Reisen in Zeiten von Covid-19, Teil 11.1 Hokkaido, Japan, wo alles seinen Anfang nahm

07.04.23 Eigentlich wollten wir diese Reise bereits vor Ausbruch der Pandemie antreten. Da Nippon aber recht früh für Touristen gesperrt wurde, blieb uns nichts anderes übrig als unsere Reise-Sehnsucht in anderen Ländern zu stillen und uns ganz vom Virus des süßen Lebens befallen zu lassen. Sei’s drum, nun sind wir verdorben! Ich möchte nun von dieser Luxusreise berichten, denn -wenn alles klappt- der reine Luxus wird es werden. Los ging es bereits am 6.4. direkt von Aachen aus mit dem ICE zum Flughafen nach Frankfurt und wie es sich gehört, ein kleines Bierchen zur Entspannung muß halt sein.

Gegen ca. 21:30 erreichten wir den Flughafen und von dort waren es dann nur 20 Minuten Fußmarsch bis zu unserem Hotel, dem Park Inn Radisson Blue. Mein kleiner Sancho Panza maulte zwar die ganze Zeit, aber ihr Rucksack ist mit 14kg recht schwer 😰 und es nieselte stetig vor sich hin. Nach 20 Minuten erreichten wir dann glücklich unser Hotel und buchten den Flughafentransfer für den nächsten Morgen um 6:00. Mann 👨 hat ja viel vor! Die Anakonda hat 3 Monate gefastet. Man bin ich hungrig 😋

7.4.
Pünktlich um 5:00 ging der Wecker. Echt jetzt? Nicht doch noch etwas schlafen? Keine Chance, die Arbeit wartet. Der Shuttlebus war pünktlich und um 6:15 stehen wir vor dem First Class Terminal der Lufthansa in Frankfurt. Wenn man vor dem Flughafengebäude steht (Arrival) dann geht es rechts, ca.500 Meter, nicht beschildert zu diesem separaten Terminal.

Ein kleiner Tipp für alle Flugreisenden, Wenn man diesem Weg folgt, dann findet man nach ca. 400 Metern, bei den Taxifahrern die türkische Dönerbude. Leckeres Esser zu zivilen Konditionen, ich merke es mir in jedem Fall.

Das 1st. bereits im Hintergrund erkennbar

Dann stehen wir vor dem Gebäude, recht unspektakulär, aber heiß ersehnt. Der Eingang ist recht unscheinbar, aber auf der ersten Etage beginnt dann der Luxus für Kreti & Pleti. Ich könnte jetzt viele Worte machen – aber viel lieber verweise ich auf folgenden Link, ein Youtuber hat hier sehr passend und ich finde sehr unterhaltsam, unser Erleben in einen kurzen Film gepackt. Ich wünsche viel Vergnügen, es war genauso oder halt ähnlich.

Link: https://www.youtube.com/watch?v=PsQa_sd0M0w

Unser persönlicher Lufthansa Assistance nahm unser Gepäck entgegen, die Reisepässe wurden zum Zoll gebracht und die Sicherheitskontrolle dauerte 30 Sekunden. Danach wurde uns die Lounge erklärt und nachdem ich die obligatorische Ente entgegengenommen habe, saßen wir beim Frühstück. Selbstredend habe ich für 11:00 das Badezimmer für mich und San….. ihr wißt schon wer, gebucht. Die Ente muß doch schwimmen 🙂 und eine Anakonda braucht halt Wasser.

Unser privates Badezimmer in der Lounge, 1 Std. musste die Ente ausgeführt werden
50% der Reisegruppe
Nur die wichtigen Sachen, nicht Veggieburger oder so 🙂

So haben wir sie Zeit mit süßem Nichtstun verbracht…lecker Frühstück, ein kleines Whisky Testing, 3 verschiedene Schampus und was der Dinge mehr sind. Chef – ich brauche eine Gehaltserhöhung!

Und danach geht es dann irgendwann mit einer Limousine direkt zu unserem 747-8 Jumbo. Die 1st. Class wartet auf uns. Hier eine kleine Menueliste, das erwartet uns an Bord, warum habe ich kein Tupperware bei mir? Selbstredend gibt es hier noch eine Spur mehr und was es hier nicht gibt, ein Wechsel zur First Class Lounge im Hauptgebäude ist jederzeit möglich aber aus unserer Sicht völlig unnötig. Wir sehen es ja bei der Rückreise 🙂

Irgendwann ist dann auch die letzte Minute im Paradies aufgebraucht und es geht zum nächsten Paradies. Einziges Manko, wir waren bei der Abholung in der Lounge zu 4 Personen und so war es nur ein T6 und kein Porsche, der uns zum Flugzeug brachte. An Bord teilten wir uns dann mit 8 Personen und 2 Flugbegleitern die First Class in der 747-8. Ein tolles Produkt, mir gefällt die offene Bauweise besser als das Konzept der kleinen Räume bei anderen Airlines. Liegt aber wahrscheinlich daran, dass ich es gar nicht vergleichen kann. Sei’s drum, die Arbeit wartet, die ganzen Leckereien müssen vernichtet werden. Das war so eine Arbeit, man glaubt es kaum 😥

Kurz vor dem Einstieg
die kleine Überraschung
bei einem kleinen Gläschen Champus läßt es sich so schön blöd grinsen 😄
Gute Nacht, flach liegen, auf einer Matratze mit Decke und Federkissen, herrlich

8.4.
So kamen wir gut ausgeschlafen in Tokyo Haneda an. Der Service an Bord, bei der Lufthansa war ausgesprochen gut und fast familiär zu nennen. Ein toller Auftakt. Direkt beim Aussteigen wartete dann eine nette Japanerin auf uns. Der 1st Class Assistance der uns geschwind durch die Einreise leitete, nebenbei unser Gepäck abholte, zum Einchecken an den Inlandsflugschalter der ANA Air brachte, den Kauf einer Telefonkarte regelte und uns zum Schluß noch vor der Warteschlange am Ticketschalter für unsere Japan Train Karten ablud. Hätte ich nicht vorher bereits die Einreiseapp Japan benutzt und ausgefüllt und hätten wir nicht diese nette Unterstützung gehabt, wir wären wohl nicht pünktlich am weiteren Check Inn erschienen. So aber passte alles und der Flug mit der ANA verlief reibungslos. Am Flughafen in Sapporo Chitose angekommen, mussten wir nur unser Gepäck aufnehmen und das Air Terminal Hotel im gleichen Gebäude aufsuchen. Ein Klacks! Glücklich angekommen enterten wir unser Zimmer, bestaunten die tolle Aussicht auf das Flugfeld und bestaunten die japanische Toilette. So eine Popodusche ist nicht jedermanns Sache. Ich muß mich in den nächsten Wochen daran gewöhnen, hier ist das Standard.
Da wir nun soviel Zeit noch hatten, startete unser Alternativplan. Kurz frisch machen und dann mit dem Zug vom Flughafen nach Sapporo Innenstadt (30 Minuten Fahrtzeit), wir wollten noch zum Nijo Fischmarkt. Leider waren wir schon etwas spät, wir konnten noch den Händlern beim Einpacken zusehen, aber für einen ersten Eindruck und ein Glas Lachsroggen reichte es und wir wollen ja am nächsten Tag mit dem Mietwagen nochmals hin. So blieb dann aber genug Zeit, eines der vielen Fischrestaurant hier am Markt direkt aufzusuchen. Leute ich sag euch, ich hatte keine Ahnung, wie gut richtig frischer und hervorragend zubereiteter Fisch schmecken kann. Die Japaner haben es einfach drauf!

auf dem Nijo Fischmarkt Saporro
auch Saporro hat seinen Eifel
Blick von oben, auf Teile der Stadt
ein Blick aus unserem Hotelfenster, das Gate lag uns zu Füßen, zum Glück war hier gegen 23:00 Schluß mit Flugbetrieb

Nach dem Essen ging es zurück und gegen 21:00 waren wir glücklich und müde wieder im Hotel. Morgen geht es dann zum ersten Hotelfrühstück in japanischem Style, danach zur Mietwagenstation (der Linksverkehr ruft) und dann nach Sapporo und weiter in unser Skiressort. Lassen wir uns überraschen.

9.4.
Der Wecker ging wie so oft in solchen Situationen viel zu früh los. Wir hatten gut geschlafen und es hätten ruhig noch 1-2 Stunden mehr sein können. Aber das Frühstück ruft und an der Mietwagenstation sollten wir auch pünktlich erscheinen. So ist das hier in Japan, wer nicht zur rechten Zeit am rechten Ort ist, der hat Pech gehabt, bedeutet die Reservierung ist futsch oder der Mietwagen anderweitig vergeben. Irgendwie sympathisch diese Japaner. Die Jungfrau in mir kommt damit prima aus. Aber zurück zu den wesentlichen Dingen des Lebens. Dem Essen, genauer dem heutigen Frühstück. Wir aßen in einer geräumigen Halle, 95% der Anwesenden offensichtlich Japaner und davon 90% mit Maske bewaffnet. Ich glaube, die haben auch Sex mit Maske! Das Buffet hingegen war herrlich. Wir hatten uns für die Japanische Art entschieden und so schlemmmten wir in den Morgen hinein. Danach hieß es packen und gegen 10:15 checkten wir aus. Die Mietwagenstation war, wie unser Hotel, im Terminal angesiedelt. Keine 5 Minuten nach verlassen der Hotellobby standen wir am Stand unseres Anbieters. Ein kurzer Check ob ich alle benötigten Dokumente besitze und dann hieß es ab, mit dem Shuttlebus zur Hauptstation nach Chitose, das liegt etwa 10 Minuten Fahrtzeit vom Terminal entfernt. Auch dort japanische Professionalität, ich hatte unseren Wagen bei CHECK24 gebucht und die nötigen Unterlagen (deutscher Führerschein und ADAC Übersetzung) parat. Nach einer kurzen Einweisung hatten wir dann einen neuen guten Freund (Honda FIT) für die nächste Woche. Als ich dann losfuhr, machte ich den typischen Fehler. Blinken aber den Scheibenwischer bedienen. Klar – Linksverkehr! Das war es dann aber auch, wir kamen gut in Sapporo an und besuchten den Fischmarkt erneut und auch das kleine Restaurant beehrten wir wieder.

Teile vom Fischmarkt, so geht es einen Häuserblock weiter

Danach machten wir uns auf in die Berge – nach Niseko.
Niseko ist das St. Moritz von Japan. Zum Glück ist hier nun Nebensaison! Ein paar Highlights zu diesem Ort: Er liegt nur auf 1000 Metern, verzeichnet aber ca. 15!!!!Meter Neuschnee jedes Jahr und gilt als der schneereichste Wintersportort der Welt. Der Pulverschnee gilt als der Beste und ist weltberühmt – auch wenn der ein oder andere (mich eingeschlossen) dies bisher nicht wußte. Nach einer problemlosen Fahrt erreichten wir gegen 16:00 Uhr unser Hotel (Chalet Ivy Niseko), erkundeten die Örtlichkeiten, saßen ab 20:00 beim Dinner und danach in unserem privaten Onsen im Hotel. Herrlich

Noch ein Wort zu den Örtlichkeiten. Die Japaner sind da recht exklusiv unterwegs. Bereits im öffentlichen Bereich kann es bisher jede Toilette mit dem Aufnehmen, was in einem drei Sterne Hotel bei uns so Standard ist. Von unseren öffentlichen Klos will ich gar nicht reden. Die stillen Örtchen im Hotel sind aber der Hammer. Hier einmal die Bedienung zu dem Luxusobjekt in unserem Chalet. Selbstredend ist die Klobrille beheizt und es gibt einen Fön, der Wasserstrahl für vorne und hinten ist nach Menge, Stärke und Temperatur zu regulieren und mach ich die Klotüre auf, geht sofort der Deckel hoch. Das das Teil sich selber reinigt versteht sich von selbst. So etwas hätte ich gerne auch für zu Hause.

10.4.
Und täglich grüßt das Murmeltier. 6:00 Wecker, 7:30 Frühstück (hervorragend) und ab 8:30 machten wir uns auf zur nahen Talstation. Wir mußten die gebuchten Skipässe und Ausrüstung abholen. Dies klappte hervorragend und so wartete Dani dann bereits um 9:15 auf Ihren Skilehrer. Ab 10 hatte Sie ihre 3 Stunden Privatunterricht und ich hatte 3 Stunden die Pisten mehr oder weniger für mich allein. Wir sind hier in der letzten Woche der Saison und da ist recht wenig los. Schnee gibt es noch reichlich, weiter unten ist es sulzig, aber bereits wenige Meter oberhalb der ersten Gondelstation lässt es sich recht gut fahren. Leider ist zu dieser Jahreszeit und an diesem Fleckchen von Pulverschnee keine Rede mehr. Aber das wäre sowieso reine Verschwendung bei meinen Fahrkünsten. Trotzdem klappte es prima bei mir und auch Dani erschien um 13:00 Uhr mit einem Lächeln auf den Lippen. Das Verstärkte sich noch beim Essen.

Wir machten dann noch gemeinsam eine Abfahrt und dabei schlug das Wetter um. Es kam Sturm auf und wir schauten, daß wir vom Berg kamen.

Gegen 17:00 war dann alles vorbei! Wir machten uns auf den Weg ins Chalet und gleich gibt es lecker Essen und es heißt frühzeitig Matratzen-Horchdienst. Morgen geht es weiter, Richtung Küste im Norden.
Folgend noch ein paar Impressionen von unserem heutigen Abendessen. Lecker!

11.4.
Ich sag nur Murmeltier!
Verabschieden möchten wir uns mit einer kurzen Impression aus der Lobby des Chalets. Lustig nicht?

Dann ging es Richtung Norden an die Küste bei Otaru. Auf dem Weg dorthin machten wir noch bei einer der Whisky Destillen von Japan einen kurzen Halt. Wir folgten einem Bericht der „Welt“ und haben uns reichlich eingedeckt. Wer will kann ja mal googeln unter „NIKKA WHISKY Japan“. Nachdem die Kreditkarte glühte verließen wir das Anwesen und erreichten recht schnell den Küstenort Otaru. Hier am bekannten Stadtkanal, es landen hier große Kreuzfahrer an, gibt es u.a. eine deutsche Bierbrauerei nebst original Schankraum. Da stehen die Japaner mächtig drauf.

Wir hingegen wollten hier am Meer Sushi essen und suchten nach der „kleinen“ Sushi Bar. Was soll ich sagen, unsere Kleine haben wir gefunden.

Gut gesättigt ging es dann auf den langen Trip Richtung Norden. Immer an der Küstenstraße entlang. Die Bilder von diesem Trip gehen mir nicht aus dem Kopf, grandiose Landschaften, wildes Meer. Wir hätten hier Stunden verbringen können. Leider war der Zeitplan gnadenlos. Ich wollte unser Hotel vor Einbruch der Dunkelheit erreichen. Unser Ziel heißt „The New White House“, ein einfaches Business Hotel in Rumoi

12.4.
Heute haben wir viel erlebt…..
Wir hatten ein leckeres traditionelles japanisches Frühstück mit viel Fisch und Meeresgetier, dann fuhren wir 180km nur Küstenstraße. Neben uns die aufgepeitschte japanische See, endlose Strände, schwarzer Basalt-Sand und Küstenformationen zum Träumen, auf der abgewandten Seite grüne Hügel wie im Auenland und in den Senken noch der Schnee vom letzten Winter.
Zwischendurch kleine verschlafenen Ortschaften im Stiel des wilden Westerns. Dort fanden wir dann kleine kulinarische Süßigkeiten. Wir waren an der nördlichsten Stelle Japans dem Cape Noshappu, Auf der anderen Seite die Insel Sachalin (wo wir schon waren), vorbei an riesigen Gestellen mit getrocknetem Fisch, eine Herde Japanhirsche vis a vis. Unser Hotel, das erste im japanischen Stiel, kein Bett sondern eine Futonmatte. Danach eine weiterer Sushi Bar, nicht so intim, dafür aber noch eine Klasse leckerer. Wir suchten einen Onsen und landeten im örtlichen Schwimmbad, zum Glück hatten die auch einen Whirlpool nebst Sauna. Ein gelungener Tag, der nun mit einem Bier oder zwei langsam ausklingt. Wir waren in Wakanai und schliefen im Hotel Saharin.

13-14.4.
Ein weiteres Murmeltier. Wir hatten ca. 350km vor uns. Das hört sich nicht viel an. Bei einer erlaubten max. Höchstgeschwindigkeit von 70 und durchschnittlich 60 km/h kann das dann etwas dauern, zumal meine Frau regelmäßig irgendwelche Fotos schießen wollte 🙂
Die letzte Nacht im Hotel Saharin, war die erste in einem traditionellen japanischen Hotel. Keine Betten, sondern Futon. Ein sehr kleines Zimmer aber inkl. Bad und mit allem was man so braucht. Geschlafen haben wir dort sehr gut und morgens speisten wir allein in einem großen Saal. Es wurde vieles aufgetischt, ein gelungenes japanisches Frühstück, wie gesagt, man muß Fisch am Morgen lieben.

Danach ging es auf die große Reise. 200KM Küstenstraße, der unendliche Pazifik lag immer in Sichtweite und so manches unvergeßliche Bild nehmen wir für immer mit.

Nach einer 5 stündigen Fahrt braucht man dann aber auch etwas feste Nahrung. Achtung ein Geheimtipp! In Mombetsu GPS 45.462582,141.992105, fanden wir ein unglaubliches Lokal einer Fischereigenossenschaft. Nach dem Essen haben wir ernsthaft überlegt, unser Hotel umzubuchen und hier noch einen Tag vor dem Restaurant zu kampieren. Ich sag nur lecker und preiswert, eine teuflisch gute Mischung! In Japan heißt die Königskrabbe übrigens Schneekrabbe, denn hier kommt sie ursprünglich her und hier in Mombetsu wird sie im Winter gefischt und wir waren da – dieses Ungeziefer muß man halt vernichten 🙂

Danach ging es dann ab in einen weiteren Nationalpark und zu unserem Onsen Hotel. Auf dem Weg haben wir noch ein paar schöne Impressionen genossen und dann waren wir endlich angekommen. Unser Zimmer und das Hotel, traditionell japanisch, die Schuhe blieben in der Empfangshalle. Der Onsen drinnen wie bisher immer recht unspektakulär, hier zählen die inneren Werte wie Wasserqualität und Wassertemperatur. Dafür war der Onsen im Außenbereich recht schön.

An dieser Stelle eine Portion Wissen! Wie in den USA gibt es in Japan die Todesstrafe, die auch angewendet wird. Eine der größte inaktivem Kaldera (einfach ausgedrückt Vulkanschlot) gibt es in Japan und das Wasser dieses Kratersees ist das reinste auf der Welt. Für das Blau dieses Sees gibt es eine eigene Farbdefinition. Die Japaner sind Künstler bei der Zubereitung und Präsentation von Speisen, selbst einfachste Menüs (ihr habt Bilder gesehen) bringen so manchen Koch in D zum Schwitzen.
Apropos Schwitzen, kein Autofahrer in Japan hält sich an Geschwindigkeitsbegrenzungen, außer das 1% das es überall gibt und hinter denen staut es sich, da die Japaner nicht gerne überholen. Wenn wir gerade bei Verboten sind. Das Tattoo hat in Japan eine lange Tradition – aber trägt man eins, gibt es in vielen Fällen keinen Eintritt zu einem Bad, Sauna oder viel schlimmer einem Onsen. Aus diesem Grund sieht mein Rücken derzeit wie folgt aus. Gute Qualität von Amazon Japan, der Dreck der in D dazu verkauft wird, ist absoluter Mist.

Am Abend genossen wir ein leckeres Dinner und gingen recht früh schlafen. Am nächsten Morgen genossen wir gegen 6:00 in der Früh das einsame Bad im Onsen.

Danach ging es auf Erkundungen. Wir buchten im nahen JR Bahnhof unsere ersten Reservierungen für den Shinkansen, machten eine kleine Wanderung zur besagten Kaldera, nutzen einen Außenonsen an einem See und besuchten den Geist im Berg. Heute Abend werden wir dann nochmals den Onsen im Hotel aufsuchen und Morgen steht die nächste und längste Etappe an. Wir waren im Hotel Parkway in Kawayu / Teshikaga, ein Geheimtipp, ruhiges Hotel, ruhige Umgebung, ein Außenonsen den Weiblein & Männlein gemeinsam nutzen können und vor allen Dingen wenig Chinesen!!

15.4.
Wir standen bereits um 5:00 Uhr auf, um den phantastischen Außenonsen nochmals alleine zu genießen. Wir wollen halt mit unserer Leibesfülle keine zarten Japaner verschrecken, apropos verschrecken, grundsätzlich ist der Onsenbesuch völlig textilfrei, selbst eine Armbanduhr wird nicht gerne gesehen. Also im See mit Badehose, wg. der Fische und so 🙂 und dann im Warmwasserbecken ohne Badehose. Da kann man schon mal ganz schön durcheinander kommen. Aber ich schweife vom Thema ab, wo war ich, ach ja Außenonsen 5:00. Danach waren wir fit und genossen unser fischreiches Frühstück. Gegen 8:00 brachen wir unsere Zelte ab und es ging auf die längste Etappe dieser Reise. 480km lagen vor uns, es sollten eine Fahrtzeit von 8 Stunden werden. Anfangs und zum Schluß begleitete uns wieder der Pazifik, es gab viele schöne Aussichten aufs Meer und die Küstenlandschaft. Dazwischen dann endlich grünes Farmland, im Inneren von Hokkaido kündigt sich der Frühling an, das Vieh steht bereits auf den grünen Weiden und ein Bauernhof, hier heißen sie „Farm“, reiht sich an den Anderen. Auch weiterhin ist das Fahren recht unproblematisch, zeitweise begegnen uns andere Verkehrsteilnehmer im 15 Minuten Takt, es ist wenig los auf Hokkaidos Straßen. Das ändert sich erst, als wir etwa 30 KM vor unserem Etappenziel ankommen. Plötzlich sind die Straßen voll, wir verlassen die Küstenstraße und biegen ab Richtung Berge. Wer schon mal im Höllental an der Mosel war, kann sich nur recht gut den nächsten Abschnitt unserer Fahrt vorstellen. Ein enges Tal erwartet uns, hier ist Onsen Gebiet. Eine heiße Therme reiht sich an die nächste und jede ist Heimat eines großen Hotels in einer engen Schlucht. Unser Kasten liegt ganz am Ende. Ein 4 Sterne Bunker. Recht schnell wird mir klar, hier werden die Chinesen untergebracht und erstmals empfinden wir so etwas wie Enge. Wir haben Glück, in einer Anreisepause betreten wir das Hotel und werden schnell und höflich abgefertigt. Unser Zimmer ist geräumig und wieder im japanischen Stiel. Später wird noch die Schlafstatt von einem unsichtbaren Hotelangestellten hergerichtet. Unser Abendessen ist bereits um 17:45 und der Essensaal war schon recht imposant. Horden von Chinesen, ein riesiges Buffet, Geschlürfe, Geschnatter und Gewusel waren angesagt. Ich glaube, bis auf die Angestellten war kein Japanischer Tourist hier anwesend. Wie sehr wünschte ich mir mein Parkway Hotel zurück! Nach dem Essen gingen wir bereits um 20:00 schlafen und stellten uns den Wecker auf 23:30. Den Onsenbesuch wollten wir möglichst in Ruhe genießen. Das klappte dann auch. In getrennten Bereichen konnten Dani und ich eine wirklich sehr großzügige und schöne Therme ausgiebig und jeweils fast alleine genießen. Ich denke, unser Wecker wird Morgen bereits um 5:00 gehen und wir werden dies nochmals wiederholen.
Unser Hotel:Noboribetsu Manseikaku in Noboribetsu.

Unser Hotelzimmer, später liegen auf dem Boden dann zwei Matratzen mit Federbett

16.-17.4.
Der Winter ist zurück! In Wanakai schneit es und hier vor Ort fällt die Temperatur Richtung null Grad bei Dauerregen. In Noboribetsu betreiben wir Hotelhopping! Für die nächsten zwei Tage habe ich uns einen weiteren Touristenbunker reserviert. Gegen 10:00 checken wir aus und fahren genau 800 Meter zurück in die Stadtmitte. Unser Ziel ist das Hotel Mahoroba. Von außen ein Kasten, im Inneren mehr der Stiel der späten 70er. Das Zimmer aber sehr geräumig und mit allem ausgestattete was man so braucht. Aber die wahren Qualitäten offenbaren sich bekanntlich erst bei genauerem Hinsehen oder sollte ich besser sagen, zur Essenszeit bzw. im Onsen. Das Buffet ist riesig und von hervorragender Qualität, die Anakonda kommt hier richtig in eine Reizüberflutung und der Onsen ist gigantisch groß und alle Wasserqualitäten (Badebecken) werden hier angeboten. So verbringen wir hier zwei geruhsame Tage mit Shopping, Sightseeing und Thermenbesuch. Noch ein Wort zu diesem Ort, Noboribetsu hat etwas 55K Einwohner und ist DER! Onsen-Ort in ganz Japan. Das Mekka der Thermalbader und Nudisten. Aufgrund der vulkanischen Aktivitäten gibt es hier unzählige qualmende Schlote, sprudelnde Quellen und – soweit ich es richtig behalten habe – 7 verschiedene Wasserqualitäten, die aus dem Boden kommen. Von Salzwasser bis Sulfid ist alles dabei. Die Landschaft erinnert mehr an eine Erde von vor tausenden von Jahren. Zum Glück ist noch recht wenig los, der Tourismus beginnt gerade erst sich wieder zu erholen, so ist es für uns sehr angenehm und die nur 4 Busladungen mit den Menschen aus dem Reich der Mitte, umgehen wir großzügig. Es ist recht entspannt und wir nähern uns dem Ende des ersten Teilabschnittes unserer Reise. Morgen geht es zurück nach Chitose Airport und nach etwa 1700km kann ich hoffentlich den Mietwagen ohne Probleme zurückgeben. Danach geht es erstmal mit dem Zug weiter. Ganz ökologisch oder so. Vielleicht sollte Anna-Lena oder wie heißt unser feministische Außenbeauftragte, diesen Bericht einmal lesen. In Japan konnten wir wenig von Öko erleben. Die Häuser waren wenig gedämmt, die Räume einzeln mit kleinen Ölöfen beheizt, E.Autos verkaufen die Japaner lieber an uns Deutsche, selber wird der Verbrenner bevorzugt. Plastik wird gerne und ausgiebig genutzt, ach ja an einer Stelle sieht man den Wandel aber doch noch. Die wenigen freien Flächen werden großräumig mit Solarflächen zugebaut, in einem Land wo er recht wenig Platz gibt, schon sehr merkwürdig. Etwas anderes fiel uns ebenfalls auf, fast kein Unrat am Straßenrand, dafür werden verlassene Gebäude einfach sich selbst überlassen und verrotten. Aber genug davon, was bleibt sind unsere sehr schönen Erinnerungen an diese faszinierende Insel. Demnächst geht es mit Teil 10.2 weiter.
Hier noch die 10 Regeln, die im japanischen Onsen zu beachten sind:
Beginnen wir aber zuerst mit der Definition eines Onsens. Ein japanischer „Onsen“ im traditionellen Sinne ist ein Bad, das aus einer (oder mehreren) heißen Quellen (hot spring) gespeist wird und unterscheidet sich vom „Sento“ – dem normalen Bad, vergleichbar mit unseren Thermen – dadurch, daß das sehr mineralhaltige Wasser nicht nur zur Entspannung dient, sondern auch die Gesundheit fördert.
Regel Nr.1: Onsen sind keine Spaßbäder, die Geschlechter baden getrennt, Tätowierungen sind mindestens verpönt, keine Badebekleidung
Regel Nr.2: Die Schuhe bleiben am Eingang zurück
Regel Nr.3: Im Onsen sind alle gleich, im öffentlichen Bereich tragen alle einen Baumwollkimono (Yukata) und ein Jäckchen (Haroi)
Regel Nr.4: Vorher gründlich waschen, dies geschieht auf einem 30!!cm niedrigen Sitzhocker. Ich liebe es mittlerweile.
Regel Nr.5: Nichts verschmutzen. Keine Uhren oder Schmuck ins Bad. Kein Badetuch ins Wasser tauchen.
Regel Nr.6: Im Badebereich nur barfuß, keine Latschen
Regel Nr.7: Ohne Tenugui geht es nicht! Das ist ein kleines Badetuch was die „Scham“ bedecken kann oder zum Abtrocknen dient. Während des Bades, trägt man es auf dem Kopf.
Regel Nr.8: Im Onsen ist für alles gesorgt. Gute Pflegeprodukte, Einweg-Bürsten und Wattestäbchen gehören zum Inventar jedes Onsen.
Regel Nr.9: Nach dem Bad folgt die Ruhe! Ein Ruhebereich ist immer angeschlossen.
Regel Nr.10: Meine Regel, entschlacken macht sehr hungrig.

Autor mit typischer Onsenkleidung, der wahre Japaner geht so auch zum Essen oder kurz mal über die Straße in den Supermarkt! Kein Scherz!
Ehefrau & Schwiegermutter

Hier endet Teil 10.1, weiter geht es demnächst unter 10.2

Reisen in Zeiten von Covid-19, Teil 11.3 Tokyo & Kyoto, Japan, wo alles seinen Anfang nahm

Fortsetzung Teil 10.3

27.4.
Nach einer planmäßigen Shinkansenfahrt erreichten wir heute gegen 10:00 Tokyo Station und machen uns direkt zu unserem Hotel auf. Wir hatten die Zimmer leider erst ab 15:00 aber wir konnten unser Gepäck dort deponieren – und nach unserer Rückkehr, hatte man bereits alles auf unser Zimmer gebracht. Aber davor gibt es noch einiges zu berichten.
Tokyo HbF heißt nicht umsonst „Station“. Das Areal ist riesig, erstreckt sich auf verschiedene Ebenen, 10 Stockwerke oberirdische und 3 in der Tiefe. Im Untergrund gibt es z.B. eine ganze „Freßebene“, z.B. die berühmte Ramenstraße, wo ein Suppenladen dem Nächsten folgt und jedes Restaurant ein eigenes „Hausrezept“ hat. Es ist selbstverständlich, dass wir dort zu einem späteren Zeitpunkt waren! Zuerst hieß es aber ca. 1,7 km quer durch die City, bei strahlendem Sonnenschein, zu unserem Hotel. Mein kleiner Muli hat hier klaglos ihren Job gemacht. Im Hotel angekommen, dann eine kleine Überraschung! Obwohl nicht gebucht, war das zwar spartanische Frühstück und die Softgetränkebar im Preis (35€ pro Zimmer/Tag) enthalten. Wir deponierten unsere Rucksäcke und stürzten uns ins pralle Leben. An dieser Stelle ein kleiner Hinweis, auf den ich ganz am Ende genauer eingehen werde. Ohne Daten-SIM ist man hier als Neuankömmling aufgeschmissen. So – Du oh Reisender bedenke dies, es ist easy wenn du online bist, ohne dieses Hilfsmittel reist du besser nur organisiert!
Im Hotel ermittelten wir unseren Weg zum Tokyo Sky Tower und dann ging es via U-Bahn, es gibt vier verschiedene Gesellschaften und dazu noch die JR mit Ihrem S-Bahnnetz, zu unserem ersten Ziel. Wir hatten ein sportliches Programm zu absolvieren. Zwischen unserer Ankunft an der Station, unserem Zwischenstopp im Hotel (Almont Inn Tokyo Nihonbashi)

und dem reservierten Zugang zum Sky Tower, hatten wir nur 2 Stunden. Wir schaffen es in 100 Minuten und wurden dann mit grandiosen Eindrücken belohnt. Es ging zuerst in 45 Sekunden auf 350 Meter und danach in den VIP Bereich auf 450 Meter. Leider war es etwas diesig und so konnten wir von hier den Fuji nicht sehen, dafür aber hatten wir einen grandiosen Blick über die Stadt und auf die Bucht von Tokyo.

Für den Abend hatten wir dann ein zweites Highlight. Eine Dinner Bootsfahrt auf den Kanälen und im Hafen von Tokyo. Auch hier hatte ich mir die Koordinaten bereits in Deutschland ermittelt und dank Google Maps und unserer Zauberapp waren wir pünktlich am Treffpunkt. Ab 19:00 schipperten wir dann los und es wurde ein feuchtfröhlicher und kulinarisch recht leckerer Abend. Das Essen war a la Carte aber die Getränkekarte war differenziert und ohne Limit. Es muß wohl gut gewesen sein, die Einheimischen waren recht schnell abgefüllt und ich hatte am nächsten Morgen so meine Startschwierigkeiten.

28.9.
Unsere ursprünglich bei „get your Guide“ gebuchte Tour zum Tokio Fischmarkt wurde leider durch den Veranstalter abgesagt. So war Eigeninitiative angesagt. Wir kamen dann leider nicht in den Händlerbereich, aber der alter Fischmarkt mit seinen Verkaufsständen für das normale Volk und die Touristen hat, wie man gleich sehen kann, auch seine Reize. Ich fasse es an dieser Stelle einmal kurz zusammen: Dani will 2 Wochen nur Tokyo und meint damit diesen Markt. Das Fleisch, was wir aßen kostete im Kilo 800€ und war ein geschmackliches Feuerwerk, das kleine Thunfisch Filet der Kategorie 2 von 3 zerfloß mir auf der Zunge, so zart war es und bei 60€ pro 100 Gramm schmolzen auch recht schnell unsere Barschaften dahin.

So war zwischendurch der Besuch eines Tempels recht nützlich um die Genußsucht, etwas in den Griff zu bekommen.

Danach ging es weiter über den Markt, ein kleiner Snack nach all der Aufregung mußte dann noch sein.

Auf dem Markt gibt es neben Eßständen, dem Großhandel für die örtliche Gastronomie, natürlich auch weitere diverse Stände rund um das Thema Essen. Mir hatte es bereits am Anfang ein Messerladen angetan und so kam ich auch zu zwei sehr schönen scharfen Teilen.

Am Abend dann machten wir uns auf zu unserem Treffpunkt, zu einer geführten Tour durch das Nachtleben von Shinjuku. Leider fanden wir unseren Guide nicht und so ging es dann auf eigene Faust durch das Nachtleben und bevor ich zu meiner Ramensuppe kam, gingen wir dorthin, wo der genußsüchtige Japaner zünftig ein leckeres Bier nebst Bratwurst verschmaust.

Auf dem Rückweg zum Hotel.

Tokyo wimmelt nur so von Selbstdarstellern, ein Landei wie wir kommt aus dem Staunen gar nicht heraus

29.4.
Heute geht es per Shinkansen Super Express ab 10:00 nach Kyoto.
Kleiner Tipp, während der Fahrt kann man prima den Fuji sehen, dazu sollte bei der Reservierung der Zugtickets die rechte Seite (C & D Plätze) ausgewählt werden. Reist man nicht in den Green Cars sondern normal, ist die Bestuhlung 3 á 3, somit auf den rechten Fensterplatz achten!
Für diese 450km brauchen wir etwas weniger als 3 Stunden. Bei unserer Ankunft haben wir dann etwas Freizeit und um 14:00 treffen wir dann hoffentlich Giuseppe, unseren Guide für eine private Führung durch Kyoto. Gegen 20:00 geht es dann zurück nach Tokyo.
So wir sitzen bereits im Zug zurück nach Tokyo. Unser Tagesausflug nach Kyoto hat prima geklappt. Unser Führer, „Giuseppe“ ein Student aus Bella Italia erwartete uns am verabredeten Treffpunkt und erkundete zusammen 4 Stunden mit uns die alte Kaiserstadt Japans. Wir erfuhren recht viele interessante Dinge zur Kultur der alten Japaner. Weiter darauf einzugehen würde nun einen 4 stündigen Monolog heraufbeschwören aber das will ich an dieser Stelle nicht. Wer Interesse hat und nach Japan will, ganz zum Ende empfehle ich das Reisebüro über dass wir diesen Ausflug gebucht haben, nebst WhatsApp Nummer von Giuseppe. Einziger Wermutstropfen war, das wir etwas Pech mit dem Wetter hatten. Gegen 17:00 fing es heftig an zu regnen und so machten Dani und ich mich direkt nach der Führung auf den Weg zurück zum riesigen Bahnhof von Kyoto. Eigentlich wollten wir uns noch ein wenig das Gesha Viertel anschauen aber das fiel dann buchstäblich ins Wasser.

30.4.
Unser letzter Tag ist nun bereits vergangen. Wir hatten noch zwei Highlights auf dem Programm.
Morgens ging es zu TeamLab Planets Tokyo (einfach mal gogglen) und die Bilder ansehen.

Am späten Nachmittag, es hatte zum Glück aufgehört zu regnen, machten wir uns dann noch auf zum Heli Airport von Tokyo. Es erwartete uns noch ein kleiner Rundflug. Für uns Beide das erste Mal in einem Heli, was für ein Gefühl, unbeschreiblich.

1.5.2023 Rückflug
Um 7:00 (natürlich auf die Minute) fuhr unser Airportbus vom nahen Tokyo City Air Terminal los. Nach 30 Minuten erreichten wir Terminal 3 und 15 Minuten später waren Check Inn, Sicherheitscheck und Ausreiseprozedur erledigt. Ich liebe die 1st. Class. Nun sitzen wir in der ANA Suite Lounge und genießen noch ein paar kulinarische Leckereien.

Boarding ist dann um 11:15 und wenn alles weiterhin so planmäßig verläuft, startet unsere 747-800 der Lufthansa unter Flugnummer LH717 gegen 11:45 Richtung Frankfurt. Mit etwas Glück können wir in Ffurt dann noch der Lufthansa ersten Klasse Lounge im Terminal einen kurzen Besuch abstatten. Der Anschlußflug nach Düsseldorf LH088 sollte uns dann gegen 22:05 ans vorläufige Ziel bringen. Wir werden in Ddorf dann übernachten und ich fahre dann am nächsten Morgen von dort direkt zur Arbeit nach Aachen. Mein Arbeitgeber verzeiht mir dann hoffentlich die nicht ganz korrekte Bekleidung!

WIR DURFTEN EINEN WUNDERVOLLEN URLAUB ERLEBEN UND VERSPRECHEN, JAPAN WIR KOMMEN ZURÜCK!

Was uns besonders aufgefallen ist:
-Stichwort Toiletten im privaten u. öffentlichen Raum, SAUBER
-Autofahren ist recht unaufgeregt, trotz Linksverkehr, geringe Geschwindigkeiten, die zu 90% um 10-20 km/h überschritten werden, jedoch überholt wird fast nie, sehr passive Fahrweise. Aber Achtung, fast überall gilt im öffentlichen Raum ein Parkverbot, Missachtung ist sehr teuer.
-Der Service und Freundlichkeit wird hier groß geschrieben, jedoch sind Regeln und Gebote strikt einzuhalten, da versteht der Japaner keinen Spaß
Im Onsen gilt komplettes Nacktbaden, Geschlechter bleiben getrennt, das Wasser ist oftmals sehr heiß, meine anfangs getätigte Aussage zum Tattooverbot im Onsen kann ich nicht bestätigen. Es war überall auch mit Tattoo möglich. Wer jedoch sicher gehen will, über Amazon.jp direkt Tattoo Pflaster (Foundation Tape) bestellen und ins erste Hotel liefern lassen. Diese „cover“ sind wesentlich besser als die unter Amazon.de angebotenen.
-sehr viele ältere Menschen arbeiten noch, hierbei handelt es sich i.d.R. um leichte Tätigkeiten, die sehr oft aus Langeweile oder Pflichtgefühl geleistet werden. Die Bezahlung steht hier nicht im Vordergrund
-Es gibt kein Trinkgeld, der Japaner erwartet es nicht und es verletzt ihn in seiner Ehre, kleine Geschenke sind aber gerne gesehen

Nützliche Tipps / Hilfsmittel:

-Daten-SIM fürs Handy besorgen. Geht bei der Ankunft in Japan, noch einfacher bereits in D. An genügend Datenvolumen denken, lieber 1GB mehr als zu wenig.
-EU-Bürger benötigen kein Visum – aber bei der Einreise ist vor Ort ein Einreiseformular auszufüllen. Es geht aber viel schneller und bereits von zu Hause aus. Unter „Visit Japan Web“ findet man hierzu die nötigen Seite: http://www.vjw-Ip.digital.go.jp/en/
Dort werden alle nötigen Daten recht einfach und schnell erfaßt und man hat 3!! Sachen im Voraus erledigt: Immigration, Custom und mögliche Einfuhrzölle. Wer die „Fast Lane“ bei der Einreise nutzen will, dem lege ich dies ans Herz
-nützliche Internetseiten:
https://hokkaido-safe-travel.brdg.site/images/pdf/drive_book_deutsch.pdf (Wer selber Autofahren will)

https://wwwtb.mlit.go.jp/hokkaido/bunyabetsu/kankou/gaikokuzin/sushiguide/index_sushiguide_eigo.html (1.PDF ein Sushi Handbuch)

https://www.japanrailpass-reservation.net/.(Infos zum Rail Pass)

https://www.japan-experience.com/de. (kann man alles bereits in D bestellen, auch Ausflüge in Tokyo/Kyoto, Daten SIM und Suica Card)
WhatsApp von Giuseppe, Kyoto Führer +81 80-4970-2751

-nützliche Apps:
NAVITIME Japan, für alle Öffis, besonders JR und Metro
JapanOfficialTravelApp, der Name spricht für sich
TokyoOsakaKyoto Subway Map, alle Routen auf einen Blick
Suica Card Reader, die Karte ist ein muß, die App dazu praktisch
Google Übersetzer, Online lässt sich z.B. jedes Bild übersetzen
Währungsrechner Finanzen100, der Name spricht für sich

Rent a Car:
Von Deutschland aus praktisch über CHECK24, wir waren zufrieden
Wichtige Regeln und Tipps hierzu:
Im Mietvertrag bedeutet CDW = Collision Demage Waver = Selbstbeteiligung, NOC = Non Operation Charge = Ausgleich Schaden Vermieterausfall bei einem Unfall
-Linksverkehr!!
-Vorsicht beim Rechtsabbieger, Gegenverkehr und Rechtsabbieger haben Vorfahrt
-Stoppschild sieht aus wie unser „Vorfahrtachten Zeichen“ und ist strikt zu befolgen, so wie wir es in der Fahrschule gelernt haben
-40/60km/h Ortschaften/Außerhalb, der Japaner fährt i.d.R 10km/h schneller
-Tanken, besser keine Selbstbedienung, sondern Bedienung, man sagt „Ma-n-Ta-n“ und „Credit Card“ und überreicht diese, der Wagen wird dann voll getankt. Benzin=regulär=rote Zapfpistole
-Navigation, besser ein eigenes Navi (Garmin) nebst Halterung und Ladekabel (Zigarettenanzünder) mitbringen und natürlich die Tour vorher am PC planen. Jedoch die Navigationsapp in jap.Autos ist recht interessant. Eingabemöglichkeit z.B. Telefonnummer oder spezieller MAP Code den viele interessante Orte haben. Mehr hierzu siehe meinen Hinweis bei den Internet Links
-Japaner überholen recht ungern, es bilden sich dann lange Schlangen hinter „Kriechern“.
-Absolutes 0,00%!!!!! Alkoholverbot am Steuer
-vor jedem unbeschränkten Bahnübergang ist zwingend ein Stop!!
Schild zu befolgen, schauen und dann erst weiterfahren

Reisen in Zeiten von Covid-19, Teil 11.2 Honshu, Japan, wo alles seinen Anfang nahm

Fortsetzung Teil 10.2
18.-19.4.

Am 17. waren wir letztmalig bis Mitternacht noch im Onsen. Zu diesen Zeiten ist hier recht wenig oder sollte ich besser sagen, gar nichts los. Im Männerbereich zählte ich 6 Personen. Bei einer Kapazität von 500 Körbchen – darin werden die persönlichen Sachen abgelegt – kann man erahnen, wie groß dieser Onsen ist und wie leer es sich nun „anfühlt“. Folgend noch ein paar Eindrücke.

Da wir unsere Rucksäcke bereits gepackt hatten, war dann recht schnell Zapfenstreich und nach diesem erholsamen Bad, schliefen wir tief und fest.
Der nächste Morgen war dann bereits eingeübte Routine, Wecker gegen 6:00, Frühstück ab 7:00 und gegen 8:15 brausten wir vom Parkplatz zurück Richtung Sapporo Chitose. Wir wollten zeitig den Mietwagen abgeben, um einen Puffer für die anstehende erste Bahnreise zu erhalten. Eigentlich mußten wir erst gegen 11:00 den Wagen abgeben, wir schafften die 75km aufgrund der Verkehrslage aber besser und so standen wir bereits gegen 10:00 auf dem Parkplatz des Vermieters und nach weiteren 20 Minuten saßen wir bereits im Shuttlebus Richtung Flughafen und der dort angesiedelten Bahnstation. Dani machte noch schnell ein
Foto in unserem ersten Hotel (Airporthotel) und dann nahmen wir den Regionalexpress Richtung Minami-Chitose (Anschlußbahnhof).

auf Wunsch einer lieber Leserin, wir haben die Insel einmal umrundet. Ausgenommen der Zipfel im Osten mit den Bären 🐻.

Der Zug war überfüllt, da wir aber nur eine Teilstrecke (3 Minuten) stehend bewältigen mußten, war das kein Ding. Für die weiteren und alle darauf folgenden Zugfahrten hatten oder werden wir uns Reservierungen besorgen. Dies ist ein muß für alle Shinkansen Züge. Ohne diese Reservierungen kommt der Fahrgast nicht auf den Bahnsteig. Da ich diese Zeile bereits rückblickend schreibe, erfolgt nun das hohe Lied auf die JR (Japan Rail, Japanische Bahn). Egal ab Regional- oder Überregionalverkehr, egal ob letztes Bahnhofsklo, Zugklo oder Toilette in einer Millionenstadt, alles pünktlich – alles Tipp-top sauber. Ich empfehle dem ein oder anderen Zeitgeist aus Deutschland einmal eine Schocktherapie hier in diesem Land. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass in Japan zu 99,9% nur Japaner leben, ich weiß nicht ob es daran liegt dass die Erziehungsmethoden und der Respekt untereinander ein anderer ist als in meiner Heimat, was ich aber gesehen habe, sind eklatante Unterschiede. Kein Müll am Straßenrad, ein Bahnverkehr mit null Verspätungen, kein Vandalismus, keine Verkehrskontrollen (nach über 1600 gefahrenen Kilometern), ein überaus rücksichtsvolles Miteinander, all das macht mich schon etwas neidisch und ich muß sagen, dass ist das erste Mal auf all meinen Reisen.
Aber kommen wir zurück zum Reisebericht. Um unseren ersten Shinkansen-Zug zu erreichen, nahmen wir ab Minami-Chitose eine Art IC und fuhren recht entspannt in der ersten Klasse (heißt hier grüner Wagon) bis Shin-Hakodate-Hokuto. Die Stadt Hakodate erreichten wir nach entspannten 3 Stunden und das war dann auch schon fast der südlichste Zipfel von Hokkaido.

Im hiesigen Bahnhof wechselten wir dann in das separate Shinkansen Terminal und bestiegen fahrplanmäßig den Shinkansen Hayabusa nach Tokyo über Shin-Aomori.
Auch diese, wie alle weiteren Fahrten absolvierten wir in der ersten Klasse. Zu diesem Zweck, hatten wir uns bereits in Deutschland ein entsprechendes „Touristenticket“ mit 14-tägiger Gültigkeit besorgt. Dieser Japan Rail Pass ist echt klasse, er berechtigt zur Benutzung von allen Zügen, Bussen, Fähren und S-Bahnen (ausgenommen U-Bahn) die von JR betrieben werden. Wer so ökologisch auf der mittleren Hauptinsel unterwegs sein will wie wir, der sollte diesen Pass ins Auge fassen. Leider habe ich eine schlechte Nachricht! Demnächst verteuert sich dieses Ticket drastisch. Wir bezahlten p.P. 64.000 Yen, aufgerufen sind 110.000. Ob sich dann dieses Ticket noch lohnt, mag jeder zukünftig für sich entscheiden und vielleicht mehr die regionalen Angebote berücksichtigen. Wir hatten jedenfalls noch Glück und reisten bisher sehr entspannt.
Um von Hokkaido nach Honshu zu gelangen muß der Shinkansen den Seikan Tunnel (seit 2016) benutzen. Wir rasen mit Höchstgeschwindigkeit (320 km/h) durch die ewige Nacht des Tunnels und nach ca. 54km ist es geschafft, wir sind auf Honshu angekommen. Zum Vergleich, der bislang längste Bahntunnel, der Eurotunnel zwischen Dover und Calais, mißt 51km.

Es dauerte dann nicht mehr lang und gegen 17:20 erreichten wir den Shinkansen Bahnhof Shin-Aomori und von dort nahmen wir dann wieder den bekannten Rapid Train nach Aomori wo ich uns ein preiswertes Hotel gebucht hatte. Die Zimmer sind nun etwas übersichtlicher, enthalten aber alles was man so braucht und das Frühstück ist weiterhin sehr gut.
Ich kann das Hotel MYSTAYS Aomori nur empfehlen, wir schliefen hervorragend und das Bad erinnerte uns etwas an den Onsen. Wir lieben zwischenzeitlich den kleinen „Schemel“.

Abends folgte dann der Besuch in einer kleinen Rahmen-Bar. Lecker!

größer war der Laden nicht

Die weitere Reise ist nun sehr viel besser planbar, da ich auf die Verläßlichkeit der JR vertrauen kann. Aus diesem Grund geht es nun morgens etwas später los. Nach einem gemütlichen Frühstück nahmen wir den Expresszug zurück nach Shin-Aomori, buchten die noch fehlenden Platzreservierungen und bestiegen auf die Minute genau, einen weiteren Shinkansen der uns mit einmal Umsteigen (natürlich keine Verspätung) an unseren Zielort nach Sendai brachte. Sendai ist mit 1 Mio. Einwohnern ein erster Vorgeschmack auf das, was uns nun in den nächsten 2 Wochen erwarten wird. Vom ländlichen (wilden) kalten Norden in den städtischen, frühlingshaft-sommerlich, milden Mittelteil von Japan. Die Hotels in diesem zweiten Abschnitt unserer Reise liegen alle fußläufig gut erreichbar, nicht weit vom Bahnhof entfernt. So erreichten wir gegen 14:00 Uhr und bei ca. 18 Grad Außentemperatur, unsere nächste Unterkunft, das Hotel Sotetsu Fresa Sendai (zu empfehlen).

Auf dem nahen Markt erstand Dani eine kleine Schachtel Erdbeeren. Wußtet ihr, dass es in Japan eigens eine Wissenschaft gibt, die sich mit der Zucht und Verfeinerung dieser Frucht beschäftigt? Die paar Früchte waren schweineteuer, aber ich habe selten so etwas leckeres gegessen.

Abends waren wir dann im „Vergnügungsviertel“ von Sendai unterwegs. Vergnügung in Japan heißt dann Essen oder Shopping. Selbst Dani hatte dann nach 2 Stunden permanenter Reizüberflutung genug und wir gingen zurück in unser Hotel. Morgen ist ja auch noch ein Tag in Sendai!

20.4.
Heute hatten wir den ersten Sommertag in diesem Jahr. Die Sonne knallt bei strahlend blauem Himmel herab und gegen Mittag erreicht das Thermometer in Sendai die 22 Grad. Das es nachts dann Richtung 5 Grad gehen soll, davon wollen wir morgens noch nichts hören. So starten wir nach einem gewohnt guten Frühstück zu unserer kleinen Stadtbesichtigung. Wir erfahren endlich wo der Weihnachtsmann Urlaub macht, treffen den kleinen Budda und endlich kommt Dani auch zu Ihren Kirschblütenfotos.

Dazwischen machen wir mit einem Sightseeing Bus zweimal eine Runde durch die Stadt – wobei ich von den 1,5 Stunden sicher 50% im Bus verschlafe – aber meine Frau sagte mir, es lohnte sich!
Da ist mir die Erkundung zu Fuß doch viel lieber. Im vollen Bus und bei voller Fahrt entstehen keine schönen Schnappschüsse.
Aus der Rubrik „kurios“ veröffentliche ich nun dieses Bild. Eine Tankstelle ohne Zapfsäulen. Aufgrund des Platzmangels hat man hier, einfach alles auf den Kopf gestellt.

Noch ist nicht viel los in Japan. Ein Blick in die Einkaufsstraßen offenbart teilweise noch gähnende Leere. Dort wo Japaner für das tägliche Leben einkaufen, ist natürlich immer was los. Selbst an den Bushaltestellen, ist der Andrang noch überschaubar. Aber bitte immer in Reih und Glied und schön im abgegrenzten Bereich. Ich bin selten so entspannt in einen Bus eingestiegen 🙂

Sendai macht sich übrigens gerade hübsch. Vom 12. -14.5. treffen sich hier die G7 Staatschefs. Ja genau in Sendai in einer Stadt, die nur 50km vom Reaktor in Fukushima entfernt ist. Na wenn diese wichtigen „Tiere“ nach hier kommen, dann brauche auch ich mir wegen der angeblichen radioaktiven Verseuchung keine Sorgen zu machen.

Denken wir lieber an die angenehmen Dinge des Lebens. Nach der „kleinen Sushibar“ folgt dann heute „meine kleine Bierbar“. Es geht doch nichts über ein gepflegtes Sapporo und einen kleinen Happen zum Bierchen. Na dann prost.

Abends dann ein letztes Foto vor dem Bahnhofsgebäude mit seinen zig Kaufhäusern. Morgen geht es weiter Richtung Niigata. Gute Nacht aus Sendai der Stadt der vielen Bäume.

20.-21.4.
Schon einmal von der Stadt Niigata gehört? Ganz ehrlich, ich vor dieser Reise bewußt noch nie. Dabei ist das die Stadt / Region in Japan wenn es um den besten Reis und einen guten Sake geht.
In dieser Stadt gibt es zudem einige Mikrobrauereien und so sollte es hier auch ein frisches Bier geben.
Nebenbei liegt diese 800K Einwohner große Stadt am Meer, genauer gesagt an der Westküste, also dem Japanischen Meer zugewandt. Es liegt also nahe, dass es hier auch gute Meeresfrüchte geben sollte. Das war an sich die Intension, warum ich mir dieses Ziel auf unser Reise ausgesucht habe. Den Rest lernten wir erst in den letzten zwei Tagen schätzen oder sollte ich besser sagen gaumenmäßig genießen.
Aber fangen wir der Reihe nach an. Die Anreise erfolgte auch dieses Mal mit der JR. Unsere Shinkansen waren, wie kann es anders sein, pünktlich und saubequem.

Das Hotel (Toyoko Inn Niigata Ekimae) haben wir schnell gefunden und erfreulicherweise, war unser Zimmer diesmal etwas größer. Leider war dafür das Frühstück mehr japanisch schlecht als gut.

ein Teil des G7 Treffens findet in Niigata statt, hoffentlich sieht der Kinderbuch Robert nicht das viele Plastik. Den 140 Mio. Japanern ist das offensichtlich egal!

Die nächsten zwei Tage ließen wir es uns, wie kann es anders sein, gut gehen. Wir genossen die gute Aussicht, testeten ca. 12 Sake von über 100 Möglichkeiten, besuchten ein altes japanisches Anwesen und waren überrascht von soviel Schlichtheit. Wir schlenderten durch eine Fischhalle und vernichteten so manche Auster und Dani mußte natürlich zum Meer. Das auf dem Weg dorthin auch noch eine kleine Brauerei nebst Verkostung anstand, versteht sich von selber. So vergingen diese zwei Tage recht unspektakulär und die Krönung, das meine ich jetzt nicht ernst aber es passt so schön dramatisch, war der Besuch in einer deutschen Lokalität. Nach zwei Wochen mußte es – man kennt mich – endlich noch mal eine Wurst sein.

23.-27.4.

Nagano, da war doch was? Richtig ein zweites Mal die Olympischen Winterspiele. Nach Sapporo (1972) fanden die Spiele erneut in Japan statt. Nagano war 1998 Ausrichter und genau dorthin hat es uns für die nächsten 5 Tage hin verschlagen.

Verschlagen ist zwar nicht ganz korrekt, es sollte besser ver-shinkansen heißen. Ach was sag ich, mir graust es schon, wenn ich an die deutsche Bahn denke. Auf dem Weg von Niigata nach Nagano (Luftlinie ca. 160km) mußten wir zweimal umsteigen, saßen bequem in zwei Shinkansen der letzten Baureihe, legten ca. 320km zurück, hatten null Verspätungen und waren nach genau 1 Stunde und 40 Minuten am Ziel. So macht Bahnfahren Spass und dass, obwohl ich wie ein Muli bepackt bin.

Unser Hotel, das Metropolitan Nagano liegt nur 300 Meter vom Bahnhof entfernt und so sind wir schnell dort und bereits gegen 13:30 eingecheckt. Unser Zimmer ist klein aber fein, das Bad wie immer mit hightech Toilette und ich nehme es bereits vorweg, das Frühstück läst uns nicht klagen, es gibt bereits Sake zum Frühstück. Obwohl, wir haben schon besser gegessen, man sind wir dekadent.

Die Region um Nagano, die Präfektur um es genauer zu sagen, ist das Dach Japans. Hier, in den japanischen Alpen kommt vieles zusammen und wir hoffen, in den nächsten Tagen einiges davon zu erleben. Ich sage nur Berge, Kulturgeschichte, bildschöne Bauwerke und eine hervorragende Küche. Beim Letzteren kann ich mir eigentlich schon fast keine Steigerung mehr vorstellen.
Zu den Delikatessen zählen, Ringo (angeblich die besten Äpfel der Welt), Teuchi soba (handgemachte Buchweizennudeln), Wasabi (japanischer Meerrettich aus den Sümpfen), Hachinoko (Bienenlarven) und Inago (Grillen). Bei letztgenannten werde ich wahrscheinlich passen müssen.
Kommen wir zurück zur Kultur. Gleich nach dem einchecken, machten wir uns auf, den Zenkö-ji Tempel oder besser die gesamte Anlage zu besuchen. Hierbei handelt es sich u.a. um den größten Holzbau Japans, mehrfach abgebrannt und ursprünglich aus dem 7. Jh.

Nach soviel Kultur wird man hungrig. Wir sind dann in ein Kaufhaus und haben uns eine Sushi Variation zusammengestellt. Das Thunfischfilet war hierbei göttlich. Ein kleiner Tipp, wie überall auf der Welt, kann man einen großen Teil seiner Barschaft in einem Restaurant lassen. Dies ist auch hier problemlos möglich, aber – in jedem größeren Supermarkt gibt es auch eine hervorragende Take away Theke, dort bekommt man alles bereits fertig zubereitet. Besteck und wenn nötig eine Mikrowelle findet sich dann am Ausgang. Selbst Gewürze gibt es dann gratis an der Kasse. So oder ähnlich haben wir es diesmal gehandhabt, den Thunfisch habe ich nur mit einem Taschenmesser zerteilen müssen, kein Kunststück, er war butterzahrt. Dann gab es noch die obligatorischen Erdbeeren und bei einem Tee bzw. Kaffee (das ist einer zum selber Brühen) klang der Tag so langsam aus.

Montags ließen wir es gemütlich angehen, wir erkundeten die Innenstadt, es gab Süßigkeiten für mich, ein paar schöne Impressionen am Wegesrand und natürlich ein leckeres Ramensüppchen in einem typischen Schnellrestaurant. Man beachte zuerst den Bestellautomat und dann das Ergebnis. Mission completed!

Ausblick, am Dienstag und Mittwoch haben wir nochmals einen Mietwagen zur Verfügung. Es geht dann raus ins Umland. Mal sehen was wir berichten werden. Den Abend genießen wir dann noch bei einem oder zwei Cocktails. Gute Nacht!

Dienstag, die Wetterprognosen deuten auf eine Schlechtwetterfront hin. Spätestens am Nachmittag ist massiver Regen vorhergesagt. Aus diesem Grund und weil Dani etwas von einer Tateyama Kurobe Alpine Route gelesen hat, machten wir uns auf, die japanischen Alpen etwas genauer zu erkunden. Wir fuhren nach Ogizawa (1433m) und buchten eine kombinierte Fahrt nach Murodo (2450m). Hierbei kamen dann verschiedene Transportmittel zum Einsatz. Wir fuhren mit einem E-Bus durch endlose Tunnel, erreichten Japans höchsten Stausee, benutzten eine Zahnradbahn, nahmen die weltweit längste trägerlose (freitragende) Seilbahn und nach einer weiteren Fahrt durch endlose Tunnelsysteme, über uns der Mt. Tateyama (3015m), erreichten wir Murodo mit seiner berühmten Schneewand. Diese Straße, wird jedes Jahr in den neuen Schnee gefräst und ist and der höchsten Stelle satte 15!! Meter hoch. Normalsterbliche kommen nur zwischen dem 15.4 und Ende September hier herauf. Danach beginnt der endlose Schneefall und alles, was restlose weggetaut ist, baut sich dann wieder auf. Jedes Jahr 15 Meter Neuschnee.
Aber lassen wir Bilder sprechen, wir waren ziemlich beeindruckt.

Als dann die erwartete Schlechtwetterfront herankam und es anfing zu schneien, machten wir und schleunigst auf dem umgekehrten Weg zurück ins Tal wo es dann in Strömen regnete.
Auf dem Nachhauseweg begegneten uns uns dann noch die ersten freilaufenden japanischen Affen, es sollte ein Vorgeschmack auf den nächsten Tag sein. Kurz machten wir auch noch einen Abstecher zur Daio Wasabi Farm und deckten uns reichlich mit dem grünen Zeug ein. Abends gab es für den „Driver“ dann zur Belohnung noch eine Ramen Suppe.

bei Dauerregen hat auch ein Affe ein Recht auf einen Schirm

Am nächsten Morgen (Mittwoch), brachen wir dann auf nach Jigokudani Yaen Koen, dem Affenpark und hofften darauf, diese Tiere in Ihrem eigenen Onsen baden zu sehen. Leider war es nicht kalt genug und so hatten die Affen zu einem warmen Bad keine Lust. Im strömenden Regen gelangen uns trotzdem einige unvergessliche Momentaufnahmen.

Nach zwei Stunden hieß es Abschied nehmen und wir fuhren weiter in ein beschauliches „Alpental“. Hier steppt im Winter der Bär. Skigaudi an allen Ecken. Jetzt jedoch ist Ruhe eingekehrt und dieser Ort steht für ein einmaliges Badevergnügen in Japan. Ca. 15 verschiedene Onsen gibt es hier, alle „Public“ d.h. frei und kostenlos zugänglich. Ich spreche vom Dorf Nozawa Onsen. Wir badeten reichlich, in so manchem Badebecken verbrühten wir uns regelrecht und nach dem 4 Onsen war dann Schluß. Wir mußten zurück und den Mietwagen abliefern.

Den Tag abgeschlossen habe ich dann mit einem der berühmten und tatsächlich sehr leckeren japanischen Äpfel aus Nagano. Keine Frage, lecker war er, ob es nun der Beste war, wer weiß das schon.

Vorankündigung.
Morgen brechen wir dann zur letzten Etappe unser Reise auf. Es geht nach Tokyo. Die Stadt der Superlative! Nehmen wir New York zum Vergleich. N.Y. hat ca. 8,5 Mio Einwohner. Nicht schlecht, aber kein Vergleich zu Tokyo. In der Innenstadt leben 9,6 Mio Einwohner und in der sogenannten Metropolregion Tokio sind es gar 42 Mio Einwohner. Ganz besonders freue ich mich auf den Tokyo Sky Tree. Mit 634 Metern ist er das derzeit zweithöchste Gebäude dieser Welt und wir haben einen Besichtigungstermin.

Hier endet der 2te Teil. Für Tokyo und Kyoto gibt es dann Teil 3 oder genauer 11.3

Reisen in Zeiten von Covid-19, Teil 10, Uganda – Gorillas im Nebel

20.01.2023

Einen lang gehegter Traum geht nun in Erfüllung. Schon lange wollte ich die Berggorillas und meine Freunde in Uganda besuchen. Als vor einigen Monaten Brussels Airways ein gutes Flugangebot rausgehauen hat, schlug ich zu. Selbstredend gehört die Airline zum Lufthansa Konzern und so bin ich auch dieses Mal gespannt, wie es mir beim einchecken und in der Flughafenlounge gefallen wird. Aber hierzu an einem anderen Tag.
Freitags nach der Arbeit ging es zuerst einmal zum Hbf und dann mit dem ICE in der ersten Klasse nach Brüssel Nord. Dort verpasste ich zwar den Anschlußzug, wer die Dt. Bahn kennt, der rechnet damit, aber ab Brüssel Nord fahren regelmäßig IC zum Airport nach Brüssel. So musste ich nur meine DB App checken und 10 Minuten später saß ich bereits im nächsten Zug und nach einer Fahrzeit von 10-15 Minuten war ich dann endgültig am Flughafen. Da mein Flug erst samstags starten wird, habe ich hier in der Nähe ein Flughafenhotel. Das Novotel Brussels Airport kann ich sehr empfehlen. Ein Shuttle Bus verkehrt alle 20 Minuten und so war ich nach weiteren 30 Minuten bereits im Hotel eingecheckt, sitze in der Bar und genieße ein leckeres Leffe nebst Pizza. Der Tag neigt sich dem Ende entgegen und was mich angeht, ich bin mit dem Ablauf sehr zufrieden. Morgen geht es um ca. 7:30 zum Airport und der Flug Richtung EBB (Entebbe, Kampala) startet gegen 10:40 unter SN465. Diesmal sitze ich ganz normal auf Platz 40D. Ob ich mich daran gewöhnen kann :-)? Zum Glück gibt es vorher den Lounge Test, ich werde berichten. Gute Nacht! 😴💤😘🌙

21.01. 9:15 morgens
Was soll ich sagen, alles paletti! Aber der Reihe nach. Mein Wecker ging gegen 6:20, nach der Morgenwäsche nahm ich den Shuttlebus um 7:40 und enterte den Flughafen gegen 7:50. Mein CheckIn Schalter war bereits geöffnet und dank „Senator-Status“ konnte Krethi mit dem Eco-Ticket ganz easy Business einchecken und nach der Kontrolle meines Visa und des Covid Impfstatus war schon alles geregelt. Gelbfieberimpfung, war hier noch kein Thema. Die nette Dame erzählte mir dann noch, wo meine Lounge ist und dann ging es via fast Lane direkt durch die Sicherheitskontrolle und vor der Passkontrolle war auch nichts los. So saß ich bereits um 8:00 in der Lounge. Am Eingang zur Lounge war dann noch eine gute Tat fällig. Als „Gold“ Kunde kann ich einen beliebigen Fluggast mit in die Lounge nehmen. Als ich die Lounge betreten wollte, war gerade eine Horde Amis eingefallen, die alle 29€ berappen mußten. Einem ersparte ich diese Ausgabe. So nun bin ich Pfadfinder des Tages!
In der Lounge – ich war der erste Gast des Tages – organisierte ich mir nun ein leckeres Frühstück und das erste Bier, natürlich 0,0%. Nunsitze ich gegen 9:30 in einem gemütlichen Ledersessel, schaue auf das Landefeld und bewundere den Sonnenaufgang. Es scheint ein herrlicher Tag hier in Brüssel zu werden, der Himmel ist wolkenfrei. Das Leben ist schön, wenn man es zu genießen weiß! Das nächste Mal melde ich mich aus Uganda, wahrscheinlich aus meinem Safari Camp. Somit adios Muchachos oder besser Kwaheri – Jambo.

21-22.1, die Anreise
Was soll ich sagen, jede Reise ist gewürzt mit den Dingen, die nicht funktioniert haben. Das es bei mir so früh beginnt und dann so massiert auftrat, war sicher etwas Pech und soweit kann ich schon berichten, am Ende war dann alles ganz OK. Aber der Reihe nach. Pünktlich um 10:20, ich stand gerade zum Boarding bereit, kam die erste frohe Botschaft. Das Gate wird geändert, da der Flieger einen defekt hat. Na prima, ich komme sowieso recht spät in Kampala an und nun dies. Aber was macht man in diesem Fall, richtig, zurück in die Lounge und erst einmal ein paar Gläschen Portwein auf den Schreck. Nach einer Stunde ging es dann erneut zum Gate und dann klappte es besser. Ich saß vorzüglich auf einem Platz mit mehr Beinfreiheit und genoß den Flug. Wir landeten in Ruanda und starteten pünktlich, natürlich mit der mitgenommenen Verspätung. Meine Ankunftszeit war dann gegen 01:20 am nächsten Tag (Samstag). Die Gesundheitskontrolle war nach gefühlten 30 Minuten auch erledigt und so stand ich dann mit meinem e-Visum vor der Passkontrolle. Hier ging dann nichts mehr oder sagen wir besser, um 02:40 war ich durch. Ob mein Fahrer noch wartet?

Egal, zuerst noch Geld tauschen und eine SIM Karte besorgen. Das mit dem Bargeld war nach 5 Minuten erledigt. Mit der SIM Karte brauchte ich bzw. das Personal dann 4 Anläufe. Entweder war das übermittelte Bild der Zentrale nicht gut genug oder meine Unterschrift auf dem Reisepass stimmte nicht so ganz mit dem auf dem SIM Karten-Antrag überein. Irgendwie machten die dann auch noch Mist und so dauerte es und die Zeit verging. Gegen 03:40 war es endlich erledigt und ich verließ den Flughafen. Mein Fahrer war zum Glück geblieben und so brausten wir in die Nacht. Von Entebbe Flughafen bis zum Hotel waren es dann nochmals 40 Minuten und als ich dort ankam war zu meiner Freude das Zimmer anderweitig vergeben und das Hotel ausgebucht. An dieser Stelle gestehe ich, ich hatte rassistische Mordgedanken. Soviel Freundlichkeit und Kompetenz (Ironie off) auf einem Haufen, habe ich selten bei einem Rezeptionisten erlebt. Aber es half nichts. Ich brauchte ein neues Zimmer und mir war bei der Hinfahrt, ganz nah, das Hilton aufgefallen. Also nichts wie hin, lächeln, zücken, freundlich sein und 150$ für 4 Stunden Schlaf berappen. Um 10:00 sollte es schließlich weitergehen. Das Zimmer war super, na klar sollte es auch sein, ich hatte 60 eingeplant und nun 150$ bezahlt.
Kaum im Zimmer schlief ich ein und gegen 9:00 ging mein Wecker. Schnell duschen, Klamotten wechseln und dann blieben noch 10 Minuten fürs Frühstück. Hier kam es dann zur vorletzten, diesmal einkalkulierten Panne. Meine alten Wanderschuhe lösten sich förmlich auf. Der ganze Unterbau zerbröselte nachdem ich stolz damit durch den Frühstücksraum schritt und eine schwarze Spur von Bröseln hinter mir zog. Nun die Stiefel waren schnell entsorgt, ich hatte noch ein weiteres Paar bei mir. Gegen 10:05 stand ich dann abholbereit in der Lobby, doch wo war mein Fahrer? Mir schwante böses und ich hatte eine späte Eingebung. An der Lobby fragte ich nach der Uhrzeit. Die nette Dame lächelte mich an und sagte: 08:10!!! So ein Schei…, ich hatte die Uhr bereits bei der Landung falsch gestellt. So ging ich nun gemütlich frühstücken und machte noch ein kleines Nickerchen. Immer das Beste aus der Situation machen! Gegen 10:00 traf ich dann meinen Guide und den Eigentümer der Touragentur, staubte noch ein Geschenk (eine Trinkflasche) ab und danach brausten wir los. Ab zum kleinsten Nationalpark Ugandas. 6 Stunden Autofahrt erwarteten mich. Die Zeit verging hierbei wie im Flug. Das afrikanische Leben jenseits der Autoscheibe ist schon sehr pittoresk. Im Nationalpark angekommen hatte ich dann noch ein Game Drive, wir sagen dazu Safari und vom Warzenschwein über verschiedene Bockarten, dem stolzen Zebra und der Giraffe gaben sich alle Tiere ein Stelldichein. Nun sitze ich in meinem Safari Camp (Eagle‘s Nest) vor meinem Zelt und genieße eine wundervolle Aussicht ins weite Umland. Ende gut, alles gut, wenigstens für heute.

23.1.2023
On the Road again oder besser Shake the Body Baby!
Keine Angst das ist nicht der Auftakt zu einer neuen Karriere. Es ist mehr ein Hinweis darauf, dass heute Pistenfahren anstand. Ich denke, ich habe jedes Schlagloch zwischen den beiden Lodges mitgenommen und ein wenig resistenter Mensch wäre nun Seekrank, so sehr wurde ich über Stunden durchgeschüttelt. Merke, wer die Berggorillas sehen will muss leiden oder per Flugzeug anreisen.
Aber nun der Reihe nach.
Gegen 5:30 ging heute mein Wecker, ich hatte fantastisch geschlafen. Das letzte was ich hörte, war der Sound des Dschungels und die gleichen Zikaden weckten mich mit Ihrem Gezirpe auf. Nach einer schnelle Dusche ging es zum Frühstück und während so langsam der Nebel die Savanne freigab und die frühen Sonnenstrahlen den Tag begrüßten, genoss ich den ersten Kaffee des Tages.

Nach dem Frühstück ging es dann zur zweiten Safari. Am Eingang der Nshaara National Parks besser bekannt als Lake Mburo National Park erwarte mich schon Moses, meine privater Ranger und mit diesem ging es dann zuerst mit dem Jeep und später zu Fuß durch den Wildpark. Ein paar Bilder füge ich nach meiner Reise hinzu, da ich hier eine andere Kamera benutzt habe. Nur soviel, zwischen mir und den Wildtieren gab es manchmal höchstens 10 Meter Abstand. So Aug in Aug mit einem Warzenschwein, dass hat schon was! Die zwei Stunden vergingen wie im Flug und das war sicher das erste Highlight meiner Reise.

Platzhalter Bilder folgen später

Gegen 10:00 verließen wir dann den Park und Mr. Grace, mein Fahrer und Guide von Africa Nature Holidays drängte zum Aufbruch. Bis zu unsere nächsten Lounge sollten es schließlich rund 7 Stunden Fahrtzeit werden.
Die ersten 5 Stunden waren auch sehr gemütlich. Wir düsten über gut ausgebaute Straßen dahin, ich schlief so manches mal ein und nach einem kleinen Nickerchen bestaunte ich immer das pralle afrikanische Leben, das da so an meiner Autoscheibe vorbeiflog.
Als es dann in die Berge ging verließen wir die asphaltierte Straßen und ab da wurde ich richtig durchgeschüttelt. Nach ca. 1,5 Stunden erblickte ich das erste Mal auf der anderen Talseite Ausläufer des Bwindi Impenetrable National Parks, der Heimat der Berggorillas. Aber bis wir unser Tagesziel, die Ichumbi Gorilla Lodge erreichten, sollte es noch weitere 30 Minuten dauern und die Piste wurde immer schlechter und steiler. Aber auch das meisterten wir oder besser Mr. Grace meisterte es, ich mußte nur versuchen mich nicht bei dieser Schaukelei zu übergeben.
Am Ziel angekommen wurde wir dann mit einer wirklich schönen Unterkunft belohnt. Freier Blick auf den Nebelwald der Gorillas.
Jetzt heißt es etwas entspannen, den Nachmittag genießen und Kraft für den nächsten Tag tanken.

Was erwartet mich Morgen? Nun gegen 6:30 ist Aufbruch. Da ich mir das Nkuringo Gate als Zutrittspunkt ausgesucht habe sind es noch 1,5 Stunden Anfahrtszeit. Dort treffe ich dann auf die restlichen Besucher meiner Gruppe. Es werden bis zu 10 Personen sein. Hinzu kommen noch Träger, 1 Ranger und 2 bewaffnete Soldaten. Der Kongo, die sogenannte Demokratische Republik ist nicht weit entfernt. Dann geht es solange durch den Dschungel bis wir auf eine Gorilla Familie stoßen. Ab dann läuft die Zeit! 1 Stunden dürfen wir dann bei den Menschenaffen verweilen und danach beginnt der Rückmarsch, der nochmals 1-2 Stunden dauern wird. So der Plan, ich werde berichten, wie es denn tatsächlich verlaufen ist. Zum Schluß noch eine paar Infos zu den Zugangspunkten. Es gibt 4-5 Sektoren im Bwindi Park. Jeder Sektor hat andere geografische Gegebenheiten und beheimatet mindestens eine Gorilla Großfamilie. In der Nähe der Sektoreneingänge liegen auch die Logdes. Die Sektoren sind „Buhoma“ (topografisch einfacher), „Rushaga“ (meisten Gorillas und Option zur Bootsfahrt auf dem Mutanda-See), Nkuringo“ (3 Gorilla Großfamilien, schönes aber schwieriges Terrain) und „Ruhija“ (am kühlsten mit 4 Großfamilien). Zum „Mgahinga“ Sektor fehlen mir leider die Infos. Der Sektor hat auch Einfluß auf den Preis bei den Unterkünften. Die preiswerteren sind in der Nähe vom Buhoma Sektor, dort wohne ich und deshalb müssen wir noch etwas fahren um zum Nkuringo Sektor zu gelangen. Irgendwo muß man halt sparen.

24.01. I Made my day
Fremder, der du diese Zeilen liest, lass Dir eines von mir sagen. Wenn man dir rät genügend Wasser (mind. 1,5 Liter) mitzunehmen, dann tue dies. Ziehe nicht die neuesten Traveller Klamotten an, denn du wirst sie höchstwahrscheinlich zerreißen. Lange Kniestrümpfe empfehle ich dir, so kannst du deine Hose unten gegen allerlei Ungeziefer abschließen, trotz der Wärme sind Handschuhe keine schlechte Idee, fast alles was du anfasst hat Dornen und im Hang suchst du des öfteren nach Halt. Der Dschungel ist unbarmherzig und wenn Du, wie ich zum Nkuringo Sektor aufbrichst, kann es dir passieren, das du 7 Stunden durch den Dschungel geisterst, um die Waldmenschen zu sehen. Du sagst, dass ist nichts, ich sage dir, du bist bei den Berggorillas. Es geht entweder bergab oder bergauf. Am Ende meiner Tour Fremder, konnte ich im Hang max. 20 Meter gehen und mußte 2 Minuten pausieren. Mein Herz schlug mir fast gegen den Kehlkopf, so groß war die Anstrengung. Also mach vorher am besten einen Marathon oder geh wenigstens 35 KM wandern. Du magst aber auch Glück haben und die Gorillas schlagen ihr Lager ganz in deiner Nähe auf. Dann bist Du nur 1 Stunde unterwegs und lachst über mich. By the way Fremder, die Straßen im Gebirge sind eine Zumutung, hoffentlich bist Du nicht Seekrank. Eine ganz schlechte Idee ist es, selber zu fahren, es sein denn, du kennst dich mit einem Range Rover aus und verfügst über genug Praxis, sonst lass es besser sein!

Mein Tag begann um 5:45, nach dem Frühstück starteten wir zu unserem Gate (6:30) und erreichten dies gegen 8:00. Nach einer kurzen Einweisung durch den Ranger, also wie verhalte ich mich in der Gorilla Community (Maskenpflicht, nicht trinken, nicht essen, nicht berühren und dem Silberrücken bloß nicht in die Augen sehen), hatte ich das erste Glücksgefühl. Ich war der einzige Gast des Tages. Nur ich, ein Ranger und zwei bewaffnete Begleiter. Wir müssen auf dem Trip mit Waldelefanten rechnen, darum hauptsächlich die Bewaffneten. Um 8:15 ging es los. Zuerst einmal eine Stunde steil bergab auf unbefestigten Wegen. Merke, wo man bergab geht, da muß man später auch wider hoch. Mir war das zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar. Ich dachte, ach ich weiß selber nicht mehr was ich dachte! Unten endlich angekommen, hoffte der Ranger, dass die Gorillas nicht mehr weit sind. Am Vortag hatten sie ganz in der Nähe ihr Nachtlager aufgeschlagen. Leider war dem nicht so, Gorillas wandern in der Trockenzeit locker 10 Km von einem Punkt zum nächsten. So warteten wir auf eine Funknachricht der sogenannten Trakker. Das sind „Waldläufer“ die ständig die Gorillas suchen und dem Ranger die Position mitteilen.

Leider dauerte es eine Stunde bis wir eine Meldung erhielten. In der Zwischenzeit versuchten wir es am Fluß, bergab und bergauf.

Als endlich ein Ergebnis vorlag ging es erstmal durch den Fluß. Knietief im Wasser stehend gelangte ich auf die andere Seite und schlug mich ab da durch dichten Dschungel und immer steil!!!! bergauf. Nach 2,5 Stunden, ich war am Ende, erreichten wir endlich den Lagerplatz der Berggorillas.
All die Mühsal hat sich gelohnt. 2 Silberrücken, eine ganze Familie mit dem Baby, was für ein Anblick.

der Silberrücken, keine 2 Meter von mir entfernt
der erste Blickkontakt
ein Teil der Familie

Nach 1,5 Stunden (normal 1 Stunde), ich denke weil ich so fertig war, hieß es dann Abschied nehmen. Den ganzen Weg zurück. Erst bergab, was nicht sehr angenehm war und dann eine kleine Flußdurchquerung und danach den Berg hinauf. Steil bergan, alle 20 Meter ein Stop und Atem holen, was für eine Tortur. Auf halber Stecke machten wir halt und ich schlief sofort ein. In meinem Traum sah ich ein Flugtaxi oder war es ein Sessellift? Egal, nach 20 Minuten kam der letzte Anstieg und gegen 16:15 erreichten wir den Ausgangspunkt unseres Ausflugs. Kurz noch die Urkunde einsacken, Trinkgelder verteilen und dann saß ich im Jeep. Die Schadenanalyse: Ralf fix und fertig, Hose gerissen, Hemd mit Loch, die neuen Wanderschuhe mit Auflösungserscheinungen an der Sohle. Das Glücksgefühl: Unbeschreiblich! Der Ausblick: In den nächsten Tagen würden mich keine 10 Pferde zu einem ähnlichen Ausflug überreden können.
Nun sitze ich zufrieden in der Lodge und freue mich auf mein Bett. Gute Nacht – Morgen geht es zurück nach Kampala.

25.01. die Rückreise beginnt
Hatten wir alles schon! Um 5:45 ging mein Wecker. Frühstück um 6:30 und Abmarsch gegen 7:00. Bis Kampala sind es etwa 450km, davon die erste Stunde unbeschreibliche Straßenbedingungen. Gegen 15:30 erreichen wir dann endlich mein Hotel. Grace, mein Fahrer hat einen super Job gemacht. Diesmal klappt alles und ein wirklich schönes Zimmer erwartet mich. Nach einer Dusche stürze ich mich ins Getümmel einer der angesagtesten Städte von Afrika. Kampala never sleeps. Nach einem kurzen Abstecher auf einen Markt, ein paar Häppchen an Straßenständen suchte ich dann noch die Kampala Road mit der Centenary Bank. Ich will schließlich wissen, wo ich am 27. hin muß. Der Besuchstermin steht und hier schon einmal ein paar Bilder von außen. Einer freien Agentur (findet man überall im Land), einer kleinen Zweigstelle und dem Hauptgebäude. Gegen 19:00 wird es sehr schnell dunkel und ich nehme ein Motorradtaxi zurück zu meinem Hotel. Ein kleines Abenteuer für 5000UGX = 1,25€. Heute werde ich nicht alt.

26.01. Feiertag in Uganda, gemerkt habe ich es nicht!
Endlich ausgeschlafen! 10 Stunden Schlaf und immer noch mörderischer Muskelkater im Trizeps des Oberschenkels. Treppen abwärts vermeide ich wo es nur geht. Nach einem guten Frühstück verlasse ich gegen 9:00 das Hotel und bei strahlendem Sonnenschein liegen nun 4 km, Richtung Zentrum – Kampala Road, vor mir. Es gibt nicht viel zu berichten, afrikanisches Großstadtgewursel halt.

die Boda-Boda Fahrer beherrschen die Straße

Auf dem Weg, ganz in der Nähe zu meinem Hotel liegt auch die Acacia Mall. Im Obergeschoß gibt es mehrere kleine Food Court, für den kleinen Hunger genau das Richtige. Im Erdgeschoß ist ein Carrefour untergebracht, gut sortiert und mit Bestpreisgarantie.
An dieser Stelle ein paar Preise zur Orientierung:
Flasche 500ml Nile Beer, 2800 UGX
Flasche 500ml Wasser, 1000 UGX
Essen, kleines Resto, Reis,Hähnchenschenkel und Nile Beer, 16.000
2 Pitta mit Portion Fritten und 250ml Softdrink, 26.000
Am Straßenrand, Leberspieß (super lecker) 1000 UGX, oder ein halbes plattgedrücktes Hähnchen, 4000 UGX und unbeschreiblich lecker
Eine geschälte frische Mango, 1500 UGX
Eine Fahrt mit dem Boda-Boda im Stadtzentrum (4-5 km) sollte nicht mehr als 5.000 UGX kosten
Und zur Beurteilung: 1000 UGX sind derzeit ca. 25 Cent
Meine Unterkunft, das Millennium Terrace Hotel kann ich trotz der anfänglichen Panne sehr empfehlen. Für ca. 60$ inkl. Frühstück bekommt man gute Zimmer und eine hervorragende Lage. Nebenbei eine der schönsten Roof Top Bars in Kampala. Buchung bei Booking.com möglich.
Rund um die Acacia Mall gibt es einige schicke Kaffees und 2 Läden wo man garantiert nur Souvenirs einheimischer Künstler bekommt. Meine Frau orderte fernmündlich 2 Ledertaschen für insgesamt 160€.
Vor der Mall bis zur Kampala Road sind es dann ca. 4km, ich entschied mich für einen Fußmarsch. Rund um die Hauptstraße gibt es einige Straßenzüge da brummt das Leben. Dort gesittet und nicht weit daneben, das Verkehrschaos.

obere Kampala Rd.
Nebenstraße, das ist kein Markt, das ist Verkehr!

Als ich genug davon hatte nahm ich mir ein Boda-Boda und wir düsten Richtung Hotel. Heute Abend gönne ich mir einen Sundowner.

Blick von der Roof Top Bar meines Hotel, 9:00 morgens
und der gleiche Blick bei Nacht
ein Tequila Sundowner ist immer eine gute Wahl, gute Nacht 😴💤🌙😘

27.01. Besuch „alter“ Freunde
Heute stand ein Semi-Businesstermin auf der Agenda. Gegen 14:00 hatte ich einen Besuchstermin bei den Kollegen der Centenary Rural Development Bank in Kampala. Ich konnte endlich ein Versprechen einlösen und den schon lange angekündigten Gegenbesuch abstatten. Da ich das Ergebnis einer offiziellen Besuchsanfrage schon glaubte zu kennen, fragte ich meinen Arbeitgeber nicht, ob eine Reisekostenbeteiligung möglich ist. Alles hat seine zwei Seiten und so erspart mir dies, einen offiziellen Reisebericht zu erstellen. Alles was ich Wissen wollte, weiß ich nun und das ist gut so! Mir wurde der rote Teppich ausgerollt, ich konnte mir ein Bild von der Arbeitsweise in der Bank machen und wenn ich mal Lust hätte, ich könnte dort arbeiten. Na Dani, wie wäre es, the Pearl of Africa ruft!

Von links: Gruppenleiter, ich, Direktorin, Leitung Pressestelle und Abteilungsleitung

Morgen geht es bereits Richtung Heimat. Richtig lange schlafen, nochmals in die City schlendern, packen und so gegen 18:00 nehme ich dann ein UBER-Taxi zum Flughafen. Die UBER-App lege ich jedem sehr ans Herz. Nicht überall einsetzbar aber manchmal sehr hilfreich.
Hiermit endet dieser Reisebericht. Im April kommt dann der krönende Abschluß dieser Serie. Es geht ins Land der aufgehenden Sonne. In den Schnee von Hokkaido und den beginnenden Frühling auf der Hauptinsel des Tenno‘s, nach Honshu. Japan erwartet uns und hin bringt uns die Lufthansa in Ihrer ersten Klasse. Ich freue mich schon riesig auf das 1st. Class Terminal in Frankfurt und den Rest sowieso!

Reisen in Zeiten von Covid-19, Teil 9, Tiflis_Georgien, weil es so schön war

28.10.22
Der geneigte Leser weiß, wir sind „Sparfüchse“ und nehmen mit, was so angeboten wird. Deshalb war es für uns klar, den Statusmatch der Air Baltic auszuprobieren. Als Lufthansa „Senatoren“ hatten wir die Möglichkeit den „VIP Air Baltic Status“ für umme zu erwerben. Inbegriffen waren hierbei ein Upgrades in die Business Class und die Nutzung der VIP Lounge in Riga bzw. der Vertragslounges auf unseren Reisen mit Air Baltic.
Als Reiseziel hatten wir schnell Georgien ins Auge gefaßt und ein passender Flug nebst Upgrade war nach einigem hin und her mit der netten Hotline problemlos erledigt. So hieß es nur noch warten und Ende Oktober war es dann endlich soweit unsere nächste Reise „unter Covid“ konnte beginnen. Die „virulente“ Lage hat sich derzeit weltweit soweit entspannt, dass einzig die Fahrt mit der DB und dem ÖPNV in Deutschland reglementiert ist. Überall auf unserer Reise spielt das Virus derzeit keine Rolle mehr, Impfstatus? wen interessiert es? Nur daheim Maskenpflicht! Kein Kommentar!!
So entledigten wir uns nach der Zugfahrt AC ==> DUS unserer Gesichtswindeln und müssen sie hoffentlich erst in einer Woche wieder anlegen. Am DUS war dann der Air Baltic Schalter schnell gefunden und nach ca. 30 Minuten Wartezeit waren wir eingecheckt. Leider gab es keinen „Fast Lane“ und so begaben wir uns ins Chaos der Warteschlange an der Sicherheitskontrolle. Ich will nicht wissen, wie es hier zur Ferienzeit aussah, wir brauchten ca. 45 Minuten bis wir durch waren und uns mit letzter Kraft zur Junkers Lounge durchschlugen :-).

Eingang zur Junkers Lounge in Düsseldorf
die Lounge, aufgeräumt und fast leer
ein toller Ausblick auf das Rollfeld von DUS, vielleicht das Beste an dieser Lounge
Standard, Würstchen und Kartoffel….

Nach ein paar Bierchen und einem leckeren Würstchen ging es dann pünktlich zum Flieger. Dort erfuhren wir dann, dass sich unser Flug um ca. 60 Minuten verspäten würde. Die VIP Lounge in Riga, auf die ich mich so gefreut hatte, rückte in weite ferne. Wir enterten dann erneute die Junkers Lounge und kosteten die verschiedenen Weinsorten. Meine Empfehlung, nehmt lieber das Bier! 8´(@Sonja: ja, der Rose war gut!)

Für die erste Etappe hatte ich uns zwei Plätze am Notausgang über den VIP Status reserviert. Dieser Teilstück absolvierten wir in der gebuchten Touristenklasse und nach 2 Stunden Flugzeit erreichten wir Riga recht entspannt. Wir hatten nun insgesamt mehr als 2 Stunden Verspätung und unser Anschlußflug bereits 10 Minuten Verspätung. Trotzdem war ich noch nie so entspannt wie dieses mal, unser Gepäck war durchgecheckt, wir hatten keine Termine am Zielort und es war mir schlicht egal ob ich nun einen Zwangsaufenthalt in Riga hätte oder nicht. Auch das mit dem Gepäck interessierte mich nicht. Die Erfahrung lehrte mich, eine Unterhose, kann man überall und fast zu jeder Tageszeit kaufen.
Als wir unseren Flieger verließen wurden wir schnurstracks zur Passkontrolle geleitet, diese Prozedur dauerte 3 Minuten (geht doch DUS) und bis zu unserem Gate waren es dann höchstens 100 Meter. Wir waren die letzten Passagieren, wurden über das Rollfeld geleitet und hinter uns schloss sich sofort das Flugzeugschott. Geschafft – die Plätze 1 E und F warteten bereits und als wir saßen, gab es bereits ein leckeres Tröpfchen. Zu diesem Zeitpunkt hätte ich keinen Cent darauf gegeben, dass unserer Rucksäcke diesen schnellen Wechsel ebenfalls geschafft haben. Ich sah mich schon mit Wechselunterhose am nächsten Morgen.

Fazit, Business Class bei Air Baltic ist empfehlenswert. Die Bestuhlung ist, wie bei allen innereuropäischen Flügen mit einem freien Mittelsitz, da wir aber nur 4 Passagiere in der Businessclass waren, konnte es sich jeder auf einem 3 Sitz bequem machen.

der Begrüßungsschluck
Lecker!!
Zum Spühlen, nur etwas sauer 😤
dem geneigten Leser
Wine and more

29.10. 5:00

Mit etwas Verspätung landeten wir dann in Tiflis. Nach der Passkontrolle (30 Minuten Wartezeit) gab es dann zwei positive Überraschungen. Unsere Rucksäcke waren mit uns gereist und hinter dem Zoll wartete unser bei Booking.com gebuchtes Taxi bereits auf uns. Festpreis inkl. Trinkgeld, der Fahrer kennt bereits das Ziel und nur mir kamen da ein paar leichte Zweifel betr. der Hotelwahl, als wir so durch einige recht dunkle Ecken von Tiflis zu unserem Hotel fuhren. Aber was sage ich, alles super, toller Service, tolles Hotel und ein schönes Zimmer erwartete den müden Reisenden.

unser Zimmer, klein aber fein, 14 Stock mit herrlichem Ausblick
vom Balkon

29.10. 9:00

Um 9:00 ging der Wecker, wir wollten nicht den Tag verschlafen und so ging es nach einem Frühstück und einem ersten Blick von unserer Dachterrasse hinaus in die Stadt. Auf dem Programm stand Bewegung damit man nicht im Stehen einschläft, das obligatorische Biertasting, Snacks, und ein paar Verrückte, die bereits am 29. Halloween feiern.

30.10.

Am Sonntag erweiterten wir dann unsere Erkundung. Heute besichtigten wir das Bäderviertel und Dani löste Ihr Versprechen ein, mit mir eine kleine Ballonfahrt zu unternehmen. Auf dem Rückweg kauften wir uns dann bei unserem Dealer die täglich Ration Wein und genossen diesen mit einer leckeren Pitta auf unserem Balkon. Easy Live!

im Bäderviertel -schön-
-funktional-
zur Antike

31.10.

Bädertour – Weinproben und zum Schluß noch bei unserem Edelwinzer gelandet. Was soll ich sagen, der Wein aus der Plastikpulle von unserem Straßendealer schmeckt mir am Besten. Mal sehen ob es den auch in D gibt.

keine Panik 😱 jugendfrei
sieht nicht so aus, ich war tiefenentspannt
und nicht der Krebs 🦀 in der Suppenschüssel, aber zumindest auch hier jugendfrei! Wer denkt man sieht was, den muss ich enttäuschen, es ist der Schatten der Fuge 🙂
auf zur Weinprobe
mehr eine Kifferhöhle
zumindest die Aussicht war gut 👍
und das Personal freundlich
gute Nacht 😴
bei unserem Edelwinzer
für das Glas davor bekomme ich zwei Pülleken leckeren „Traubensaft“, wir arbeiten noch am Import – unser Housedealer

01-02.11.

Als anerkannte Bier & Weintrinker machten wir uns auf die Suche nach dem Gesöff und ich kann berichten, wir wurden mehr als einmal fündig.

Zwischen diesen Glücksfunden stand auch weiterhin die Erkundung unbekannten Terrains. Tiflis hat viele pittoreske Ecken, machmal erschließt es sich mir nicht, warum meine Frau auch den schäbigsten Hauseingang noch erkunden muss, aber bitte sehr, der Blick für das Außergewöhnliche ist mir halt nicht jedem gegeben.

Als Rucksackreisender meide ich normalerweise die sogenannten Zentren der Backpacker. Also Orte, wo Leute hocken, die nur Ihre eigene Welt lieben und akzeptieren, am liebsten auf irgendeiner Couch sitzen, Latte Macciato mit Gleichgesinnten schlürfen und Ihr neues Domizil am Liebsten per Facebook und Instagram erkunden. Meine Frau aber meinte, hier in Tiflis gäbe es einen solchen Ort, den müsse man sich unbedingt anschauen: „Fabrika“. Also warum nicht, aber nach unserem Besuch fühlte ich mich bestätigt. Es lebe das Vorurteil!

das größte Hippy Hostel in Tiflis
von denen hat so mancher das Tageslicht noch nicht gesehen
für Zombies die Zombie-Toilette
na geht doch, zumindest der Hofgang ist möglich
mein befreites Lächeln 😀 als ich raus war – oder lag es am Toilettengang?

Eine andere Episode ist die täglich Nahrungsaufnahme. Eigentlich reicht das opulente Frühstück in unserem Hotel völlig aus. Dazu die etlichen Bierchen und Weinchen und mein „Adoniskörper“ hat schon damit genug zu tun, die erneut wachsenden Fettpölsterchen adäquat unterzubringen. Aber man ist halt im Urlaub und das umgetauschte Geld muss ja irgendwie unter das Volk gebracht werden. So suchten wir dann in der Mittagszeit einen Thailänder auf und genossen das untypischste thailändische Gericht, das wir je außerhalb von Thailand genossen haben. Geschmacklich so neutral, wie eine Reiswaffel.

Das konnten wir natürlich nicht so im Raum stehen lassen. Sollte das denn alles sein? Zwische Touristenrestaurants und Thaischreck kulinarisch im Nirgendwo gelandet? Es soll doch in Tiflis noch das ein oder andere Kellerrestaurant geben. Versteckt in einer Seitenstraße, ganz nah am Republikplatz (ich sage „Platz der goldenen Else“) gelegen, wurden wir dann fündig. Nach einer angemessenen Wartezeit im Eingangsbereich – erstes gutes Zeichen – wurde uns ein Platz zugewiesen. Ein kurzer Rundblick und kein Touri weit und breit – zweites gutes Zeichen. Die Karte dann unaufgeregt in Landessprache und verpackt in Plastik – drittes Zeichen – offenbaren den Fokus auf das Wichtigste. Hier steht die Nahrungsaufnahme im Mittelpunkt und wir waren angekommen. Naja ganz ehrlich, wir haben es dann bei der Bestellung übertrieben. Zum Glück konnten wir es als Take Away mitnehmen und uns 3 Tage davon als Hauptmahlzeit ernähren. So gesehen waren die 150 Lari (50€) kein schlechtes Investment.

der Platz ist erobert!
zum Vortisch 10 gefüllte Teigtaschen (Chinkali) und ein kleines Salädchen
dann die Schlachtplatte, ich meinte „das war es dann“
dann geb es noch ein paar „kleine“ Kebab Spieschen und etwas Brot zum Stopfen, auf dem Nachhauseweg brauchten wir einen Vodka!

So befreit von der tägliche Suche nach einem guten Futterplatz, konnten wir uns ganz auf die Weinprobe-Lokalitäten konzentrieren und neben unserem bekannten Dealer an der Straßenbude (stadtaußwärts) schauten wir dann abends bei Mosmieri vorbei. Wir hatten an diesem Abend Glück oder sagen wir mal ich hatte Glück. Wir trafen den uns bekannten deutschen Eigentümer nebst seinem russischen Geschäftspartner und es wurde ein feucht fröhlicher Abend. Irgendwann verabschiedete sich der Eigentümer mit den Worten, wir könnten uns bedienen und der Russe weihte uns dann in die Geheimnisse des georgischen Trester (Chacha) ein. Was soll ich sagen, mir war mein Erlebnis mit den sibirischen Koreanern noch in guter Erinnerung. Meine Frau mußte diese Erfahrung noch machen!

eine gelungene Weinprobe, die Flasche ist leer der Gast ist voll!!
und wenn es dann ganz gut ist, sucht man den Housedealer auf (unser Geheimtipp) und einen selbstgebrannten Schnaps, der geht immer
das ist dann das Ergebnis – gute Nacht 😴

03.11.

Tips für eine Reiseplanug

Georgien und speziell Tiflis oder wie die Georgier sagen Tbilisi ist immer eine Reise wert. Aus Deutschland geht es ohne Visum im Direktflug oder billiger per Air Baltic (via Riga) oder Turkish Airline (Istanbul/Antalya) in die Hauptstadt. Vom Airport kommt man via Taxi (50 Lari) oder preiswerter per Airportbus bzw. Bahn (jeweils 2 Lari!!) ins Zentrum. Aber Achtung, die preiswerte Variante funktioniert nicht bei Ankünften nach 20:00 Uhr und man benötigt die sogenannte Metromoney Karte, da der ÖPNV nur bargeldlos funktioniert. Eine ganz schlechte Idee ist es, am Flughafen mehr als das wirklich nötigste cash zu tauschen. Die Kurse sind hier skandalös, aktuell ca. 2,10 zu 2,71 je Euro im Vergleich zum Centrum. Alternativ geht auch der Geldautomat. Am ATM sind die Kurse noch einen Tick besser (2,73 = 1 Euro), aber Vorsicht, viele Banken beschränken den Bezug auf max. 400 Lari und verlangen 2-3 Lari extra Gebühren. Da kommt dann schnell was zusammen, da in Deutschland die meisten Banken dann nochmals 4-5 Euro Gebühren bei der Abrechnung erheben. Mein Tip, der GAA/ATM der Bank of Georgia (orange gelbes Design). Hier können auch 1000 Lari verfügt werden bei Kosten von 3 Lari + ca. 5 Euro daheim. Bitte daran denken, die Bankkarte muss hierzu das MAESTRO bzw. Mastercard Symbol aufweisen (zwei überlappende Kreise in rot-blau oder rot-gelb). Personen mit einer VR-Bank Karte sollten hier besonders aufpassen, diese Symbole und damit die Möglichkeit der GAA Nutzung sind oft nicht inkludiert. Hier bleibt dann nur die Kreditkarte von Visa und Mastercard. Die Kosten eines Bargeldbezugs bitte vorher mit der Hausbank klären, bei manchen ist es umsonst, andere verlangen hier 10 und mehr Euronen. Somit ist der Umtausch in cash gar keine so schlechte Alternative, man findet Wechselstuben an allen Ecken der Stadt.
Hotel:
Wer es central und gemütlich mag, dem empfehle ich das Kindli Hotel in der Altstadt.
Wer lieber etwas läuft, es ruhiger mag und Wert auf moderne Zimmer, eine tolle Dachterrasse und ein gutes Restaurant legt, dem legen wir das Reed Hotel sehr ans Herz.
Beide Lokation finden sich z.B. bei Booking.com
Mobilfon & ÖPNV:
Wer auch weiterhin unbeschränkt sein Handy benutzen will, der kommt an einer lokalen SIM nicht vorbei. Entweder bereits am Flughafen oder aber an vielen Stellen in der Altstadt ist ein Bezug für kleines Geld (5GB, 2 Wochen, unter 10€) möglich.
Die Metromoney Karte gibt es an jeder Metrostation, dort ist sie auch aufladbar. Kleiner Tip, wer nicht weit laufen will, im Centrum gibt es die Seilbahnstation, auch dort erhält man die Karte, wenn man eine Fahr mit der Seilbahn macht. Da dies schon fast ein Muss ist, spart man sich den Weg zur Metro.
Essen und Trinken:
In der Altstadt finden sich hierzu schier endlose Möglichkeiten. Wie immer liegen Nepp und Insidertipp sehr eng beisammen. Es gilt, Augen auf und Preise vergleichen.
Kellerrestaurant (unbedingt google offline RUS installieren), in der Nähe vom Freedom Square, Shalva Dadiani Street (an der Einmündung ist aktuell ein Burberry Laden), ungefähre GPS Daten 41.691389, 44.802108
Weinladen mit Weinen nach europ. und georgischem Geschmack. Mosmieri, Bambis Rigi Str. 7, ungefähr GPS 41.690625, 44.808533.
Oder unser Strassendealer für Wein, Milch, Käse und weitere Leckereien. Auf dem Weg von unserem Hotel in die Altstadt. GPS 41.682805, 44.823531 Vakhtang Gorgasalis Qucha, hier gibt es viele kleine Läden und einige Buden direkt auf dem Gehsteig.
Navigation (offline), MAPS.ME App und Karte von Georgien vor dem Urlaub in der App downloaden.

03-04.11.
So langsam neigt sich dieser erholsame Urlaub dem Ende entgegen. Ich denke, für uns war es nicht das letzte Mal in dieser schönen Stadt. Mit ein paar Impressionen sagen wir auf Wiedersehen und posten höchstens noch ein paar Fotos vom Rückflug.

wer die Metro sucht
Kirchen an allen Ecken, doch keine ist älter als 200 Jahre. Da kam irgendein „Khan“ vorbei und machte ganz Tiflis dem Erdboden gleich
die große Synagoge 🕍 ein jüdisches Gotteshaus ohne Schutz, in Deutschland mancherorts nicht mehr möglich – armes Deutschland!
so sieht die Stärkung nach einer kleinen Nachtwanderung aus. Das ist ein kleiner Cheesburger und der Laden heißt Good Choice
Liebe Grüne, wir haben das Geheimnis der endlosen Energie entdeckt. Das georgische Staatsgeheimnis! Energie aus den Teigtaschen 👍

06.11.
Zwischenzeitlich sind wir bereits in Riga. Nach einem reibungslosen Flug von Tiflis nach Riga haben wir dort im Wellton Spa Riverside Hotel (super Frühstück) übernachtet und machen uns gleich auf in Richtung Flughafen, zur letzten Etappe nach DUS. Ich füge noch ein paar Bilder als Abschluß an diesen Reisebericht. Besonders der Bustransfer vom Flughafen Tiflis in die Innenstadt ist very easy und richtig preiswert. Die Busse starten direkt vor dem Terminal, es ist die Linie 337 die bis zur „goldenen Else“ in die Innenstadt fährt. Wer die Lounge am Flughafen in Tiflis besuchen kann oder will, sollte dies tun, ein wirklich schönes Ambiente mit durchschnittlichem Angebot erwartet den Reisenden, da haben wir bereits viel schlechter gewartet, zumal die Lounge nicht überfüllt war.
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bei gutem Wetter ging es 20 Minuten zur nächsten 337 Haltestelle
Tschö, Mutter Georgia
Bushaltestelle für Ankunft und Abfahrt
eine Fahrt kostet ca. 35 Cent!!!, per Taxi sind es 50 Lari (18€) bei Booking.com ca. 21€ in der Reservierung.
die Primeclass Lounge in Tiflis. Noch ein kleiner aber teurer Tipp, es gibt auch die Möglichkeit die Primeclass CIP vorab für ca. 120€ p.P. zu buchen. Der Eingang hierzu ist links vor dem Haupteingang. Man wird dann First Class bedient, d.h. Einchecken, Zoll und Transfer zum Flugzeug erfolgen separat und ohne Wartezeit. Wer also sehr früh am Flughafen ankommt und der normale Schalter noch geschlossen ist (öffnet 3 Std. vorher) für den könnte das interessant sein, uns war es zu teuer.
entspanntes Reisen mit einem Whiskey 🥃
good bye
Riga, ist bestimmt eine Reise wert

Ankündigung:
In dieser Reihe folgen noch zwei Berichte. Im Januar 2023 geht es nach Uganda und den Abschluß bildet unsere bereits mehrfach verschobene Luxusreise in den Fernen Osten. Die genaue Destination wird noch nicht verraten, der aufmerksame Leser hat aber bestimmt bereits die Hinweise in einem anderen Bericht von mir deuten können.

Reisen in Zeiten von Covid-19, Teil 8, Jerusalem, wo vieles seinen Anfang nahm

Nach den Ostertagen sollte es diesmal ins Heilige Land gehen. Auf dem Plan stand Jerusalem. Die ewige Stadt, ich weiß, den Titel trägt offiziell eine andere Metropole, aber für mich ist es die Stadt Davids! Ob wir uns auch noch andere Gegenden ansehen werden, hängt stark von den Gegebenheiten vor Ort ab. Lassen wir uns überraschen. Wir starteten am 22. April 2022 mit dem Wagen Richtung Amsterdam Schiphol. Gegen 18:00 war nicht mehr viel los auf der Autobahn und so erreichten wir nach gemütlichen 2,5 Stunden unseren Lieblingsparkplatz „Eazzy Park“ in Rozenburg. Der Audi war schnell geparkt und die netten Jungs der Firma brachten uns via Transit die restlichen paar Kilometer zu unserem Airporthotel. Wir hatten uns diesmal für das citizenM Schiphol entschieden. Ein hippes Hotel mit sehr guten Betten und fußläufig nur wenige Minuten vom Flughafen entfernt.

Alles was man braucht auf wenig Platz untergebracht
Wir schliefen 😊 und so manch eine immer noch

23.4.
Unser Flug (LX737 und LX252) mit der SWISS startete bereits gegen 7:00 via Zürich Richtung Ben Gurion (TLV). Als wir gegen 4:45 gut erholt und frohen Mutes das Flughafengebäude betreten, empfängt uns das pure Chaos. Im Nachhinein kann ich nicht sagen was hier los war. Ferienanfang oder Ende, Wochenende oder der verspätete Osterhase. Sicherlich auch einige Coronakranke und eine nicht mehr eingespielte Technik bzw. Mitarbeiterschaft. Es bot sich ein Bild des „Grauens“. Warteschlangen soweit das Auge reichte und ich übertreibe hier wirklich nur ein wenig :-). Von ca. 8 Lufthansa Group Schaltern waren nur 2 besetzt. Der First Class und ein Economy Schalter. Wie gut, das wir Business fliegen und den Senator Status haben. So standen wir nur 20 Minuten an, es waren 2 Passagiere vor uns und erlebten wie die Durchsage kam, „…..bla bla bla….wir entschuldigen uns bla bla bla. Sie sind zwar pünktlich…bla bla bla aber leider wird es für viele nicht reichen…bla bla wir buchen Sie um“. Na prima – zum Glück waren wir durch, mogelten uns auch beim Sicherheitscheck über „Fast Lane“ an allen vorbei und erreichten glücklich gegen 6:30 das Abfluggate. Geschafft! Ich was so gestreßt im Flieger, daß ich nur ein Wasser und die leckere Quiche brauchte. Das war knapp! Mit 40 minütiger Verspätung landeten wir dann um 13:00 in ZRH. Was für ein Gegensatz. Schweizerische Geschäftigkeit, alles easy, alles freundlich und wohlorganisiert, wie ein Uhrwerk. Ab in die Senator Lounge und erstmal ein leckeres Frühstück genießen.

Genen 11:30 machen wir uns auf zum Gate. Ein Flug nach Israel bedeutet auch immer erhöhte Sicherheitskontrollen. Wir durchlaufen nochmals eine Dokumentenkontrolle. Sind wir geimpft, haben wir einen negativen PCR Test, liegt die Krankenversicherung vor, haben wir uns ordnungsgemäß registriert inkl. Green Pass Zertifikat? Si, alles paletti.
Im Flieger angekommen wartet dann eine kleine Enttäuschung auf uns. Leider nur die normale 3er Bestuhlung, nix Business Sitze, dafür dann aber Champus bis zum Abwinken. So erreichen wir TLV und ich habe bereits Horror vor der berüchtigten Einreisekontrolle. In meinem Pass ist auch ein iranisches Visum. Um es kurz zu machen, null Probleme. Eine Frage mußte ich beantworten, „Warum waren Sie im Iran?“ Antwort: „Motorradrundreise“, der Zöllner „grummel – grummel“ und durch waren wir. Tricky war hingegen was danach kam. Den Einreisestempel / Visum bekommt man nicht beim „freundlichen“ Zöllner, sondern am Automaten dahinter. Da stehen dann viele Ticketautomaten und da muß man dann seinen Pass einscannen. Leider steht das nirgends und so liefen wir daran vorbei und wurden wenig später an den Ausgangskontrollen zurückgeschickt. Man stelle sich das so vor: „stupide Tourist, no blue Paper, over there, go back“. Warum sind „Beamte“ an so vielen Grenzen dieser Welt immer so freundlich zu den Menschen, die Geld ins Land bringen? Danach ging es zum Einreise PCR Test, diesen hatten wir vorab bei TEST & GO By FEMI gebucht und hier lief alles reibungslos und sehr harmlos ab. Nasen- und Mundhöhle wurden zart gestreichelt und mir war das Ergebnis bereits vor Bekanntgabe völlig klar. (Anmerkung wir erhielten es nach ca. 5 Stunden per SMS und Mail – „negativ“).
In der Ankunftshalle tauschen wir noch Geld am Automaten und besorgten uns eine Telefonkarte in einem Buchladen. Da Sabbat (freitags nach Sonnenuntergang bis samstags ca. 20:00) ist, ruht das öffentliche Leben in Teilen. Viele Geschäfte und Teile des öffentlichen Nahverkehrs (Busse und Bahn) sind geschlossen. So nehmen wir eine anderes preiswertes und sehr komfortables Transportmittel. Das Sammeltaxi – mehr ein Kleinbus. Für 70 NIS (24€) geht es p.P. nach Jerusalem und das schöne ist, direkt bis zum jeweiligen Ziel. Nachteil dieser Transportart ist, es geht erst los, wenn der Bus voll ist (max. 1 Std. Wartezeit) und da jedes Ziel angefahren wird, kann dies auch mal 2-3 Stunden dauern. Wir hatten Glück, warteten nur 30 Minuten und waren an 2. Stelle beim Aussteigen. So enterten wir gegen 20:30 (Ankunft 17:40 TLV) unser Hotel.
Das Paamonim liegt am Schnittpunkt der King George und Jaffa Street. Nur ca. 10 Gehminuten vom Jaffa Tor der Altstadt entfernt und in einer sehr schönen Gegend. Unser DeLuxe Double Room mit Balkon ist bezaubernd und das Frühstück wird mich in den nächsten Tagen mehr als begeistern.

Am Abend und am nächsten Tag durchstreifen wir die Altstadt. In den engen Gassen gibt es viele Sicherheitsleute und der Weg zum Tempelberg ist versperrt. Uns bleibt deshalb nur der Blick aus der Ferne und ein Besuch an der Klagemauer. Erste Erfahrungen machen wir auch noch. Wer in der Altstadt kauft, sollte vorsichtig sein. Eine bessere Frittenbude und man ist zu zweit 310 ILS (88€) ärmer. Meine Frau lief einem Guide nach für einen besonderen Blick und schwups waren wir 20 Schekel (6€) ärmer. Mich ärgert da mehr mein Wunsch für die Frittenbude und der Pappbecher Möhrensaft für übertriebene 15 ILS. Aber es geht auch preiswerter, auf der Jaffa Street die mega Familienpizza inkl. Softdrinks für 100 ILS (28€). Der geneigte Leser stellt bereits fest, Israel ist teuer.

Die Gassen der Altstadt
Nachts wird es leer
Klagemauer
Rechts Klagemauer links Felsendom
Hier lächeln wir noch, die Rechnung kam später
Lecker war es

25.4. – 27.4

Da ich die Familienpizza erwähnte, sollte ein Bild nicht fehlen!

Wir besuchten den pittoresken Mahane Yehuda Shuk in der Jerusalemer Neustadt und probierten diese herrlichen süßen Sachen, die es hier an jeder Ecke zu kaufen gibt. Apropos pittoresk, es gibt an vielen Stellen etwas zu sehen, es muß nicht immer die Altstadt sein.

der Markt

Aber kommen wir zurück zu den bekannten und weniger bekannten Highlights. Letzte Woche lernte ich, das der Weihnachtsmann ursprünglich einen grünen Mantel getragen hat und erst das Marketing eines US-Herstellers, dies veränderte. Nun sehe ich mit Erstaunen, dass auch die Anschrift nicht stimmt, ich dachte immer, es wäre der Nordpol:-)

Gleich hinter der nächsten Ecke und es ist hier richtig eng in der Altstadt, eine von vielen Moscheen, klein und versteckt.

Hier findet sich auch der Eingang zur Gasse, die zur Grabeskirche führt. Steht man davor, ist der erste Eindruck mehr als enttäuschend. Betritt man jedoch das Gebäude, wird man von der Spiritualität geradezu angesprungen. Ich habe darauf verzichtet, an diesem, für viele Menschen heiligen Ort, zu fotografieren. Es gibt genug Bildbände zum Thema. Wer jedoch das Glück hat, in Aachen zu leben, dem empfehle ich einen Besuch im Dom. Die Baumeister des Aachener Münsters ließen sich beim Oktogon inspirieren. Nur ist hier vieles noch üppiger hoch zehn.
Was gibt es noch wichtiges zu diesem Ort zu berichten. 6!! Christliche Glaubensgemeinschaften (Griechisch-orthodox, römisch-katholisch, armenisch apostolisch, syrisch orthodox,koptisch und äthiopisch-orthodox) teilen sich diesen Ort und des öfteren gibt es Streit. Wer will, googelt nach „Ewiger Leiter Grabeskirche“ und kann nur den Kopf schütteln. Zum Glück hat zumindest die protestantische Kirche hier nichts zu sagen, obwohl, seit den preußischen Königen sehr viel Geld und Missionare (=Kirchen) in die Altstadt kamen.

Eingang zur Grabeskirche, wer genau hinschaut sieht oberhalb die ewige Leiter
Rechts von mir, die goldene Kuppel ist der Felsendom, links von Dani zuerst der Kirchturm dann weiter links daneben die große graue Kuppel, die Grabeskirche

Unsere Streifzüge führten uns auch immer Richtung Klagemauer.
Auf dem Weg gab es viel zu sehen und einiges zum Nachdenken. Die Hurva Synagoge im Bild, ist das größte jüdische Gotteshaus in der Altstadt und blickt auf eine lange Geschichte zurück. Baubeginn um 1700, 1720 steckten Araber sie in Brand, 1836 erlaubten die moslemischen Machthaber einen Wiederaufbau, der größtenteils vom preußischen König finanziert wurde. 1948 sprengten dann die Jordanier den gesamten Komplex. Folgendes ist überliefert:

Der jordanische Kommandeur der Operation Major Abdullah at-Tall kommentierte seinen Sieg: „Zum ersten mal seit 1000 Jahren verbleibt kein einziger Jude im Jüdischen Viertel. Kein einziges Gebäude verbleibt intakt. Das macht eine Rückkehr der Juden unmöglich.“

Nun wir Wissen, das die Geschichte im weiteren Verlauf sich anders entwickelte. 1967, nach dem Sechstage Krieg kam ganz Jerusalem unter israelischer Verwaltung, 1977 wurden Teile als Mahnmal wieder aufgebaut und 2010 erfolgte dann die prachtvolle Eröffnung.

Klagemauer oder auch Westmauer genannt
an der Klagemauer, der Vorplatz, links sieht man die Holzbrücke, über diese dürfen die Ungläubigen den Tempelberg betreten. Wenn er denn offen wäre

Leider dürfen wir das dritte Heiligtum von Jerusalem, den Tempelberg und nur diesen, mit Felsendom und Al Aksa Moschee nicht betreten. Einzig Moslems haben derzeit Zugang, der Grund hierfür sind randalierende moslemische Jugendliche, so schreibt es derzeit die internationale Presse. Von derartigen Randalen haben wir jedoch zu keiner Zeit etwas mitbekommen.

Am nächsten Tag buchten wir eine fast private (4 Personen) Führung durch die Altstadt. Von 10.00-15:00 Uhr führte uns Shirley (aus Ddorf) und wir können Sie nur bestens Empfehlen. Hier ihre Nummer: +972526241456 oder Ihr Arbeitgeber: http://www.go-Jerusalem.de

Auf dem Programm stand z.B. eine antike Einkaufsstraße bzw. deren Überreste.

So hat es mal ausgesehen, die Einkaufsstraße von Jerusalem, vor 2000 Jahren und ca. 1 km lang
und das ist geblieben

Mittwochs waren wir dann im neuen Jerusalem unterwegs. Das YMCA erinnert mich an irgendetwas? Ich weiß nur nicht mehr was?

die schönste Jugendherberge, die ich bisher gesehen habe

Vor den Toren der Altstadt befindet sich auch die David Stadt. Der Vorgänger von Jerusalem, die eigentliche Stadt Davids. Gegenüber liegt das antike Gräberfeld, der Ölberg und rechts davon alShaykh. Man kann es nur erahnen. Hier leben die Menschen auf engstem Raum, vielleicht ist das ein Grund, warum die Unruhen sehr oft ihren Ursprung in dieser Ortschaft haben.
Aber auch davon haben wir nur gelesen, selber sind wir überall freundlichst begrüßt worden. Hier draußen hat man auch einen hervorragenden Blick auf die Al Aksa Moschee. Ich hatte sie mir größer und schöner vorgestellt. Ach ja, es ist wie gesagt die drittwichtigste Moschee und genau wie die Hagia Sophia in Konstantinopel (Istanbul) eine ehemalige christliche Kirche.

die kahle Fläche ist der Ölberg
im Vordergrund die David Stadt im Hintergrund Al Aksa
Ausgrabungen, direkt an der Stadtmauer, unterhalb der Al Aksa

Durch das Dung Tor betreten wir dann wieder die Altstadt und machen uns auf zur Via Dolorosa. Hierzu muß ich bestimmt nichts sagen! In der Nähe befindet sich auch der Geburtsort von Maria, zumindest wenn man es glauben will.

Es ist der 27. und Ramadan. Bereits an den Vortagen erlebten wir kurz vor der Gebetszeit im moslemischen Viertel eine Flut von Menschen, die sich Richtung Al Aksa zum Gebet bewegten. Heute ist aber alles noch wuseliger. Wir sehen Massen an bewaffneten Sicherheitskräften und eine bisher noch nie gesehene Menschenmenge. Es ist der Tag der Tage, zumindest für Moslems:

Die Nacht der Bestimmung, arabisch Lailat al Qadr oder Kadir gecesi, wie sie auf Türkisch heißt, gehört zu den Höhepunkten des Fastenmonats Ramadan. Zwar ist sie nicht offizieller Bestandteil des islamischen Kalenders, bezieht ihre Bedeutung aber aus der mehrmaligen Erwähnung im Koran. Für Muslime in aller Welt ist sie die heiligste aller Nächte im gesamten Jahr. Zurück geht sie auf eine Nacht im Jahr 610 gregorianischer Zeitrechnung, in der nach muslimischer Tradition Gott dem Propheten Mohammed erstmals Teile des Koran offenbare. Als Übermittler dieser Offenbarung wird der Erzengel Gabriel genannt.

auf dem Weg zur Moschee 🕌
Damaskustor

Am Damaskustor, hier halten die Busse aus der Westbank, ergießt sich ein zweiter Strom Richtung Al Aksa. Man beachte aber auch die beiden Toröffnungen. Das untere stammt aus der Kreuzfahrerzeit und zeigt recht schön, wie tief damals das Terrain lag.

28.4.

Wir haben uns einen Mietwagen genommen um ans Tote Meer zu gelangen und den Nationalpark Masada zu besuchen. Pünktlich um 8:00 ging’s los, zuerst durch das morgendliche Jerusalem und dann raus. Der erste Kibbuz Kalia Beach ist bereits nach ca. 40 km erreicht und uns empfängt auf -420 unter Meeresspiegel, eine Mondlandschaft mit Badebetrieb. Es ist erstaunlich, wie ein Korken auf dem Wasser zu schwimmen. Zu dieser Jahreszeit ist das Tote Meer angenehm frisch bei über 40 Grad Außentemperatur.

Die Bergfestung Masada erreichten wir danach bei KM-Stand 105. Wer will kann den Schlangenpfad hinauf oder herabgehen. Wir bevorzugten für beide Abschnitte lieber eine gute schweizerische Seilbahn und wurden mit einem atemberaubenden Ausblick belohnt. Bei den Ruinen von Masada bedarf es etwas Phantasie. Wenn mann sich aber die wenigen erhaltenen Mosaikböden anschaut, an der Landspitze den Palästen einen Blick gönnt und weiss, das König Herodes (ja der mit dem Jesu Kind) hier einen riesigen Badepool hatte, kommt Frau oder Mann nicht mehr aus dem Staunen heraus. Auch das Ende der Festung, eine riesige Rampe, gebaut von den Römern ist einfach nur gigantisch.

in der Ferne das Tote Meer und dahinter bereits Jordanien
Blick von der Bergstation ins Tal
die äußere Befestigung auf dem Bergsattel
Mit dem Tele ein Blick in die Ferne

Nachmittags ging es dann zurück, zurück durch die beginnende Rush Hour. Um 16:45 sollten / mußten wir den Wagen abgeben, gegen 16:35 war es geschafft. Meine erste Fahrt mit einem Automatik nach über 20 Jahren. Ich bin ein Held.

29.4.

Heute ist wieder ab ca. 16:00 Sabbat. Morgens besuchen wir noch die Altstadt, besichtigen die David Zitadelle die von Herodes gebaut wurde, umrunden auf der Stadtmauer die Altstadt und relaxen in einem Konsumtempel. Hier sehen wir etwas „merkwürdiges“. Ich habe bereits geschrieben, dass es nur so von Sicherheitspersonal (Polizei und Militär) wimmelt. An jeder Ecke sieht man sie. Auch sehen wir zivile Personen mit einer Handwaffe am Holster, so stelle ich mir das in Texas vor. Heute aber, eine Horde junger Frauen, mehr noch Mädchen und alle, wirklich alle mit einem Sturmgewehr bewaffnet und glaubt mir, die waren echt!

die Zitadelle
im Inneren der Zitadelle, wer in diesem Loch einsaß kam selten nochmals ans Tageslicht
jede der jungen Damen trägt ein Schnellfeuergewehr
und für einen Touri, noch schnell ein Photo

30.4 – 1.5

Am Samstag sind wir zum letzten Mal Richtung Altstadt aufgebrochen. Es ist Sabbat und die Jaffa Road ist wie ausgestorben. Vereinzelt ziehen kleine Gruppen durch die Stadt. Selbst der bisher allgegenwärtige Sicherheitsdienst ist weit und breit nicht zu sehen. Sobald wir die Altstadt durch das Jaffa Tor betreten, ändert sich das schlagartig. Hier ist wie immer der Bär los. Wir entfliehen diesem Rummel aufs erste und machen den zweiten Teil unseres Rundgangs auf der Stadtmauer. Ich kann diesen Trip nur empfehlen, Tickets gibt es für kleines Geld direkt am Jaffa Tor. Danach will Dani noch auf Jesus Spuren wandeln und wir gehen die einzelnen Stationen des Kreuzwegs ab. Besonders im christlichen Abschnitt ist die Via Dolorosa recht besinnlich und derzeit nicht überlaufen. Zum Abschluß muß es dann nochmals die Grabeskirche sein und hier bekommen wir heute eine Ahnung, was hier los ist, wenn Hochsaison ist. Menschenmassen wuseln heute durch diese verwinkelte Kirche. Wir nehmen uns Zeit und besuchen vor allen Dingen die Orte, die nicht von den Russen (orthodoxe Kirche) heimgesucht werden. Israel beteiligt sich nicht am Embargo gegen Russland und so ist hier russisch die meist verwendete Sprache. Uns soll es egal sein, auch andere christliche Sekten haben schöne Kapellen.
Gegen 15:00 gehts dann zum Chinesen, es hat halt nicht viel auf und danach noch eine Mütze Schlaf tanken.

Um 21:40 nehmen wir die Straßenbahn zum Bahnhof und gegen 22:30 erreichen wir den Airport. Jetzt heißt es, die Zeit totschlagen. Unser Flug geht erst um 4:50 in der Früh. Es war eine tolle Reise.

der vorab Sicherheitsbereich

Den Abschluß unserer Corona Serie kündigen wir mal für den November an. Es geht wahrscheinlich nach……

Reisen in Zeiten von Covid-19, Teil 7, Singapur 🇸🇬 Stadt des Löwen 🦁 oder „Gott Mammon“

Die Corona Lage entspannt sich weltweit. Immer mehr Länder erkennen, dass eine „No-Covid“ Politik nicht zielführend ist. Nachdem bereits Thailand für den asiatischen Raum richtungsweisende Erleichterungen eingeführt hatte, ist auch Singapur auf ähnlichen Pfaden unterwegs. Unsere Flugtickets hatten wir als Schnäppchen bereits 2021 gebucht. Ursprünglich sollte es ab Luxemburg 🇱🇺 via Zürich nach Singapur gehen. Leider ist das aufgrund von Corona nicht möglich. Ausschließlich via VTL Flug (bestimmte Länder und Airlines sind zugelassen) ist eine Einreise gestattet. So mussten wir unser Ticket aufsplitten. Der Zubringerflug (LUX-ZRH) wurde gestrichen und wir buchten separat Düsseldorf-München-Zürich. Warum Luxemburg unsicher und Deutschland / Schweiz sicher sind, erschließt sich mir nicht, aber so ist es halt. Etwas Gutes hat die Sache aber schon, wir können nun ausgiebig die Lounges in Ddorf, München und Zürich testen, unser Senator Status muss schließlich für irgendetwas gut sein. Apropos Status, dank der für 2022 erneut sehr günstigen Regelungen werden wir bereits dieses Jahr eine Statusverlängerung für weitere 2 Jahre und zwei weitere Voucher erreichen. Somit besitzen wir nun jeweils 6 Gutscheine (je 2 aus dem Senator Kram und 2 geschenkte aus einer Lufthansa Aktion). Zwei davon wollen wir zeitnah einsetzen, aber davon später mehr.

Am 17.2. beantrage ich den Vaccinated Travel Pass. Hierzu müssen etliche Angaben und Dokumente hochgeladen werden. Nachdem dies geschehen ist (Passdaten, Impfstatus nebst QR Codes, Hotelunterlagen und Reiseversicherung) sind die letzten Vorbereitungen erst recht kurzfristig möglich. Erst max. 3 Tage vor der Abreise muss der aktuelle Gesundheitsstatus erneut online übermittelt werden und die Trace Together App aus dem Goggle Store installiert werden. Hört sich alles recht kompliziert an, ist es aber nicht. Zu meiner Erleichterung senkte Singapur zudem die Testanforderungen. Vor der Einreise ist nur noch ein ART Test (Antigen) nötig, den wir am Flughafen in Düsseldorf vorab buchten. Innerhalb von 24 Stunden nach unserer Einreise, ist dann ein weiterer ART zu absolvieren. Vorteil des Antigen Test ist es, dass die Ergebnisse bereits nach ca. 15-30 Minuten vorliegen und der Test meist unter 30€ kostet. Ich rate hier dringend vom sogenannten Bürgertest ab, da dieser bei der Einreise meist nicht akzeptiert wird und es ist halt schade, wenn man dann den nächsten Flieger Richtung Heimat nehmen muss.

So starteten wir gut vorbereitet am 5.3.2022 mit einem erste Klasse Ticket der DB von Aachen über Köln zum Flughafen Düsseldorf. Das Ticket hatte ich 2 Wochen vorab in der DB App in der 2. Klasse gebucht. Zu meiner Freude bekam ich dann 2 Tage vor Abfahrt ein Angebot zum Upgrade für insgesamt 19,90€ inkl. Platzreservierung. Ein Schnäppchen zumal wir die DB Lounge in Köln erstmalig nutzen konnten.

Hinter den Pflanzen gut versteckt auf ein Gläschen Rotkäppchen
Von so einem Sicherheitsabstand kann man im ÖPNV nur träumen

Wie bei unseren letzten Flügen präsentierte sich der Airport in Düsseldorf recht ausgestorben. Nichts los. So ist es eigentlich nicht nötig mit der Statuskarte am First Class Schalter einzuchecken, aber dieser öffnet nun mal früher und das Gepäck wird „priority“ behandelt auch wenn wir ganz normal Economy fliegen.

Sicherheitscheck-In Schalter

Da kann man schon verstehen, dass die Lufthansa nur eine Lounge geöffnet hat. Leider war es nur die Business und nicht die Senator Lounge. Dafür waren wir zeitweise die einzigen Gäste und der Kartoffelsalat nebst den 6 Wienern schmeckte vorzüglich. In der Lounge konnten wir auch die ART Ergebnisse vom Handy auf einen Drucker senden und ausdrucken. Toller Service. Mit LH2025 ging es dann an Bord eines Canadair Regional Jet 900 Richtung München. Wir saßen ohne Aufpreis an den Notausgängen. Soviel Platz in so einem kleinen Flugzeug. Die 1 1/2 Stunden Aufenthalt in München verbrachten wir dann in der Senator Lounge mit Sekt und einem leckeren Curry. Einzig das Bier, diese bayrische Plörre kann man kaum trinken 🙂 zum Glück gabs auch ein Becks. Abends dann erreichten wir Zürich, unser Flug, LH5788 durchgeführt von SWISS mit einer Embraer 190 E2, dauerte 40 Minuten. In Zürich angekommen, stapften wir noch ca. 1,5 km zum nahen Ibis Budget Zürich Airport Hotel. Wer mag, mit der Tram in 2-4 Minuten zu erreichen, zu Fuß dauerte es 30 Minuten. Dafür schliefen wir tief und fest.

Lufthansa Business Lounge Ddorf
Lecker Bierchen
Oder härter
Für mich, Würstchen 🌭 mit Kartoffelsalat
Senator Lounge in München, leider keine Weisswürstchen
…..dann muß es mehr Stoff sein 🙂
…da ist Ddorf bei weitem schöner

Vielleicht lag der gute Schlaf in der Schweiz auch daran, dass es hier keine Maskenpflicht mehr gibt. Bereits am Flughafen hörten wir, Maske ab, wir sind in der Schweiz. Wie schön 😻

Der Mann im Vordergrund, der Einzige mit Maske 😷

6.3.
Pünktlich um 7:00 geht der Wecker und nach einem erfrischenden Morgenspaziergang betreten wir um 8:30 das Flughafengebäude. Unser Flug geht zwar erst ab 14:00 und normale Schalter sind dann noch nicht geöffnet, aber für die 1st. Class geht da schon was 🙂 . Geduldig durchlaufen wir den Check In und natürlich sind alle Voraussetzungen zur Einreise erfüllt. Wenn’s nicht so wäre, säße ich nun bereits wieder auf der Arbeit in Aachen, so aber stürmen Krethi und Plethi (Synonym für Hinz und Kunz oder besser gesagt das gemeine Volk) die 1st. Class Lounge der SWISS in Zürich.

Wir wollten gar nicht gehen, so gut hat es uns auch diesmal gefallen.

ein Traum von Rindertartar
Tafelspitz
Meeresfrüchte 🦞
Käse 🧀 schließt den Magen
etwas süßes 🧁 geht immer noch
in den Gläsern war nur Wasser – versprochen 🙂

Aber gegen 13:30 werden wir persönlich abgeholt und es geht mit einem Minibus über das Flugfeld direkt zu unserer Boing 777-300.
Wie geil ist das denn, die erste Klasse ist voll belegt (8 Personen), in der Business Class sitzen ein paar Leute und die Economy ist fast vollständig leer.

die Business Class, es waren ca. 5 Personen
gespenstig leere Economy

Was wir gegessen und getrunken haben war göttlich. Wen es interessiert, der schaue sich unseren ersten Trip nach Bangkok an.

7.3.
Ich schlief hervorragend. Einzig das leidige Sodbrennen störte etwas meinen Schlaf! Dann Ankunft – wir enterten die Sicherheitskontrollen am Flughafen in Singapur. Was soll ich sagen, alle meine Befürchtungen betreffend einer strengen Einreisekontrolle waren vergebens. Es war nichts los und bereits nach 10 Minuten war alles erledigt. Wir kauften uns jeweils eine SIM und die Touristenkarte für Bus und MRT und orderten am Tourischalter zudem einen UBER hier heißt es GRAP Fahrt zu unserem Hotel. Um 11:00 machten wir den Check In, durften entgegen der vorher getätigten Aussagen direkt aufs Zimmer und buchten dort den obligatorischen ART Test gegen 13:00 Uhr. Das Testzentrum lag fußläufig 300 Meter entfernt, der Nasenpobler war ein Witz und so konnte das Ergebnis nur negativ lauten. 14:00 Uhr, unsere Trace Together APP zeigt grün, wir dürfen uns von nun an in Singapur frei bewegen und was macht man dann? Natürlich die Umgebung erkunden und dann den ersten Hawker Center erkunden. Zum Glück liegt unser Hotel (Hilton In Garden) in Little India und der nächste Fresstempel ist nicht weit.

wir waren etwas spät, vieles hatte schon geschlossen
sau lecker – Curry mit Ei und Huhn

8.3.

Erkundung von Little India, natürlich wieder Food Center (Hawker) und am Abend vier Pint für 35 SGD. Zum Glück habe wir je einen Liter Cointreau und Captain Morgen auf dem Zimmer.

Hawker Center
Hähnchen aus der Friteuse, lecker scharf
Dani mag es mehr gesund – ohne Öl

9.3.

Erkundung von China Town. Hawker Center und Tempel und Hochhäuser. Alles top sauber, geregelter Verkehr, keine Poser – wie zivilisiert kann eine Großstadt nur sein.

Fischmarkt
so schön bunt
klein und groß so nah beisammen
was verdient ein einfacher Verkäufer?
grüner Tee, bis zu 1300 SGD
was wäre das Leben ohne Essen? Hawker Center – wir lieben es
auf dem Bild – und…..
in echt. Die Nudeln werden frisch zubereitet
Chinatown – Einkaufsstraße
ein bisschen Streetart
und daneben geht es hoch hinaus

10.3.

Seit Tagen schaue ich auf unsere Lufthansa / SWISS App. Schon vor unserem Abflug, also noch in Deutschland, hatte ich ein Upgrade angefragt und als Ergebnis hat man uns auf die Warteliste gesetzt. Unseren Rückflug haben wir ebenfalls mit der SWISS gebucht. Diesmal sollte es die Businessklasse sein. Da wir bekanntlich von Miles & More jeweils zwei zusätzliche Voucher geschenkt bekommen haben, wollte ich diese zu einem Upgrade in die First nutzen. Unsere Chancen bewerte ich als schlecht, da der Hinflug in dieser Klasse vollständig ausgebucht war und warum soll es jetzt anders sein? Somit heißt es Daumen drücken und täglich die Warteliste studieren. Dabei sehe ich, dass unser Statuskonto sich erheblich gefüllt hat. Zur Statusverlängerung fehlen uns nur noch ca. 150 Punkte. Das sollte zu schaffen sein.

Da wir uns so sehr mit Status, Finanzen und dergleichen beschäftigt hatten, viel der Schwerpunkt unseres heutigen Tages auf den Finanz und Shopping Bezirk rund um die Orchard Road. Will man den diversen Reiseführern glauben, ist diese Straße eine der beliebtesten Ziele bei einer Singapurreise. Irgendwie sehe ich hier Parallelen: Der eine beschäftigt sich mit seinem blöden Status (gähn) und die anderen gehen in Läden, deren Produkte sich die wenigsten leisten können.

die Straße ist 2,2 km lang und eine Hochhaus (Einkaufstempel) folgte dem nächsten. Es geht nicht nur in die Höhe, sondern auch Stockwerke in den Untergrund

Aber derzeit ist die Situation hier eine ganz andere. Touristen sind Mangelware, Shoppen gehen ausschließlich die Einheimischen und wenn sie das nicht tun, gehen Sie essen und da schließen wir uns gerne an. Natürlich wieder ein Hawker Center.

Krethi und Plethi heißen hier übrigen Otah und Othali. Das liegt an unserer Überwachungs-App Trace Together. Dort erscheint immer ein Otah wenn wir zur Kontrolle das Programm aufrufen müssen. Ich werde in den nächsten Tagen mal einen Screenshot posten. Bisweilen soll nun dieses Bild als Platzhalter dienen.

Für die Fans aus dem Batman Universum besuchten wir ein besonderes Hochhaus. Es heißt hier „Gotham City“ und nicht nur außen ist es ein wahrer Hingucker. Die Atlas-Bar ist bombastisch.

das in der Mitte!

Faszinierend an Singapur ist u.a. der abrupte Wechsel von Wolkenkratzern und normalen 2 geschossigen Wohnhäusern. Der Staat achtet hier darauf, dass der alte Baubestand renoviert wird und nicht mehr weichen muß. Was dabei herauskommt, seht selbst.

Nach soviel Steinen muß es nochmals etwas grün sein und zum Schluß noch ein Rätsel. In welchem Hotel werden wir demnächst in Singapur noch übernachten?

ein kleiner Park am Wegesrand
Raffles Hotel, gerade frisch renoviert
Marina Bay Sands, gerade wird renoviert

11.3.
Heute ging es zuerst in die Natur. Jawohl, davon hat Singapur eine Menge oder besser gesagt, mehr zu bieten, als ich gedacht hatte. Bereits in der Stadt gibt es recht viele grüne Eckchen. Nähert man sich dem Hausberg (Mt. Farber), dann kann man erahnen, wie es hier einmal ausgesehen haben könnte. Auch wenn es auf den ersten Blick mehr nach einer englischen Parklandschaft aussieht, so täuscht der Anblick. Zumindest fühlen sich hier noch ganze Affenhorden und giftige Schlangen recht wohl. Wir blieben immer schön brav auf den vorgezeichneten Wegen und wählten bevorzugt einen ca. 2 km langen Baumtrail, so aus luftiger Höhe ist mir die Natur dann doch am Liebsten.

in luftiger Höhe!
In der Ferne kann man die Straße von Malakka erahnen. Es ist die kürzeste Seeverbindung zwischen dem Fernen Osten und dem Indischen Ozean und somit ist hier mehr los als am Ärmelkanal
Wohnblocks soweit das Auge reicht
das Wahrzeichen Singapurs und damit meine ich nicht den feuchten, fetten Klopps

Nach insgesamt ca. 5km Fussmarsch erreichten wir durchgeschwitzt die Innenstadt und kühlten uns erst einmal in einer Shopping Mal herunter. Hat irgendjemand einmal gezählt, wieviele große Einkaufstempel es hier gibt? Ich schätze, ihre Zahl übersteigt die 100 bei weitem! Was ich an diesen Einrichtungen besonders praktisch finde, sind die sehr sauberen Sanitäranlagen und die im Untergeschoß reichlich vorhandenen „Fressbuden“. Oben rein und unten raus – wie praktisch.
Hier gab es dann auch meine erste und bestimmt nicht letzte Laksa.

So gestärkt durchquerten wir den Finanzbereich und machten uns auf, einen ersten Blick auf Marina Sands und die dortigen Parkanlagen zu werfen. Die Hochhäuser hier sind mindestens 200 Meter hoch. Leider ist der Zutritt in den meisten Fällen nur „berechtigten“ Personen erlaubt. In den nächsten Tagen wollen wir es trotzdem einmal versuchen.

im Vordergrund: das Hawker Center

Zu den Füßen dieser Giganten gibt es natürlich auch einen Hawker (Lau Pa Sat) und ich finde – einen besonders schönen. Da bekommt man von selbst Appetit und Durst. An dieser Stelle bietet es sich an, auch etwas über die Preise in Singapur zu schreiben. Wenn man will, kann man gut und günstig für 5-11 SGD (3,50-8,50€) speisen. Nach oben hin gibt es wie in jeder Großstadt fast kein Ende. Besonders in Little India, Chinatown oder den Einkaufszentren finden sich auch Restaurants, wo man gut und preiswert diniert. Sobald Alkohol ins Spiel kommt, wird es teuer. Ein Glas Bier fängt so bei 8-10 SGD an und selbst eine Dose Bier im Supermarkt kostet mindestens 4-5 SGD. Ach, wie schön war hier Bangkok. Der Personentransport ist recht preiswert, eine Taxifahrt (ich empfehle die GRAP App) kostet meist nicht mehr als 10 SGD und eine Fahrt vom Flughafen in die Innenstadt nicht mehr als 25 SGD. Wer es billiger und vor allem schneller mag, der besorgt sich bereits am Flughafen die Singapur Touristenkarte. Hier sind dann in den ersten 3 Tagen (gerechnet ab der ersten Nutzung) alle MRT und Busfahrten inkludiert. Bei verschiedenen Museen oder Attraktionen gibt es zudem einen Nachlass. Nach dem dritten Tag kann die Karte bequem in der U-Bahn Station aufgeladen (cash oder Kreditkarte) und weiter benutzt werden. Apropos cash, den Singapur Dollar (SGD) besorgt man sich am Besten bereits bei der Ankunft an Geldautomaten im Flughafengebäude oder an den vielen GAA (ATM‘s). Hier ist der Kurs wesentlich besser als daheim oder beim Umtausch von Bargeld an einer Wechselstube. Wer einen GAA benutzt, dem kann ich nur immer den Tipp geben, niemals die angebotene Währungsabrechnung (zum Festkurs) zu akzeptieren – hier wird man weltweit „immer“ über den Tisch gezogen. Nach soviel Input lieber wieder zu den angenehmen Dingen des Lebens. Essenszeit und diesmal typisch indisch und chinesisch.

es gibt indisch, chinesisch, pakistanisch und noch viele weitere nationale Variationen
kein Teller, der richtige Inder kippt den „Gulasch“ auf den Reis und dann hinein mit den Fingern. Anfänger bekommen aber ein Besteck. Aber Vorsicht – indisch scharf 🌶
Schweinebauch – schön mariniert

In der Dämmerung und bei zeitweise strömenden Regen, machten wir uns auf zu den „Gardens“. Die Lichtershow ist ca. 10 Minuten lang, so lang ist mein Video nicht.

Dauer 1 Minute

12.3.

Gestern Abend gab es dann noch eine erfreuliche Nachricht von der SWISS. Getreu dem Motto – wer hat, dem wird gegeben – für lau (der gratis Voucher für treue Kunden) ein Upgrade im Wert von mindestens 1000€ pro Person. Da freut man sich doch direkt auf das Ende vom Urlaub.

Anfrage zum Upgrade via Voucher oder Miles

Warum nennen wir uns derzeit Otah und Othali? Nun das liegt an der allzeit zu benutzenden Trace Together App. Ohne diese kommt man in kein Geschäft, Hotel, Bar oder U-Bahn. Die Daten bei unserer Einreise (VTL Daten) werden in diese App übernommen und so ist z.B. der Impf- oder Teststatus jederzeit abfragbar und wird vorgezeigt. Hier ein Screenshot, oben sieht man einen Otah, der sich jeweils von links nach rechts bewegt und somit sicherstellt, dass dies beim Vorzeigen kein statisches Bild, sondern immer eine aktuelle Abfrage ist.

Wer schon immer mal nach Singapur wollte, jetzt ist die beste Zeit dazu (wenig Touris, preiswerte Flüge, Sonderangebote bei Hotels und Attraktionen, sehr gutes Corona Management – aber jederzeit Maskenpflicht auch bei feuchten 34 Grad), der sollte sich vor der Reise bereits folgende Apps im Google Store besorgen und installieren:
TraceTogether: Pflicht; erst nach Einreise aktivieren / benutzen
Covid Check: Schweizer App, prüft ob Impf QR-Code ok ist für SIN
SG Visit Singapore: Bei Profil ist der VTL Status hinterlegbar, hilfreich beim Check In im Marina Bay Sands
MyTransport: Wer mit Bus und U-Bahn unterwegs ist, wird sie lieben
Grab: das UBER für Asien. Kreditkarte hinterlegen und prima Taxis ordern – überall und jederzeit

Am 12. ließen wir es etwas gemütlich angehen. Es regnete den halben Vormittag. Am späten Nachmittag machte sich leichter Hunger bemerkbar und wir testeten eine Spezialität. Der Name steht auf dem Hawker Schild.

die Rollen heißen Popiah (empfehlenswert) dahinter ist das Rojak (naja)
danach muß es noch was herzhaftes geben!
ich liebe Suppen

Abends dann zur Harbour Front / Boat und Clarke Quay. Hier steppt der Bär und halb Singapur trifft sich zum Sehen und Gesehen werden.

fast alles Banken
das Riesenrad 🎡
das Wahrzeichen Singapurs

13.3.
Heute wollen wir die grüne Seite von Singapur erkunden. Auf der ganzen (kleinen) Insel gibt es recht viele grüne Flecken. Sehr oft sind es Stauseen mit mehr oder weniger wilder Flora und Fauna. Othali hat sich da was ganz besonderes einfallen lassen. Eine Hängebrücke durch den Dschungel. Der sogenannte Tree Top Walk. Ein einzigartiges Erlebnis! 11km über Waldpfade, lecker warm und eine Luftfeuchtigkeit von annähernd 100%. Ein tolles Erlebnis, es gab wirklich keine Stelle mehr an meinem Körper, die nicht klatsch nass war (MTR Orchard Road und dann Bus 167 ab Orchard Bldv.).

fast überall in der freien Natur anzutreffen – füttern streng verboten
Halbzeit – ich war durchnäßt
ab hier Einbahnstraße – no way to return
es hat sich gelohnt aber nochmal nur mit Sänfte
denk ich an Singapur – denk ich an Regenwald

Für den Abend hatten wir dann eine Night Safari im Zoo gebucht. Aus meiner Sicht ein absolutes „must“. So nah waren wir noch nicht mal an den Tieren bei unserem letzten Kenia Trip. Einziger Hinweis: Spätestens ab 22:45 sollte man den letzten Shuttle Bus zur MRT nehmen. Der Zoo schließt zwar erst um Mitternacht, aber wer mit dem öffentlichen Nahverkehr fährt, landet dann ggf. (wie wir) irgendwo an einer MRT und die letzte Bahn ist futsch (der Nahverkehr endet um Mitternacht). Wie gut, wenn man dann eine nationale SIM und die GRAP App hat, dann ist das nächste Taxi nur 2 Minuten entfernt.

in der „Sänfte“ durch den Zoo, gelaufen wäre ich an diesem Tag nicht mehr
Tiger, Löwen, Büffel, Elefanten, Nashörner, Hyänen, Wildhunde und noch vieles mehr. I.d.R. nicht mehr als 5 Meter entfernt
ein Batman, wer hat mich davor gewarnt? Vielen Dank, als ich ihn fotografierte, öffnete er oder sie sein Mäntelchen und pisste mich an. Ich war gewarnt – nichts passiert – nochmals danke 🙏

14.3.
Auf nach Sentosa – dem südlichsten Punkt Kontinentalasiens oder dem „Phantasia Land Plus“ von Singapur.
Wer Aktion will, der packt am Besten seine Badehose ein und los geht es. Wir ließen es nach dem gestrigen Tag etwas gemütlicher angehen. Wie schön kann doch eine Fahrt mit der Gondel sein wenn am Endpunkt ein lecker Bierchen wartet. Da sitzt man dann schön im Freien bei 30 Grad und unter der ganzen, offenen Terrasse laufen die mobilen Klimaanlagen. Was da wohl die Mädels von Fridays for Future zu sagen würden? In Singapur jedenfalls nichts, hier wird alles schön runter gekühlt, egal ob Büro, Geschäft, Wohnhaus, Bus oder U-Bahnstation. Dieses Land ist nichts für schnupfenanfällige Zeitgenossen.

Im Hintergrund der Hafen – Wasserqualität zweifelhaft 🤨, besser ins Spassbad
und schon wieder eine Hängebrücke
hier ist das Festland von Asien zu Ende. Ab hier nur noch Inseln bis Australien
es müssen nicht immer Affen sein. Zwei Baumratten oder wie heißen die Tiere?
Blick aus der Gondel 🚡
Tigernder – lecker gekühlt

15.3.
Garden by the Bays, so heißt eine Ansammlung von Highlights in direkter Nähe zur Marina. Wir hatten uns Karten für die sehr sehenswerten Gewächshäuser (Flower Dome + Cloud Forest) und den luftigen OCBC Skyway besorgt. Auch hier profitierten wir davon, dass recht wenig los war. Ansonsten sprechen die Bilder für sich.

Zwischen den oben geschilderten Trips darf aber auch das leibliche Wohl (wie immer) nicht zu kurz kommen. Natürlich besuchten wir das Raffles und in stimmungsvoller Atmosphäre genießen wir unseren ersten Singapur Sling und etwas, was es nur ganz selten hier zu trinken gibt, einen Danker 1972. Da man bekanntlich nicht auf einem Bein stehen kann wurden es noch ein Paar mehr.

In der Rooftop Bar „Lantern“ (The Fullerton Bay Hotel) ließen wir dann diesen Tag ausklingen. Das Ambiente war super, die Getränke leider nicht. Bei ca. 30 SGD je Getränk darf man schon erwarten, dass die „Gläser“ aus Glas und nicht aus Plastik sind – es schmeckt einfach anders aus einem Glas! Bei gleichen Preisen eine klare Empfehlung für das Raffles.

16.3.
Heute geht es hoch hinaus. Nach dem Frühstück wollen wir uns noch einen guten Überblick über ganz Singapur verschaffen. Wir fahren zur derzeit größten Mall, dem ION Orchard Gebäude. Auf der vierten Ebene gibt es den Zugang zum kostenfreien Aufzug. Im Expresslift geht es ins 55. Stockwerk. Ein kurzer Rundgang ist dann möglich, wir wollten mehr. Kein Problem, wer im Kaufhaus pro Person für mindestens 50SGD shoppen geht, kommt dann auch noch in die „Sky“-Bar nebst gratis Getränk. Es blieb nicht bei einem Cocktail und bei so einem Ausblick aus 218 Metern entschlossen wir uns, zu einer Reservierung in den nächsten Tagen.

Am späten Nachmittag schlenderten wir dann noch durch „Little Korea“ und im nahen Hawker gab es dann vorbestellte „Chili Crab“ und zur Feuerlöschung eine junge Kokosnuss.

begrüntes Hochhaus am Beginn von Little Korea
die Straße ist bekannt für klassische Brautmode und Cocktailbars.
im Maxwell Food (Hawker) Center, die Crabs sollte man vorbestellen

Morgen verlassen wir unser erstes Hotel. Das Hilton Garden Inn in „Little India“ und sprechen hier eine klare Empfehlung aus. Es hat uns hervorragend gefallen.

17.3.
In ein Hotel der Superlativen: Marina Bay Sands
Pünktlich um 10:45 klingelte mein Telefon und Renee Soh, vom MBS Premium Service, teilte uns mit, dass unser Zimmer „ready to boarding“ wäre. Na, dann mal los! Wir hatten gerade gemütlich im Hilton ausgecheckt und machten uns nun mit der blauen MRT Linie Richtung „Bay Front“ auf. Das schöne ist, dass alle Bahn Stationen klimatisiert sind, so kamen wir weder verschwitzt noch genervt, bereits nach 20 Minuten im Untergeschoß des Marina Bay Sands an. Unsere persönliche Assistentin erwarte uns bereits in der gigantischen Lobby und ohne Umschweife ging es ab in Richtung Tower 3.

1/3 der Lobby
wir feiern unseren x-ten Jahrestag
eine kleine Freundlichkeit des Hotels

Unser Zimmer – besser gesagt eine Suite – liegt im 51. Stockwerk und hat einen fantastischen Blick auf den Hafen und die Gardens.

Nach dem Auspacken und einem kurzen Erkundungsrundgang ging es zur Tea Time und dem anschließenden Evening Beverages & Canapés in den Club 55. Normal hätten Otha & Othali hier keinen Zugang gehabt, aber als VIP‘s natürlich schon. Bier, Cocktails und Champus bis zum Abwinken in einer wunderschönen Umgebung. Irgendwann aber macht auch der stärkste Otha einmal schlapp und es ging zum Verdauungsschläfchen in Room 5117. Wir hatten noch ein Date mit dem Roof Top Pool. Pünktlich gegen 23:00 durften dann auch wir das Schwimmdeck mit ca. weiteren 100 Hotelgästen für insgesamt 1 1/4 Std. entern. Wir haben die Zeit gut genutzt. Ein überragender Blick auf die Stadt und weil es so schön war: Haben wir für den nächsten Morgen nochmals von 6:00-7:15 einen Slot reserviert.

beim Essen saßen wir etwas schlechter, aber…..
es kommt doch auf die inneren Werte an .-)
Blick aus unserem Zimmer, bei Tag….
und bei Nacht
am Pool im 57. Stockwerk, ca. 200 Meter über Null
morgens waren wir dann fast allein

Wir haben lange vor unserer Reise bereits dieses Hotel gebucht und noch sehr lange danach überlegt, ob dies nicht etwas „too much“ ist. Ganz ehrlich, ich erkläre jeden für verrückt, der für eine Nacht mehr ausgibt, als manche für einen ganzen Urlaub. Rückblickend hat es sich gelohnt. Einmal ein außergewöhnliches Hotel wie dieses benutzen – unbezahlbar, aber noch einmal brauche ich es nicht mehr!

18.3.
Gegen 5:45 klingelt der Wecker, unser zweiter Pool Slot ist um 6:00 gebucht. Die entsprechenden Bilder (es ist noch Nacht) habe ich bereits oben eingefügt. Um 9:00 sitzen wir dann am Frühstückstisch vom Club Reku, einem der vielen Restaurants vom MSB. Auf dem Tisch landet dann letztlich eine Speisenauswahl aus Japan-Singapur-und allg. International. Herrlich!!

Unsere persönliche Betreuung klingelt dann gegen 11:45 bei uns und überbringt uns noch ein paar Süßigkeiten zum Abschied und fragt an, ob irgendein Transfer zu buchen sei. Da ich lieber alles selber schleppe, verneinen wir und deponieren alles im Koffercenter, direkt am Hauptausgang (Tower 1). Wir wollen uns noch etwas die Shopping Mall des MSB anschauen und etwas Zeit totschlagen. Unser nächstes Hotel erwartet uns erst ab 11:00 zum Check in. Deshalb noch ein paar Bilder. Bild 2 zeigt den Zulauf der Zisterne vom MSB. Wenn es draußen regnete ergießt sich durch die Öffnung im Dach ein Sturzbach. Leider regnet es derzeit nicht!

Als wir um 14:00 unser neues Hotel erreichen, werden wir leider vertröstet. Unsere Zimmer sich noch nicht fertig, obwohl dies bereits in einer Mail mit Uhrzeit 11:00 angekündigt worden ist. Wir bekommen ein Freigetränk und sollen warten. Gegen 15:00 ist es mir dann zu bunt. Nach einem eindringlichen Gespräch mit dem Manager haben wir unser Zimmer. Als Obolus gibt es noch einen Late Check Out und den Gratis Zugang zum Hotel Club obenauf. Ich bin so aufgeregt – damit hatte ich nicht gerechnet, dass ich mir die einzelnen Daten nicht merke und Dani nochmals zum Abklären an die Rezi muß. Gut gemacht Dani – schlechter Abschluß Herr Derißen!

Nach einem schwachen Auftakt, hat das JEN Singapore Orchardgateway by Shangri-La nun stark aufgeholt. Das Zimmer ist mehr als ok, wir haben auch hier Poolzeit gebucht und abends geht es dann in den Club auf ein oder mehrer (Gratis) Cocktails.
Was ich an unserem Zimmer ganz toll finde ist übrigens eine PoPo Dusche. So etwas habe ich bisher noch nie ausprobiert – ich muß sagen, es ist ungewohnt schön, wenn ein warmer Wasserstrahl den dunkelsten Teil meines Körpers bestreicht.

Im Club genießen wir dann unser „Upgrade“, begegnen noch dem Hotelreinigungsrobot und freuen uns auf den Pool. Mal sehen ob diese Werbung Stand hält.

Nach unserem Besuch muss ich sagen, MSB ist zwar riesiger aber „chillig“ ist es im JEN. Hier ist alles etwas entspannter und vor allem weniger los. Du bekommst Dein Bierchen direkt an den Pool, hier gibts leckere Bürger und der Blick in Richtung MSB ist auch nicht zu verachten. Na gut, der Pool ist kürzer und da sind die störenden Scheiben, ABER hier gibt es wesentlich weniger Trottel und Selbstdarsteller und das bei einem Preis, der um ca. 50-75% niedriger ausfällt. Das sollte zumindest eine Überlegung wert sein.

Mal sehen, wie Morgen das Frühstück ausfällt u n d da geht noch was am morgigen Tag 🙂

19.3.

unsere Reservierung im ION Sky, ATICO Bar

Das Frühstück war hervorragend, aus meiner Sicht das beste unserer gesamten Reise. Was die Räumlichkeiten betrifft, so kann das JEN mit dem MSB sicher nicht mithalten, aber was die Köche hier morgens anbieten, ist schon eine Wucht. Mein Geheimtipp lautet somit JEN.

Besonders auch nach diesen Bildern. Ganz wichtig, die Menuekarte :-))


Irgendwann nach 12:00 werden wir das JEN verlassen und unser letztes Highlight in Singapur ansteuern. Wir haben da noch eine Reservierung im ION Gebäude zum High Tea. Zum letzten Mal einen tollen Ausblick genießen um dann gegen 17:00 in Richtung Flughafen aufzubrechen. Natürlich nehmen wir hierzu die MRT. Die Verbindungen innerhalb von Singapur sind einfach zu gut und ein Taxi zu dieser Tageszeit einfach überflüssig.
Noch ein paar abschließende Worte zu Singapur. Es hat uns sehr gut gefallen, vielleicht zu gut! Alles ist sauber, kein Dreck an irgendwelchen Ecken, keine Hundescheiße oder Kotze auf dem Bürgersteig. Kein ungutes Gefühl, wenn man abends noch durch den Park läuft oder die U-Bahn besucht. Eine fast perfekte Stadt – fast so schön 😊 wie Aachen. Nur, wir alle Wissen, nichts ist perfekt. Der Ministerpräsident dieses Stadtstaates wird auch als CEO bezeichnet, das Soziale ist hier anders ausgeprägt als bei uns, ob uns das gefällt, wir wissen es nicht. Dafür war unser Aufenthalt zu kurz und oberflächlich. Nun werden wir noch etwas in der offenen Business Lounge der Star Alliance herumlungern und am 20.03. dann so gegen 1:30 in der Früh die SWISS Maschine entern. Nach einem ca. 13 stündigen Flug erreichen wir dann Zürich und werden nochmals die First Class Lounge aufsuchen. Letztlich erreichen wir dann gegen 19:20 Düsseldorf. Der Rest ist dann Routine und am Montag, wartet die Arbeit auf uns. Wer will kann sich dann schon mit uns auf unseren nächsten Trip freuen. In 30 Tagen erkunden wir für eine Woche das heilige Land. Es geht in der Businessklasse der SWISS nach TEL Aviv / Jerusalem.

Tschö wa – sagen Otha & Othali

Reisen in Zeiten von Covid-19, Teil 6, One Night (or more) in Bangkok

Am 16.11.21 war die damalige Welt noch in Ordnung. Omikron war noch kein Thema, und wir träumten von Israel und im letzten Block tönte ich noch: “Demnächst geht es weiter nach Jerusalem, den Senatorenstatus haben wir erflogen.“
Ja, den Senator nutzen wir bereits, aber aus Israel wurde nichts. Einen Tag vor Abflug nach Jerusalem, machte Israel die Grenzen dicht und wir mussten schleunigst umdisponieren. Ein Glück, dass die Lufthansa so großzügig ist.

“One night (or more) in Bangkok” und noch ein kleines Zubrot.

Was lag also näher, als es mit Bangkok im Januar erneut zu versuchen. Ich hatte noch 5 alte Urlaubstage, die schleunigst verbraten werden mussten. Danke Chef – aber es ist ja nun auch “höhere Gewalt” und ich kann ehrlich nichts dafür. Liebe “B”, das ist etwas anderes, als wenn man das ganze Jahr den Urlaub nicht verplant und dann am Ende vom Chef genötigt wird!
Wie der Zufall es wollte, hatte die Austria Airline gerade ein super Angebot herausgehauen. Von Stockholm über Wien nach Bangkok in der Business Class mit eigenem Koch an Bord und ein Termin im Januar war auch noch frei. So war die Buchung schnell gemacht und das gerade für Thailand eingeführte “Test & Go” versprach easy going. Wer Thailand kennt, der weiß, nichts ist dort in Stein gemeißelt. Am 22.12. beschloss die thailändische Administration den sofortigen Stop und unsere Einreise war wieder hochgradig gefährdet. Klar wir könnten mit 7 Tage Quarantäne einreisen aber ehrlich, einmal war genug. So suchten wir nach Alternativen und wurden dank der tollen Lufthansa Hotline auch fündig. Was bei unserem Flug mit der SWISS nicht funktionierte wurde nun möglich gemacht. Unser Ticket wurde geändert / ergänzt. Von Stockholm sollte es nun mit der Lufthansa nach Frankfurt und weiter nach Bangkok und dann (Trommelwirbel) weiter auf die Insel Ko Samui gehen. Wir hatten die Alternative “Sandbox” für uns entdeckt. Bei der Ankunft ein PCR Test, dann ab ins Hotel und am nächsten Morgen dann die ganze Insel für 7 Tage genießen. Am 6. Tag noch ein Test und an Tag 7 geht es dann weiter nach Bangkok für weitere 5 Tage. Klar, ein positiver Test und wir landen im Krankenhaus, aber daran wollen wir mal nicht denken. So arrangierte ich die entsprechenden Buchungen unter Agoda/Sandbox und beantrage den Thaipass. Am 14.Januar war alles erledigt und nach dem obligatorischen PCR Test starteten wir am 21.1. von Düsseldorf mit der Eurowings nach Arlanda Airport Stockholm.

Irgendetwas mache ich falsch, meine Frau hat nur Handgepäck. Hat sich jemand das Katzenbild im Hintergrund mal genauer angeschaut. Ich lach mit flach :-))))
Verwaiste Lounge, ganz für uns
Der erste Hunger ist gestillt
Schluck Schluck, Wasser des Lebens

Der Flughafen in Düsseldorf war gegen 13:00 fast wie ausgestorben, so schnell und unkompliziert sind wir noch nie eingecheckt. Die Sicherheitskontrolle war easy, wir waren die einzigen Passagiere auf breiter Front und die ausgestorbene Lufthansa Business Lounge erwarte uns zu Pasta, Minestrone und viel Schluck Schluck. So verging die Zeit recht schnell, im einem sehr leeren Airbus 319 ging es dann ohne Zwischenfälle nach ARN und unser Airport-Hotel erwartete uns bereits. Wir hatten gehört, dass für Schweden nun Maskenpflicht gilt, wir hatten zudem vernommen, zumindest ein Covid Antigen Test sei bei der Einreise vorgeschrieben. Geschissen Freunde, nichts dergleichen. Zumindest heute Abend hat die Nase feien Ausgang und Morgen geht es weiter..

Arlanda Airport, Blick aus unserem Hotelfenster

22.01.
In skandinavischen Hotels kann ich fast immer gut schlafen. Vielleicht liegt es an der eher unaufgeregten Atmosphäre oder den guten Betten, diesmal aber war der Erho“lungsfaktor nicht ganz so ausgeprägt. Im Hinterkopf habe ich den anstehenden PCR Test in Thailand und seit heute morgen habe ich ein Kratzen im Hals und leichte Halsschmerzen. Unterstützung für den Hypochonder leistet zudem meine Corona App, sie leuchtet mal wieder rot. Wie gut, dass ein ordentliches nordisches Frühstück von so manchen Gedanken ablenken kann. So gestärkt machten wir noch ein zweites Buh Buh und verließen pünktlich gegen 12:00 unser Zimmer und standen gegen 12:15 am Check In Schalter der Lufthansa. Unsere Einreisepapiere für Thailand wurden genauestens überprüft (Pässe, Thailandpass, Hotelreservation, PCR Test, gebuchte PCR Test, Impfzertifikate und natürlich der Fahrdienst) und für gut befunden. Hier ist die penible Jungfrau klar im Vorteil und so war nach der anschließenden Sicherheitsüberprüfung der Weg frei zur SAS Gold Lounge. Meine Befürchtungen, dass es hier keinen Alkohol und nur eingepackte Speisen gibt, erfüllte sich nicht. Bis auf den Sekt und hochprozentiges war alles am Start. Wie schön, du süßes Leben!

Maschinen werden enteist, adieu Winter
SAS Gold Lounge, Stockholm
Lecker Bier
Ein Anblick, der in Zeiten von Covid-19 selten geworden ist. Meistens ist alles abgepackt

Um 16:20 starteten wir dann pünktlich, genossen den ersten Sekt auf diesem Business Flug und landeten nach einem kurzweiligen Flug in Frankfurt, Terminal A. Dort gib es auch eine offene Senator Lounge und wir schauten auf den ersten Sekt vorbei. Beim Eintreten kann man dann über den Sinn oder besser Unsinn so mancher Verordnung nachdenken. Im Flieger reicht 3G, für den Eintritt in die weniger besuchte Lounge muß es dann 2G+ sein. Bis vor einer Woche war ich mit J&J und Booster Impfung noch der Held in Deutschland. Jetzt bin ich fast der Aussätzige. Ein Glück, dass auch für mich 2G+ “noch” gilt, da ich erst im November BioNTech erhalten habe. Aber in gut einem Monat muss ich dann wieder eine Spritze bekommen. Wußtet ihr, geneigte Leser, dass diese Regelung nur in den alten Bundesländern gilt und ebenfalls nicht in BW und dem Saarland? In Stuttgart biste 2G+ Held in Frankfurt oder D-dorf der Impfdepp! So stehe ich also vor der Lounge, meine Corona App zeigt meinen Impfstatus wegen der kurzfristigen Änderung noch nicht korrekt an und überzeuge den überforderten Lufthansa Mitarbeiter davon, dass ich eine Ausnahme bin und bei mir die 3 Monatsregelung (noch) gilt. Warum sind es im Bundestag eigentlich 6 Monate? Ach egal, ich will zum Sekt!! Als wir dann in einer gähnend leeren Lounge sind, empfiehlt uns die Mitarbeiterin, doch die große Senator Lounge in Flugsteig B zu besuchen. Wir müssten doch noch durch die Passkontrolle und unser Flug würde doch von B22 aus starten. Gesagt, getan, nach einem kurzen Verweil machten wir uns auf den Weg und waren nach 30 Minuten am Ziel.

Endlich lohnt der Senator Status. Kreti und Pleti müssen nicht mehr mit den Business oder FT Passagieren den Raum teilen. 😉
Endlich Frankfurter 🌭

Auch hier gähnende Leere, freie Platzwahl und für die nächsten 2 1/2 Stunden lecker Essen und Spirituosen. Leber – was willst Du mehr. So verging die Zeit wie im Flug. Um 21:30 war boarding time und der Weg zum Gate war sehr kurz. Vor dem Einsteigen wurden nochmals alle Dokumente geprüft und unser Ticket abgestempelt danach konnten wir dank Priority Check in frühzeitig in den vorderen Teil des Fliegers. Lufthansa Business Class A340, 30 bequeme Einzelsitze, Auslastung 10%, wir waren zu dritt und hatten die erste Pulle Champus noch vor dem Start geleert.

Es ist erstaunlich, wie schnell man sich an so etwas gewöhnen kann! Die Suche nach den kleinen Zugaben. Diesmal gab es ein Schlafshirt und eine trendige Tragetasche. Unser Speisekarte umfasste je 3 Vorgerichte und 3 Hauptgänge zur Auswahl. Zum Abschluß gab es Süß oder Käse.

So brausten wir gegen Osten und schliefen tief und fest bis kurz vor Bangkok. Auch wenn es niemals ein Lufthansa Mitarbeiter lesen wird. Wir waren 3 Personen in einer riesigen Kabine, bis auf die Zeit, wo wir speisten und tranken -das war fast immer- hatten wir selbstverständlich eine Maske auf. Als dann das Licht ausging und die Flugbegleiter sich zurückzogen lagen wir friedlich in unseren Kojen, nachweislich geimpft und aktuell PCR getestet. Da geht dann doch tatsächlich jemand mit Lampe durch die Reihen und kontrolliert, dass man beim Schlafen eine Maske trägt und dann wird man unsanft aus den schönsten Träumen geweckt, echt jetzt, musste das tatsächlich sein? Gesetz hin oder her, es lebe der gesunde Menschenverstand. Das war aber auch meine einzige Kritik, wir wurden emsig und freundlich umsorgt und verließen mit einem Lächeln am nächsten Tag die Maschine.

23.1. 15:00, Bangkok Airport

Nach dem betreten des Gate werden die Passagiere auf die verschiedenen Einreiseprogramme und Zieldestination aufgeteilt. Wir gehören zu den ca. 15 Personen die mit Sandbox Samui+ ein- und nach Ko Samui weiterreisen. Nach dem ersten Check der Körpertemperatur geht es zu langen Stuhlreihen. Hier heißt es Platz nehmen, Dokumente sortieren und Vordrucke ausfüllen, danach wird alles penibel kontrolliert und es geht weiter zur Pass bzw. Visa Kontrolle. Hier das gleiche Spiel nochmals und dann in ein abgesperrtes Gate wo dann viele Passagiere auf ihren Weiterflug mit Bangkok Air PG5171 warten. Ich habe nicht gezählt, an wie vielen Messstationen wir vorbei kamen aber bei jeder kratze mein Hals etwas mehr. Dieser verdammte Placebo Effekt. Gegen 17:00 ging es dann ins Flugzeug. Bei Lufthansa war es nicht möglich, für diesen Abschnitt eine Platzreservierung vorzunehmen. Da ich aber die Bangkok Air App habe, konnte ich dort auf den Flug zugreifen und einen Sitzplatz reservieren. So saßen wir auf 3A und 3B recht gemütlich und nach kurzer Flugzeit landeten wir bereits auf Samui. Es war 18:05 und der spannendste Teil dieses Tages stand nun kurz bevor. Nach dem Aussteigen wurden wir mit kleinen Wagen zum Flughafengebäude gebracht, durchliefen nochmals einen Check der Dokumente, erhielten unsere Koffer, kauften schnell eine SIM-Karte und standen dann vor dem PCR-Test Verantwortlichen. Hier sollte sich nun entscheiden, ob wir ab Morgen, 7 Tage die Insel genießen werden oder doch nur 7 Tage auf einem Zimmer hocken sollen. Als die nette Dame mir das bereits sehr vertraute Nasenstäbchen sehr vorsichtig in die Nase einführte, war ich doch recht zuversichtlich, dass mein Ergebnis negativ ausfallen würde und das trotz heftigem Kratzen im Hals und nassen Handflächen. OK, es waren 30 Grad, da ist transpirieren erlaubt. Unser vielleicht Corona Quarantäne Taxi wartete bereits und bis zu unserer Unterkunft, dem Coral Cliff Beach Resort, waren es nur 15 Minuten Fahrzeit. Dort angekommen, wurde nur unser Name geprüft und wir mußten direkt aufs Zimmer. Ein erstes leckeres Abendessen nebst Bier konnten wir auf das Zimmer bestellen, wobei alles vor der Tür abgestellt wurde und wir niemanden mehr sahen. Das Essen war schön feurig und der Blick aus dem Zimmer versprach mehr. Hoffentlich ist das Ergebnis negativ. Mein Hals schmerzt!

Blick aus unserem Zimmer, das Hotel ist sehr leer
Der Privatstrand, abends um ca. 18:30, Blick vom Balkon

24.01.
Eigentlich wollte ich die Klimaanlage ausgeschaltet lassen, aber nachts stieg die Temperatur im Zimmer auf 30 Grad und wir lagen verschwitzt in den Betttüchern und so mußten wir uns entscheiden, leise warm oder angenehm kühl und ein stetiges Hintergrundrauschen. Wir wählten das Rauschen und schliefen bis 6:30. Als wir ohne Probleme das Zimmer verlassen konnten und auch beim Frühstück uns die Hotelangestellten freundlich anlächelten, schöpfte ich Hoffnung, wir sind doch nicht etwa negativ und damit verschwanden auch meine Phantomschmerzen im Hals.
Später an der Rezeption wurde es dann offiziell bestätigt, wir können uns die restlichen Tage frei auf Samui bewegen, müssen nur zur Übernachtung zurück ins Hotel und am Freitag steht dann noch ein zweiter Test an. Wir haben uns dann gleich einen 125er Roller für 200THB gemietet um die Insel besser erkunden zu können. Unser Hotel liegt idyllisch aber leider etwas entfernt vom Rest und Klippen versperren unseren süßen Standabschnitt vom Rest der Beach, somit sind lange Strandspaziergänge nicht direkt von unserem Hotel aus möglich. Dafür haben wir diesen Strand für uns allein, niemand nervt und schnorcheln scheint hier auch aufgrund der vorgelagerten Felsen möglich zu sein. Wir werden sehen. So brausten wir los und erkundeten und umrundeten die Insel.

Zur Orientierung, unser Hotel liegt ca. 20 km unterhalb vom Flughafen, rechte Bildhälfte, da wo das dicke “Horn” ins Wasser reicht
Man beachte, der Helm passt farblich zum Shirt
Unsere kleine Strandbar, etwas fernab vom Schuß, tagsüber waren wir allein, nachts füllte es sich etwas

25-26.1.
Im Inneren der Insel gibt es einige Wasserfälle, davon wollen wir uns heute zumindest einen anschauen. Auf dem Plan stehen dann noch “Big Buddha”, Fisherman’s Village, ein Streetfood Markt und Tarnim & Magic Garden.

Der Meerjungmann auf einem Stein, dahinter war es sehr tief
Nur gesunde Bananen und Maiskolben werden gereicht
Big Buddha
Blick von Big Buddha
Ein wenig Dschungel
Einmal rein und sofort wieder raus, entweder verrückte oder Schickimicki, nichts für uns
Lieber Plastikstühlchen in einer Nebenstraße fernab vom Trubel, die anderen Langnasen auf dem Bild sind Franzosen und die Wissen bekanntlich wo es was leckeres zu essen gibt!!
Wir können das Bestätigen

Nach soviel “Magic” wollen wir Euch aber auch nicht unseren kleinen Hotelpool vorenthalten. Zugegeben, er ist nicht so groß aber aufgrund der Hotelauslastung (wir sind ca. 10 Gäste) haben wir ihn für uns allein und der Ausblick ist bombastisch.

Jetzt drehe ich mich um 180 Grad und sehe…..
dies. Vom Rand des Pools fotografiert

Abends waren wir dann wieder zu unserem Streetfood Markt, lecker kleine Häppchen essen und danach an die bereits bekannte Strandbar.

Unser Streetfood Market, jedes Gericht für unter 100 THB (2,50€)
Hier war es frittiertes Huhn mit süßsaurer Soße
Sind es nun Kalamares oder Tintenfische?
Egal, lecker und schön scharf 🌶
Wenn die Zunge brennt hilft das (20THB)

27.-28.1.

Gestern war Strand- und Schnorcheltag. Mit einer vollen Ladung fettem Sonnenschutz, ging es ab zum “Privatstrand”. Das Hotel heißt nicht umsonst “Coral Beach”. Vorgelagert, nicht weit vom Ufer entfernt, gibt es hier einige schöne Korallenbänke und recht viele große und kleine Fische zu entdecken. Leider kann ich hier nicht mit Fotos dienen, die Unterwasserkamera liegt daheim, da liegt sie gut!
Am späten Nachmittag suchten wir einen anderen Foodmarket auf und futterten uns rund. Bevor es jedoch soweit wahr, mußten wir uns registrieren und durch eine Desinfektionsschleuse. Wer genau hinschaut, sieht den feinen Sprühnebel. Nun ist auch meine Kleidung Corona free :-). Zum Schluß gab es dann auch noch was gesundes. Ganz ehrlich, ein einmaliges “Vergnügen”. Ohne Soße schmeckt es fast nach nichts und ist recht trocken. Wohl mehr etwas für die ohne Zucker / Salz Popcorn-Fraktion.

Die Dame war von der Überwachung und demonstriert uns gerade wie ungefährlich der Nebel ist
Die Soße war so lecker, da haben wir uns glatt ein Gläschen mitgenommen
Geschmacklich eine Enttäuschung

Abends zog es uns dann zur vertrauten Strandbar. Wir sind hier zwar in Thailand, aber Laos ist ja ein Nachbarland. Dann passt das schon.

Freitags gegen 10:00 wurden wir dann zum 2ten PCR Test abgeholt. Es ging mit einem Taxi zum Central Hospital und dort zu einer eigens für Touristen aufgebauten Testarena. Auch hier läuft alles bestens organisiert ab. Die Daten werden aufgrund der Pässe abgefragt, man bekommt ein Teströhrchen und begibt sich in die „Seuchenkabine“. Hinter Glas und mit fetten Handschuhen abgesichert, sitzt da dann eine liebliche Person, die einem freundlich lächelnd die Stäbchen bis in die Speiseröhre bzw. hinter die Augäpfel drückt. So war jedenfalls mein Eindruck als ich die Memme von Mann beobachtete, die vor mir dran war. Was soll ich sagen, ich habe fast nichts gespürt, das kann nur an meinem Charme gelegen haben. Nun warten wir auf unser Ergebnis und hoffen, auch die restlichen Tage stress- und coronafrei, hier und in Bangkok verbringen zu dürfen.
An dieser Stelle zwei kleine Tips: Wir benutzen die Apps MapsMe zur Navigation und den Google Übersetzer (Thai Schrift) , beides in der Off-Line Version. Daneben haben wir aber auch eine SIM von AIS am Flughafen erworben und sind somit mit einer Thaitelefonnummer und Datenvolumen für 399THB pro Monat bestens versorgt. Ohne inländische Mobilnummer gibt es sonst Probleme bei den vorgeschriebenen Covid Registrierungen. Ist halt so wie in Deutschland, ohne 2G kommst Du in keinen vernünftigen Laden mehr rein. Hier wird nicht der Impfpass kontrolliert (kein Tourist kommt ohne Impfung auf die Insel) sondern die Handynummer aufgeschrieben,um im Falle eines Falles, der Person habhaft zu werden.

29.-30.1.

Auch der zweite Test war negativ und so dürfen wir weiterhin die Insel erkunden, uns frei bewegen und am 30. gegen 13:00 in Richtung Flughafen aufbrechen. Es geht dann nach Bangkok und wenn alles gut läuft, werden wir so gegen 18:00 ankommen.
Bis wir uns erneut melden noch ein paar Impressionen der letzten zwei Tage. Natürlich dreht sich alles um See, Essen und Entspannung. Obwohl, einen kleinen „Aufreger“ gab es gestern. Nach einem ausgiebigen Fischessen war es Fr. Derißen gar nicht gut. Muß wohl eine der Austern schlecht gewesen sein! Aber am 30. war dann alles wieder OK.
Wir sagen adieu „Coral Cliff Beach Resort“ und vergeben eine 9 von 10. Besonders die ruhige Lage, der Pool und der wunderschöne Strand nebst guter Schnorchelmöglichkeiten hat es uns angetan. Die Zimmer waren guter Standard, die Bedienung freundlich und nett. Das Frühstück ganz ok, der gute Kaffee aus dem Kaffeeautomaten für Asien außergewöhnlich, leider war die Klimaanlage nachts etwas laut, aber ab dem dritten Tag haben wir sie nicht mehr gehört. Nun freuen wir uns auf Bangkok und eine besondere Hotel-Empfehlung.

Bilder

Ca. 1 km von unserem Hotel 🏨 entfernt. Tolle Aussicht und echt lecker
Noch ist sie müde, gleich kommt das Essen 🙂
Zweimal die gleiche Suppe, dann muß sie gut sein
Ein kleines Salätchen mit vielen scharfen Scheißerlein
Gehört zu den Austern
Austern, frisch und auf Eis. Lecker 😋 und man sollte sie mindestens 5 mal kauen, dann entwickelt sich das Aroma im Mund. Echt fette Dinger
Ein Träumchen für 1300 THB, (35€)
…und diese Aussicht war unbezahlbar
Tschö – Ko Samui

30.1. (immer noch)

Bis 12:00 waren wir noch im Hotel. Letztes Frühstück, Gepäck checken und letzte Rechnungen begleichen. Mein Versuch, über verschiedene Apps like „Uber“ ein Taxi zu organisieren, scheiterte kläglich. Was so super in Nairobi funktioniert hat, ist hier in Thailand sinnlos. Auf Samui gibt es derzeit nur ein Taxiunternehmen und den Rest hat die Corona-Krise leider hinweg gespült. Unser Hotel war aber sehr gerne bereit, den hauseigenen Fahrservice anzubieten und nach anfänglichen Übertreibungen (500 THB) haben wir uns dann auf 250 geeinigt. So brachen wir mehr als pünktlich Richtung Flughafen auf und hatten gegen 14:00 alle Formalitäten beim Check in erledigt. Unser Flug startete gegen 15:40 von USM und erreichte nach knapp einer Stunde Flugzeit bereits den Suvarnabhumi International Airport (BKK) in Bangkok. Wir sagen danke Bangkok Airways, recht viel Platz in der Economy Klasse und gut organisierter Ein- und Ausstiegsablauf dazu eine tolle App für die eigene Organisation.

In BKK angekommen hatten wir dann erstmals eine Ankunft in Thailand ohne jegliche Gesundheitskontrolle. Irgendwie ist unser Impf- und PCR-status mit den Passdaten oder der Morchana App (Pflichtinstallation bei Einreise) verknüpft, so dass jeder der unsere Pässe benötigt, sofort sieht, dass wir das Sandbox Programm ordnungsgemäß durchlaufen haben.
So waren wir gegen 17:00 mit allem durch und machten uns auf, die Innenstadt zu erreichen.
Wenn man nicht gerade mitten in der Nacht auf dem BKK ankommt, bietet es sich an, mit öffentlichen Verkehrsmitteln sein Endziel zu erreichen. Von Suvarnabhumi gibt es in der unteren Etage einen Einstieg in die ARL (Skytrain). An verschiedenen Stationen hat man dann die Möglichkeit in andere, schienengebundene Verkehrsmittel (BTS oder MRT) umzusteigen. Leider gibt es kein Touristenticket für alle Verkehrsarten, aber an den Stationen gibt es sehr gut verständliche Ticketautomaten: nur auf der Karte den Endpunkt antippen, das war es schon. Wer sich das nicht zutraut, ein mit Personal besetzter Schalter hilft in jedem Fall. Wir mußten max. 5 Minuten warten und sausten dann für insgesamt 90 Baht in 20 Minuten am Autostau vorbei bis zur Endstation Phaya Thai. Dort stiegen wir in die „grüne Linie“ BTS Sukhumvit um, wechselten nach zwei Stationen bei CEN Siam in die hellgrüne BTS Silom in Richtung Saphan Taksin. Dank gut abgestimmter Fahrpläne warteten wir nie mehr als 5 Minuten und benötigten 2 Tickets, das letzte für insgesamt 88 Baht. Somit zahlten wir keine 180 Baht und benötigten insgesamt 60 Minuten bis Taksin. Von Taksin sind es dann max. 1 Km bis zu unserem Hotel. Mit dem Tuk Tuk zahlt man hierfür nicht mehr als 50 Baht, kommt man vor 18:00 Uhr an, liegt am nahen Pier ggf. auch das Hotelboot und bringt einen komfortabel direkt ins Hotel. Leider waren wir nach 18:00 am Taksin und so gingen wir die wenigen Meter per Pedes.

Von der Taksin Station aus sieht man das nahe Chatrium, 2. Hochhaus im Vordergrund, oben mit gelber Schrift

Nach dem Einchecken – später hierzu mehr – wollten wir noch schnell die Bitte einer Freundin erfüllen und im nahen Einkaufszentrum ICON eine Kleinigkeit einkaufen. Also per Pedes zurück zum Taksin Pier und dann per gesponsertem Icon Boot auf die andere Flußseite. Hier wurde uns dann bewußt, dass wir genau zur richtigen Zeit in Bangkok sind, noch fast keine Touristen und dann auch noch „Happy Chinese Year 2022“. Leider fehlte uns eine genaue Produktbeschreibung, die Standortdaten waren zwar richtig aber Corona hat in diesem Land nicht nur gesundheitlich, sondern auch wirtschaftlich sehr gewütet. Vieles läuft noch auf Sparflamme und so mancher Laden wird nicht mehr öffnen bzw. ist ganz verschwunden. Sorry „S“.

Vor dem Kaufhaus, Happy Chinese New Year 2022, eine ganze Woche lang

31.1.

Auf Empfehlung von guten Freunden hatten wir für diese Woche das Chatrium Hotel Riverside Bangkok gebucht und für ein 5 Sternchen Hotel bei Booking.com einen guten Preis erzielt.
Ich kann nur sagen „D“ alter Schwede, eine sehr gute Empfehlung. Kreti und Pleti waren beim Betreten der Suite sehr angetan und das Frühstück kann sich sehen lassen. Ich glaube, besser werden wir höchsten noch in Singapur (kommt später) nächtigen. Unsere Wohnung liegt im 14. Stockwerk und wir haben einen wunderschönen Blick über Teile der Stadt und den Fluß.

Nach einem guten Frühstück erkundeten wir die Stadt. Ab Pier Taksin (wir haben es nie geschafft mit dem Hotelboot bis dort zu fahren) mit dem orangen Flußboot (p.P. 15 Baht) ca. 1 Std. bis zur Endstation der Vorstadt Nonthaburi. Hier tauchten wir erstmals so richtig in das Straßen- und Marktgewimmel Thailands ein, bekannt ist dieser Markt für sein Fisch- und Meeresfrüchteangebot.Nach einem 60 minütigen Rundgang ging es dann mit dem Boot zurück bis zur Station 13 Phra Athit und von dort ist es nicht weit bis zur Khaosan Road, der Party Meile der Stadt. In einer ruhigen Seitenstraße gab es dann auch ein kühles Bier und einen Mai Tai für mich. So gestärkt ging es weiter zum „Adlernest“, zu einem Sundowner und den Abschluß bildete ein Abstecher nach China Town mit lecker Streetfood und Folklore.

….und los geht es….
….unser erstes Selfi, zum Glück gibt es Maske und Hut
Für Kenner, das Adlernest, später folgt der Sundowner
….in der Provinz, auf dem Weg zum Fischmarkt, kein Touri weit und breit
Fischmarkt!
Zur Partymeile 🙂
17:30, normal steppt hier der Bär 🐻, seit Covid ist alles anders und man wartet sehnsüchtig auf die Öffnung Thailands
In einer noch ruhigeren Seitenstraße, ein ganzes Lokal fast für uns alleine
…und weiter geht´s
Vom Adlernest
Um 180 Grad gedreht, die andere Seite
Ohne Worte
Unser erster Nachtmarkt, „Schwein süß sauer“ oder so ähnlich

1.2.

Habe ich schon geschrieben wie gut es sich im Chatrium nächtigen lässt? Vor 8 Uhr schaffe ich es nicht aus dem Bett, nach einem kurzen Abstecher zum Pool, der war auf Samui eindeutig besser, ging es dann zum Frühstück – ein Träumchen. 150 Kalorien abtrainiert und gleich 1500 eingeführt. Mehr als 2 Wochen wären mein Untergang – oh du süßes Leben!
Gegen 16:00 verließen wir dann unser Hotel. Heute Abend wollen wir eine Sky Bar besuchen und danach noch auf einen besonderen Nachtmarkt.
Wir lieben den Schienenverkehr in Bangkok, alles sauber, keine zwielichtigen Gestalten, die einzelnen Verbindungen perfekt aufeinander abgestimmt, somit sehr geringe Wartezeiten und eiskalte Zugabteile mit der Garantie zur Lungenentzündung!
Wir fuhren mit der grünen Linie bis Station Phra Khanong. Wenige Meter daneben erhebt sich das Le Luk Condominium Hochhaus mit der Cielo Sky Bar. Hier hat man im 46. Stockwerk einen herrlich entspannten und unaufgeregten und gänzlich unverbauten Blick vom Rand der Stadt auf das Zentrum. Für uns der Geheimtipp, keine Reservierung nötig, sehr relaxte Kleiderordnung, humane Preise, ein kleiner Skywalk mit Glasboden für den Nervenkitzel und direkt am Eingang noch ein Biergarten mit normalen Bierpreisen.

Vor dort aus wollten wir noch zum Talad Rot Fai 2 Ratchada Nachtmarkt. Das ist der mit den bunten Zeltdächern, die so wunderschön in der Nacht leuchten wenn man sie vom benachbarten Parkhaus betrachtet. Gefunden haben wir ihn. Er sieht nun so aus! Covid-19 sorgte für seinen finanziellen Tod.

Wie heißt es doch so schön, „aus der Not eine Tugend machen“, so fanden wir halt an anderer Stelle eine Alternative und morgen ist ja auch noch ein Tag.

Liebe „S“, die Krabben in dem gelben Sud waren genauso roh wie dazumal, ich war meiner Zeit voraus 🙂

2.2.

Was wäre Bangkok ohne Shopping Malls? Direkt am der Endstation der grünen Linie bei „National Stadium“ liegt das MBK Center. Im Untergeschoß besuchen wir dort einen Massage & Spa und gönnten uns eine Thai Massage für 600 Baht / 60 Minuten. An jeder Ecke in Bangkok wird diese Form teilweise für 150-200 THB angeboten aber dieser Laden hier erzeugt doch so viel Vertrauen, dass ich bereit bin, mich diesem Experiment hinzugeben. Nach 60 Minuten bin ich froh und überzeugt, dass wir die richtige Wahl getroffen haben. Und: ich wusste nicht, wie gelenkig ich bin!!!
Hier wird schon recht viel Kraft und Hebelwirkung eingesetzt, die Masseure sollten schon gut ausgebildet und nicht angelernt sein. Danach auf der gleichen Etage lachte uns noch eine Peking Ente an.

So entspannt und gestärkt fuhren wir auf der grünen Linie weiter bis Station „Nana“ und durchstreiften die Soi Arab, das arabische Viertel von Bangkok.

Den skurrileren Reiz kann ich hier leider nicht abbilden. Auf der einen Straßenseite Klein—Arabien mit Menschen wie man sie sich für diese Gegend so vorstellt und auf der anderen Straßenseite, einer der bekannten Rotlichtbezirke mit genau den selben Vorstellungen. Hier Pinguin dort Go-Go Girl.
Nicht weit davon entfernt kreuzen sich die blaue und grüne Linie bei Sukhumviet / Asok und dort liegt noch eine Mall, das Terminal 21. In meinen Augen nicht Neues (ok, die Aufmachung im Stil eines Flughafenterminals und jede Etage nach einer anderen Stadt ist ganz nett. Es gibt z.B. einen roten englischen Bus, indem ein Laden ist und ein Straßenbahnabteil aus San Francisco. Und: Dani will dort im obersten Stockwerk aufs WC. Es soll ganz besonders sein, was genau stand nicht im Reiseführer. Nun ja, ein Hightech Teil mit Popofön und Dusche halt. Kann Mann, muß Mann aber nicht haben, Frau aber schon!

KEINE BILDER aus verständlichen Gründen

Weiter geht es mit der blauen MRT Linie zur nicht weit entfernten Station Rama 9 oder Phra RAM 9. Hier wurde der JODD Night Market als Nachfolger für den oben erwähnten, geschlossenen Nachtmarkt eröffnet. Bereits beim Verlassen der U-Bahn Station kann man der Beschilderung folgen. Achtung, es geht zuerst in eine Mall und am anderen Ende raus zum Markt. Wir finden, ein sehr gut organisierter Markt, jeweils zur Hälfte Speisen und Klamotten, geöffnet täglich ab 11am.

Leider keine farbigen Dächer wie beim Vorgänger
Eisgekühlt, Frucht und Vodka – ein kleines Kübelchen

3.2.

Dieser Tag stand ganz unter dem Motto: Relaxen, shoppen und Tuk Tuk.
Erst am Nachmittag verließen wir unser sehr komfortables Heim und machten uns auf, zu dem vis a vis gelegenen Shopping Center; ICON Siam. Von der Dachterrasse dieser Mall hatten wir einen wunderschönen Blick über unsere nähere Umgebung. Nachts gab es dann noch den Moon-downer auf unserer Terrasse.

4.2.

Abreisetag; nach dem letzten Frühstück gehts nochmals in den Pool, wir haben schließlich eine längere Rückreise vor uns.

Endlich schaffen wir es, den hoteleigenen Shuttle-Service zum Taksin Pier zu nehmen.

Von dort geht es die paar Meter zur nahe gelegenen „grünen“ S-Bahn Station. Von Taksin fahren wir erstmal bis zur Endstation National Stadium. Dort liegt das MBK Einkaufscenter und im Untergeschoß fanden wir vor zwei Tagen ein hervorragendes SPA. Es gibt doch nichts besseres um sich auf eine längere Flugreise vorzubereiten, eine herrliche klassische Thai Massage (600 Baht/ Std.).

Danach ging es über CEN Siam bis zur Phaya Thai Station. Hier endet bzw. beginnt die rote Linie, der Sky Train zum Airport. Warten mussten wir wie üblich nur wenige Minuten und so waren wir gegen 18:00 um Flughafen. Ein letzter Check der Einreise- bzw. Transitbedingungen zeigt, dass wir als vollständig geimpfte/geboosterte keinen Antigen- oder PCR Test benötigen. Auch eine Einreiseanmeldung ist anscheinend nicht nötig, da wir in Wien nur umsteigen und in Schweden (beide Hochinzidenzgebiete) weniger als 24 Stunden verbleiben. Thailand ist mit einer Inzidenz von 50 derzeit als grünes Land von der BRD eingestuft. Easy going, hoffentlich!
So warten wir an bekannter Stelle vor den Schaltern von SWISS, Lufthansa und Austria Air. Wie schön, gleich macht der Schalter auf und dank „Senator“ dürfen wir als einzige an den Business und sonstigen Passagieren vorbei als 1St. Class Gäste einchecken. Für meine Frau gab es dabei auch einen speziellen Schalter – bitte nicht alles zu wörtlich nehmen 😉

Der rote Teppich

Die Einreiseformalitäten sind schnell erledigt, da wir vor allen anderen durch den Prozeß geschleust werden und als Belohnung wartet die Thai Royal Orchid Lounge auf uns. Nach der First Class Lounge von SWISS in Zürich, unsere bisher zweitbeste Location.

Man beachte, ein eigener Koch, wir waren wie sehr oft, allein auf weiter Flur

So vergeht die Zeit bis 23:20 wie im Flug und nach dem Boarding begrüßt uns die Business Class der Austria Airline in einer schönen alten Boing 777. Auch hier ist die Kabine höchstens zu 40% belegt nur die mitreisenden Personen sind teilweise etwas merkwürdig und mit einer doch fragwürdigen Kinderstube aufgewachsen. Stichwort Hinterlassenschaft nach dem „Geschäft“ oder Benutzung der obligatorischen Facemaske. In Thailand erlebten wir, dass sich die Einheimischen penibel an die überall geltende Maskenpflicht hielten. Allerdings besonders hormonell aufgeputschte Jung- oder Altmänner brauchen natürlich keine Maske. Hierbei hatten wir den Eindruck, dass Russen (wir wissen es) aber auch anglophone Typen sich herzlich wenig um nationale Gesetze kümmern. Allenfalls als Kinnschutz fand die Maske eine Verwendung. Ich finde das folgende Bild einfach zu passend.

Auf allen Flügen der Austria gilt übrigens FFP2 Pflicht. Wir hatten zum Glück besonnene Flugbegleiter an Bord und so eskalierte weder die Situation, noch gab es Probleme bei der Nachtruhe. Auch ohne Maske ließ man uns schlafen und Ermahnungen fanden nicht statt.

Bevor es aber zur Nachtruhe kam, gab es noch ein leckeres Abendessen. Im direkten Vergleich zum Hinflug mit der Lufthansa, liegen hier Welten. Das Menü war ein Gedicht. Austrian sind für uns ein Geheimtipp.

Der Typ war …..komisch

5.2.

Gegen 6:00 morgens erreichten wir Wien, durchliefen die Passkontrollen, hatten wie erwartet keine Probleme weg. fehlender Tests und enterten die Austria Business Lounge. Leider ist die Senator Lounge aufgrund der Pandemie immer noch geschlossen und so sind wir etwas enttäuscht. Wir sind schon verdorben.

Wenn nun nichts außergewöhnliches mehr passiert, werden wir heute noch nach Stockholm fliegen, dort übernachten und am Sonntag Abend dann mit Eurowings nach Düsseldorf fliegen. Eine Einreiseanmeldung für D werde ich nicht vornehmen, m.M. nach muß ich es nicht, mal sehen oder der freundliche Beamte in Düsseldorf das genauso sieht.
Zum Schluß noch drei Bilder, die uns in Bangkok sehr geholfen haben.

Ein sehr schöner Urlaub liegt nun hinter uns. Er versöhnt uns sehr mit Thailand und machte unseren Quarantäneurlaub im letzten Jahr noch erträglicher. Aber auch dieses mal, war Thailand bis zur letzten Minute für Überraschungen gut und wir wussten erst kurz vor unserem Abflug, dass es diesmal klappen würde.
Hoffen wir, dass sich die Lage in Asien weiter normalisiert und unser nächster Trip nach Singapur und Indonesien im März wie geplant stattfinden kann.

Reisen in Zeiten von Covid-19, Teil 5, Nairobi – wo sind die Elefanten?

Nach den Aufregungen in Bangkok, ging es nun nach Kenia, genauer gesagt nur in die Hauptstadt, nach Nairobi. Da wir vor Jahren bereits in Mombasa waren und die damalige Einreise (Visa on arival) problemlos verlief, machte ich mir im Vorhinein keine große Sorgen. Das Land steht derzeit nicht auf der RKI Liste der Risikoländer, somit müssen wir bei unserer Rückreise noch nicht einmal eine Reiseanmeldung vornehmen. Unter diesen Bedingungen schaute ich erst 2 Wochen vor unserem Reisetermin auf die Botschaftsseite Kenya’s und erstarrte. Seit dem 1.1.21 hat das Land ausschließlich das elektronische Visum (eVisa) eingeführt und eine Bearbeitung, so hieß es dort, dauert mindestens 2 Wochen. So stürzte ich mich noch am gleichen Abend in den Registrierungsprozess. Im Nachhinein kann ich vermelden, es ist halb so schlimm. Es werden zwar etliche Fragen bis hin zu den lieben Verwandten gestellt (Vater, Mutter, wenn gestorben wer ist der nächste noch lebende Verwandte) aber nach gefühlten 20 Seiten und dem Hochladen von einem Passbild, dem Reisepass (1.Seite) und der Frontansicht ist schon alles geschafft. Für mich brauchte ich 20 Minuten, im zweiten Durchgang, bei meiner Frau, waren es nur noch 5 Minuten. Am Ende des Prozesses noch mit Kreditkarte bezahlen und dann beginnt das Warten. Hierzu ist die Antragsseite mit einem persönlichen Kennwort gesichert und ich nahm mir vor, täglich einmal nachzusehen. So war ich sehr überrascht, als bereits am nächsten Tag die Dokumente zum Download zur Verfügung standen. Hier ein wichtiger Hinweis, der Ausdruck muß in Farbe erfolgen, sonst gibt es Ärger bei der Einreise. Covid geschuldet mußte ich dann noch 2 Tage vor der Abreise einen PCR Test machen und ein weiteres Online Formular auf der Botschaftsseite ausfüllen, um einen QR-Code zu erhalten. Den PCR Test erledigten wir wie üblich in Aachen (ehemals Villa Kunterbunt) und der QR-Code (Fragen zur Impfung und PCR) waren in kurzer Zeit erledigt. So waren wir diesmal bereits 1 Tag vor Abreise bestens präpariert.

12.11.21
Freitags morgens um 3:00 🕒 machten wir uns auf den Weg nach Amsterdam. Es war im Vorhinein noch spannend geworden. Meine Frau hatte den Hinterreifen geschrottet. Mehr als ein paar Kilometer mit einem Platten, verträgt die Karkasse nicht und so mußte ich noch ein Ersatzrad installieren, da die Neureifenbestellung sich verzögerte.
Aber das war es schon, die Straßen waren um diese Uhrzeit frei und so kamen wir gemütlich gegen 5:30 an unserem bewährten Parkplatz (EazzyPark Schiphol) an. Nachdem ich den Audi abgestellt hatte, ging es dann auch schon zum nahen Flughafen. Man merkt dort sofort die Veränderung zu unserer letzten Reise. Der Inzidenz geschuldet, tragen nun alle wieder Maske! Am CheckIn Schalter spielten sich diesmal lautstarke Tragödien ab, so mancher Reisende durfte aufgrund fehlender Unterlagen nicht weiter. Bei uns war zum Glück 🍀 alles ok und am Business Schalter lief es auch wesentlich entspannter ab. Ich hatte im Vorhinein so meine kleinen Bedenken, da meine Booster Impfung erst einige Tage alt war und nicht jedes Land den sofortigen Impfschutz-Status akzeptiert und Johnson ja etwas in Verruf geraten ist. Aber wie gesagt, alles palletti. Nach dieser ganzen Aufregung mußten wir dann in die Lounge. Leider hat die hochgelobte und nagelneue Star Alliance Lounge Amsterdam immer noch nicht geöffnet und so wechselten wir in die vom letzten Flug bekannte Aspire Lounge mit dem bereits bekannten, eingeschränktem Angebot. Kann es sein, kein Bier vor vier? 🙂

Pünktlich um 7:40 starteten wir Richtung Frankfurt und von 9:00-10:45 genossen wir dann doch noch den Luxus in der Lufthansa Senator Lounge am Flugsteig B. Derzeit kommen Kreti und Pleti noch mit einem Business Ticket in diese sehr schöne, den Senatoren und 1st. Class Passagieren vorbehaltene Einrichtung. Mein Tip, vor dem Flug auf der Seite von Star Alliance prüfen, welche Lounge geöffnet und mit welchem Ticket diese besucht werden kann.

Gegen 11:00 betraten wir dann unseren Flieger und machten es uns in der sehr guten Lufthansa Business Klasse gemütlich. In den nächsten Stunden sollte es uns an nichts fehlen und irgendwann stellte ich meinen Sitz in die Horizontale, schnappte mir das schöne Lufthansa Kissen und schlief zufrieden ein. Was für ein Luxus!

Um 21:15 Ortszeit landeten wir nach 8 Stunden Flugzeit pünktlich in Nairobi. Achtung: In Kenia gilt das Verbot von Plastiktüten und so ließen einige Passagiere diese im Flugzeug zurück, nachdem es eindringliche Warnungen von Seiten der Flugbegleiter gab. Die Einreise verlief für uns problemlos. Am vorab CheckIn wurden unsere Covid Dokumente geprüft, ich mußte als Stichprobe noch zur Fiebermessung und danach standen wir bereits nach gefühlten 10 Minuten vor dem Immigration Officer und waren auch dort nach 3 Minuten durch. So atmeten wir gegen 21:30 erstmals die warme Abendluft vor dem Flughafen. Ein Taxi war schnell gefunden und für 20 USD brachte man uns ins ca. 15 km entfernte Hotel Villa Rosa Kempinski (5*). Tip, UBER App zur Taxibuchung, Preisinformationen.

13-16.11.

Das Kempinski liegt etwas außerhalb vom Stadtzentrum im Westend Bezirk. Hier stehen die Botschaften und es wird derzeit rege an verschiedenen Hochhäusern gebaut. Tip: In Kenia 🇰🇪 akzeptieren die öffentlichen Stellen (Zoo und Safaripark) nur Kreditkarten, der Rest nimmt auch Bargeld und hier am liebsten den Kenia Schilling. Der US-Dollar ist nicht nötig. Umtauschen kann man am Flughafen, es gibt etliche Möglichkeiten, vor und nach dem Zoll. Mit ATM‘s sieht es da schon schlechter aus. Es gibt zwar an allen Ecken einen Geldautomaten, nur akzeptieren diese meist nur Visa und Mastercards aber nicht die billigere EC- bzw. Banken/Sparkassenkarten. Also vorher auf http://www.maestro.de nach einem Standort suchen. Wer im Kampinski (tolles Hotel) übernachtet, findet in der Parallelstraße, auf der Rückseite des Hotel die Hauptstelle der Standard Chartered Bank nebst ATM und das auch noch ohne Zusatzgebühren. Tip, immer Abrechnung in Währung wählen, niemals in Euro, sonst wird man gnadenlos mit dem Kurs übervorteilt.

In den 4 Tagen unseres Aufenthaltes stürzten wir uns ins pralle Leben der quirligen Innenstadt, besuchten den nahen Nationalpark und testeten empfehlenswerte Lokalitäten (Bao Box, The Manor 540 und zum Frühstück Attibassi Coffee Westlands). Zur offline Navigation eignen sich hervorragend die Apps Google Maps oder mein Favorit MapsMe. Am Besten die entsprechenden Karten vor der Reise laden. Alternativ kann man sich auch eine nationale SIM Karte besorgen, am Flughafen funktioniert das aber derzeit nicht.

Fazit: Zu kurz, wir kommen wieder, ein klasse Hotel mit Stil, das man recht günstig (per Mail) direkt buchen kann, die Lage des Hotel erlaubt auch abendliche Spaziergänge und die Elefanten vermißt in diesem kleinen Nationalpark niemand, die würden innerhalb von Tagen den gesamten Baumbestand fressen.

Nachtrag: Ich gehe von einem schönen Rückflug in der Business Klasse aus. Da wir geimpft sind und 🇰🇪 kein Risikogebiet ist, sollte der CheckIn und die Einreise problemlos sein. Die schriftliche Reiseanmeldung für NL ist bereits geschrieben, ob es hier zu Problemen kommt wird, werden wir dann sehen und ggf. berichten.

Demnächst geht es weiter nach Jerusalem, den Senatorenstatus haben wir erflogen und geholfen hat uns dabei Dr. DAKA. Ist zwar meistens ein Ferngespräch aber sehr empfehlenswert 🙂

Reisen in Zeiten von Covid-19, Teil 4, „One Day in Bangkok“

Vorwort:

Ich kann jeden verstehen, der beim Lesen des folgenden Blogs mich und meine Ehefrau für verrückt erklärt. Egal unter welchem Aspekt, es ist für einen Außenstehenden einfach crazy. Gerade deshalb möchte ich es erklären, es ist halt auch eine unterhaltsame Vorgeschichte.

Vor genau 13 Monaten machte ich bei „Travel Deals“ ein, in meinen Augen, gutes Schnäppchen. Einen First Class Flug, hin und zurück nach Bangkok, mit dem Juwel aus der Lufthansa Gruppe, der SWISS und mit reichlich Aufenthalt in Zürich um die beiden 1st. class Lounges ausgiebig genießen zu können. Zu diesem Zeitpunkt wütete Corona in Deutschland in der x-ten Welle, aber, daß sollte in 13 Monaten doch kein Problem mehr sein? So dachte ich jedenfalls und war bereit, etwas mehr als insgesamt 4K€ zu investieren. Ich buchte auch gleich ein passendes Hotel für 1 Woche und freute mich wie „bolle“ auf diesen Flug. Kreti und Pleti wollten einmal ganz vorne sitzen.

In den darauf folgenden Monaten ging es dann mit Covid-19 in Europa und Asien bergauf und bergab. Bevor wir im Sommer 2021 nach Russland aufbrachen war die Welt noch für mich in Ordnung. Zwar war Thailand 🇹🇭 zu diesem Zeitpunkt bereits seit mehr als 12 Monaten im Dauerlockdown, aber die Zeichen standen auf Besserung. In diesem Zeitraum, hatte mich ebenfalls ein Virus 🦠 infiziert und hiermit meine ich nicht Corona, dass im Dezember 2020 einmal kurz und schmerzlos bei mir für Aufregung sorgte. Nein, ich nenne es den Miles and More bzw. Status Bazillus. Ich war und bin ihm verfallen. Durch diesen 1st. Class Flug können wir in dieser besonderen Zeit extra Status- und Bonusmeilen erfliegen und dadurch für ca. 50 Monate den Lufthansa Senatorenstatus, mit all seinen Privilegien, erreichen. Da wollen wir hin und deshalb gibt es nach dieser Geschichte in diesem Jahr auch noch zwei Fortsetzungen. Aber ich schweife ab!

Nach unserer Rückkehr aus 🇷🇺, 🇺🇿 und 🇬🇪 war ich sehr entspannt. 🇹🇭 war zwar noch für Touristen größtenteils geschlossen, aber der thailändische Ministerpräsident himself avisierte zum 1.10.21 öffentlichkeitswirksam in der Bangkok Post, die Öffnung von Bangkok für geimpfte Touristen. Ich war im 7. Himmel, aber nur für wenige Tage. Dann begann mein persönliches Martyrium ;-). Wenige Tage später hieß es dann: „wir verschieben auf den 15.10.“, alles klar wir fliegen erst ab dem 22. sollte also immer noch funktionieren. An diesem Abend schaute ich wie üblich in meine Flugapps und erstarrte in der SWISS-App. Mit unseren Flügen nach Bangkok stimme etwas nicht. Ich kam zuerst nich darauf, bis ich merkte, dass mir nur noch 3 Flugsegmente angezeigt wurden. Der Rückflug am 30-31 von Bangkok (BKK) nach Zürich (ZRH) fehlte. Kein Hinweis, kein Kommentar, nichts konnte ich hierzu in der App und Online finden. Abends verbrachte ich dann mehr als 2 Stunden in Warteschleifen. Die Hotline der Lufthansa war hierbei eine Katastrophe. Nach der Einwahl erfolgte ein Hinweis auf starke Frequentierung des Call-Centers und danach wurde die Verbindung unterbrochen. Bei der SWISS hingegen durfte ich dann warten und nach 2 Stunden in der „Schleife“ wurde mir geholfen. Ich erfuhr, dass der Rückflug BKK-ZRH tatsächlich storniert wurde. Dürfen die das? Klar dürfen die das, steht im Kleingedruckten. Ich war reihenweise, verblüfft, verärgert, verzweifelt und was weiß ich noch. In dieser Situation machte ich einen großen Fehler, den ich später noch bereuen sollte. Unwissend gab ich mein Stornorecht betreffend einer Rückerstattung auf. OK, ich bin mir nicht sicher, ob ich es jemals genutzt hätte, Stichwort „Senatorstatus“, aber zumindest hätte ich die Wahl gehabt. Was war passiert? Der freundliche SWISS Mitarbeiter teilte mir mit, dass er eine Alternative für mich hätte. Ein Rückflug am 31. auf den 1. November. Ist doch klasse dachte ich, ein Tag mehr in Bangkok und dazu kein zusätzlicher Urlaubstag wegen Allerheiligen. Senator, ich sehe die Karte bereits. Was ich da noch nicht wußte war, daß ich durch diese Umbuchung mein Stornorecht aufgegeben hatte und nun nicht mehr „von einem nicht durch den Kunden zu stornierenden rabattierten Flug“ zurücktreten konnte. War ja auch kein Problem, BKK macht am 15. auf und wir fliegen am 22. dorthin. So dachte ich genau für 24 Stunden. Dann eröffnete dieser Ministerpräsident, merke nicht nur wir haben Fachleute in den allerhöchsten Positionen, dass es nochmals und diesmal endgültig zu einer Verschiebung auf den 1.11.21 kommen wird. Ende aus – MickyMaus!

In den folgenden 2 Wochen realisierte ich, dass dieser rabattierte Flug zwar theoretisch zu verschieben ist, dann aber zu den dann gültigen Tarifen, da der Alttarif bereits geschlossen war. Vielleicht und gegebenenfalls so hieß es, wird er im nächsten November (22) kurzfristig geöffnet, aber garantieren konnte mir das keiner. Was ich wußte war, eine Umbuchung zu normalen Konditionen kostet locker und mindestens 2-3K€ zusätzlich. Das war und ist keine Alternative für Kreti. Was nun noch blieb war die Nutzung des sogenannten „Sandbox“ Angebots. Thailand öffnete zumindest einige Inseln. Ko Samui war hierbei die einzige Alternative, da hierbei ein Flug von BKK auf die Insel erlaubt ist. In meiner Naivität schöpfte ich Hoffnung. Bis BKK kommen wir und dann brauche ich nur noch einen zusätzlichen Flug mit Bangkok Air auf die Insel. Gesagt getan, und nach Durchsicht der Informationen der thailändischen Regierung, war dieser Flug schnell und preiswert in der firmeneigenen App gebucht. Am nächsten Tag studierte ich dann ausgiebig das Kleingedruckte in der Regierungserklärung und erstarrte förmlich. Der Zubringerflug BKK nach Samui muß zwingend auf dem Hauptticket erscheinen und es gibt dazu auch ganz bestimmte Flüge von Bangkok Air (4 stellige Flugnummer). So ein Mist, unser Flug hat nur 3 Stellen, aber da kann die Swiss oder Bangkok Air bestimmt helfen. So dachte ich jedenfalls. Leider falsch gedacht. Die Thailänder verwiesen auf die Schweizer und die sagten, eine nachträgliche Ergänzung wäre nicht möglich. Klar könnte ich den Hauptflug stornieren und dann neu inkl. des Zubringers einbuchen, nur würde dies dann neu berechnet und so mindestens 2-3K€ zusätzlich kosten. Für uns nicht diskutabel.

Was dann letztlich als Alternative blieb, war den Flug verfallen zu lassen oder ihn anzutreten, mit all seinen Konsequenzen.

Reisevorbereitung

Am 8.10.21 sind die Würfel gefallen. Offiziell veröffentlicht die TAT, das thailändische Tourismusministerium die endgültige Verschiebung vom 15.10. auf wahrscheinlich den 1.11.2021. Man ist vorsichtig in Thailand geworden und möchte sich nicht mehr verbindlich, auf einen neuen Öffnungstermin festlegen. Ist aber aus unserer Sicht auch egal. Was jetzt noch hilft, wären Wunder und mit diesen ist weit und breit nicht zu rechnen.

Nach einem längeren Kriegsrat mit meiner Frau steht nun fest, wir lassen den Flug nicht verfallen, wir wollen den Status und ja, ein Aufenthalt in einem Quarantänehotel hat auch so seinen Reiz. Bevor es jedoch zu weiteren Aktivitäten kommt, müssen wir uns erstmal den Frust von der Seele schreiben. Zwei dicke Beschwerdebriefe werden verfasst und Richtung Lufthansa und SWISS -per Einschreiben- versendet. Wir wollen Antworten auf so manche Frage. Hauptsächlich dreht es sich um Qualität. Warum muss ein Kunde der ersten Klasse, bei einem Ticket das normal nicht unter 5.000€ zu bekommen ist, in einer endlosen Warteschleife verweilen, warum wurden wir nicht zeitig von der Stornierung benachrichtigt und warum erfahren wir nichts von einer teilweisen Streichung des Loungeangebots? Wie gesagt, als 1st. Class Kunde kann man schon etwas mehr erwarten. Als die Briefe geschrieben sind, ist mein Groll abgeklungen. Ob wir antworten erhalten, bleibt abzuwarten, ein guter Freund berichtete ein paar Tage später, dass ein ähnlicher Brief an den VV der Lufthansa nie beantwortet wurde, mal sehen Dieter, ob wir mehr Erfolg haben werden. Zumindest ist mein Sodbrennen nun abgeklungen und das ist ja auch ein Lichtblick.

10.10.

Die Konditionen für eine Einreise nach Bangkok sind uns nun klar. Wir brauche folgende Dokumente bzw. Kopien:

1. kein Visum, ist für Deutsche seit kurzem wieder aufgehoben,

2. dafür aber ein Certificate of Entry (COE) der Botschaft, später mehr hierzu

3. eine Reiseversicherung mit 100.000€ Covid Deckung, dank Logo Mastercard fix besorgt,

4. eine T5 und T8 Selbstauskunft zur Person und dem Gesundheitszustand der Reisenden,

5. eine Kopie des Flugtickets, auf keinen Fall nur oneway,

6. eine Kopie des Impfzertifikates,

7. ein PCR Test, nicht älter als 72 Std. vor Abflug,

8. eine bereits bezahlte und nicht stornierbare Hotelbuchung eines AQ Hotels, diese bekommt man bei Agoda.com.

Was wird uns geboten, ein Aufenthalt in Quarantäne, 7 Tage, 3 Mahlzeiten täglich, reichlich stilles Wasser und Tee, kein Alkohol, 2 zusätzliche PCR Tests, täglich zweimal Fiebermessung und vielleicht 1 Stunde Hofgang. Kein Scherz – wir akzeptieren!

Die Thailänder beklagen sich, dass keine Touristen ins Land kommen, die englische Presse schreibt hierzu, daß die Beantragung des COE das Komplizierteste ist, was sich derzeit Regierungen auf diesem Planeten ausgedacht haben. Ich kann es nur bestätigen. Kein vernünftiger Mensch lässt sich auf dieses Experiment ein, schon gar nicht, wenn er oder sie nur 7 Tage im Land zu gedenken bleiben. Ab dem 8. Tag wäre man frei und könnte innerhalb Thailands reisen, wohin man will. Leider gilt das nicht für uns, wir sitzen dann bereits im Flugzeug, Richtung Heimat.

11.-22.10.

Alle Unterlagen sind angefordert, das Hotel bei Agoda gebucht, der PCR Test fest eingeplant und am 12. starte ich den COE online auf der Seite des thailändischen Konsulats in München. Hier werden nun die Personendaten abgefragt und es müssen Abbilder der Reisepässe, der Flugtickets und der Impfzertifikate hochgeladen werden. Die weitere Bearbeitung durch die Thai‘s dauert max. 3 Tage und danach folgen weitere Eingaben.

Wir haben Glück und bereits nach zwei Tagen bekomme ich die Rückmeldung, dass bisher nichts zu monieren sei. Am 15. erledige ich die restlichen Eingaben und das Hoffen beginnt. Schock! Am 18. kommt die Ablehnung, ich habe einen Fehler gemacht: Da wir ab Amsterdam fliegen, ist nicht die Botschaft in D sondern in den NL zuständig. Ein reiner Formfehler. Nur noch 5 Tage bleiben mir, den ganzen Prozeß erneut zu durchlaufen. In meiner Not warte ich nicht bis abends, um das Ganze in Ruhe zuhause am PC zu erledigen. Ich gehe volles Risiko und mache alles auf dem Handy. Zum Glück habe ich alle geforderten Dokumente in einer sicheren Cloud (S-Trust App) und lokal auf meinem Mobiltelefon.

Im zweiten Anlauf geht nun alles besser, die Seite ist identisch, nur die auszuwählende Botschaft ist die in Den Haag. Zum Glück arbeitet man dort fix. Bereits am 19. vormittags bekomme ich das erste OK und noch am gleichen Tag abends ergänze ich den 2. Teil. Die Erleichterung ist groß, als dann bereits am 20. morgens das endgültige OK kommt. Am nächsten Tag, dem 21. gehen wir morgens um 7:30 zum PCR Test. Nun heißt es zum letzten Mal warten. Das Kölner Labor macht es dann nochmals spannend. Beim letzten Test (Russland) dauerte es keine 12 Stunden bis wir informiert wurden. Dieses mal vergeht mehr Zeit. Erst am 22. gegen 10:00 meldet sich die Corona App und wir können die erhofften Zertifikate herunterladen. Punktlandung – ich brauche nun dringend Erholung und viel Ruhe – so schlecht ist die Aussicht auf Quarantäne nun doch nicht!

22.10.

Gegen 12:00 brechen wir auf. Zuerst geht es mit dem PKW nach Amsterdam. Bei EazzyPark Schiphol haben wir bis zum 1.11. einen Parkplatz inkl. Shuttle Service gebucht. Die Fahrt verläuft normal, vereinzelte Staus verzögern lediglich unsere Ankunftszeit, so daß wir für die 230km genau 4 Stunden benötigen und gegen 16:00 unser erstes Etappenziel erreichen. Bereits 30 Minuten später betreten wir die Abflughalle von Schiphol. Was auffällt, es besteht in diesem Gebäude bis hinter dem Check-In keine Maskenpflicht. Es sollte das letzte Mal werden, für eine gefühlt lange Zeit!

Am Priority Check-In Schalter sind wir die Einzigen und werden dank First Class Ticket auch sehr zuvorkommend und freundlich bedient. Die nette Angestellte muß sich zwar durch einen Wust von Hinweistexten arbeiten, aber dank meiner guten Vorbereitung liegen alle gewünschten Dokumente vor und bei meiner Frau verzichtete sie auf eine erneute Prüfung. Wird schon klappen. Unser Alu Rimowa Koffer wird mit einem HON-Aufkleber versehen und abtransportiert. Ich greife an dieser Stelle einmal kurz vor, als wir ihn in Bangkok in Empfang nehmen, hat er keinerlei Beschädigungen und steht akkurat neben dem Kofferband. Offensichtlich wurde er immer separat befördert.

Aber zurück nach Amsterdam. Der Flughafen ist recht leer und am Sicherheitsschalter nutzen wir ebenfalls den separaten Priority Zugang. Es ist schon erstaunlich, wie nett Security Personal sein kann. Leider ist die Star Alliance Lounge noch geschlossen und so weichen wir auf die Aspire 26 Lounge aus. Diese wird vom Flughafen selber geführt und steht den SWISS Business und First Class Passagieren offen. Wir sind froh hier ein ruhiges Plätzchen zu finden und genießen das ein oder andere Heineken. Leider gibt es dazu nur ein eingeschränktes kaltes Buffet.

Um 19:00 wird der Service eingestellt und um 19:30 schließt diese Lounge bereits. Für uns sehr passend, da der Check-In für Business Kunden bei der SWISS bereits um 19:45 startet und so sitzen wir ab 20:00 auf Platz 1A und C. Das Platzangebot unterscheidet sich bei europäischen Flügen nicht groß von den normalen Sitzplätzen. Bei einer dreier Bestuhlung bleibt der mittlere Sitz einfach unbelegt und man hat etwas mehr Platz und weniger Stress mit dem Verstauen des Handgepäcks. Zudem sitzt man vorne ist schnell rein und raus. Was ich aber viel mehr schätze ist das kulinarische Angebot und hier wurden wir erstmals sehr positiv überrascht. Die SWISS setzt hier Maßstäbe. Sehr freundliche Bedienung, zuerst mal einen Schampus und keinen Sekt. Dazu noch einen richtig leckeren. Da die Business Klasse recht leer ist und die anderen Reisenden lieber Wasser oder Wein wollen, können Dani und ich den Inhalt einer ganzen Flasche für uns allein genießen. Wie gut schmeckt dann ein Essen, wenn es auf richtigem Porzellan und mit vernünftigem Besteck serviert wird. Hier stellt sich mir kurz die Frage, warum ich mein Taschenmesser nicht mitnehmen darf? Aber wer denkt bei diesem Anblick schon an solche Kleinigkeiten.

Gegen 21:40 erreichen wir den gespenstig leeren Flughafen von Zürich. Hier werden zu Zeiten von Corona um 22:00 die Bürgersteige hochgeklappt und so empfangen uns auf dem Weg zum Airport Day Hotel, menschenleere Hallen. Unsere Unterkunft liegt direkt hinter den Passkontrollen, wir reisen somit defacto aus, nachdem ein überaus netter Kantons Polizist unsere Pässe kontrolliert hat. Leider war er nich bereit, uns einen Stempel in den Reisepass zu drücken. Das wäre nicht erlaubt, so sind sie halt, die korrekten Schweizer.

Unser Zimmer im Day Hotel ist zweckmäßig und die Duschen befinden sich auf dem Flur. Der Preis ist mit 130 CHF vergleichbar mit einem Airporthotel, wir haben jedoch den Vorteil, dass wir innerhalb des Sicherheitsbereichs bleiben und nicht mehr kontrolliert werden. Für uns ist das sehr gut, wir haben unser Handgepäck im Duty Free Amsterdam reichlich ergänzt. Wenn wir in Quarantäne müssen, dann wenigstens lustig. Eine Flasche Gin und Rum, eine gute Flasche Sekt sowie ein Sixpack Bier sollten uns genügen.

24.10.

Unser Wecker geht um 7:00, nach dem Duschen müssen wir das Hotel spätestens um 8:30 verlassen und so stehen wir bereits gegen 8:00 vor dem Einreiseschalter und werden von einem weiteren netten Schweizer Kantons Polizisten überprüft und auf meine Bitte hin, bekommen wir nun doch noch einen „Souvenir“- Stempel in den Pass gedrückt. Es gibt also zumindest auch noch den netten und flexiblen schweizer Beamten. Wir sind froh, mit beiden Bekanntschaft gemacht zu haben. Apropos Kontrollen, unsere Schweizer Covid Einreiseanmeldung wollte niemand kontrollieren.

Auf dem Weg zur Lounge decken wir uns noch mit guter Schoki ein. 580 Gramm der Marke Sprüngli (nicht Lindt & Sprüngli) wandern für schlappe 80 CHF in mein Handgepäck. Wir werden jede einzelne Praline mit Ehrfurcht genießen.

Kurze Zeit später stehen wir vor der Lounge. Klein und unscheinbar ist der Eingang. Schön und delikat der Inhalt.

Ab 9:00 und bis 12:30 leben wir nun wie die Maden im Speck. Der Service ist hier einfach spektakulär. Leider gibt es derzeit nicht die zweite Lounge mit der riesigen Weinbar und auch die Wiskylounge hat derzeit geschlossen, aber der Rest reicht uns fürs Erste. Was wurde uns geboten und hier meine ich aktiv angeboten, d.h. wir mußten nicht nach Champagner fragen, der Kellner stand ungefragt neben unserem Tisch, die Menuekarten fürs Frühstück und Mittagessen wurden unaufgefordert gebracht. Natürlich gabs im Zigarrenzimmer eine Zigarre nebst Cognac und diese Art der Präsentation sollte jeder einmal ausprobieren. Das Wasserglas ist hierbei mir heißem Wasser gefüllt. Das Aroma des Cognacs ist unvergleichlich. Die Zeit verging wie im Flug, gegen 12:30 ging es dann mit einer „Limousine“ zum Flugzeug. Leider verlangen die Einreiseregeln von Thailand, dass vor dem Besteigen der Maschine nochmals alle Unterlagen überprüft werden müssen und dies, mit einem Stempel im Boarding Pass zu dokumentieren ist. Wir wurden somit zuerst an eine extra Passkontrolle für 6 Personen gebracht und danach zu einer separaten Covid Überprüfung. Danach ging es dann über den Zugang für die Business Klasse ganz nach vorne, in die First Class der SWISS. Aber hiervon später.

Bis vor einigen Jahren habe ich mir nie Gedanken darum gemacht, wie ich per Flugzeug von A nach B komme. Hauptsache preiswert, war die einzige Maxime. Durch Zufall haben Dani und ich dann aufgrund einer Verspätung in Dubai ein Upgrade in die Businessklasse bei einem Flug nach Hong Kong ergattert. Der Flug mit der Etihad Airways war ein nachhaltiges Erlebnis. Wenn ich kann, so schwor ich mir, mache ich das noch einmal. In der Corona-Krise werden die Karten in der Flugbranche neu gemischt. Fast täglich hagelt es Sonderangebote und Schnäppchen und mich interessierte das Thema immer mehr. Wie wir hier hinkamen wisst ihr nun, und wie es weiter geht, erfahrt ihr gleich.

Gegen 12:45 betreten wir den Airbus A340-300, biegen am Eingang links Richtung Businessklasse ab, durchqueren diesen Teil und betreten aus meiner Sicht ein bis dahin unbekanntes Terrain. Auf den ersten Blick erscheint alles so großzügig und total unbekannt. Ich zähle insgesamt 8 Plätze, von denen sich im Verlauf des Boardings 6 besetzen werden. Dani und ich belegen 1A und 1D. Somit ein Platz am Fenster und einer im Mittelteil des Abteils. Wir verstauen erstmal unser Handgepäck in den überaus großzügigen Fächern und beschnuppern unsere Kabinen. Das alles geschah in den ersten zwei Minuten, ich erwähne es nur, um den Service der von nun an pausenlos auf uns hereinbrach, besser beschreiben zu können. In der dritten Minute steht eine von 2 Flugbegleiterinnen neben mir und begrüßt uns wie selbstverständlich mit Namen. „Ein Glas Champagner gefällig?“ Aber sicher doch. Ich habe Sie nicht gezählt, aber im Verlauf der Reise werden es etliche. Während das Boarding im hinteren Teil der Maschine nun beginnt, wird der Tisch gedeckt und es gibt ein kleines Häppchen. „Was wollen Sie sonst noch zu trinken haben, ein Wasser, Cola oder Saft“? Kann das noch besser werden? Um es gleich vorweg zu nehmen, ja noch viel besser!

Zuerst aber richten wir uns ein. Das Platzangebot ist riesig. In meinem Bereich kann ich mit einem Gast vis a vis sitzen, mir steht ein Bildschirm zu Verfügung, der nicht kleiner ist als der bei mir zuhause, der Sitz hat eine Massagefunktion und kann sich beliebig verstellen lassen. Ganz ausgefahren wird er zum Bett, in dem ein 1,92 Meter großer Mann sich mehr als ausstrecken kann. War’s das? Nun ja, zuerst bekommt man noch ein Täschchen mit allerlei netten Utensilien (Zahnbürste, Elmex, 3 hochwertige Mundmasken, eine Schlafmaske, etwas Kosmetik, Schlafsocken usw. und sofort) Natürlich gibt es auch noch einen schönen, hochwertigen Pyjama, den man selbstverständlich behalten darf.

So ausgestattet verbleibe ich im Modus „Dauergrinsen“ für den Rest des Fluges.

Nach dem Start geht es dann weiter. Wer will – und wir wollen – wird nun dauerhaft umsorgt und verpflegt. 2 Stewardessen für 6 Gäste und bei Engpässen, z.B. dem Bett machen, hilft der Chef-Steward kräftig mit. Vor dem Start schaut noch die Pilotin vorbei und begrüßt jeden Gast persönlich. Ich nutze die Gelegenheit und erbitte mir einen Blick ins Cockpit. Bitte sehr, kein Problem und ein Schwätzchen mit den 3 Piloten im Cockpit ist auch noch drin.

In den nächsten Stunden lassen wir es uns gut gehen und probieren so das ein oder andere.

Bevor es zu Bett geht, haben wir noch einen netten Plausch mit dem Chef-Steward. Wir erfahren, daß die SWISS derzeit viel Geld im Warentransport verdient und so mancher Flug derzeit als Transport abgewickelt wird, das eine Belegung mit 6 Personen hier in der ersten Klasse bereits sehr gut ist und das bei diesem Flug, hinten nur insgesamt 70 Personen sitzen. Wir loben bei dieser Gelegenheit den sehr guten Service und berichten auch von unserer weiteren Reise. Als kleiner Trost sollte es dafür noch ein besonderes Geschenk geben. Eine Pulle Schampus nach der Landung in Bangkok. Was für ein nette Geste.

24.10.

Gegen 4:00 werden wir wunschgemäß geweckt. Nach einer kleinen Toilette (es gibt für uns 3 Waschräume) erwartet uns noch abschließend, ein auf unseren ausdrücklichen Wunsch, nur sehr spartanisches Frühstück. Wir können einfach nicht mehr!

Nach der Landung verlassen wir über den separaten, vorderen Einstieg das Flugzeug und bereits nach wenigen Metern werden wir von einer persönlichen Servicekraft des Flughafens in Empfang genommen und durch das weitere Prozedere geleitet. Wärend der Rest noch in den Sitzen verweilt, eilt die erste Klasse bereits dem Wahnsinn entgegen.

Hier in Thailand nimmt man Corona sehr ernst. Maskenpflicht gilt ausnahmslos überall. Wir durchlaufen etliche Kontrollstationen, unsere Dokumente werden zig mal geprüft, vor jedem Checkpoint werden die Abstandsregeln genauestens angewiesen und das Personal ist vermummt wie in einem guten amerikanischen Seuchenfilm.

Endlich erreichen wir das Kofferband und finden das gute Stück bereits separat und unversehrt daneben stehen. Unsere nette Begleitung geleitet uns noch bis zum Ausgang und da wartet leider niemand auf uns. Ich habs gewußt. Beim Hotel habe ich gespart und das hat man nun davon.

Derzeit verlässt niemand den Flughafen ohne staatlich reglementierte Begleitung, so muss sich unserer Führerin auch noch darum kümmern. Sie ruft bei unserem Hotel an und wartet brav bis wir an ein „Seuchentaxi“ übergeben werden. Wir dürfen uns hinten, in eine abgetrennte Kabine setzen und unsere Koffer werden vor dem Verladen erstmal ausgiebig desinfiziert. Alles läuft hier mit Dokumentation und Übergabeprotokollen ab, wir hätten keine Chance zu entkommen.

Bangkok um 6:00 morgens ist derzeit recht leer. Ohne Rushhour fahren wir mit unserem Bumsmobil durch eine von Masken beherrschte Stadt und erreichen nach ca. 30 Minuten unser Gefängnis – sorry ASQ Quarantänehotel. Nicht, das jetzt jemand denkt, wir halten am Haupteingang und der Pförtner kommt, um uns ins Haus zu geleiten. Nichts da, wir fahren zum Seiteneingang, ein großes automatisches Gittertor öffnet sich und wir dürfen erst aussteigen, nachdem dieses sich hinter uns geschlossen hat. Wenigstens unser Gepäck wird schnell ins Haus gebracht und findet sich wenig später auf unserem Zimmer ein. Da braucht man auch kein Trinkgeld zu zahlen. Wir nämlich warten währenddessen noch im Auto. Vor dem Wagen thront unsere zuständige seuchengerecht gekleidete Krankenschwester und nimmt uns in Empfang. Die Person, die entscheiden wird, wann wir die zwei ausstehenden PCR Tests machen werden, die Person, die unsere täglichen zwei Fiebermessungen anmahnt und entgegennimmt, und die Person, die uns irgendwann hoffentlich in den Hotelpool – zumindest für eine Stunde täglich – läßt. Nachdem das alles geklärt ist und wir erstmals unter ihrer Anleitung Fieber messen müssen, dürfen wir den Wagen verlassen und werden, über menschenleere Gänge zu unserem Zimmer gebracht. Dies wird nun für die nächsten Tage unser einziges Refugium sein. Aufgrund der Fresserei der letzten 24 Stunden ist mir das aber derzeit völlig egal, wie eine Anakonda nach dem Verzehr eines Schweins, brauche ich zumindest für die nächste Zeit etwas Ruhe.

24-27.10.

Nun ja, was soll ich sagen. Die Thai‘s nehmen die Sache recht ernst. Auf unserem Hotelflur stehen jeweils Tische vor den Zimmertüren und dreimal am Tag, um 7:30, 11:30 und 17:00 steht unser abgepacktes Essen darauf. Am ersten Tag haben wir hierzu einen Menueplan mit verschiedenen Gerichten erhalten und konnten uns so das aussuchen, was wir denken, das uns schmeckt. Soweit die Theorie, in der Praxis klappt das auch – zumindest meistens.

Unseren ersten PCR Test hatten wir dann am 25.10. morgens. Erstmals durften wir unser Zimmer verlassen. Natürlich nur nach telefonischer Aufforderung, es muß ja sichergestellt sein, daß wir auf dem Flur und im Aufzug niemandem begegnen. Auf dem Dach wurden uns dann Proben aus Nase und Rachen entnommen. Das Ergebnis war genauso, wie die bisherigen Fiebermessungen, unauffällig. Doch dafür dürfen wir jetzt ab 25.10. täglich für eine Stunde den Pool benutzen. Eigentlich kein schlechter Deal, für diese Zeit sind wir ganz allein.

So vergeht die Zeit, mit lesen, schlafen, essen, spielen und schreiben recht schnell. Bisher finden wir es recht amüsant und erholsam und am 28.10. haben wir bereits den zweiten Test.

28-29.10.

Wir erholen uns prächtig. Etwas Sport auf dem Zimmer, gutes Essen und reichlich Schlaf sind nicht zu verachten. Natürlich würden wir gerne durch die Stadt streifen und nicht als Highlight nur den Rooftop Pool für eine Stunde genießen. Aber so sind die Bestimmungen halt. Wir haben das Gefühl, das wir die einzigen sind, die den Pool nutzen, aber im Gesetz steht eine Stunde und dann gibt es hier keine Ausnahmen. Am 28. um 7:30 haben wir dann unseren zweiten PCR-Test.

29.10.

Das 2.Testergebnis lautet „negativ“, theoretisch wären wir nun frei! Wir sind jedoch in Thailand und da steht im Gesetz 7 Tage und so müssen wir wahrscheinlich noch bis zum 31. um 6:00 morgens verweilen. Das wir ab jetzt nicht mehr getestet werden und auch am 31., morgens ungeprüft das Hotel verlassen dürfen, interessiert niemanden. Das jetzt bitte nicht falsch verstehen, uns waren und sind diese Spielregeln sehr bewusst, trotzdem habe ich mir in den letzten Tagen ein Hobby daraus gemacht, verschiedene Stellen in Thailand darauf aufmerksam zu machen, daß diese letzten 1-2 Tage keinen Sinn machen. Interessant ist, daß ich meistens eine, wenn auch negative Rückantwort erhalten habe. Einzig unsere deutsche Botschaft hüllt sich bis heute in Schweigen.

Aber lassen wir das, es gibt was zu feiern. Wir sind ab jetzt, staatlich geprüft „Corona free“. 🙂

31.10.

„One day in Bangkok“ (ursprünglich „One Night…“) wäre wohl die bessere Überschrift für diesen Teil-Blog. Seit dem feststeht, daß wir ab 0:01 also nach Mitternacht auf den 31. frei sind, steht der neue Titel somit fest. Leider gibt es derzeit kein wie auch immer geartetes Nachtleben und so bleiben wir bis ca. 07:00 im Hotel, deponieren dann unser Gepäck dort und werden zumindest für 13 Stunden die Stadt erkunden. Ich bin gespannt was wir sehen werden, da vieles leider erst für Touristen ab dem 1.11. geöffnet wird. Aber starten wir erst einmal mit dem Gang zu einem GAA (wir brauchen cash) und dem Weg zum nächsten Schiffsanleger.

Pünktlich um 7:00 geht der Wecker und erstmal dürfen wir ohne Genehmigung auf den Gang. Die Freude ist riesig.

Nachdem wir die nötigen Zertifikate und Bestätigungen erhalten haben, hinterlassen wir unser Gepäck im Hotel und machen uns auf den Weg. Bis zum nächsten GAA ist es nicht weit und dank der App MapsMe finden wir auch ohne Umwege recht schnell zum nächsten Fähranleger. Dort ist auch recht viel los, die Thais zelebrieren einen interessanten Brauch. Man kauft irgendwelche Wassertiere, wir sahen z.B. Kröten, Schildkröten, Fische und auch folgendes Getier:

Dann wird es zum Fluß gebracht und freigelassen. Andere Menschen begnügen sich mit dem Kauf von riesigen Tüten mit Brotstücken und füttern dann die Fische im Fluß.

Leider war das der einzige Grund, warum am Fähranleger soviel los ist. Ich sage nur Covid-19 und das bedeutet keine Expressboote am Wochenende. Somit fällt der erste Teil unseres Sightseeings bereits aus.

Zum Glück verkehren aber die Boote auf den inneren Kanälen und so kommen wir doch noch zu einem, wenn auch recht kurzen Trip.

Wir sind die Temperaturen nicht gewöhnt, es ist unheimlich schwül und das Thermometer steigt auf über 30 Grad. Eine Woche nur Klimaanlage war hier nicht förderlich und so sind wir froh, in einem netten Kaffeelokal eine guten heißen Espresso und einen Eiskaffee zu genießen.

Bangkok putzt sich heraus, allerorts spüren wir, wie sehr die Touristen herbeigesehnt werden. Die Thais waren fleißig und haben die Zeit genutzt.

Uns bleiben auch in der Folgezeit leider nur Außenaufnahmen. Alles öffnet erst ab dem 1.11. und so können wir nur wie Zaungäste aus der Ferne ein paar Fotos machen.

Derzeit ist auch noch Hochwasser auf dem Fluß. Was nicht wegen Covid geschlossen ist, viel dem Wasserstand zum Opfer. Einem Tip folgend, suchen wir noch nach dem Adlernest und freuten uns auf ein leckeres Bier. Nach einigem hin und her und nachdem wir uns durch eine Baustelle gekämpft hatten, waren wir endlich am Ziel. Tolle Aussicht, aber leider nur Softdrinks – kein Alkohol in Bangkok bis zum 1.11. Die Aussicht haben wir trotzdem sehr genossen.

Als der Himmel gegen 17:00 immer dunkler wurde, machen wir uns schleunigst auf den Weg zum Hotel. Kurz vor dem Ziel goß es dann in Strömen und wir suchten an einer Bushaltestelle nach einem Unterstand. Als nach 30 Minuten keine Besserung eintrat, hielten wir ein vorbeifahrendes Taxi an. Tip am Rande, Taxis in Bangkok sind recht preiswert, wenn man eine Grundregel befolgt. Niemals einen Festpreis verhandeln und zweitens immer darauf achten, daß das Taximeter angeschaltet wird. So kamen wir dann schnell und trocken zu unserem Hotel und von dort mit einem weiteren Taxi (Altstadt-Flughafen BKK) für 400 Baht zum Flughafen.

Dort hatten wir dann den krönenden Abschluß unseres Urlaubs und anfangs konnten wir nicht absehen, daß es nochmals spannend werden sollte. Das Einchecken verlief dank rotem Schalter sehr entspannt. Ich hatte alle Dokumente dabei und so gab es keine Probleme. Wir wurden von einem Mitarbeiter der SWISS „fast Lane“ durch alle Prozesse geleitet und fanden uns wenig später vor der Star Alliance Gold Lounge von Türkisch Airways. Menschenleer und hier gab es dann endlich, ein oder waren es mehrere leckerer thailändische Biersorten für uns.

Ich dachte gerade wie schön doch der Abschluß sei, da stand sie vor mir. Unsere Begleitung durch den Checkout Prozeß und redete etwas von „so sorry“. Was war geschehen? Klar doch, meine Freunde von den Grachtenkackern (sorry liebe Nachbarn) hatten gerade Ihre Einreiseregeln geändert. Ein PCR oder Anti-Gen Test, darf nur noch 48 Stunden vor Abflug gemacht werden und nicht wie bei uns vorgesehen 72 Stunden alt sein. Da half es auch nicht, daß wir eine Bescheinigung haben, von wegen Quarantäne und so. Nichts da, wir also auf dem selben Weg wieder nach Thailand rein, aus dem Flughafen raus, vor dem Flughafen schnell einen Test gemacht und dann nochmals ausgereist. Alles natürlich in Begleitung unserer 1st. Class Betreuung. Ich male mir an dieser Stelle nicht aus, was passiert wäre, hätten wir eine andere Buchungsklasse gehabt. So waren wir dann nach 1 Stunde zurück, genossen unsere Getränke und warten darauf, dass man uns zum Flieger bringt. Pünktlich zur abgestimmtes Zeit, stand unsere nette Begleitung von der SWISS wieder vor uns, natürlich mit den negativen Ergebnissen und es ging zur Maschine. Wir hatten diesmal die erste Klasse fast für uns allein. Wir waren zu Dritt, in einem Abschnitt für 8. In den nächsten Stunden umsorgten uns 3 Flugbegleiter und so kann diese Geschichte nur mit einem glücklichen Lächeln enden.

1.11.

Wir schliefen diesmal noch besser und verabschiedeten uns sehr entspannt von unseren Flugbegleitern die uns am Gate in die Obhut der bereits bekannten Flughafenbegleitung übergaben. Beim Transit in Amsterdam kam es dann zu Verzögerungen, da im First Lane Bereich, jemand etwas mit genommen hat, was anscheinend nicht erlaubt war. So stockte alles und der Rest von uns musste mit dem Bus zu einem anderen Check-In Bereich gebracht werden. Es brach etwas Hecktick aus aber letztlich wurden wir pünktlich zu unserer wartenden Maschine gebracht und eine Stunde später waren wir in Amsterdam. Ich muß an dieser Stelle nicht erwähnen, daß niemand sich in Zürich oder Amsterdam für unsere Covid-Tests interessierte oder die Dokumente sehen wollte. Aber Schwamm darüber, zumindest der Transfer vom Flughafen zu meinem Audi und die Fahrt nach Hause verliefen langweilig unproblematisch. Ende!

In zwei Wochen geht es dann weiter