch seine Reize. Ich fasse es an dieser Stelle einmal kurz zusammen: Dani will 2 Wochen nur Tokyo und meint damit diesen Markt. Das Fleisch, was wir aßen kostete im Kilo 800€ und war ein geschmackliches Feuerwerk, das kleine Thunfisch Filet der Kategorie 2 von 3 zerfloß mir auf der Zunge, so zart war es und bei 60€ pro 100 Gramm schmolzen auch recht schnell unsere Barschaften dahin.

So war zwischendurch der Besuch eines Tempels recht nützlich um die Genußsucht, etwas in den Griff zu bekommen.

Danach ging es weiter über den Markt, ein kleiner Snack nach all der Aufregung mußte dann noch sein.

Auf dem Markt gibt es neben Eßständen, dem Großhandel für die örtliche Gastronomie, natürlich auch weitere diverse Stände rund um das Thema Essen. Mir hatte es bereits am Anfang ein Messerladen angetan und so kam ich auch zu zwei sehr schönen scharfen Teilen.

Am Abend dann machten wir uns auf zu unserem Treffpunkt, zu einer geführten Tour durch das Nachtleben von Shinjuku. Leider fanden wir unseren Guide nicht und so ging es dann auf eigene Faust durch das Nachtleben und bevor ich zu meiner Ramensuppe kam, gingen wir dorthin, wo der genußsüchtige Japaner zünftig ein leckeres Bier nebst Bratwurst verschmaust.

Auf dem Rückweg zum Hotel.

Tokyo wimmelt nur so von Selbstdarstellern, ein Landei wie wir kommt aus dem Staunen gar nicht heraus

29.4.
Heute geht es per Shinkansen Super Express ab 10:00 nach Kyoto.
Kleiner Tipp, während der Fahrt kann man prima den Fuji sehen, dazu sollte bei der Reservierung der Zugtickets die rechte Seite (C & D Plätze) ausgewählt werden. Reist man nicht in den Green Cars sondern normal, ist die Bestuhlung 3 á 3, somit auf den rechten Fensterplatz achten!
Für diese 450km brauchen wir etwas weniger als 3 Stunden. Bei unserer Ankunft haben wir dann etwas Freizeit und um 14:00 treffen wir dann hoffentlich Giuseppe, unseren Guide für eine private Führung durch Kyoto. Gegen 20:00 geht es dann zurück nach Tokyo.
So wir sitzen bereits im Zug zurück nach Tokyo. Unser Tagesausflug nach Kyoto hat prima geklappt. Unser Führer, „Giuseppe“ ein Student aus Bella Italia erwartete uns am verabredeten Treffpunkt und erkundete zusammen 4 Stunden mit uns die alte Kaiserstadt Japans. Wir erfuhren recht viele interessante Dinge zur Kultur der alten Japaner. Weiter darauf einzugehen würde nun einen 4 stündigen Monolog heraufbeschwören aber das will ich an dieser Stelle nicht. Wer Interesse hat und nach Japan will, ganz zum Ende empfehle ich das Reisebüro über dass wir diesen Ausflug gebucht haben, nebst WhatsApp Nummer von Giuseppe. Einziger Wermutstropfen war, das wir etwas Pech mit dem Wetter hatten. Gegen 17:00 fing es heftig an zu regnen und so machten Dani und ich mich direkt nach der Führung auf den Weg zurück zum riesigen Bahnhof von Kyoto. Eigentlich wollten wir uns noch ein wenig das Gesha Viertel anschauen aber das fiel dann buchstäblich ins Wasser.

30.4.
Unser letzter Tag ist nun bereits vergangen. Wir hatten noch zwei Highlights auf dem Programm.
Morgens ging es zu TeamLab Planets Tokyo (einfach mal gogglen) und die Bilder ansehen.

Am späten Nachmittag, es hatte zum Glück aufgehört zu regnen, machten wir uns dann noch auf zum Heli Airport von Tokyo. Es erwartete uns noch ein kleiner Rundflug. Für uns Beide das erste Mal in einem Heli, was für ein Gefühl, unbeschreiblich.

1.5.2023 Rückflug
Um 7:00 (natürlich auf die Minute) fuhr unser Airportbus vom nahen Tokyo City Air Terminal los. Nach 30 Minuten erreichten wir Terminal 3 und 15 Minuten später waren Check Inn, Sicherheitscheck und Ausreiseprozedur erledigt. Ich liebe die 1st. Class. Nun sitzen wir in der ANA Suite Lounge und genießen noch ein paar kulinarische Leckereien.

Boarding ist dann um 11:15 und wenn alles weiterhin so planmäßig verläuft, startet unsere 747-800 der Lufthansa unter Flugnummer LH717 gegen 11:45 Richtung Frankfurt. Mit etwas Glück können wir in Ffurt dann noch der Lufthansa ersten Klasse Lounge im Terminal einen kurzen Besuch abstatten. Der Anschlußflug nach Düsseldorf LH088 sollte uns dann gegen 22:05 ans vorläufige Ziel bringen. Wir werden in Ddorf dann übernachten und ich fahre dann am nächsten Morgen von dort direkt zur Arbeit nach Aachen. Mein Arbeitgeber verzeiht mir dann hoffentlich die nicht ganz korrekte Bekleidung!

WIR DURFTEN EINEN WUNDERVOLLEN URLAUB ERLEBEN UND VERSPRECHEN, JAPAN WIR KOMMEN ZURÜCK!

Was uns besonders aufgefallen ist:
-Stichwort Toiletten im privaten u. öffentlichen Raum, SAUBER
-Autofahren ist recht unaufgeregt, trotz Linksverkehr, geringe Geschwindigkeiten, die zu 90% um 10-20 km/h überschritten werden, jedoch überholt wird fast nie, sehr passive Fahrweise. Aber Achtung, fast überall gilt im öffentlichen Raum ein Parkverbot, Missachtung ist sehr teuer.
-Der Service und Freundlichkeit wird hier groß geschrieben, jedoch sind Regeln und Gebote strikt einzuhalten, da versteht der Japaner keinen Spaß
Im Onsen gilt komplettes Nacktbaden, Geschlechter bleiben getrennt, das Wasser ist oftmals sehr heiß, meine anfangs getätigte Aussage zum Tattooverbot im Onsen kann ich nicht bestätigen. Es war überall auch mit Tattoo möglich. Wer jedoch sicher gehen will, über Amazon.jp direkt Tattoo Pflaster (Foundation Tape) bestellen und ins erste Hotel liefern lassen. Diese „cover“ sind wesentlich besser als die unter Amazon.de angebotenen.
-sehr viele ältere Menschen arbeiten noch, hierbei handelt es sich i.d.R. um leichte Tätigkeiten, die sehr oft aus Langeweile oder Pflichtgefühl geleistet werden. Die Bezahlung steht hier nicht im Vordergrund
-Es gibt kein Trinkgeld, der Japaner erwartet es nicht und es verletzt ihn in seiner Ehre, kleine Geschenke sind aber gerne gesehen

Nützliche Tipps / Hilfsmittel:

-Daten-SIM fürs Handy besorgen. Geht bei der Ankunft in Japan, noch einfacher bereits in D. An genügend Datenvolumen denken, lieber 1GB mehr als zu wenig.
-EU-Bürger benötigen kein Visum – aber bei der Einreise ist vor Ort ein Einreiseformular auszufüllen. Es geht aber viel schneller und bereits von zu Hause aus. Unter „Visit Japan Web“ findet man hierzu die nötigen Seite: http://www.vjw-Ip.digital.go.jp/en/
Dort werden alle nötigen Daten recht einfach und schnell erfaßt und man hat 3!! Sachen im Voraus erledigt: Immigration, Custom und mögliche Einfuhrzölle. Wer die „Fast Lane“ bei der Einreise nutzen will, dem lege ich dies ans Herz
-nützliche Internetseiten:
https://hokkaido-safe-travel.brdg.site/images/pdf/drive_book_deutsch.pdf (Wer selber Autofahren will)

https://wwwtb.mlit.go.jp/hokkaido/bunyabetsu/kankou/gaikokuzin/sushiguide/index_sushiguide_eigo.html (1.PDF ein Sushi Handbuch)

https://www.japanrailpass-reservation.net/.(Infos zum Rail Pass)

https://www.japan-experience.com/de. (kann man alles bereits in D bestellen, auch Ausflüge in Tokyo/Kyoto, Daten SIM und Suica Card)
WhatsApp von Giuseppe, Kyoto Führer +81 80-4970-2751

-nützliche Apps:
NAVITIME Japan, für alle Öffis, besonders JR und Metro
JapanOfficialTravelApp, der Name spricht für sich
TokyoOsakaKyoto Subway Map, alle Routen auf einen Blick
Suica Card Reader, die Karte ist ein muß, die App dazu praktisch
Google Übersetzer, Online lässt sich z.B. jedes Bild übersetzen
Währungsrechner Finanzen100, der Name spricht für sich

Rent a Car:
Von Deutschland aus praktisch über CHECK24, wir waren zufrieden
Wichtige Regeln und Tipps hierzu:
Im Mietvertrag bedeutet CDW = Collision Demage Waver = Selbstbeteiligung, NOC = Non Operation Charge = Ausgleich Schaden Vermieterausfall bei einem Unfall
-Linksverkehr!!
-Vorsicht beim Rechtsabbieger, Gegenverkehr und Rechtsabbieger haben Vorfahrt
-Stoppschild sieht aus wie unser „Vorfahrtachten Zeichen“ und ist strikt zu befolgen, so wie wir es in der Fahrschule gelernt haben
-40/60km/h Ortschaften/Außerhalb, der Japaner fährt i.d.R 10km/h schneller
-Tanken, besser keine Selbstbedienung, sondern Bedienung, man sagt „Ma-n-Ta-n“ und „Credit Card“ und überreicht diese, der Wagen wird dann voll getankt. Benzin=regulär=rote Zapfpistole
-Navigation, besser ein eigenes Navi (Garmin) nebst Halterung und Ladekabel (Zigarettenanzünder) mitbringen und natürlich die Tour vorher am PC planen. Jedoch die Navigationsapp in jap.Autos ist recht interessant. Eingabemöglichkeit z.B. Telefonnummer oder spezieller MAP Code den viele interessante Orte haben. Mehr hierzu siehe meinen Hinweis bei den Internet Links
-Japaner überholen recht ungern, es bilden sich dann lange Schlangen hinter „Kriechern“.
-Absolutes 0,00%!!!!! Alkoholverbot am Steuer
-vor jedem unbeschränkten Bahnübergang ist zwingend ein Stop!!
Schild zu befolgen, schauen und dann erst weiterfahren

Reisen in Zeiten von Covid-19, Teil 11.2 Honshu, Japan, wo alles seinen Anfang nahm

Fortsetzung Teil 10.2
18.-19.4.

Am 17. waren wir letztmalig bis Mitternacht noch im Onsen. Zu diesen Zeiten ist hier recht wenig oder sollte ich besser sagen, gar nichts los. Im Männerbereich zählte ich 6 Personen. Bei einer Kapazität von 500 Körbchen – darin werden die persönlichen Sachen abgelegt – kann man erahnen, wie groß dieser Onsen ist und wie leer es sich nun „anfühlt“. Folgend noch ein paar Eindrücke.

Da wir unsere Rucksäcke bereits gepackt hatten, war dann recht schnell Zapfenstreich und nach diesem erholsamen Bad, schliefen wir tief und fest.
Der nächste Morgen war dann bereits eingeübte Routine, Wecker gegen 6:00, Frühstück ab 7:00 und gegen 8:15 brausten wir vom Parkplatz zurück Richtung Sapporo Chitose. Wir wollten zeitig den Mietwagen abgeben, um einen Puffer für die anstehende erste Bahnreise zu erhalten. Eigentlich mußten wir erst gegen 11:00 den Wagen abgeben, wir schafften die 75km aufgrund der Verkehrslage aber besser und so standen wir bereits gegen 10:00 auf dem Parkplatz des Vermieters und nach weiteren 20 Minuten saßen wir bereits im Shuttlebus Richtung Flughafen und der dort angesiedelten Bahnstation. Dani machte noch schnell ein
Foto in unserem ersten Hotel (Airporthotel) und dann nahmen wir den Regionalexpress Richtung Minami-Chitose (Anschlußbahnhof).

auf Wunsch einer lieber Leserin, wir haben die Insel einmal umrundet. Ausgenommen der Zipfel im Osten mit den Bären 🐻.

Der Zug war überfüllt, da wir aber nur eine Teilstrecke (3 Minuten) stehend bewältigen mußten, war das kein Ding. Für die weiteren und alle darauf folgenden Zugfahrten hatten oder werden wir uns Reservierungen besorgen. Dies ist ein muß für alle Shinkansen Züge. Ohne diese Reservierungen kommt der Fahrgast nicht auf den Bahnsteig. Da ich diese Zeile bereits rückblickend schreibe, erfolgt nun das hohe Lied auf die JR (Japan Rail, Japanische Bahn). Egal ab Regional- oder Überregionalverkehr, egal ob letztes Bahnhofsklo, Zugklo oder Toilette in einer Millionenstadt, alles pünktlich – alles Tipp-top sauber. Ich empfehle dem ein oder anderen Zeitgeist aus Deutschland einmal eine Schocktherapie hier in diesem Land. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass in Japan zu 99,9% nur Japaner leben, ich weiß nicht ob es daran liegt dass die Erziehungsmethoden und der Respekt untereinander ein anderer ist als in meiner Heimat, was ich aber gesehen habe, sind eklatante Unterschiede. Kein Müll am Straßenrad, ein Bahnverkehr mit null Verspätungen, kein Vandalismus, keine Verkehrskontrollen (nach über 1600 gefahrenen Kilometern), ein überaus rücksichtsvolles Miteinander, all das macht mich schon etwas neidisch und ich muß sagen, dass ist das erste Mal auf all meinen Reisen.
Aber kommen wir zurück zum Reisebericht. Um unseren ersten Shinkansen-Zug zu erreichen, nahmen wir ab Minami-Chitose eine Art IC und fuhren recht entspannt in der ersten Klasse (heißt hier grüner Wagon) bis Shin-Hakodate-Hokuto. Die Stadt Hakodate erreichten wir nach entspannten 3 Stunden und das war dann auch schon fast der südlichste Zipfel von Hokkaido.

Im hiesigen Bahnhof wechselten wir dann in das separate Shinkansen Terminal und bestiegen fahrplanmäßig den Shinkansen Hayabusa nach Tokyo über Shin-Aomori.
Auch diese, wie alle weiteren Fahrten absolvierten wir in der ersten Klasse. Zu diesem Zweck, hatten wir uns bereits in Deutschland ein entsprechendes „Touristenticket“ mit 14-tägiger Gültigkeit besorgt. Dieser Japan Rail Pass ist echt klasse, er berechtigt zur Benutzung von allen Zügen, Bussen, Fähren und S-Bahnen (ausgenommen U-Bahn) die von JR betrieben werden. Wer so ökologisch auf der mittleren Hauptinsel unterwegs sein will wie wir, der sollte diesen Pass ins Auge fassen. Leider habe ich eine schlechte Nachricht! Demnächst verteuert sich dieses Ticket drastisch. Wir bezahlten p.P. 64.000 Yen, aufgerufen sind 110.000. Ob sich dann dieses Ticket noch lohnt, mag jeder zukünftig für sich entscheiden und vielleicht mehr die regionalen Angebote berücksichtigen. Wir hatten jedenfalls noch Glück und reisten bisher sehr entspannt.
Um von Hokkaido nach Honshu zu gelangen muß der Shinkansen den Seikan Tunnel (seit 2016) benutzen. Wir rasen mit Höchstgeschwindigkeit (320 km/h) durch die ewige Nacht des Tunnels und nach ca. 54km ist es geschafft, wir sind auf Honshu angekommen. Zum Vergleich, der bislang längste Bahntunnel, der Eurotunnel zwischen Dover und Calais, mißt 51km.

Es dauerte dann nicht mehr lang und gegen 17:20 erreichten wir den Shinkansen Bahnhof Shin-Aomori und von dort nahmen wir dann wieder den bekannten Rapid Train nach Aomori wo ich uns ein preiswertes Hotel gebucht hatte. Die Zimmer sind nun etwas übersichtlicher, enthalten aber alles was man so braucht und das Frühstück ist weiterhin sehr gut.
Ich kann das Hotel MYSTAYS Aomori nur empfehlen, wir schliefen hervorragend und das Bad erinnerte uns etwas an den Onsen. Wir lieben zwischenzeitlich den kleinen „Schemel“.

Abends folgte dann der Besuch in einer kleinen Rahmen-Bar. Lecker!

größer war der Laden nicht

Die weitere Reise ist nun sehr viel besser planbar, da ich auf die Verläßlichkeit der JR vertrauen kann. Aus diesem Grund geht es nun morgens etwas später los. Nach einem gemütlichen Frühstück nahmen wir den Expresszug zurück nach Shin-Aomori, buchten die noch fehlenden Platzreservierungen und bestiegen auf die Minute genau, einen weiteren Shinkansen der uns mit einmal Umsteigen (natürlich keine Verspätung) an unseren Zielort nach Sendai brachte. Sendai ist mit 1 Mio. Einwohnern ein erster Vorgeschmack auf das, was uns nun in den nächsten 2 Wochen erwarten wird. Vom ländlichen (wilden) kalten Norden in den städtischen, frühlingshaft-sommerlich, milden Mittelteil von Japan. Die Hotels in diesem zweiten Abschnitt unserer Reise liegen alle fußläufig gut erreichbar, nicht weit vom Bahnhof entfernt. So erreichten wir gegen 14:00 Uhr und bei ca. 18 Grad Außentemperatur, unsere nächste Unterkunft, das Hotel Sotetsu Fresa Sendai (zu empfehlen).

Auf dem nahen Markt erstand Dani eine kleine Schachtel Erdbeeren. Wußtet ihr, dass es in Japan eigens eine Wissenschaft gibt, die sich mit der Zucht und Verfeinerung dieser Frucht beschäftigt? Die paar Früchte waren schweineteuer, aber ich habe selten so etwas leckeres gegessen.

Abends waren wir dann im „Vergnügungsviertel“ von Sendai unterwegs. Vergnügung in Japan heißt dann Essen oder Shopping. Selbst Dani hatte dann nach 2 Stunden permanenter Reizüberflutung genug und wir gingen zurück in unser Hotel. Morgen ist ja auch noch ein Tag in Sendai!

20.4.
Heute hatten wir den ersten Sommertag in diesem Jahr. Die Sonne knallt bei strahlend blauem Himmel herab und gegen Mittag erreicht das Thermometer in Sendai die 22 Grad. Das es nachts dann Richtung 5 Grad gehen soll, davon wollen wir morgens noch nichts hören. So starten wir nach einem gewohnt guten Frühstück zu unserer kleinen Stadtbesichtigung. Wir erfahren endlich wo der Weihnachtsmann Urlaub macht, treffen den kleinen Budda und endlich kommt Dani auch zu Ihren Kirschblütenfotos.

Dazwischen machen wir mit einem Sightseeing Bus zweimal eine Runde durch die Stadt – wobei ich von den 1,5 Stunden sicher 50% im Bus verschlafe – aber meine Frau sagte mir, es lohnte sich!
Da ist mir die Erkundung zu Fuß doch viel lieber. Im vollen Bus und bei voller Fahrt entstehen keine schönen Schnappschüsse.
Aus der Rubrik „kurios“ veröffentliche ich nun dieses Bild. Eine Tankstelle ohne Zapfsäulen. Aufgrund des Platzmangels hat man hier, einfach alles auf den Kopf gestellt.

Noch ist nicht viel los in Japan. Ein Blick in die Einkaufsstraßen offenbart teilweise noch gähnende Leere. Dort wo Japaner für das tägliche Leben einkaufen, ist natürlich immer was los. Selbst an den Bushaltestellen, ist der Andrang noch überschaubar. Aber bitte immer in Reih und Glied und schön im abgegrenzten Bereich. Ich bin selten so entspannt in einen Bus eingestiegen 🙂

Sendai macht sich übrigens gerade hübsch. Vom 12. -14.5. treffen sich hier die G7 Staatschefs. Ja genau in Sendai in einer Stadt, die nur 50km vom Reaktor in Fukushima entfernt ist. Na wenn diese wichtigen „Tiere“ nach hier kommen, dann brauche auch ich mir wegen der angeblichen radioaktiven Verseuchung keine Sorgen zu machen.

Denken wir lieber an die angenehmen Dinge des Lebens. Nach der „kleinen Sushibar“ folgt dann heute „meine kleine Bierbar“. Es geht doch nichts über ein gepflegtes Sapporo und einen kleinen Happen zum Bierchen. Na dann prost.

Abends dann ein letztes Foto vor dem Bahnhofsgebäude mit seinen zig Kaufhäusern. Morgen geht es weiter Richtung Niigata. Gute Nacht aus Sendai der Stadt der vielen Bäume.

20.-21.4.
Schon einmal von der Stadt Niigata gehört? Ganz ehrlich, ich vor dieser Reise bewußt noch nie. Dabei ist das die Stadt / Region in Japan wenn es um den besten Reis und einen guten Sake geht.
In dieser Stadt gibt es zudem einige Mikrobrauereien und so sollte es hier auch ein frisches Bier geben.
Nebenbei liegt diese 800K Einwohner große Stadt am Meer, genauer gesagt an der Westküste, also dem Japanischen Meer zugewandt. Es liegt also nahe, dass es hier auch gute Meeresfrüchte geben sollte. Das war an sich die Intension, warum ich mir dieses Ziel auf unser Reise ausgesucht habe. Den Rest lernten wir erst in den letzten zwei Tagen schätzen oder sollte ich besser sagen gaumenmäßig genießen.
Aber fangen wir der Reihe nach an. Die Anreise erfolgte auch dieses Mal mit der JR. Unsere Shinkansen waren, wie kann es anders sein, pünktlich und saubequem.

Das Hotel (Toyoko Inn Niigata Ekimae) haben wir schnell gefunden und erfreulicherweise, war unser Zimmer diesmal etwas größer. Leider war dafür das Frühstück mehr japanisch schlecht als gut.

ein Teil des G7 Treffens findet in Niigata statt, hoffentlich sieht der Kinderbuch Robert nicht das viele Plastik. Den 140 Mio. Japanern ist das offensichtlich egal!

Die nächsten zwei Tage ließen wir es uns, wie kann es anders sein, gut gehen. Wir genossen die gute Aussicht, testeten ca. 12 Sake von über 100 Möglichkeiten, besuchten ein altes japanisches Anwesen und waren überrascht von soviel Schlichtheit. Wir schlenderten durch eine Fischhalle und vernichteten so manche Auster und Dani mußte natürlich zum Meer. Das auf dem Weg dorthin auch noch eine kleine Brauerei nebst Verkostung anstand, versteht sich von selber. So vergingen diese zwei Tage recht unspektakulär und die Krönung, das meine ich jetzt nicht ernst aber es passt so schön dramatisch, war der Besuch in einer deutschen Lokalität. Nach zwei Wochen mußte es – man kennt mich – endlich noch mal eine Wurst sein.

23.-27.4.

Nagano, da war doch was? Richtig ein zweites Mal die Olympischen Winterspiele. Nach Sapporo (1972) fanden die Spiele erneut in Japan statt. Nagano war 1998 Ausrichter und genau dorthin hat es uns für die nächsten 5 Tage hin verschlagen.

Verschlagen ist zwar nicht ganz korrekt, es sollte besser ver-shinkansen heißen. Ach was sag ich, mir graust es schon, wenn ich an die deutsche Bahn denke. Auf dem Weg von Niigata nach Nagano (Luftlinie ca. 160km) mußten wir zweimal umsteigen, saßen bequem in zwei Shinkansen der letzten Baureihe, legten ca. 320km zurück, hatten null Verspätungen und waren nach genau 1 Stunde und 40 Minuten am Ziel. So macht Bahnfahren Spass und dass, obwohl ich wie ein Muli bepackt bin.

Unser Hotel, das Metropolitan Nagano liegt nur 300 Meter vom Bahnhof entfernt und so sind wir schnell dort und bereits gegen 13:30 eingecheckt. Unser Zimmer ist klein aber fein, das Bad wie immer mit hightech Toilette und ich nehme es bereits vorweg, das Frühstück läst uns nicht klagen, es gibt bereits Sake zum Frühstück. Obwohl, wir haben schon besser gegessen, man sind wir dekadent.

Die Region um Nagano, die Präfektur um es genauer zu sagen, ist das Dach Japans. Hier, in den japanischen Alpen kommt vieles zusammen und wir hoffen, in den nächsten Tagen einiges davon zu erleben. Ich sage nur Berge, Kulturgeschichte, bildschöne Bauwerke und eine hervorragende Küche. Beim Letzteren kann ich mir eigentlich schon fast keine Steigerung mehr vorstellen.
Zu den Delikatessen zählen, Ringo (angeblich die besten Äpfel der Welt), Teuchi soba (handgemachte Buchweizennudeln), Wasabi (japanischer Meerrettich aus den Sümpfen), Hachinoko (Bienenlarven) und Inago (Grillen). Bei letztgenannten werde ich wahrscheinlich passen müssen.
Kommen wir zurück zur Kultur. Gleich nach dem einchecken, machten wir uns auf, den Zenkö-ji Tempel oder besser die gesamte Anlage zu besuchen. Hierbei handelt es sich u.a. um den größten Holzbau Japans, mehrfach abgebrannt und ursprünglich aus dem 7. Jh.

Nach soviel Kultur wird man hungrig. Wir sind dann in ein Kaufhaus und haben uns eine Sushi Variation zusammengestellt. Das Thunfischfilet war hierbei göttlich. Ein kleiner Tipp, wie überall auf der Welt, kann man einen großen Teil seiner Barschaft in einem Restaurant lassen. Dies ist auch hier problemlos möglich, aber – in jedem größeren Supermarkt gibt es auch eine hervorragende Take away Theke, dort bekommt man alles bereits fertig zubereitet. Besteck und wenn nötig eine Mikrowelle findet sich dann am Ausgang. Selbst Gewürze gibt es dann gratis an der Kasse. So oder ähnlich haben wir es diesmal gehandhabt, den Thunfisch habe ich nur mit einem Taschenmesser zerteilen müssen, kein Kunststück, er war butterzahrt. Dann gab es noch die obligatorischen Erdbeeren und bei einem Tee bzw. Kaffee (das ist einer zum selber Brühen) klang der Tag so langsam aus.

Montags ließen wir es gemütlich angehen, wir erkundeten die Innenstadt, es gab Süßigkeiten für mich, ein paar schöne Impressionen am Wegesrand und natürlich ein leckeres Ramensüppchen in einem typischen Schnellrestaurant. Man beachte zuerst den Bestellautomat und dann das Ergebnis. Mission completed!

Ausblick, am Dienstag und Mittwoch haben wir nochmals einen Mietwagen zur Verfügung. Es geht dann raus ins Umland. Mal sehen was wir berichten werden. Den Abend genießen wir dann noch bei einem oder zwei Cocktails. Gute Nacht!

Dienstag, die Wetterprognosen deuten auf eine Schlechtwetterfront hin. Spätestens am Nachmittag ist massiver Regen vorhergesagt. Aus diesem Grund und weil Dani etwas von einer Tateyama Kurobe Alpine Route gelesen hat, machten wir uns auf, die japanischen Alpen etwas genauer zu erkunden. Wir fuhren nach Ogizawa (1433m) und buchten eine kombinierte Fahrt nach Murodo (2450m). Hierbei kamen dann verschiedene Transportmittel zum Einsatz. Wir fuhren mit einem E-Bus durch endlose Tunnel, erreichten Japans höchsten Stausee, benutzten eine Zahnradbahn, nahmen die weltweit längste trägerlose (freitragende) Seilbahn und nach einer weiteren Fahrt durch endlose Tunnelsysteme, über uns der Mt. Tateyama (3015m), erreichten wir Murodo mit seiner berühmten Schneewand. Diese Straße, wird jedes Jahr in den neuen Schnee gefräst und ist and der höchsten Stelle satte 15!! Meter hoch. Normalsterbliche kommen nur zwischen dem 15.4 und Ende September hier herauf. Danach beginnt der endlose Schneefall und alles, was restlose weggetaut ist, baut sich dann wieder auf. Jedes Jahr 15 Meter Neuschnee.
Aber lassen wir Bilder sprechen, wir waren ziemlich beeindruckt.

Als dann die erwartete Schlechtwetterfront herankam und es anfing zu schneien, machten wir und schleunigst auf dem umgekehrten Weg zurück ins Tal wo es dann in Strömen regnete.
Auf dem Nachhauseweg begegneten uns uns dann noch die ersten freilaufenden japanischen Affen, es sollte ein Vorgeschmack auf den nächsten Tag sein. Kurz machten wir auch noch einen Abstecher zur Daio Wasabi Farm und deckten uns reichlich mit dem grünen Zeug ein. Abends gab es für den „Driver“ dann zur Belohnung noch eine Ramen Suppe.

bei Dauerregen hat auch ein Affe ein Recht auf einen Schirm

Am nächsten Morgen (Mittwoch), brachen wir dann auf nach Jigokudani Yaen Koen, dem Affenpark und hofften darauf, diese Tiere in Ihrem eigenen Onsen baden zu sehen. Leider war es nicht kalt genug und so hatten die Affen zu einem warmen Bad keine Lust. Im strömenden Regen gelangen uns trotzdem einige unvergessliche Momentaufnahmen.

Nach zwei Stunden hieß es Abschied nehmen und wir fuhren weiter in ein beschauliches „Alpental“. Hier steppt im Winter der Bär. Skigaudi an allen Ecken. Jetzt jedoch ist Ruhe eingekehrt und dieser Ort steht für ein einmaliges Badevergnügen in Japan. Ca. 15 verschiedene Onsen gibt es hier, alle „Public“ d.h. frei und kostenlos zugänglich. Ich spreche vom Dorf Nozawa Onsen. Wir badeten reichlich, in so manchem Badebecken verbrühten wir uns regelrecht und nach dem 4 Onsen war dann Schluß. Wir mußten zurück und den Mietwagen abliefern.

Den Tag abgeschlossen habe ich dann mit einem der berühmten und tatsächlich sehr leckeren japanischen Äpfel aus Nagano. Keine Frage, lecker war er, ob es nun der Beste war, wer weiß das schon.

Vorankündigung.
Morgen brechen wir dann zur letzten Etappe unser Reise auf. Es geht nach Tokyo. Die Stadt der Superlative! Nehmen wir New York zum Vergleich. N.Y. hat ca. 8,5 Mio Einwohner. Nicht schlecht, aber kein Vergleich zu Tokyo. In der Innenstadt leben 9,6 Mio Einwohner und in der sogenannten Metropolregion Tokio sind es gar 42 Mio Einwohner. Ganz besonders freue ich mich auf den Tokyo Sky Tree. Mit 634 Metern ist er das derzeit zweithöchste Gebäude dieser Welt und wir haben einen Besichtigungstermin.

Hier endet der 2te Teil. Für Tokyo und Kyoto gibt es dann Teil 3 oder genauer 11.3