Nach einem Liter Bier, einem 1/2 Liter Cola Zero und einem 1/2 Mineralwasser und einem schön temperierten Zimmer schlief ich hervorragend. Als der Wecker um 5:30 ging, wollte ich erst nicht so recht und es dauerte bis ich endlich um 6:10 in der Lobby des Hotels stand. Dort wartete bereits mein Lunchpaket auf mich und ich musste nur noch 3 Mal den Aufzug benutzen um meine zwei Seitenkoffer und den Seesack nach unten zu schleppen. Ein Blick nach draußen und meine gute Laune war etwas eingetrübt. Es regnete in Strömen. Der Regen, der schon gestern angekündigt war und dann Gott sei Dank, sich verspätet hatte. Heute hatte ich wenigstens die richtigen Klamotten an. Zum Glück stand meine 🐮 unter einem Vorsprung und so wurde ich beim bepacken nicht allzu Naß. Nach einer kleinen Malzeit ging es dann um kurz vor 7:00 ins morgendliche Tiflis und anders als abends empfingen mich angenehm leere Straßen. So machte das Fahren und Navigieren doch noch etwas Spaß und als ich die Stadtgrenze erreichte, hörte es langsam auf, in Strömen zu regnen. Die Landschaft stieg merklich an, der Himmel klärte auf, es wurde kälter aber die Straßen waren ab hier trocken. Die nächsten Stunden waren eine Lust zum fahren. Freie Strecke, viele Kurven und eine bergige und abwechslungsreiche Landschaft.
Kurz vor der Grenze, es war noch vor 11:00 machte ich an einem Kloster mit Bergsee Mittagspause und verspeiste mein Lunchpaket.
Die Grenze war nicht mehr weit, LkWs und PKWs mit russischen Kennzeichen häuften sich. Ab hier hieß es aufpassen, die Jungs und Mädels fahren wie die Henker. Jeder will noch schnell jemanden überholen, um eine bessere Position an der Grenze zu ergattern.
Gegen 11:30 war ich am georgischen Grenzposten und 5-10 Minuten später war ich schon durch. Nur ein Stempel im Pass und keine Gepäckkontrolle, so könnte es ruhig weitergehen. Nun ging es ins Niemandsland und hier schwante mir böses. Eine riesige Schlange von wartenden LKWs und PKWs standen hier relativ ungeordnet und so, dass der Gegenverkehr in Form eines LKWs nicht mehr durchkam. Chaos pur zumal es hier keine Polizei mehr gibt, wir sind schließlich im Niemandsland. Es dauerte 1 Stunde bis die menschliche Intelligenz sich bei einigen Teilnehmern durchsetzte und der ein oder andere bereit war, seinen PKW um ein Stückchen zu versetzen. Dann endlich war der gordische Knoten durchtrennt und nach einem langen Tunnel rollte ich langsam auf die russische Grenzstation zu.
Pünktlich um 18:30 ging es mit airBaltic Richtung Riga. Ich hatte einen Platz am Notausgang und soviel Platz wie im Businessbereich der Maschine. Gebucht hatte ich ein Essen, es gab gebeizten Lachs, lettische Hähnchenbrust, frische Kartoffeln und einen Salat. Ein süßer Nachtisch rundete das Ganze ab. Dazu gab es einen Becher Weißwein. So war der insgesamt 1 1/2 stündige Flug recht schnell vorbei. In Riga angekommen ging es zügig durch den Transit und meine Maschine hob pünktlich um 23:30 Richtung Tiflis ab. Auch hier hatte ich einen super Platz, nicht ganz so luxuriösen wie beim Vorflug, bin ich schön verwöhnt? Dieses Mal gab es Rind asiatisch, den bereits bekannten Nachtisch und dazu ein Glass (richtig) Rotwein. Ich schlief während der nächsten 2 Stunden sehr gut 😊.
Um 03:30 Ortszeit, wir haben mittlerweile 2 Stunden Zeitunterschied zu Deutschland, erfolgte die Landung. Pass- und Zollkontrolle waren in 5 Minuten erledigt. Im Airport habe ich dann versucht noch ein Mobilphone zu kaufen. Ich erwähnte es noch nicht, aber ich Hirsch habe doch glatt mein Handy zuhause vergessen. Was soll ich sagen – ich Depp, da fällt mir gerade ein Spruch von meinem Chef ein „Du sollst Dich erholen und keine Mails checken“. Irgendwie hat das mein Unterbewusstsein erfolgreich umgesetzt. Ein Handy könnte ich übrigens nicht kaufen, georgische Telefonkarten gibt es aber in Hülle und Fülle.
Danach suchte ich mir in einer dunklen Ecke ein ruhiges Plätzchen.
Der geneigte Leser vermutet richtig, es war nicht ganz bequem auf dem Boden, aber dunkel und ruhig. Ich schlief bis 8:30.
Meine Fahrt bis zur Spedition verlief wie ich es schon oft erlebte. Unrealistische Preise, eine gestenreiche Verhandlung mit den Taxi-drivern, sich einigen (30 Lari = 10€) und dann eine ca. 20 minütige Fahrt.
Natürlich wußte auch diesmal der Taxifahrer nicht, wohin er mußte. Zig mal stoppten wir zum Nachfragen und letztlich kassierte er noch eine Knolle (50 Lari), von der Polizei, wegen Falschparkens. Das hat sich echt für Ihn gelohnt! Glücklich angekommen, erfuhr ich dann, dass ich falsch war. Das hatte sich dann für mich gelohnt!
Nach einigen klärenden Telefonaten, man war in der Spedition sehr hilfsbereit, wusste ich mehr. Angeblich hatte man mir eine andere Abholadresse mitgeteilt. Man erwartete mich woanders und ich müsse nun 1-2 Stunden warten bis ein Mitarbeiter mit den Dokumenten mich abholen könnte. Naja, somit habe ich nun Zeit für diese Zeilen. Gerade wackelt mein heutiger Zeitplan gewaltig und ich bin gespannt wie es heute noch weitergeht. Nun heißt es sich zu gedulden. Ich sitze im Büro der Spedition und habe es mir bequem gemacht.
Was soll ich sagen – Pannen, Pech und Pleiten waren heute mein ständiger Begleiter. Jetzt liege ich aber in einem sehr gemütlichen Hotelzimmer und kann ganz entspannt bei einer Pulle Bier davon berichten. Das Hotel ist im übrigen sehr empfehlenswert. Hotel Orion old Town, 3/5 Armazi Street, man findet es bei booking.com. Ich bezahlte 120 GEL (38€) inkl. Frühstück und bewachten Parkplatz. Aber nochmals zurück zum Anfang. Es dauerte bis 15:30 bis man mich abholte. Beim Zusammenbau erhielt ich tatkräftige Hilfe und so begann ich zu hoffen, es zumindest bis zur russischen Grenze heute noch zu schaffen. Das war mein geplantes Mindestziel. Daraus wurde aber wie Ihr bereits wisst leider nichts. Beim Zusammenbau des Windschilds, das ist bei der 🐮 recht trikky, verabschiedete sich eine Mutter auf nimmer Wiedersehen im Innenraum der BWM, kurz zuvor sagt ich noch zu meiner Hilfe „be carefull“. Wir haben Sie auch nach 10 Minuten intensiver Suche nicht mehr gefunden. So mussten wir nachdem dann der Rest fertig war noch in die KTM Werkstatt meiner Spedition und das hieß in der Rush Hour quer durch Tiflis. Ich sage nur 19:00. Dort ging es dann endlich einmal fix. Die Reparatur dauerte nur 5 Minuten, ich nutzte das vorhandene Werkzeug um auch die restlichen Anbauten nochmals nachzuziehen. Aber es war nun definitiv zu spät. So ließ ich mir durch die KTM Mitarbeiter ein Hotel empfehlen und buchen. Keine schlechte Entscheidung. Das Zimmer ist sauber und gemütlich, ich bin nun sauber und nach einem Liter Bier recht entspannt und Morgen ist ja auch noch ein Tag.
Es folgen noch ein paar Impressionen und ich sage schon einmal gute Nacht. Ach ja, Tiflis lohnt einen Kurztripp. Dani merk es dir schon einmal vor.
Und zum Schluss noch ein Blick aus meinen Fenster. Tiflis bei Nacht.
Lassen wir uns überraschen, denn zu diesem Zeitpunkt ist mir noch nicht klar, ob alles wie gewünscht ablaufen wird. Meine Vorbereitungen sind heute, am 25.8.2019 zu 99,9% abgeschlossen, es wird auch Zeit, denn am 29.8. geht es Richtung Georgien 🇬🇪.
Aber beginnen wir ganz zu Anfang.
Hauptziel meiner anstehenden Reise ist diesmal Usbekistan 🇺🇿 und hierbei besonders die Region um Samarkand, Buchara und die Oase 🏝 Chiwa. Um dorthin zu gelangenden ist etwas Logistik gefragt. Nach einiger Recherche bin ich auf einen Anbieter, die Firma Slava Tour West-East Travel (www.ktm-georgia.com) aufmerksam geworden . Recherchen im Internet rundeten den aufgrund etlicher Telefonate gewonnenen positiven Eindruck ab. Für ca. 900€ geht meine R1200GS ADV (die Gummikuh 🐮 ) auf Reisen. Ziel ist hierbei Georgien 🇬🇪.
Aber ich greife schon wieder vor. Zuerst musste ich meine Gummi-🐮 per Hänger zum Kooperationspartner von Slava anliefern. Es ging Richtung Süden nach 89160 Dornstadt. Die TLO internationale Spedition hatte den Transport zu übernehmen. Doch bevor es soweit kam war noch etwas handwerkliche Arbeit nötig. Eigenhändig erfolgte dann das demontieren und verpacken in eine recht knapp bemessene Holzkiste.
alles sieht so einfach aus!
Ich hatte hierfür eigentlich nicht mehr als 1 1/2 Stunden eingeplant, es sollten aber 3 Stunden werden. Danach folgte das Ausfüllen einiger Dokumente und die Übergabe des KFZ-Scheins. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass ich mir besser hiervon eine gute farbige Kopie hätte machen sollen. Aber hierzu später mehr.
Glücklich endlich alles erledigt zu haben, machte ich mich danach auf den Weg zurück nach Aachen. Mein Motorrad sollte nun ca. 3 Wochen unterwegs sein.
In den nächsten Wochen erfolgte dann die Planung der Reiseroute und die Buchung des Fluges nach Tiflis / 🇬🇪. Ich kann hier AirBalic sehr empfehlen.
Die Route:
Ich übernehme die 🐮 im Zolllager Tiflis, nicht weit vom Flughafen entfernt und dann geht es direkt weiter nach Russland 🇷🇺. Über Tschetschenien / Grozny und dann entlang des Kaspischen Meers ins Wolgadelta. Dort Übertritt nach Kasachstan 🇰🇿 und dann folgt ein weiter Bogen von Nord nach Süd um nach ca. 3000 km bei Taschkent die Grenze zu Usbekistan 🇺🇿 zu überschreiten.
In Usbekistan hoffe ich Samarkand, Buchara und Chiwa zu besichtigen. Entsprechende Unterkünfte habe ich über booking.com reserviert.
Von Chiwa aus geht es dann nach Turkmenistan durch die Karakum-Wüste zum „Tor zur Hölle“ und weiter nach Ashgabat der weißen Stadt. Dort hoffe ich dann auch die Grenze zum Iran 🇮🇷 ohne Probleme übertreten zu dürfen. Im 🇮🇷 möchte ich nochmals zu meiner Oase 🏝 und danach Isfahan besichtigen. Hier habe ich ein mir bekanntes Hotel bereits gebucht. Was dann noch möglich ist werde ich mir zudem anschauen, nur nach 7 Tagen muss ich spätestens in Armenien 🇦🇲 ankommen. Hier bleibt nicht viel Zeit und Georgien 🇬🇪 ruft. Meine Fähre in Batumi wartet nicht, ist aber hoffentlich pünktlich und so geht es dann über das Schwarze Meer nach Odessa / Ukraine 🇺🇦 und dann im Transit bei Lemberg nach Polen 🇵🇱 und von dort über die gute alte A4 Richtung Heimat. Auch wenn der letzt Teil sicher nicht zur Seidenstraße zählt, fand ich „Seidenstraßenexpress“ sehr passend.
Auf dem Papier oder besser gesagt in meinem iPad ist die ganze Reise schon erledigt. Wie schön, dass nach der ganzen Theorie auch noch die Praxis folgt! Bereits während der Planung und ich war diesmal echt früh dabei, türmten sich die Probleme auf.
Für die Einreise in den Iran 🇮🇷 benötigt man immer noch ein Carnet de Passage. Diese Garantieerklärung stellt der ADAC für saftige 230€ zzgl. 3000€ Kaution aus. Eigentlich ein mir bestens bekannter Vorgang. Leider erfuhr ich nun, dass der 🇮🇷 die Einfuhrbestimmungen für Motorräder 🏍 verschärft hat, bzw. eine alte Bestimmung nun konsequent anwendet. Mit anderen Worten, ich komme mit der 🐮 nicht rein und wer sich meinen Reiseroute anschaut der merkt recht schnell, ich komme dann nur noch zurück. OK, es gibt da noch Alternativen, aber die sind für jemanden mit äußerst knappen Zeitplan und bei Tageslicht betrachtet, nicht diskutabel.
Somit musste ich zuerst ein spezielles Russland 🇷🇺 Visum beantragen. Hier empfehle ich sehr VisumBerater Plus UG (www.visumberater.de) aus Berlin. Preislich noch ok und viele optionale Visa. Fazit, alles was Russland erlaubt, wird hier möglich gemacht.
Dort bekam ich ein Transitvisum mit doppelter Ein- und Ausreise, somit kann ich nun im Ernstfall von Usbekistan 🇺🇿 durch die Kyzylkum-Wüste nach Kasachstan 🇰🇿 und von dort über Russland 🇷🇺 in die Ukraine 🇺🇦 reisen. Es wäre halt eine etwas andere Route – wie gesagt im Notfall. Außerdem benötige ich das 🇷🇺 Visum auch als Nachweis um ein Turkmenisches Transitvisum zu erhalten. Aber halt, die Turkmenen wollen wissen, woher kommt man und wohin will man Ausreisen. Aha, ich brauche somit vorher auch das Iranische Touristen / oder Transitvisum. War da nicht noch ein Problem mit der Einreise mit der 🐮 ?
Es folgte nun eine 3 wöchige Konversation mit dem iranischen Konsulat. Ziel war es, doch noch eine Zusage zur Einreise mit meiner Gummi 🐮 zu erhalten und was soll ich sagen, Mission geglückt – zumindest zu 90% und der Rest soll nun Fortuna sein. Um bei der Wahrheit zu bleiben,neben meinen guten Kontakten zur Botschaft hat auch geholfen, dass es im Iran ein Umdenken gibt und per 23.8.2019 die Vorschrift wieder suspendiert wurde. Mein Visum habe ich nun aber für das Turkmenische reichte selbst bei Express Bearbeitung (10 Tage) die Zeit nicht mehr.
Nur ohne dieses Visum komme ich nicht in den Iran 🇮🇷 es sei denn, ich Reise über Afghanistan 🇦🇫 und das will sicher derzeit keiner.
Was war somit die Lösung? Einfach mal beim Konsulat anrufen, das Problem schildern und nett nach einer Lösung bzw. Hilfe fragen. Was soll ich sagen, der nette Turkmenische Beamte wusste Rat. Ich mußte meinen Pass kopieren und die restlichen Dokumente samt Kopie einreichen. Was wurde benötigt: Passkopie, 2 Bilder, der Visaantrag, ein formloses Schreiben in englisch, warum ich ein Transitvisum benötige, ein zweites formloses Schreiben mit der Bitte mir die Genehmigung per Mail zuzustellen, eine Kopie vom Führerschein und der Fahrzeugschein von der 🐮. UPS da war doch was, richtig den hatte ich ja im Original der Spedition geben müssen. Zum Glück hatte meine Spedition in Georgien bereits die Unterlagen und so hatte ich am nächsten Tag auch dieses Formular. Wer sagt eigentlich, dass Urlaubsvorbereitungen nicht spannend sind?
Wenn nun alles gut geht, bekomme ich während meine Reise eine Mail mit dem Einladungsschreiben und bekomme auf dieser Grundlage an der turkmenischen Grenze ein gültiges Transitvisum.
Es kann somit losgehen – die Route steht, eine Ausweichroute ist ebenfalls geplant. Am 29.8. gehts zum Flughafen.
Diese Reise beginnt eigentlich bereits vor ca. 8 Jahren. Damals war ich das erste Mal in Sibirien. Genauer in der Gegend rund um den Baikalsee. Damals machte ich die nette Bekanntschaft mit einer älteren russischen Fremdenführerin (Vera) und ihrem Fahrer (Munko). Wir waren uns damals sehr sympathisch und so äußerte sich Munko damals, dass ich ihn unbedingt auf Sachalin besuchen solle. Dort würde er mich dann zum Bärenjagen und Lachsfischen einladen.
Solche Einladungen nehme ich zuerst einmal nicht sehr ernst. Da unser Kontakt aber über Jahre Bestand hatte und Vera immer wieder diese Einladung von Munko erneuerte, entstand dann Ende 2017 der Wunsch, in den fernen Osten zu reisen.
Im Dezember 2017 hatten wir (meine Frau und ich) dann die Reiseroute grob geplant.
Wir wollten eine Fahrt mit dem Postbus unternehmen, mit einem Postschiff auf dem Jenissej fahren, die Transsibirische 🚃 benutzen, im Baikal baden und dann die heißen Quellen nutzen, die herrliche Landschaften rund um den See erkunden und dann letztlich nach Sachalin aufbrechen um Munko zu besuchen.
21.9.2017, 9.034 km: Von Odessa (Chernomorsk) über Lemberg bis zur polnischen Ostgrenze
Als ich um 1:30 Uhr endlich mein 🏍 auf die Landstraße setzte, war ich wohl ziemlich ungerecht. Fakt ist, der ganze Verwaltungsablauf ist recht suboptimal, aber ich bin immer sehr freundlich und zuvorkommend behandelt worden. Besonders süß war eine ältere Zöllnerin (in dem dunklen Büro), die mich nett mit „auf Wiedersehen“ verabschiedet hatte. Somit komme ich gerne Wieder, aber nur mit einer extra Ladung Baldrian.
Dafür entschädigt mich die 🇺🇦 nun mit freien und guten Straßen. Mit über 20 Grad ist es recht angenehm und ich komme gut voran. Gegen 4:00 Uhr fallen mir die Augen zu und es wird Zeit für ein Bett. Nur haben leider keine Hotels mehr offen und so lege ich mich kurzerhand auf die Einfahrt eines Hotels in voller Motorradmontur und schlafe augenblicklich ein. Nach einer Stunde werde ich wach und fühle mich soweit fit, um weiter zu fahren. Mein Weg führt mich durch viele Dörfer und hier sieht man, wie arm die Ukraine stellenweise ist.
Gestern habe ich noch in einem Tourist Inn übernachtet, heute sollte es dann wider Camping sein. Dieses „Tourist“ In bezeichne ich mehr als Touristennepp, ganz ok aber überteuert. Für 1,5 Mio Rial oder wie die Einheimischen sagen 150.000 Tuman bekam ich einen Bungalow mit Air Condition, ohne Frühstück und sauberem Doppelbett. Das sind etwa 36€. In Isfahan bekam ich vergleichbares für 25 US$ inkl. Frühstück. Der Unterschied lag nur in privat oder staatliche Organisation. Alles was der Staat bestimmt, ist für Ausländer um ein vielfaches teurer. Das gilt im übrigen auch für sämtliche Eintrittpreise Faktor 10) oder dem Umtausch von Geld (Wechselstube versus staatliche Bank).
Heute hieß es Meilen machen. Ab 8:30 ging es los, zuerst Richtung Istbanbul, über den Bosporus und dann in die Zentral-Türkei an Ankara vorbei und immer weiter gegen Osten.